Pakistan

Hochzeit zweier Männer vermutet: Eunuch verhaftet

27. Mai 2010, 13:42

Homosexualität ist illegal, kastrierte Männer werden geächtet: Inhaftierten droht jahrelange Haft

Peshawar - Pakistan ist ein streng konservatives Land: Homosexualität ist illegal und Sex außerhalb der Ehe tabu. In dem südasiatischen Land gibt es schätzungsweise 500.000 Eunuchen, kastrierte und geächtete Männer.

Vor diesem Hintergrund drohen nun einem pakistanischen Eunuchen und einem Geschäftsmann wegen des Vorwurfs einer illegalen Hochzeit möglicherweise jahrelang hinter Gitter. Der 19-jährige Eunuch Rani alias Kashif und der 42-jährige Malik Mohammed Iqbal sind seit zwei Wochen in einem Gefängnis in Peshawar, nachdem die Polizei eine Party mit 40 Besuchern, unter ihnen 28 Eunuchen, auflöste. Die Justizbehörden beschuldigen die beiden, ein nicht erlaubtes Hochzeitsessen veranstaltet zu haben.

Iqbal sagte dem Richter am Mittwoch: "Ein Mann kann keinen anderen Mann oder einen Eunuchen heiraten. Die Anschuldigungen gegen uns sind falsch." "Wir haben nicht geheiratet, und wir wollen es auch nicht", sagte Rani der Nachrichtenagentur AFP. "Es war mein Geburtstag und Herr Iqbal ist ein Bewunderer." Er sei als Gast eingeladen gewesen. Sollte es zu einem Prozess kommen, droht beiden eine lange Haftstrafe. (APA/AFP)

Chien de Pique
04
27.5.2010, 15:27

Wobei aber sagen muss, dass diese so genannten "Eunuchen" heutzutage nicht zwangsläufig tatsächlich im Wortsinne kastriert sind, sondern im Gegenteil meistens nur Crossdressers, freiwillig geschlechtsanpassend operiert oder aber gebürtige Intersexuelle. Auch würde ich eher sagen, dass die Anerkennung der Existenz eines "dritten Geschlechts", eben die Hijras, anders als in Europa, historisch verwurzelt ist, und nun, durch das Vordringen religöser Radikalisierung, zusehends prekär wurde. Das Konservative wäre im Gegenteil das weitere Tolerieren dieser alten Sitten.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.