Für "jedes einzelne" Problem des Planeten mitverantwortlich: Primatenforscherin für Sexualerziehung und Unterstützung bei Familienplanung
London - Im Kampf gegen den Klimawandel darf das Problem der Überbevölkerung nach Ansicht der bekannten britischen Primatenforscherin Jane Goodall nicht aus den Augen verloren werden. "Es ist sehr frustrierend, dass sich die Menschen nicht mit diesem Thema beschäftigen wollen", sagte die 75-Jährige. Das Bevölkerungswachstum sei für "jedes einzelne" Problem des Planeten mitverantwortlich. "Wenn es nur wenige von uns geben würde, dann wären die bösen Sachen, die wir machen, egal, und Mutter Erde würde das allein erledigen - aber wir sind so viele", ergänzte Goodall. Deshalb müsse über eine Begrenzung des Bevölkerungswachstums nachgedacht werden.
Schirmherrin des Optimum Population Trust
Goodall, die in den 60er Jahren mit ihren Forschungen zu Schimpansen weltweit bekannt wurde, ist Schirmherrin der britischen Wohltätigkeitsorganisation Optimum Population Trust (OPT). Diese setzt sich dafür ein, dass die Bevölkerungszahlen in Großbritannien und der Welt zunächst stabil bleiben und durch die Politik letztlich gesenkt werden. OPT fordert eine bessere Sexualerziehung und mehr Unterstützung bei der Familienplanung. Sie macht sich dafür stark, dass Paare nach dem zweiten Kind freiwillig ihre Familienplanung abschließen.
"Wenn man das Leben der Menschen nicht verbessert, den Frauen nicht hilft, damit ihre Babys nicht sterben, keine Hilfen zur Familienplanung gibt, ist das sehr unverantwortlich", sagt Goodall. Auch Männer seien "interessanterweise" für jede Hilfe bei der Familienplanung dankbar. Das Ziel von OPT ist es, das bis 2050 vorhergesagte Wachstum der Weltbevölkerung um 2,3 Milliarden Menschen auf bis zu 1,3 Milliarden zu senken. Damit würden 2050 statt der von den Vereinten Nationen vorausgesagten 9,1 Milliarden Menschen "nur" gut acht Milliarden Menschen auf der Erde leben. (APA/Ag.)