Dünne Models besser für Selbstwertgefühl

26. März 2010, 10:54
  • Der Einsatz von normalgewichtigen und Plus-Size-Models kommt laut neuer Kölner Studie nicht so bei den Konsumentinnen an, wie eigentlich intendiert.
    foto: apa/epa/dove/handout

    Der Einsatz von normalgewichtigen und Plus-Size-Models kommt laut neuer Kölner Studie nicht so bei den Konsumentinnen an, wie eigentlich intendiert.

Studie: Einsatz molliger Werbeträgerinnen bei Verbraucherinnen nicht unbedingt erfolgreicher - Übergewichtige Probandinnen mit konstant niedrigem Selbstwert

Eine aktuelle gemeinsame Studie der Universität zu Köln, der Arizona State University und der Erasmus-Universität in Rotterdam belegt, dass Werbung mit molligen Models bei Otto-Normal-Verbraucherinnen nicht unbedingt erfolgversprechender ist. Das Selbstwertgefühl ist höher, wenn dünne Models werben.

"Unsere Forschung zeigt, dass sich Personen spontan mit den Models vergleichen, die Ihnen aus der Werbung entgegen lachen. Diese sozialen Vergleiche beeinflussen, wie wir uns selbst sehen und uns verhalten", sagt der an der Studie mitwirkende Professor, Thomas Muss-weiler, Leiter des Lehrstuhls für Sozialpsychologie an der Universität zu Köln. Das Ergebnis der Studie erscheint in der aktuellen April-Ausgabe des renommierten amerikanischen Journal of Consumer Research.

Mollige Probandinnen mit konstant niedrigem Selbstwert

Für die Studie haben die Wissenschaftler Probandinnen mit unterschiedlichem Gewicht Bilder von Models gezeigt, die entweder extrem dünn, moderat dünn, moderat mollig oder extrem mollig waren. Normalgewichtige Frauen zeigten ein höheres Selbstwertgefühl, wenn auf den Bildern moderat dünne Models anstelle von moderat molligen Models abgelichtet waren. Molligere Probandinnen hatten hingegen ein niedriges Selbstwertgefühl, unabhängig davon, welches Bild sie gezeigt bekamen. Auch extrem mollige Models steigerten das Selbstwertgefühl hier nicht.

Dicke Models, mehr Appetit

Ein anderes Experiment der Studie zeigt, dass normalgewichtige Menschen nach dem Betrachten von Werbeanzeigen weniger (im Experiment) Kekse essen, wenn sie extrem dünne Models in der Werbung sehen, als wenn extrem mollige Models in der Werbung auftauchen. (red)

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"Otto-Normal-Verbraucherinnen"

liebe redaktion, nur fall es nicht bekannt ist: otto ist ein männername. also wenn schon genderlike, dann bitte korrekt.

Selbstwertgefühl

Mich würde eine Untersuchung interessieren, wie sehr es das Selbstwertgefühl von Frauen beeinflusst, wenn sie Bilder von Helga Kromp-Kolb oder Herta Müller (zB) sehen. Oder von Nina Bruckner, als Gegenbeispiel. ;-)

bei mir is mal ne extrem dünne (eventuell magersüchtige) frau vorbei gegangen, und jeder hat sich nach ihr umgedreht. aber sicherlich nicht weil sie so schön war.

es wird langsam echt wieder zeit in den normalbereich zu kommen, der nicht als mollig oder dick bezeichnet werden soll.
ich weiss nicht wie diese leute das selbstwertgefühl messen, aber ich fühl mich meistens schlechter, wenn ich in der werbung ein dünnes, fesches, halbnacktes mädl mit perfekter haut sehe... und ich würd mich jetzt als normalgewichtig bezeichnen....

Also ich selbst finde mein Selbstwertgefühl auch jedesmal im Keller, wenn auf so Plakaten dünne, schöne Menschen in meiner Gewichtsklasse als "normalgewichtig" bzw. "mollig/plus-size" bezeichnet werden und nur Skelette als "dünn".

;)

jo na oh wunder

der anblick von schön geformten menschen hebt gegenüber dem anblick von deformierten hässlichkeiten das selbstwertgefühl! na bumm!
wer hätte es je für möglich gehalten das ästhetische anblicke gut fürs seelenheil sind!

sowas aber auch.

und dann der dick ist schön wahn. dick ist ned schön und wirds nie sein. das kann man sich noch so schön reden. und gesünder als die dürrmodels sinds mit sicherheit auch ned unterwegs. im gegenteil.
dürre menschen können sich wenigstens noch frei bewegen und brechen ned gleich weg wenn der aufzug mal wieder streikt.

aber halt typisch frau: entweder zum abbrechen dürr oder 100kg blad dazwischen gibts natürlich nix! na eh ned. goldene mitte und so ...?

Sicher gibt's die goldene Mitte - wenn Sie mal die Augen aufsperren, werden Sie feststellen, dass die meisten Menschen - wurscht ob Männer oder Frauen - normalgewichtig sind, bestenfalls leichtes Übergewicht haben. Hier geht's doch gar nicht darum, dass extrem schlanke von extrem dicken Models abgelöst werden, warum muss das eigentlich immer gleich so ins Extreme verdreht werden? Aber gut, in Zeiten, wo jemand mit 60 Kilo auf 1,64 m schon als "dick" gilt, wundert mich eh langsam nix mehr.

ja leider

"Aber gut, in Zeiten, wo jemand mit 60 Kilo auf 1,64 m schon als "dick" gilt, wundert mich eh langsam nix mehr."

dies scheint tatsächlich so zu sein. dabei hat dick oder dünn nichts aber auch gar nichts mit dem gewicht zu tun. sondern einzig und allein mit dem aussehen.

Das kommt ja noch dazu. Man kann 65 Kilo auf 1,64 m wiegen und trotzdem Gr. 36/38 tragen, vorausgesetzt, die 65 Kilo sind zum überwiegenden Teil Muskelmasse, die ja bekanntlich mehr wiegt als Fett. Umgekehrt können dieselben 65 Kilo ganz schön mollig aussehen, wenn sie nur aus Fett bestehen und kein Sport betrieben wird.

Im Zweifel immer noch besser nur 52kg und trotzdem überwiegend Muskeln....

Und wie ist das bei Männern?

Denen gefallen natürlich die molligen Models besser, geben das aber natürlich nicht zu...

Nein.... ganz bestimmt nicht

"Mollig" ist halt schwer zu defnieren,

aber mir gefallen normalgewichtige Frauen, die etwas auf den Rippen haben natürlich besser als diese Hungerknochen.

Jetzt wäre nur noch die Frage...

...zu klären, wie man Seltstwertgefühl objektiv misst.

Um aus der Studie zu zitieren:

"Next, participants described themselves using the Twenty Statements Test (Kuhn and McPartland 1954), which has been used previously as an objective (nonscale) measure of appearance self-esteem (Smeesters and Mandel 2006)."
Was des is, musst selbst nachschaun...

ok, jetz hab ich selbst nachgesehn, is ja lustig:
Du kriegst a leeres Blatt auf des du 20 antworten auf die frage "Who am I?" schreiben musst...

Genau das hab' ich gemeint.

Irgendjemand saugt sich ein paar Fragen aus den Fingern und glaubt damit ein komplexes, vermutlich nicht mal richtig definiertes Phänomen objektiv beschreiben und quantifizieren zu können. Ich erlaube mir am Wert solcher Studien zu zweifeln.

essen hält leib und seele zusammen - dünne models müssen hungern

es dauert halt noch, bis sich auch das bewusstsein ganz ändert ; was uns frauen aus der scheinwelt der mode, medien, filmbranche von den machern kontinuierlich eingehämmert wurde, sind falsche signale zum selbstwertgefühl . davon profitieren ganze wirtschaftszweige, schönheitschirurgen, psychologen, designer, diätgurus etc.pp.
unbedingt weiter am ball bleiben und das selbstwertgefühl der frauen durch vorbilder stärken, die uns frauen nicht die patriarchale falle stellen, damit die profiteure sich letztendlich die hände reiben können ... ;-(


vielleicht...

... kann man ja auch noch eine studie machen, wie der selbstwert von frauen sich mit "moderat hässlichen" models verändert?

"Otto Normal-Verbraucherinnen"

Soso: Was würde der Otto sagen, würde man ihn zu einer Verbraucherin machen? Oder umgekehrt: Was würde die Verbraucherin sagen, würde man sie mit "Otto" ansprechen?

Vorschlag: Wie wärs mit "Ottin", "Ottoin" oder einfach "Otta"? Ach, das Leben als durchgegenderte Sprach-, Denk- und Fühlpolizistin muss wirklich schwer sein ... ;-))

Jahrzehntelang hat man nun das Bild von untergewichtigen, unterernaehrten Models in den Koepfen der Menschen verankert. Die logische Folge daraus ist natuerlich, dass sie das als normal anerkennen, anstreben und das Selbstwertgefuehl danach ausrichten.

Der Weg zuerueck zur Normalitaet ist aber der richtige und da ist es dann eben so, dass es anfangs noch viele Frauen gibt, die weiterhin lieber duerre Models ansehen wollen. Deswegen aufzugeben waere voreilig und falsch.

Die Frauen auf dem Bild sind uebrigens nicht mollig, sondern normal!

"Mollig" ist wohl das neue "blad"...

Das Wort "blad" ist ein Schimpfwort.

Bekanntlich beschimpfen nur sehr unhöfliche Menschen andere Leute grundlos, die sie nicht einmal kennen.

Nicht aufregen. Hier gibt's leider ein paar Deppen, die noch nicht behirnt haben, dass es zwischen "sehr schlank" und "sehr dick" noch sehr viele Möglichkeiten gibt, die denken halt in Extremen.

Naja, auch ein bisserl dick ist in Wirklichkeit schon zu blad....

Blad ist eher Dialekt als ein Schimpfwort.


Das bezieht sich rein auf einen optischen Eindruck und genau den kennt man ja auf den ersten Blick.

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