Tirol

"Dafür gibts kein Steuergeld"

25. März 2010, 12:48
  • Artikelbild: Kann mit autonomen Frauenprojekten nichts anfangen: die für Frauenförderung zuständige Landesrätin Zoller-Frischauf. - Foto: APA/Robert Parigger

    Kann mit autonomen Frauenprojekten nichts anfangen: die für Frauenförderung zuständige Landesrätin Zoller-Frischauf.

  • Der Protest weitet sich aus: Die Frauen von ArchFem, kinovi[sie]on und dem Autonomen FrauenLesbenZentrum fordern den Rücktritt von Landesrätin Zoller-Frischauf - Offener Brief zum Download (.doc)

  • Hier ein Offener Brief an die Frauenministerin, in dem die DemonstrantInnen und UnterstützerInnen die Frauenministerin auffordern, Schritte gegen die Sparmaßnahmen zu ergreifen (Download .doc).

Manche Fraueneinrichtungen seien nichts weiter als "Hobbyvereine", rechtfertigt Landesrätin Zoller-Frischauf ihre Sparmaßnahmen

Innsbruck - Die Tiroler ÖVP-Landesrätin Patrizia Zoller-Frischau reagiert nun auf die Kritik, dass ihre Sparpolitik vor allem feministische, kritische Organisationen treffe (dieStandard.at berichtete). "Der Vorwurf ist lächerlich", betonte die Politikerin Anfang der Woche in der Tiroler Tageszeitung. Konkret müsse ihre Abteilung 15.000 bis 20.000 Euro einsparen und sie habe sich entschlossen, nicht alle Einrichtungen um 20 Prozent zu kürzen, sondern bei einzelnen Projekten die Subvention total zu streichen. Gegenüber ORF Tirol erklärte sie, dass in ihrem Ressort sehr wohl auch nicht-konservative und der ÖVP nicht-nahestehende Einrichtungen gefördert würden.

Kein Geld für "Hobbyverein"

Letztlich machte Zoller-Frischauf jedoch keinen Hehl daraus, dass sie auf die Arbeit einzelner Fraueneinrichtungen gerne verzichten kann. "Frauenliteratur ist sicher ganz wichtig. Sie kann aber auch in anderen Büchereien stehen. Und Veranstaltungen, wo die Einkommensschere bejammert wird, nützen nichts. Es geht darum, dort anzusetzen, wo man etwas verändern kann", führte Zoller-Frischauf aus. Das ebenfalls betroffene Autonome FrauenLesbenZentrum kommentierte sie mit den Worten: "Es gibt weder eine Rechtsberatung noch einen Psychologen. Die Leute geben sich gegenseitig Tipps und machen Partys. Das ist nett. Aber ein Hobbyverein. Ich möchte es weder beurteilen noch verurteilen. Aber es gibt kein Steuergeld."

Der neue Schwerpunkt bei der Frauenförderung in Tirol liege demnach bei der Berufswahl und der Stärkung von Frauen im Erwerbsleben. Mit dem eingesparten Geld (14.500 Euro pro Jahr) sollen nun verstärkt Berufsbildungsprojekte gefördert werden, wie die Initiative FIT (Frauen in Technik) oder Ausstiegssprogramme für Prostituierte. Kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Geschlechterstrukturen braucht es für diese Schwerpunktsetzung nach Ansicht der zuständigen Landesrätin offenbar nicht mehr. (red)

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1 2
al phaion
15.04.2010 21:30
eine konsequente realistin

miranda7
26.03.2010 10:44

"...Kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Geschlechterstrukturen braucht es für diese Schwerpunktsetzung nach Ansicht der zuständigen Landesrätin offenbar nicht mehr. "

Wer braucht schon Vereine, die sich mit irgendetwas kritisch auseinandersetzen, die sollen doch eine Ruhe geben und sich in Trachtenkapellen, Jungschargruppen und Blasmusikvereinen selbstverwirklichen, gelle? ;-)

Jedenfalls war sie jetzt sehr brav und kriegt von ihrem Parteichef dafür einen Einser ;-)

Schrumpfschlauch
31.03.2010 09:09
Lassens doch die Damen in Ruhe!

Nicht alles was Party macht braucht dafür Steuergelder.

R.M. S.
31.03.2010 06:42

Wenn ihnen das Thema "...Kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Geschlechterstrukturen" so am Herzen liegt dann warum organisieren sie nicht eine Spendenkampagne um diesen verein zu unterstützen.

Sein wir mal ehrlich, auch wenn das Thema für sie wichtig ist bin ich sicher das es 90% der Steuerzahler egal ist.

miranda7
31.03.2010 11:52

Glauben Sie, dass 90% aller Steuerzahler/innen zum Beispiel den Eurofighter mitfinanzieren wollen? Welche Themen sind Ihnen persönlich wichtig? Und denken Sie, dass Sie damit zu irgendwelchen virtuellen 90% gehören, die ihre Steuern gerne und freigiebig dafür hergeben?

R.M. S.
07.04.2010 09:16

Ich habe eine Idee - starten sie ein volksbegehren:

"Der Staat soll die Kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Geschlechterstrukturen durch Frauenvereinen finanzieren. (Ja/Nein)"

Wenn sie recht haben wird es der renner und sie bekommen Unterschriften von mehr als 10% der Bevölkerung dann muß ich anfangen umzudenken.

miranda7
08.04.2010 13:48

Wenn es um das Themas Finanzen geht, könnte man - Ihrem Vorschlag folgend - bei geplanten Volksbegehren auf fast jede beliebige Frage der Sorte "Soll der Steuerzahler für dieses und jenes zahlen..." eine überwiegende Mehrzahl von "neins" einfahren. Das ist für mich kein Argument, um Förderungen zu streichen. Fragen Sie mal die ArbeitnehmerInnen, ob die hohen Fördergelder für Unternehmen weiter bestehen bleiben sollen, fragen Sie die urbane Bevölkerung, ob Agrarförderungen in diesem Umfang weiter ausgeschüttet werden sollen oder fragen Sie den Durchschnittsösterreicher, ob er gerne für das Hypo-Alpe-Adria-Disaster zahlen will bzw. ob er die Banken-Boni für angemessen hält.

R.M. S.
19.04.2010 07:05

Und wenn die Bevölkerung eine Überwiegende Mehrheit der ausgaben ablehnt dann wird sie auch mit den Konsequenzen zu leben haben, von einer nicht Rettung der Banken bis zu einer nicht Förderung von Vereinen. Eins währe sicher bei vielen "Neins" - das Defizit würde nicht ständig steigen ;-).

Ad. Banken Boni, solange es sich um nicht-staatliche Firmen handelt ist es mir egal was und wie sie ihrer MA Zahlen. Oder meinen sie das die Bevölkerung über Ihr Gehalt auch mitreden sollte?

miranda7
22.04.2010 08:22

Ich erwarte mir von gewählten PolitikerInnen, dass sie klar formulieren, wie sie die Einnahmen- und Ausgabenseite des vorhandenen Budgets zu gestalten gedenken, und zwar vor und nach Wahlen . Unangenehme Entscheidungen ans Volk zu delegieren, halte ich für suboptimal.

Es ist mir nicht egal, wenn die SteuerzahlerInnen zB fürs Hypo-Alpe-Adria-Desaster zur Kasse gebeten werden, sich in "Gewinnphasen" aber keinesfalls dreinreden lassen wollen. Diese Banken werden bei Bedarf vom Staat "aufgefangen" und ansonsten, wenn alles gut läuft, sind sie nicht-staatlich, wie`s gerade passt?

greenIT
26.03.2010 02:07

ähm, bin ich der einzige der es komisch findet dass etwas "autonomes" von staatlichen förderungen abhängig ist?

abgesehen davon sehe ich derartige vereine eigentlich auch als hobbyvereine, bei denen ich zwar begüße dass es sie gibt, die aber jetzt wirklich nicht unbedingt geld bekommen müssen. weiter würde ich allerdings sagen dass selbiges auch für schützen und blasmusik gilt (der vergleich mit der feuerwehr ist ziemlich daneben)

no left child behind
26.03.2010 22:10
sie mißverstehen den begriff

der autonome verein müsste nicht um förderungen ansuchen, wenn vater staat nicht zuvor massig steuern eingetrieben hätte.

aber gut, wir könnten die steuern senken, die vielen unsinnigen förderungen anderer dinge streichen und die frauen/lesben hätten wieder mehr geld um das autonome zentrum direkt zu unterstützen.

zudem sind sie wenigstens ehrlich und sagen, dass sie keine lust haben sich von außen reinreden zu lassen.
andere vereine machen das heimlich, verkünden jedoch öffentlich "demokratisch und bürgernah" zu sein, obwohl sie das komplette gegenteil sind.

mkz
25.03.2010 22:30
download des offenen briefes funktioniert nicht!!!!!

prick dame
25.03.2010 22:49

seien sie froh :D

jaja, die Frauen und die Technik, ...

gärtner
25.03.2010 14:46

das erinnert mich irgendwie an die church of no ma'am

R.M. S.
25.03.2010 13:50

"Kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Geschlechterstrukturen braucht es für diese Schwerpunktsetzung nach Ansicht der zuständigen Landesrätin offenbar nicht mehr."

Wo sie recht hat, da hat sie recht.

Oder kann mir irgend ein grund warum Steuergelder vrwendet werden sollen um die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Geschlechterstrukturen für eine geringe Anzahl von Frauen zu finanzieren?

mkz
25.03.2010 22:27
geringe anzahl von frauen - steuerverschwendung

das ist wahr! jede intellektuelle anstrengung für 51 % der population ist nicht steuergeldverswendungswürdig,- selbst 1400 € ist eine megasumme im vergleich zu den 2millionen abfertigung eines bankmanger-versagers. aber vertrag ist vertrag. ausgaben für jegliche kulturelle betätigung - auch sportliche förderung der jugend oder der FF finde ich voll ok, nur geht fragwürdigerweise immer gerade das geld aus wenn es um frauenprojekte geht. auch die frauen zahlen steuern. ich behaupte einmal dass die BEZAHLTEN steuergelder der frauen die die gestrichenen vereine betreiben und besuchen die peanuts der gestrichenen förderung weit übersteigt. es ist nicht IHR verdientes geld frau frischauf, es ist UNSERES!

girls play dirty
25.03.2010 23:16
Im offenen Brief steht aber 14.500 was stimmt jetzt?


Die FF ist so gesehen dann nicht für 51% sondern 100% der Population zuständig.

R.M. S.
25.03.2010 23:02

Ähm, wir reden hier von einem verein mit max. 100 Mitgliedern, nicht 4 Millionen. Ich glaube nicht das diese Frauen 51% der Bevölkerung sind, noch glaube ich das sie repräsentativ für alle Frauen sind.

pick dame
25.03.2010 13:00

eh klar, alles was frauen uns lesben angeht ist hobby, aber das 400. neue feuerwehrhaus und die 97. neue löschpumpe die zu 99% nur bei übungen verwendet wird und das volksfest der övp muss man schon fördern.
neinnein die övp ist kein männerverein! *vorsicht ironie*

knurrhoernchen
26.03.2010 08:54
Gut gebrüllt Löwin!

Ich warte immer darauf, dass die ÖVPlerInnen noch einen Schritt zurücksteigen, damit sie endlich von der Weltscheibe runterfallen!
Wetten, dass die Sache ÖVP-Frau nur das wiedergegeben hat, was ihr ihr Meister vorgekaut hat?

pick dame
26.03.2010 12:03

ds hättest gerne dass sie auch noch das von sich gibt, was ihr ein männlein vorkaut, aber das glaub ich wieder weniger.

knurrhoernchen
26.03.2010 13:48
Wenn ein ÖVPnaher Akademikerbund

aktuell die Streichung des Gleichbehandlungsgesetzes fordert und dafür eintritt, dass Frauen zum menschenrechtswidrigen Zwangsdienst (Zivildienst) verpflichtet werden sollen,... wenn eine ÖVP-Entscheidungsträger-Vereinigung keine Frauen in ihren Reihen dultet,... welchen Stellenwert haben dann ÖVP-Frauen für ihre Männer, ... bei welchen ÖVP-Zielen dürfen ÖVP-Frauen ihren Senf dazugeben? Wenn eine Frau etwas wiedergibt, wozu keine Frauenmeinung zulässig zu sein scheint, ... wie nennt man/frau das dann?

verinus
28.03.2010 17:37
gleichberechtigung?

enemigo - formally known as "concept of the enemy"
25.03.2010 19:50
Sie haben nicht viel Ahnung von der freiwilligen Feuerwehr, gell?


Übrigens...nicht alles was Frauen und Lesben angeht ist super wichtig und unverzichtbar.

dermartino
25.03.2010 19:18

hilfe... tut das eigentlich weh?

Da suchen sie sich ausgerechnet die freiwillige Feuerwehr aus, um ihren Frust abzulassen... hahaha

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