
Kann mit autonomen Frauenprojekten nichts anfangen: die für Frauenförderung zuständige Landesrätin Zoller-Frischauf.

Der Protest weitet sich aus: Die Frauen von ArchFem, kinovi[sie]on und dem Autonomen FrauenLesbenZentrum fordern den Rücktritt von Landesrätin Zoller-Frischauf - Offener Brief zum Download (.doc)

Hier ein Offener Brief an die Frauenministerin, in dem die DemonstrantInnen und UnterstützerInnen die Frauenministerin auffordern, Schritte gegen die Sparmaßnahmen zu ergreifen (Download .doc).
Innsbruck - Die Tiroler ÖVP-Landesrätin Patrizia Zoller-Frischau reagiert nun auf die Kritik, dass ihre Sparpolitik vor allem feministische, kritische Organisationen treffe (dieStandard.at berichtete). "Der Vorwurf ist lächerlich", betonte die Politikerin Anfang der Woche in der Tiroler Tageszeitung. Konkret müsse ihre Abteilung 15.000 bis 20.000 Euro einsparen und sie habe sich entschlossen, nicht alle Einrichtungen um 20 Prozent zu kürzen, sondern bei einzelnen Projekten die Subvention total zu streichen. Gegenüber ORF Tirol erklärte sie, dass in ihrem Ressort sehr wohl auch nicht-konservative und der ÖVP nicht-nahestehende Einrichtungen gefördert würden.
Kein Geld für "Hobbyverein"
Letztlich machte Zoller-Frischauf jedoch keinen Hehl daraus, dass sie auf die Arbeit einzelner Fraueneinrichtungen gerne verzichten kann. "Frauenliteratur ist sicher ganz wichtig. Sie kann aber auch in anderen Büchereien stehen. Und Veranstaltungen, wo die Einkommensschere bejammert wird, nützen nichts. Es geht darum, dort anzusetzen, wo man etwas verändern kann", führte Zoller-Frischauf aus. Das ebenfalls betroffene Autonome FrauenLesbenZentrum kommentierte sie mit den Worten: "Es gibt weder eine Rechtsberatung noch einen Psychologen. Die Leute geben sich gegenseitig Tipps und machen Partys. Das ist nett. Aber ein Hobbyverein. Ich möchte es weder beurteilen noch verurteilen. Aber es gibt kein Steuergeld."
Der neue Schwerpunkt bei der Frauenförderung in Tirol liege demnach bei der Berufswahl und der Stärkung von Frauen im Erwerbsleben. Mit dem eingesparten Geld (14.500 Euro pro Jahr) sollen nun verstärkt Berufsbildungsprojekte gefördert werden, wie die Initiative FIT (Frauen in Technik) oder Ausstiegssprogramme für Prostituierte. Kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Geschlechterstrukturen braucht es für diese Schwerpunktsetzung nach Ansicht der zuständigen Landesrätin offenbar nicht mehr. (red)
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"...Kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Geschlechterstrukturen braucht es für diese Schwerpunktsetzung nach Ansicht der zuständigen Landesrätin offenbar nicht mehr. "
Wer braucht schon Vereine, die sich mit irgendetwas kritisch auseinandersetzen, die sollen doch eine Ruhe geben und sich in Trachtenkapellen, Jungschargruppen und Blasmusikvereinen selbstverwirklichen, gelle? ;-)
Jedenfalls war sie jetzt sehr brav und kriegt von ihrem Parteichef dafür einen Einser ;-)
Wenn ihnen das Thema "...Kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Geschlechterstrukturen" so am Herzen liegt dann warum organisieren sie nicht eine Spendenkampagne um diesen verein zu unterstützen.
Sein wir mal ehrlich, auch wenn das Thema für sie wichtig ist bin ich sicher das es 90% der Steuerzahler egal ist.
Ich habe eine Idee - starten sie ein volksbegehren:
"Der Staat soll die Kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Geschlechterstrukturen durch Frauenvereinen finanzieren. (Ja/Nein)"
Wenn sie recht haben wird es der renner und sie bekommen Unterschriften von mehr als 10% der Bevölkerung dann muß ich anfangen umzudenken.
Wenn es um das Themas Finanzen geht, könnte man - Ihrem Vorschlag folgend - bei geplanten Volksbegehren auf fast jede beliebige Frage der Sorte "Soll der Steuerzahler für dieses und jenes zahlen..." eine überwiegende Mehrzahl von "neins" einfahren. Das ist für mich kein Argument, um Förderungen zu streichen. Fragen Sie mal die ArbeitnehmerInnen, ob die hohen Fördergelder für Unternehmen weiter bestehen bleiben sollen, fragen Sie die urbane Bevölkerung, ob Agrarförderungen in diesem Umfang weiter ausgeschüttet werden sollen oder fragen Sie den Durchschnittsösterreicher, ob er gerne für das Hypo-Alpe-Adria-Disaster zahlen will bzw. ob er die Banken-Boni für angemessen hält.
Und wenn die Bevölkerung eine Überwiegende Mehrheit der ausgaben ablehnt dann wird sie auch mit den Konsequenzen zu leben haben, von einer nicht Rettung der Banken bis zu einer nicht Förderung von Vereinen. Eins währe sicher bei vielen "Neins" - das Defizit würde nicht ständig steigen ;-).
Ad. Banken Boni, solange es sich um nicht-staatliche Firmen handelt ist es mir egal was und wie sie ihrer MA Zahlen. Oder meinen sie das die Bevölkerung über Ihr Gehalt auch mitreden sollte?
Ich erwarte mir von gewählten PolitikerInnen, dass sie klar formulieren, wie sie die Einnahmen- und Ausgabenseite des vorhandenen Budgets zu gestalten gedenken, und zwar vor und nach Wahlen . Unangenehme Entscheidungen ans Volk zu delegieren, halte ich für suboptimal.
Es ist mir nicht egal, wenn die SteuerzahlerInnen zB fürs Hypo-Alpe-Adria-Desaster zur Kasse gebeten werden, sich in "Gewinnphasen" aber keinesfalls dreinreden lassen wollen. Diese Banken werden bei Bedarf vom Staat "aufgefangen" und ansonsten, wenn alles gut läuft, sind sie nicht-staatlich, wie`s gerade passt?
ähm, bin ich der einzige der es komisch findet dass etwas "autonomes" von staatlichen förderungen abhängig ist?
abgesehen davon sehe ich derartige vereine eigentlich auch als hobbyvereine, bei denen ich zwar begüße dass es sie gibt, die aber jetzt wirklich nicht unbedingt geld bekommen müssen. weiter würde ich allerdings sagen dass selbiges auch für schützen und blasmusik gilt (der vergleich mit der feuerwehr ist ziemlich daneben)
der autonome verein müsste nicht um förderungen ansuchen, wenn vater staat nicht zuvor massig steuern eingetrieben hätte.
aber gut, wir könnten die steuern senken, die vielen unsinnigen förderungen anderer dinge streichen und die frauen/lesben hätten wieder mehr geld um das autonome zentrum direkt zu unterstützen.
zudem sind sie wenigstens ehrlich und sagen, dass sie keine lust haben sich von außen reinreden zu lassen.
andere vereine machen das heimlich, verkünden jedoch öffentlich "demokratisch und bürgernah" zu sein, obwohl sie das komplette gegenteil sind.
"Kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Geschlechterstrukturen braucht es für diese Schwerpunktsetzung nach Ansicht der zuständigen Landesrätin offenbar nicht mehr."
Wo sie recht hat, da hat sie recht.
Oder kann mir irgend ein grund warum Steuergelder vrwendet werden sollen um die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Geschlechterstrukturen für eine geringe Anzahl von Frauen zu finanzieren?
das ist wahr! jede intellektuelle anstrengung für 51 % der population ist nicht steuergeldverswendungswürdig,- selbst 1400 € ist eine megasumme im vergleich zu den 2millionen abfertigung eines bankmanger-versagers. aber vertrag ist vertrag. ausgaben für jegliche kulturelle betätigung - auch sportliche förderung der jugend oder der FF finde ich voll ok, nur geht fragwürdigerweise immer gerade das geld aus wenn es um frauenprojekte geht. auch die frauen zahlen steuern. ich behaupte einmal dass die BEZAHLTEN steuergelder der frauen die die gestrichenen vereine betreiben und besuchen die peanuts der gestrichenen förderung weit übersteigt. es ist nicht IHR verdientes geld frau frischauf, es ist UNSERES!
aktuell die Streichung des Gleichbehandlungsgesetzes fordert und dafür eintritt, dass Frauen zum menschenrechtswidrigen Zwangsdienst (Zivildienst) verpflichtet werden sollen,... wenn eine ÖVP-Entscheidungsträger-Vereinigung keine Frauen in ihren Reihen dultet,... welchen Stellenwert haben dann ÖVP-Frauen für ihre Männer, ... bei welchen ÖVP-Zielen dürfen ÖVP-Frauen ihren Senf dazugeben? Wenn eine Frau etwas wiedergibt, wozu keine Frauenmeinung zulässig zu sein scheint, ... wie nennt man/frau das dann?
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