"Um nicht zu vergessen, was ich gedacht habe"

9. Juni 2010, 07:00
  • Girls can blog stellt Blogs vor und porträtiert die Bloggerinnen.
    foto: ap/charles rex arbogast

    Girls can blog stellt Blogs vor und porträtiert die Bloggerinnen.

Die Seite Girls can blog sammelt von Frauen betriebene Blogs und stellt die netzaffinen Frauen samt ihren Intentionen vor

Für faule Userinnen, die sich aber dennoch mit spannenden Blogs von Frauen versorgen wollen, gibt es seit März dieses Jahres Hilfe. Die Seite Girls can blog versammelt Blogs zu verschiedensten Themen und stellt auch ihre Produzentinnen vor. Gegründet hat Girls can blog Annina Luzie Schmid, die sich fragte, wo die weiblichen "Meinungsführer" im Netz bloß stecken. Bisher schaffen es vorwiegend männliche Blogger in Offline-Medien, so Schmid in einem Interview mit der Mädchenmannschaft. Auch über die fehlende Präsenz von Bloggerinnen in den Blog-Charts wunderte sich Schmid, die diesem Zustand nun mithilfe von Girls can blog entgegentreten will. 

Nicht LeserInnenanzahl oder das Alter des Blogs sind Gründe, um auf Girls can blog vorgestellt zu werden. Vielmehr sind Originalität und Regelmäßigkeit des Blogs ausschlaggebend, so Schmid in dem Interview. Über Vielfalt kann frau sich in der Blogosphäre nicht beschweren, dies zeigt ein Blick auf Girls can blog. Ob Tagebuchartiges, Anleitungen, Meinungen oder einfach nur Information - es gibt ein beachtliches "Work in Progress", das verfolgt werden möchte.

Technische Tipps und persönliche Gründe

Girls can blog porträtiert auch die Frauen hinter den Blogs. Gefragt wird nicht nur nach Inhalt und Spezialität der Blogs, sondern auch über das technische Wie, Wo und Womit. Welche Software benutzt wird, welche Rolle MP3-Dateien oder Videos im Blog spielen und wie das Blogdesign bewerkstelligt wurde gehört auch zu den Standard-Fragen an die Bloggerin.

Warum dem Drang zu bloggen nachgegeben wurde, beantwortet etwa die Bloggerin und Journalistin Antje Schrupp damit, dass sie bloggt, weil sie ihre Gedanken nicht vergessen will. "Hannah Arendt hat mal gesagt, sie schreibt nur, damit sie nicht vergisst, was sie mal gedacht hat. So ähnlich ist es bei mir auch. Aber ich freue mich natürlich, wenn andere das lesen und mitdiskutieren," so Schrupp. Die bisher einzige Bloggerin aus Österreich auf Girls can blog, Kommander Kaufmann, bietet ihren LeserInnen jegliches über Musik, Konzerte, Bücher oder Serien. Die 27-Jährige bloggt "über fast alles, solange es mich bewegt. Und ich blogge, weil ich das teilen will".

Ernsthaftes und weniger davon

Die Literaturwissenschafterin Elke Brüns interessiert hingegen etwas ganz anderes. Sie beschäftigt sich in ihrem Blog mit kulturellen Konstruktionen von Armut, mit "Bildern, Symbolen und auch Praktiken, die wir mit Armut verbinden", erklärt Brüns auf Girls can blog. Und für die, die leichtere Kost bevorzugen: Mary Scherpe bloggt über Mode, weil sie die "ästhetische Macht reizvoll findet" und auch die 20-jährige Luciana füllt ihren Blog mit Klamottentechnischem, den sie programmatisch als "Daily Outfit Blog" bezeichnet und der darüber Auskunft gibt, was Luciana täglich für sich aus ihrem Schrank wählt. 

Es ist also viel los in der Blogosphäre und Girls can blog bietet Orientierung. Die Porträts der Bloggerinnen werden auf der Seite auch thematisch gegliedert, was eine grundsätzlich uninteressant findet, kann also vorselektiert werden. Praktisch sind auch die Blog-Empfehlungen der Bloggerinnen, die die LeserInnen auf weitere interessante Pfade führen. (beaha, dieStandard.at, 9.6.2010)

Share if you care
6 Postings
mich wundert nix mehr....

Page not found
Sorry, the page you were looking for in the blog GIRLS CAN BLOG . does not exist.

Wer klicken kann, ist klar ...

... im Vorteil.
Der überbezahlte Quotenmann mit zuviel Freizeit ist offenbar kein Computerfachmann.

Das

war die Macho-Hürde *g*

Oder der Link wurde repariert

Bei mir funzt die Site

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.