Präsentation Frauenbericht

Gebremst von Paradefeministen und Alltagsmachos

28. Mai 2010, 18:42
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    Heinisch-Hosek sprach sich abermals dafür aus, die Ausgaben für den Alleinverdienerabsetzbetrag für Kinderlose in die Kinderbetreuung umzuschichten.

Der erste Frauenbericht seit 15 Jahren listet penibel Diskriminierungen von Frauen auf: Trotz höherer Bildung werden sie immer noch schlechter bezahlt und finden sich nur in Ausnahmefällen an der Unternehmensspitze

Wien - Wenn man so lange auf etwas warten muss, kann man es dann, wenn es endlich da ist, ruhig gebührend inszenieren. Das jedenfalls tat Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ), als sie - 15 Jahre nach Erscheinen des Vorgängerkompendiums - den aktuellen Frauenbericht im vollbesetzten Steinsaal des Bundeskanzleramtes präsentierte.

Den lange Erwarteten widmete sie dann jener Vorgängerin, die für die Gleichstellung der Frauen so vieles erreicht hat: "Unserer verstorbenen Johanna Dohnal" . Um gleich darauf zu analysieren, was bis heute unerledigt blieb.

Ganz oben auf der Liste: Die Einkommensschere, also die ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern. Sie besteht nicht nur weiter, sie ist sogar noch deutlich aufgegangen. Derzeit liegt Österreich in Sachen "geschlechtsspezifisches Verdienstgefälle" im EU-Vergleich an vorletzter Stelle. Um bis zu 18 Prozent verdienen Frauen hierzulande laut Ministerium weniger - nur weil sie Frauen sind. Errechnet wurde das anhand der Vollzeit-Bruttojahreseinkommen von Frauen und Männern, bereinigt um Faktoren wie Alter, Dienstjahre oder Ausbildung. Statistisch sei diese Zahl also nicht erklärbar, sagt Heinisch-Hosek.

Die Hälfte der Frauen mit Vollzeitbeschäftigung verdiente 2007 unter 1740 Euro brutto, ein Viertel der Frauen bekam überhaupt unter 1220 Euro brutto. Die Hälfte der Männer erhielt im Vergleich unter 2232 Euro brutto. Gemessen am Bruttojahreseinkommen der Männer verdienten Frauen 2007 nur 58,4 Prozent.

Besser gebildet ...

Auf der Haben-Seite: Österreichs Frauen sind besser ausgebildet als je zuvor. 2008 hatten 13,8 Prozent der Frauen eine universitäre Ausbildung, aber nur 12,8 Prozent der Männer. Zum Vergleich: 1991 hatten nur sechs Prozent der Frauen einen Titel in der Tasche. Vor allem die Bereiche Technik und Naturwissenschaften sind aber immer noch männlich dominiert.

Auch die Berufstätigkeit der Frauen ist angestiegen: 2008 waren knapp 69 Prozent erwerbstätig - so viel wie nie zuvor. Hauptgrund dafür ist der Anstieg der Teilzeiterwerbstätigkeit von Frauen. Vier von zehn Frauen sind teilzeitbeschäftigt, 1998 waren es drei von zehn. Zum Vergleich: Nur 8,1 Prozent der Männer waren 2008 teilzeitbeschäftigt. Auch jede vierte Frau mit einem Teilzeitjob würde laut Bericht gerne mehr arbeiten, jede zweite gibt an, diesen aufgrund von Betreuungspflichten auszuüben.

Und noch etwas zeigt der 543-Seiten-Brocken deutlich: Frauen erledigen rund zwei Drittel der unbezahlten Arbeit. Soll heißen: Kinderbetreuung und Pflege sind Aufgaben, die für Mütter, Töchter und Schwiegertöchter übrigbleiben. Also kommt die Frauenministerin bei der Präsentation des Berichtes auch auf die Kinderbetreuungsplätze zu sprechen: Von 2007 auf 2008 seien mit der Anstoßfinanzierung des Bundes 10.000 zusätzlichen Plätze entstanden - macht insgesamt 242.840 Kinderbetreuungsplätze in ganz Österreich im Jahr 2008. Bei den Kleinsten hinkt man aber immer noch hinterher: Nur 14 Prozent der unter Dreijährigen werden in Kindergärten betreut. Bei den Drei- bis Sechsjährigen sind es immerhin 86,5 Prozent. Die Geburt eines Kindes bedeutet für Frauen immer noch oft einen Karriereeinschnitt: 36,3 Prozent der davor erwerbstätigen Frauen sind selbst 32 Monate nach der Geburt noch ohne Beschäftigung.

... und schlechter bezahlt

Stichwort "working poor" : Rund sieben Prozent der Frauen sind berufstätig und gleichzeitig armutsgefährdet. Am stärksten betroffen sind Alleinerzieherinnen. Erstmals wurde auch die Lebenssituation von Migrantinnen im Bericht thematisiert. Die Erwerbsquote bei Migrantinnen lag 2008 nur bei rund 57 Prozent, knapp 7,8 Prozent waren arbeitslos gemeldet. Dagegen betrug die Arbeitslosigkeit von Österreicherinnen "nur" 5,3 Prozent.

Die Erkenntnisse des Frauenberichtes sind für die ressortverantwortliche Ministerin Programm: "Es braucht eine gesetzliche Regelung" zur Einkommens-transparenz, ist Heinisch-Hosek überzeugt. Ein lange angekündigter, mit den Sozialpartnern erarbeiteter "Nationaler Aktionsplan" soll im Herbst vorliegen.

Aber Frauen müssten an der Spitze von Unternehmen "mitentscheiden, damit sich die Gehaltsschere schneller schließt" und das "wird ohne Quote nicht gehen" , sagt Heinisch-Hosek. Um den Koalitionspartner nicht zu überfordern, hat sie sich auf einen Stufenplan verlegt, der eine freiwillige Selbstverpflichtung von staatsnahen Unternehmen vorsieht. Bis 2013 soll damit der Frauenanteil in Aufsichtsräten auf 25 Prozent, bis 2018 auf 40 Prozent steigen.

Ihr Gegenüber bei der ÖVP, Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner, will erst einmal das Sozialpartnerpaket abwarten "und nicht jedes Monat eine neue Idee der Frau Ministerin kommentieren" , heißt es dazu auf Nachfrage des Standard. Zudem gehe man bei der Bundesimmobiliengesellschaft oder dem Verbund ja "mit gutem Beispiel voran" . Frauen in Spitzenpositionen sind jedoch die Ausnahme: In den Aufsichtsräten der börsennotierten Unternehmen sind 2010 neun von zehn Plätzen mit Männern besetzt.

Die Frauenministerin findet in ihrer Analyse deutliche Worte für die Richtung, aus der der Gegenwind ("kein Lüfterl, sondern ein Sturm) den Frauen entgegenwehe: "Die Männer reden wie Paradefeministen, handeln aber wie Alltagsmachos!" (Gerda Mackerle und Karin Moser, DER STANDARD/Printausgabe 29./30.5.2010)

 

Zum Bericht

Frauenbericht 2010

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 1083
zwergleviathan
127
31.5.2010, 16:10
tja, die überlegenen Frauen werden zwar systematisch und fast ausnahmslos unterdrückt und ausgebeutet

aber konkrete Täter kann man nicht ausmachen

hmmm also iwie ja schon doppelt Paradox; die angeblich billigeren Arbeitskräfte werden nicht eingestellt weil die Chefs lieber die teureren bezahlen

die überlegenen Frauen werden unterdrückt obwohl sie mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung ausmachen...

sehr seltsam; sollte man hier eine Verschwörungstheorie orten?

waren es denn die patriarchalen Freimaurer die dies zu Wege brachten? oder doch die "New World Order"?

sind die Illuminaten auch alle Männer? und wie stehen Dänikens Paläoastronauten zu der Frage?
wo es doch weder Iluminatinnen noch Paläoastronautinnen gab? und erst recht keine FreimaurerInnen?

tja, irgendjemand weiss es sicher....

already
318
31.5.2010, 14:21
Quotenregelung?

Wenn in einem Büro 5 Männer und 4 Frauen sitzen, muss es dann noch eine fünfte Frau geben, egal wenn diese noch so doof ist?(Männerberaterin)

"Wahrheit"
210
31.5.2010, 15:50

Besser kann man die Heinisch-Hosek Quotenregelung
nicht beschreiben! Note-1

knurrhoernchen
93
31.5.2010, 16:53
2 von den unqualifizierten Männern

kann ich schon orten :)

Ein Mann oder eine Frau referiert vor 5 Männern und 5 Frauen. Alle 10 nicken. Bedeutet das Nicken der Männer das Selbe, wie das Nicken der Frauen?

already
15
"nicken"

Die Männer werden nicht nicken, sondern nur den Kopf schütteln!

bad passion
64
Die Zeiten

wo Männer jeden verschwurbelten Unsinn freundlich abgenickt haben, nur um sich bei Frauen ein zu schleimen, sind vorbei.

Abgesehen von ein paar Schmeichelhoernchen halt. :-)

Volksfront von Judäa
04
Wenn ein Mitarbeite einer Firma eine Präsentation hält und 10 andere, zuhörende Mitarbeiter nicken diesen Vortrag nur ab, habe ich genau 10 Mitarbeiter zu viel eingestellt ;-)


Abgesehen davon...Ihr hobbypsychologischer Exkurs ist zwar irgendwie nett, aber dennoch offtopic.

knurrhoernchen
40
Dieser "hobbypsychologische Exkurs"

ist der Schlüssel für die Missverständnisse zwischen Mann und Frau!

zensierte VF v. Judäa
00
Na dann...vergesst all die Studien (und Pseudostudien). Der Schlüssel zum Verständnis geschlechtsspezifisczher Unterschiede liegt darin aus welchen Gründen (alle?) Männer und (alle?) Frauen nicken.


lol

"Wahrheit"
03
31.5.2010, 17:06
Das Selbe?

Glaube ich nicht, da in diesem Fall eine doof ist!

männerberaterin
53
31.5.2010, 14:40
dir kann geholfen werden!

dann musst du nimmer durchgehend hier online sein! ist ja zwanghaft.

already
33
31.5.2010, 16:51
Quotenfräulein...

sind Sie ein bisschen sauer?
Morgen scheint vielleicht wieder die Sonne!

männerberaterin
02
31.5.2010, 18:27
ich war nie ein fräulein.

oder wirke ich etwa so? :D
sauer bin ich nicht, aber eben auch nicht niedlich zuckersüß. kann ja nicht jede fräulein sein.

in ösistan scheint morgen vllt die sonne? schön für dich/euch.

already
26
31.5.2010, 15:08
@männerberaterin

Lebst du noch?
ich mach mir Sorgen!
Quotenregelung nicht erfüllt?

männerberaterin
13
31.5.2010, 18:29
na und wie ich leb.

derzeit in berlin. ohne quote. jetzt guck ich zwecks belustigung hier noch ein bisserl rum und dann geh ich aus. mit gescheiten männern und ebenso gescheiten frauen und was da noch so rumspringt.

already
00
Na, dann bin ich ja beruhigt...

und kann wieder schlafen.
Schönen Tag noch!

knurrhoernchen
51
31.5.2010, 14:33
Du hast es nicht leicht mit dir?

already
23
31.5.2010, 14:37
Warum...

sollte ich es schwer haben?

knurrhoernchen
12
31.5.2010, 14:40
Das ist nur so ein Gefühl

bad passion
43
31.5.2010, 17:08
Kleiner Tipp.


Lassen Sie sich nicht zu sehr von (Ihren) Gefühlen leiten, das kann ordentlich in die Hose gehen. :-)

Oder sind Sie ein Jedihoernchen?

"Wahrheit"
44
31.5.2010, 17:34
Antwort

Ein Eichhörnchen mit irreparablen Dachschaden.

already
01
31.5.2010, 14:49
Keine Sorge um mich...

um mich kümmert sich ganz blendend die liebevolle
"Männerberaterin"!
Sie meint, daß mir die Online-Bereitschaft zu viel wird!

Lebens- und Frauenberaterin
01
31.5.2010, 14:31
Darauf hoffen diese unvermittelbaren Schlaumeier...innen. :-)))

Prian Alb
314
31.5.2010, 07:42
Scho wieder so a Schmarrn

Die "Frauenquote" ist doch die selbstdiskriminierendste Maßnahme die jemals von unseren Politikerinnen ausgespien wurde. Ich kenne keine einzige Frau (in meinem Bekanntenkreis), welche sich nicht unwohl fühlen würde, hätte sie einen Job aufgrund von Quote anstatt von Qualifikation bekommen.

Gehaltsschere:
Es gibt in Österreich Kollektivverträge - Jede Auszahlung darüber ist eine freiwillige Mehrleistung des Arbeitsgebers, welche von Qualifikationen / Ausfallrisiken abhängig sind. Wenn man nun annimmt, dass die Möglichkeit einer Schwangerschaft ein Risiko ist, müßte man Kindesväter verpflichten, in min. dem gleichen Ausmaß wie die Mutter in Karenz zu gehen.

Folge:
Die Gehälter der Frauen werden nicht steigen, die der Männer jedoch sinken.

knurrhoernchen
74
31.5.2010, 12:15
Interessant, dass sich deine Frauen unwohl fühlen

und es als diskriminierend empfinden, wenn sie einen Job auf Grund "mindestens gleiche Leistung wie der beste Bewerber" bekommen :)

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Posting 1 bis 25 von 1083

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