Goodall prangert Überbevölkerung an

26. März 2010 11:34

Für "jedes einzelne" Problem des Planeten mitverantwortlich: Primatenforscherin für Sexualerziehung und Unterstützung bei Familienplanung

London - Im Kampf gegen den Klimawandel darf das Problem der Überbevölkerung nach Ansicht der bekannten britischen Primatenforscherin Jane Goodall nicht aus den Augen verloren werden. "Es ist sehr frustrierend, dass sich die Menschen nicht mit diesem Thema beschäftigen wollen", sagte die 75-Jährige. Das Bevölkerungswachstum sei für "jedes einzelne" Problem des Planeten mitverantwortlich. "Wenn es nur wenige von uns geben würde, dann wären die bösen Sachen, die wir machen, egal, und Mutter Erde würde das allein erledigen - aber wir sind so viele", ergänzte Goodall. Deshalb müsse über eine Begrenzung des Bevölkerungswachstums nachgedacht werden.

Schirmherrin des Optimum Population Trust

Goodall, die in den 60er Jahren mit ihren Forschungen zu Schimpansen weltweit bekannt wurde, ist Schirmherrin der britischen Wohltätigkeitsorganisation Optimum Population Trust (OPT). Diese setzt sich dafür ein, dass die Bevölkerungszahlen in Großbritannien und der Welt zunächst stabil bleiben und durch die Politik letztlich gesenkt werden. OPT fordert eine bessere Sexualerziehung und mehr Unterstützung bei der Familienplanung. Sie macht sich dafür stark, dass Paare nach dem zweiten Kind freiwillig ihre Familienplanung abschließen.

"Wenn man das Leben der Menschen nicht verbessert, den Frauen nicht hilft, damit ihre Babys nicht sterben, keine Hilfen zur Familienplanung gibt, ist das sehr unverantwortlich", sagt Goodall. Auch Männer seien "interessanterweise" für jede Hilfe bei der Familienplanung dankbar. Das Ziel von OPT ist es, das bis 2050 vorhergesagte Wachstum der Weltbevölkerung um 2,3 Milliarden Menschen auf bis zu 1,3 Milliarden zu senken. Damit würden 2050 statt der von den Vereinten Nationen vorausgesagten 9,1 Milliarden Menschen "nur" gut acht Milliarden Menschen auf der Erde leben. (APA/Ag.)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 31
1 2
Dagmar Rehak
 
18.04.2010 14:30

Goodall übersieht dabei, dass nicht das Wachstum das Problem ist, sondern die Bevölkerung, die schon ziemlich dicht da ist. Und diese Dichten verbrauchen auch die meisten Ressourcen auf der Erde.

FSK
27.03.2010 19:26
günstig wäre es,

wenn nur leute mit einer gewissen mindestausbildung Kinder bekommen dürfen.

brand
28.03.2010 15:09

wie haben sich also gerade freiwillig gemeldet, keine Kinder in die Welt zu setzen.

Kein Begriff drückt Mich aus
27.03.2010 13:27

Es gibt keine Überbevölkerung. Es gibt nur eine Gesellschaft, die darauf basiert, dass kein unbeträchtlicher Teil der Menschen keinen Platz in ihr hat.

Karin Stadler2
27.03.2010 13:10
Bravo Jane Goodall,

Ueberbevoelkerung tatsaechlich d a s brennendste Umweltproblem und wird so gut wie nie thematisiert.

Ingen Ting
27.03.2010 09:16

Sorry, aber in unseren Breiten ist doch eigentlich das Problem, dass wir zu wenig Kinder bekommen. Die Normalverdiener bekommen meist nur 1 Kind. Den freiwilligen Verzicht auf mehr Kinder in Gegenden einfordern, wo Kinder notwendig sind, dass sie für dich sorgen, wenn du alt und schwach bist, ist mehr als suspekt. Aber wer weiss, vielleicht wird es ja auch in Kürze bei uns heissen: Leider, Pension gibt es keine mehr, wende dich an deine Kinder.

Dagmar Rehak
 
18.04.2010 14:38
Das würde das Problem ja lösen.

Wir hier sind schon ziemlich dicht und sollten unsere Bevölkerungsdichte besser lockern, zumal wir auch die meiste Energie verbrauchen und den meisten Mist machen.
Die anderen könnten sich dann unbesorgt weiter ausbreiten.

no left child behind
28.03.2010 11:20
notwendig für wen?

in vielen dieser gegenden würden viele mütter weniger kinder gebären und diesen wenigen kindern stattdessen eine bessere ausbildung ermöglichen.

da aber oft abtreibung und auch verhütung verboten sind, ist es nicht möglich so zu handeln, wie frau selbst es handhaben möchte.

wieviel zeit für eine tiefergehendere ausbildung für sich wie auch für die kinder kann mann und frau denn aufwenden, wenn man nebenbei für ein halbes dutzend kinder verantwortlich ist?

guggi102
27.03.2010 07:28

Da hat sie meine volle Zustimmung. Wir sollten weltweit solche Geburtenraten haben, wie bei uns in Mitteleuropa.
Leider sind existenzielle Armut und übermäßiger Kinderreichtum ein perpetuum mobile - man wird zunächst die Armut in Entwicklungsländern bekämpfen und ein funktionierendes Sozial- und Bildungssystem installieren müssen. Dann bekommen Frauen automatisch viel weniger Kinder, weil sie wissen, daß sie sie nicht mehr als Altersversorgung brauchen.

Ansonsten wird sich die Menschheit irgendwann gewaltsam selbst gesundschrumpfen.

Dagmar Rehak
 
18.04.2010 14:39
Gewaltsam nicht.

Sondern so wie wir: Einfach keine Kinder mehr kriegen und dann aussterben.
Oder meinst du eh das mit "gewaltsam"?

Heavyweather
27.03.2010 20:10

Und ich dachte immer dass der reiche Westen in Sachen Energieverschwendung und Lebensraumzerstörung im Verhältnis 10:1 überlegen ist.
Also was jetzt? Weil wir weiter Kohle verbrennen wollen und den anderen nix gönnen müssen die auf Kinder verzichten?

Dagmar Rehak
 
18.04.2010 14:41
volle Zustimmung

Aber wir dezimieren uns eh schon.

no left child behind
28.03.2010 11:23

viele dieser jungen menschen wandern in den westen ein und werden selber energieverschwendende menschen.

wir bemühen uns ab, energieverschwendende menschen nicht mehr zu zeugen und dennoch wandern immer mehr wieder ein.

brand
28.03.2010 15:14

"viele dieser jungen menschen" ..
Wie kommen sie auf die Idee?
Sehr wenige dieser jungen Menschen wandern in den Westen - 99,99% dieser Menschen bleiben dort, wo sie geboren wurden.

no left child behind
28.03.2010 18:29
wie kommts dann zu den

hohen zahlen ausländischer studenten?

alleine australien hat je 90.000 indische sowieo chinesische studenten, andere ausländische studenten somit nicht eingerechnet.

ein teil bleibt, der andere kehrt zurück und will den bequemen lebensstil des "westens" in ihrem heimatland weiterleben.

das sind nur die studenten. bei diesen nicht dabei sind die arbeitsmigranten, die ebenso eine große masse ausmachen.

brand
29.03.2010 00:20

Wir sprachen von den Menschen in Entwicklungsländern - sagen wir mal so geschätzt 4 Mrd. Menschen. Sie sprachen dann von den Jungen: also nehmen wir die Hälfte = 2 Mrd. Menschen.
Sie sprechen dann von "viele dieser jungen Menschen" - und das ist eben ein Blödsinn. Viele dieser 2 Mrd. Menschen wandern eben nicht in den Westen, sondern nur ein paar (auch wenn ihnen ein paar hundert tausend als sehr große Zahl vorkommen mag)

Heavyweather
28.03.2010 23:55
Es könnte auch sein dass Australien eine sehr

restriktive Einwanderungspolitik hat...
Es könnte auch sein dass Bildung, im Gegensatz zu Österreich z.B., in Australien ein wichtigerer Wirtschaftssektor als der Tourismus ist.
;)

Heavyweather
26.03.2010 19:55

Ein große Familie ist wunderbar.
Ist doch viel schöner viele Geschwister zu haben als alleine zu sein oder nur einen Bruder/eine Schwester zu haben.
Wenn dann einer bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommt dann haben die Eltern ein Problem.

Es sind auch nicht die vielen Menschen sondern ein paar wenige ohne Verantwortungsbewusstsein die die Erde "zerstören".

Die Erde wird die Menschen sowieso überleben...die Dame sollte sich lieber um aktuelle Probleme oder um Äffchen kümmern anstatt hier politische Bevölkerungsplanung zu propagieren...wird sie auch nicht mehr erleben mit ihren 75 Jahren.

ardilla
28.03.2010 19:54

"Wenn dann einer bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommt dann haben die Eltern ein Problem."

Sie meinen also, man sollte auf jeden Fall ein Ersatzkind haben. Dann sollten die Kinder aber niemals gemeinsam im Auto fahren, sonst geht der Plan eventuell nicht auf.

Heavyweather
28.03.2010 21:15

Es gibt sogar Leute die getrennt fliegen und jeder nimmt ein Kind mit.
Ist irgendwann eine Hälfte der Diversifikation abgestürzt.

Nein...diese Gedanke hat schon etwas. Meine Großmutter hatte 6 Kinder. Ein 7. ist gestorben. Das hatte nichts mit Armut oder fehlender Bildung zu tun.
Auch wenn man Geld und ein großes Haus hat ist das doch nicht abwegig.

Jeder soll doch bitte so viele Kinder bekommen wie er möchte. Diese Freiheit nehme ich mir.

ardilla
31.03.2010 12:13

Ich glaube, es ist egal wie viele Kinder man hat, wenn eines stirbt, ist das auf jeden Fall eine Katastrophe.

Heavyweather
31.03.2010 18:36

Ich denke das ist logisch.

R. M.
27.03.2010 07:38
Ironie?

Karin Stadler2
27.03.2010 13:07
Ich fuerchte,

Heavyweather hat das Ernst gemeint....

Heavyweather
27.03.2010 20:14

Wieviele Geschwister hast du?
Würdest du auf diese Verzichten wollen nur weil irgendeine Organisation glaubt die ganze Weltbevölkerung "gesund" schrumpfen zu müssen.

Soll nicht jeder so viele Kinder bekommen können wie er möchte?

Wenn sich der Effekt durch Entwicklung selbst einstellt (wie bei uns ja auch) dann ist das doch ok. Von einer Überbevölkerung zu sprechen ist dagegen recht zynisch. Wer ist denn zuviel? Bin ich es? Bist du es? Sind es die Kinder vom Nachbarn oder eh nur die Leute in den Entwicklungsländern?

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 31
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.