Unternehmen mit höherem Frauenanteil zahlen weniger

28. Juni 2010, 13:20
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    foto: grafik / apa

Laut Studienautorin bringt traditionelle Rollenverteilung Frauen in Teilzeit - Frauen verdienen in Privatwirtschaft 23,4 Prozent weniger

Wien - Laut einer aktuellen Studie verdienen Frauen im privaten Sektor bis zu 23,4 Prozent weniger als Männer. Ein Teil der Einkommensunterschiede ist erklärbar - etwa mit der Schulbildung oder der Berufswahl. Rund zwölf Prozent können rational aber nicht erklärt werden, es handelt sich um Diskriminierung, so Christine Zulehner von der Universität Wien. Am Wifo werden die Ergebnisse am Montagnachmittag präsentiert.

Der Untersuchung liegen Daten aus dem Microzensus, der Sozialversicherung und der Lohnsteuerstatistik des Jahres 2007 zugrunde. Ergänzt wurden die Zahlen um Variablen wie Bildung, Joberfahrung oder spezielle Charakteristika von Arbeitsplätzen wie etwa die Anzahl von Frauen im Betrieb. Die Einkommensdifferenz betrug demnach im Jahr 2007 im privaten Sektor 23,4 Prozent (2002: 25,9 Prozent). Betrachtet man die Privatwirtschaft und den öffentlichen Dienst gesamt belief sich die Gehaltsschere auf 18,1 Prozent (2002: 21,7 Prozent). Zulehner erklärt den geringeren Unterschied im öffentlichen Dienst mit dem fixen Gehaltsschema. Um Effekte wie Schuldbildung und Erwerbskarriere bereinigt, bleibt am privaten Sektor ein Unterschied von 12,6 Prozent (2002: 17,7 Prozent) bestehen, der sich nicht erklären lässt. Gesamt betrachtet ergibt sich für Privatwirtschaft und öffentlicher Sektor eine unerklärbare Differenz von 11,0 Prozent (2002: 16,9 Prozent).

"Vermutlich Diskriminierung"

"Der unerklärbare Anteil ist vermutlich auch auf Diskriminierung zurückzuführen", so die Expertin. Weiters zeigte sich, dass in Unternehmen mit einem höheren Frauenanteil die Löhne generell geringer sind - auch für Männer. Empfehlungen, wie der Ungleichbehandlung begegnet werden kann, enthält der Bericht nicht. "Wesentlich ist, die traditionelle Aufgabenteilung in der Familie und eine geringe Betreuungsquote bei den Null- bis Dreijährigen führen dazu, dass viele Frauen in Teilzeit arbeiten", stellte Zulehner fest. Noch immer treffen junge Frauen bei der Schul-, Studien- und Berufswahl eine geschlechtstypische Wahl und gehen selten etwa in die Technik. Um dieses Verhalten zu ändern, gebe es bereits reichlich Maßnahmen, meinte die Expertin. Sie geht aber davon aus, dass sich das klassische Rollenverständnis erst langsam ändern wird.

Negativer Effekt: Kinderkarenz

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Kinderkarenz hat einen leicht negativen Effekt auf das Einkommen, bei Männern ist dieser negative Effekt aber etwas stärker als bei Frauen. Zulehner führt dies darauf zurück, dass Kinderkarenz bei Frauen eher akzeptiert wird als bei Männern. Auch Arbeitslosigkeit hat bei Männern einen stärkeren negativen Effekt. Bei Frauen werde eine unterbrochene Erwerbskarriere offenbar eher als "üblich" angesehen.

Das Projekt wurde vor zwei Jahren gestartet und soll im Juli abgeschlossen werden. Es wurde durch den Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank unterstützt und in Kooperation von Statistik Austria, Wifo sowie den Universitäten Linz und Wien durchgeführt. In einem weiteren Projekt ist geplant, einen Europa-Vergleich anzustellen.

"Die Studie zeigt deutlich, wie wichtig die vor wenigen Wochen erzielte Sozialpartnereinigung zur Einkommenstransparenz ist", kommentiert Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek die Studie und bezeichnet die Einkommenstransparenz einaml mehr als "ein Gebot der Stunde und ein erster wichtiger Schritt, um die Einkommensschere zu verkleinern". (APA)

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AlBundyFan
 
02
wurde auch untersucht in welchen branchen die jeweiligen betriebe arbeiten?

und welche produkte sie verkaufen?
anscheinend nicht (zumindest steht nix im artikel) und deshalb wird der frisörladen(hauptsächlich weibliche angstellte) mit dem hightechunternehmen(hauptsächlich männliche angstellte) verglichen und dann frech behauptet, daß man gezielt wegen des geschlechts weniger bezahlt.

hättens halt was gscheids glernt die damen dann würden auch im hightechunternehmen mit guter bezahlung arbeiten.

Cassius
00
30.6.2010, 16:17
Das Aldi schlechter zahlt als

Mercedes kann ich mir sehr gut vorstellen.

Mac Smith
00
30.6.2010, 10:36
"Weiters zeigte sich, dass in Unternehmen mit einem höheren Frauenanteil die Löhne generell geringer sind - auch für Männer"

Genau dahin geht die Reise.
Wer glaub(e), die Gehälter von Frauen würden auf die der Männer aufgestockt werden, muß sich grenzenlose Naivität vorwerfen lassen.
Familieneinkommen werden weiter sinken, und der Feminismus wird das als Sieg feiern.

Cassius
00
Natürlich wird der Feminismus

das als Sieg feiern. Dem Feminismus zufolge war das England Anfang der 19. Jahrhunderts fast der idealzustand. Alle Frauen mussten arbeiten. Was glauben sie, wer hinter der Bewegung, Frauen raus aus der Küche zurück am Arbeitsplatz malochen steht?

knurrhoernchen
00
"...auch für Männer"

Wer weiß was da dran ist. Ich vermute, dass dort wo die Frauen arbeiten, die Männer mit Migrationshintergrund arbeiten. Damit wären wir dann beim "Ausländerproblem"

Der Unkurze
01
30.6.2010, 11:28

man könnte aber auch einfach zugeben, das frauen großteils (und freiwillig) lieber in wirtschaftszweigen arbeiten, die nicht gerade umwerfend bezahlt werden

knurrhoernchen
00
Und darauf sind ihre Väter stolz?

kmmm
13
28.6.2010, 22:09
hat auch schon jemand versucht zu eruieren,

wie hoch der beitrag von (den meisten) frauen für wohnungshaltungskosten, reparaturen, versicherungen, fahrzeugerhaltung, behördenwege und sonstige erledigungen, theater, ausflüge, gesellschaftliche treffen etc ist, von deren kosten und bezahlung sie als gut umsorgte traumtänzerinnen erfahrungsgemäss überhaupt nichts wissen wollen ?

natürlich wird es einige geben, die behaupten, sie würden das alles auch machen, aber die haben wahrscheinlich mit männern am wenigsten am hut (und umgekehrt).

prick dame
00
28.6.2010, 21:42
wie schaut eigentlich die Einkommensverteilung aus

wenn man die Alimentations- und Unterhaltszahlungen auch mit einrechnet?

Außerdem kann die Studie vieles nicht erklären, weil sie zu wenige Daten als Grundlage hat. Es ist zum Beispiel nicht egal, wo man ein Wirtschaftsstudium abgeschlossen hat oder ein Rechtsstudium oder in welcher HTL man seinen Ing. gebastelt hat. Und es ist nicht egal, ob man Wehrdienst abgeleistet hat oder nicht und als was und es ist nicht egal, ob man einen Auslandsjob in Moldawien hatte oder in New York und und und .......

zwergleviathan
00
28.6.2010, 20:28
muahahahah

jetzt haben wir sie bald die Transparenz die uns alle noch einiges kosten wird...

wollen wir wetten wie lange es dauert bis die KV-Löhne sinken?

knurrhoernchen
00
Ich glaube nicht, dass die KV-Löhne sinken werden,

sondern dass kurzfristig die Überzahlungen wegfallen werden.
Der Mindestlohn wird dann zum Höchstlohn!
Allerdings wird sich danach ein Konkurrenzdenken entwickeln, das die Überzahlungen wieder steigen lassen wird. Man kennt sich in der Branche und schlechte Firmen werden nur Ausschussmitarbeiter_innen rekrutieren können.
Danach greift das Motto: "Bezahlungsgerechte Leistung!"

Martin Schwarzbauer
 
06
28.6.2010, 18:53
"Um Effekte wie Schuldbildung und Erwerbskarriere bereinigt, bleibt am privaten Sektor ein Unterschied von 12,6 Prozent (2002: 17,7 Prozent) bestehen, der sich nicht erklären lässt."

Wie wäre es mit:
- geleistete Überstunden (auch unbezahlte)
- Flexibilität bezüglich Arbeitszeit (muss man um Punkt 17 Uhr gehen?)
- Flexibilität bezüglich Aufgaben (wer sich zu stark spezialisiert hat das Nachsehen, wer auch berufsfremde Fertigkeiten bringt, hat evtl. einen Vorteil)
- berufliche Reisetätigkeit (unbequem => besser bezahlt)
- Schwierigkeitsgrad der Aufgaben (z.B. im Team: wer übernimmt die harten Fälle/kniffligen Aufgaben?)
- Unternehmen
- Betriebsstandort (und damit verbunden: Wegzeit zur Arbeitsstelle)

Das wären nur ein paar mögliche Erklärungen für den Restunterschied, die durchaus unterschiedliche Bezahlung rechtfertigen.

Auch berücksichtigenswert:
- Anzahl der freiwilligen Unternehmenswechsel ("sich verbessern")

Mac Smith
00
30.6.2010, 10:41
Bitte, bitte

Es will doch keiner lesen, daß die Kaiserin in Wirklichkeit nackt ist.

Fisch^^Fisch
04
28.6.2010, 18:15
Kann mir endlich jemand

erklären wie es im öffentlichen Dienst diskriminierende Bezahlungsunterschiede geben kann?

Ein Beamter der einen bestimmten Posten hat bekommt die Summe X und die ist bei Männern und Frauen gleich. Der Arbeitgeber diskriminiert da also sicher niemanden. Wie kann es das also geben?

knurrhoernchen
00
Z. B. bei Reiseabrechnungen

Er fährt auf Grund seines Gehalts in der ersten Klasse und sie im Viehwagon.

Er
... fährt mit dem Auto,
... kassiert KM-Geld,
... verrechnet Arbeitszeit und Überstunden für die Reise,
Sie
... sitzt daneben
.... und fällt sogar als Teilzeitkraft ins Stundenminus, weil eine Reisezeit keine Arbeitszeit ist!
Eh klar, um ein Auto lenken zu können, ist das Geschlecht eine unverzichtbare Voraussetzung :)

Sambapati
01
sie: selber schuld

niemand schafft "ihr" das an


ps: bin auch eine "sie". vereinnahmen sie nicht die halbe bevölkerung, viele haben eine partnerschaft, in der gerecht für alles aufgekommen wird

"er", der nach einer scheidung zum teuren handkuss kommt: auch selber schuld - mit einer gleichen partnerschaft ist das nicht so

populäre Front
 
00
28.6.2010, 22:43
Ganz einfach...


1) Einkommensschere != Diskriminierung

2)ES (öffenticher Sektor + privater Sektor) > ES (öffentlicher Sektor)

Wo lesen Sie aus dem Artikel die Einkommensschere des öffentlichen Sektors heraus. MWn beträgt diese ca 2 %.

María José
04
28.6.2010, 20:50

Hier geht es ja nicht um logische Erklärungen, sondern darum, dass wieder eine Studie mehr herangezogen werden kann, im Frauenbevorzugung im öffentlichen Dienst "wissenschaftlich" zu begründen.

Logisch denkende Menschen werden die Studie auf den Müll werfen, sobald sie "Gehaltsdiskriminierung im öffentlichen Dienst" lesen.

zwergleviathan
00
28.6.2010, 20:09
naja also das ist so

weil ja eben gleich bezahlt wird sind Frauen diskriminiert

so versteh ich es

Sambapati
11
28.6.2010, 18:52
möchte ich auch gerne wissen

aber auch in der privatwirtschaft. ich kann mir nicht vorstellen, dass entscheidungsträger sich hinsetzen und sagen "haha, dem x geb ich mehr als der y" (beide gleiche tätigkeit). da wäre ja die logische folge, dass sie nur lauter y (= frauen) nehmen. so glaube ich das einfach nicht.

knurrhoernchen
00
Strukturelle Diskriminierung

Ein Beispiel von vielen:
Das amtliche KM-Geld beträgt 0,42 Euronen.
Das sind auf 100.000 KM gerechnet 42.000 Euro.
Mein Hirnpreller hat 7000 Euro gekostet. Berechne den Gewinn. Mit dem Auto zu fahren bedeutet Arbeitszeit und Überstunden zu sammeln. Das KM-Geld fließt auch nicht in die Unterhaltsberechnung hinein, weil "das kostet das Auto". Vertreter mit ihrem geringen Grundgehalt, lachen uns Unterhaltszahler aus :)
Wer fährt mit den Öffis und wer fährt mit dem Auto?
Wer ist im Außendienst und wer im Innendienst?
Wer wird gefragt, wenn Erledigungen mit dem Auto zu machen sind?

Sambapati
01

das soll diskriminierung von frauen sein???? wie krank ist das denn

knurrhoernchen
00
Du hast nicht verstanden worum es geht

Macht nichts :)

Sambapati
00

Ich betrachte mich nicht kraft Geschlecht als "Innendienstler" oder "Busfahrer" und finde solche Ansichten diskriminierend. Ich kann nur sagen: Auch Sie können sich weiterentwickeln!

Schrumpfschlauch
00
Ah, Sie liefern Pizzen ...

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