Polizeigewalt gegen Transgender in Ankara

19. Mai 2010, 12:34

Grundlose Attacke: Fünf Mitglieder der "Pink Life Association" verprügelt und in Gewahrsam genommen

Mitglieder der türkischen LesBiSchwul- und Transgender-Rechtsbewegung "Pink Life Association" sind in Ankara von Polizeibeamten brutal in Gewahrsam genommen worden.

Verprügelt

In der Nacht auf Montag wurden die fünf Transgender-Personen, die laut Angaben von "Pink Life" im Auto unterwegs waren, von Polizeiautos zum Anhalten gezwungen. Als sie der Aufforderung, das Fahrzeug zu verlassen, obwohl sie ihrer Ausweispflicht nachgekommen waren, nicht folgten, drohten die Polizisten damit, das Auto verschrotten zu lassen und setzten Pfefferspray wie Knüppel gegen die Transgender und die durch den Zwischenfall alarmierte Menge an weiteren rund 25 AktivistInnen ein.

Die fünf verletzten Transgender Personen wurden abgeführt und nach einer medizinischen Erstversorgung bis zum nächsten Morgen in der Polizeistation verhört. Erst nach anwältlichem Einschreiten wurden sie freigelassen.

"Pink Life Association" und "Kaos GL Cultural Research and Solidarity Association" sowie "Lambdaistanbul LGBTT Solidarity Association" haben gegen das brutale Vorgehen bereits öffentlich protestiert und ein Ende der Polizeigewalt gegen Transgender Personen gefordert.

Homo- und transphobe Haltung

In der Türkei sind in den letzten Jahren zahlreiche Attacken und auch Morde an LesBiSchwulen- und Transgender Personen bekannt geworden. RechtsaktivistInnen fordern daher die Einstufung dieser Taten als "Hass-Verbrechen" sowie die Novellierung des Türkischen Strafgesetzbuchs, um Diskriminierung aufgrund von sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität zu verbieten. (red)

bbergner
11
20.5.2010, 10:49
ach, hauptsache billiges urlaubsland

was kümmern uns da schon solche lappalien, weil unsere sexualität ist ja privatsache, gell?

TimuCin Askari
 
10
19.5.2010, 23:03
Unter Polizeigewalt stellt man sich

wohl keine polizeiliche Amtshandlung vor, sorry

Helicopterman
24
19.5.2010, 14:27
Welch ein Zufall

dass sich diese Angriffe ausgerechnet in den letzten Jahren häufen. Seit einigen Jahren ist ja auch Erdogan mit seiner islamistischen AKP an der Macht und versucht seitdem (offenbar mit Erfolg) den Einfluß des Islam auf die Gesellschaft zu verstärken.

SeZ54
00
15.7.2010, 22:43
da muss ich verbessern...

laut statistiken sank die gewaltausübung an homosexuelle in der türkei in den letzten jahren um ca.37% also kann es wohl kaum an der neuen regierung liegen, den es kann ja wohl kaum sein das die AKP mit seinem erdogan für so etwas verantwortlich ist.. weil der ist ja moslem =))

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.