Pädagogik

Krise kleiner Kerle

29. Juni 2010, 10:19

Buben brauche, Klaus Hurrelmann zufolge, einen Weg aus dem "Rollengefängnis"

Wien - Seit Jahren lassen Mädchen die Burschen in puncto Bildung immer weiter hinter sich. Junge Männer seien auf der Verliererspur des Bildungssystems, attestiert der deutsche Jugend- und Bildungsforscher Klaus Hurrelmann. Er plädierte Montagabend in Graz für einer geschlechtersensiblere Pädagogik. "Wir müssen uns um beide Geschlechter gezielt kümmern", so der Experte.

In Statistiken und Studien sei es erkennbar: "In hoch entwickelten Ländern fallen junge Männer im Sektor der schulischen Erfolge mehr und mehr zurück - und zwar in allen Stufen des Bildungssystems", schilderte Hurrelmann. Er hat zuletzt in der sogenannten "World Vision"-Studie an sechs- bis elfjährigen Kindern erhoben, dass Mädchen bei gleicher sozialer Ausgangsposition ehrgeizigere Pläne schmieden als Buben. Auch im Freizeitverhalten gebe es deutliche Unterschiede: Mädchen hielten sich mehrheitlich an "vielerlei Aktivitäten, die alle Sinne ansprechen", wohingegen Buben sich "für viele Stunden am Tag an elektronische Medien klammern" würden. "Das sind keine guten Voraussetzungen für die intellektuelle Entwicklung", so der deutsche Sozialwissenschafter.

"Frauen verlassen traditionelles Rollenbild"

Laut Hurrelmann habe sich in den vergangenen drei Jahrzehnten die Lebensperspektive der beiden Geschlechter deutlich verschoben, wobei die jungen Frauen männliche Bastionen einreißen konnten und die jungen Männer "irritiert" seien und auf der Stelle treten: "Junge Frauen haben das traditionelle Rollenbild verlassen. Sie wollen im Beruf erfolgreich sein und und eine intensive Beziehung zu ihren Partnern und Kinder. Das ist ein sehr ehrgeiziges Vorhaben". Bei jungen Männern erkenne er hingegen mehrheitlich "keine Bereitschaft, sich über die Tradition hinaus zu bewegen": Burschen würden nicht genug ermutigt, raus aus der traditionellen Geschlechterrolle zu kommen, warnte der Bildungsexperte und sprach in diesem Zusammenhang von einem "Rollengefängnis", in dem sie sich befänden.

"Unterschiede in der natürlichen Disposition"

"Wir brauchen eine gezielte Förderung von Buben in den Bereichen, in denen sie ihre Schwächen haben", sagt Hurrelmann, der davon ausgeht, dass es fundamentale Unterschiede in der natürlichen Disposition von Mann und Frau gibt. Männer würden beispielsweise ihre Umwelt "erobern" wollen, während Frauen beispielsweise die besseren Netzwerkerinnen und Kommunikatorinnen seien. "Die jungen Männer müssen ermuntert werden, sich auch um die anderen Bereiche zu kümmern und über ihre eigene Rolle nachzudenken. Hier sei u.a. auch die Tatsache, dass Buben in Betreuungseinrichtungen und der Grundschule nahezu nicht mehr mit Männern in Kontakt kämen, problematisch. Die für eine gesunde Entwicklung notwendigen männlichen Vorbilder würden fehlen. "In den Kollegien muss der Männeranteil schnellstens erhöht werden, und sei es durch Quotierung", so Hurrelmann.

Kritik: "Falsche Generalsierung"

Der Bildungspsychologe Tim Rohrmann konstatiert, dass sich der Bildungserfolg in Richtung Mädchen verschoben hat, dass aber Mädchenförderung hierfür nicht ausschlaggebend ist. Von den Buben generell als Bildungsverlierern zu sprechen, ist laut Tim Rohrmann jedoch eine "falsche Generalisierung". Für einen Teil der Buben treffe das Prädikat wohl zu, das sei allerdings nichts Neues. Der Anteil an Schulversagern und -verweigerern sei unter diesen schon immer höher gewesen, durch die verstärkte Bildungsteilnahme der Mädchen in den vergangenen Jahrzehnten seien diese Defizite lediglich sichtbarer geworden, meinte der Experte im Gespräch mit der APA.

Buben als "Problemgruppe": Zwei Phänomene

Rohrmann sieht zwei Phänomene, aufgrund derer Buben seit einigen Jahren der Stempel "Problemgruppe" aufgedrückt wird: Ein Teil von ihnen gehört tatsächlich zu den Bildungsverlierern, was, wie er hervorhebt, aber nicht mit dem Geschlecht zusammenhänge. Es sei vielmehr erklärbar durch zusätzliche Faktoren wie die Herkunft aus bildungsfernen Milieus oder Migrationshintergrund.

Der zweite Grund ist laut dem Forscher, der an der Uni Innsbruck am Institut für Erziehungswissenschaften an einem Projekt zum Thema "Männer in der pädagogischen Arbeit mit Kindern" arbeitet, die Änderung des Systems: "Die Leistungserwartungen haben sich verändert und tendenziell kommen die Mädchen in bestimmten Schulformen anscheinend besser damit zurecht." Dabei könne auch mitspielen, dass Mädchen aufgrund ihrer typischen Sozialisierung öfter in die Rolle des "braven" Schülers passen. (APA)

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Thomas Felder
03
ist der beste beweis

dass burschenförderung in den schulen dringend notwendig ist und dass Männerpolitik immer wichtiger wird

Ein_Mann
00

die forderung nach burschenfoerderung ist ambivalent (ich stimme zu). wie man beim medizin-eingangstest sehen konnte, bekommen maedchen in der schule in oesterreich zwar bessere noten, beim objektiven test schnitten hingegen maenner deutlich besser ab - und zwar nur in oesterreich und nicht in deutschland und der schweiz, wo beim gleichen test kaum unterschiede erkennbar waren.

solche dinge muessen bewusst gemacht und die zahl der schulabbrecher gesenkt werden.

ja, es stimmt, maennerpolitik ist definitv wichtig. im unterschied zu frauenpolitik, wo auch vollkommen ueberzogene, populistische sprueche geduldet werden, ist das bei maennerpolitik aber nicht der fall. es muss behutsam vorgegangen werden, um keinen schaden anzurichten.

miranda7
20

"...im unterschied zu frauenpolitik, wo auch vollkommen ueberzogene, populistische sprueche geduldet werden, ist das bei maennerpolitik aber nicht der fall...."

Frauenpolitik = schwarz
Männerpolitik=weiß

So einfach kann man ein auch Weltbild stricken, das entspannt und beruhigt, oder?

zwergleviathan
03
lesen sie doch bitte genau

"im unterschied zu frauenpolitik, wo AUCH vollkommen ueberzogene, populistische sprueche geduldet werden, ist das bei maennerpolitik aber nicht der fall."

das bedeutet daß in der Frauenpolitik de facto Sexismus und Biologismen als Argumentationsgrundlagen akzeptiert werden, während diese bei "Männerpolitik" definitiv NICHT GEDULDET werden. Und das obwohl der Abbau der Sexismen das Ziel wäre, und Biologismen geächtet sind.

siehe zu recht kritisierter Männerbericht vs als "Backlash" abgetane Kritik zum Frauenbericht

siehe Gewaltzuschreibung an Männer trotz anderslautender Statistiken

siehe "Vorrecht"-Konstruktion auf Kinder, bei gleichzeitiger Abwertung der Erwirtschaftung des Familien-Unterhalts als "an der Erziehung unbeteiligt"

miranda7
10

Offenbar hatte ich ihn falsch verstanden. Sorry. Hätte ich ihn aber richtig verstanden - so wie Sie sein Statement nun "übersetzen" - könnte ich ebenfalls nicht zustimmen. Ich denke nicht, dass in der Frauenpolitik de facto Sexismus und Biologismen als Argumentationsgrundlagen akzeptiert werden, da bitte ich um ein, zwei Beispiele. Ich akzeptiere dies weder bei "Männerpolitik", noch bei "Frauenpolitik".

Martin Schwarzbauer
 
01

Das hat er doch gar nicht gesagt - bitte ein bisschen verstehen wollen.
"Frauenpolitik" wird im gegenwärtigen Establishment als "gut" angesehen - diese Ansicht ist so weit verfestigt, dass man teilweise abartige Forderungen aufstellen kann, ohne dafür öffentlich niedergemacht zu werden.
Ebendies ist bei "Männerpolitik" nicht der Fall. Mehr wurde nicht gesagt.

Abgesehen davon möchte ich bemerken, dass die Etiketten "Frauenpolitik" und "Männerpolitik" sowieso irreführend sind, weil es kein gemeinsames Interesse aller Frauen oder aller Männer gibt, geschweige denn eine Menge von Interessen, auf die man ein Programm gründen könnte. Es sind die Interessen weniger Frauen, die mit heutiger "Frauenpolitik" verfolgt werden.

miranda7
00

Ich hatte ihn offenbar falsch verstanden. Doch auch dem, was er offenbar sagen wollte, stimme ich nicht zu. Welche Forderungen bezeichnen Sie als "abartig"? Ich denke, solange es eine dermaßen schiefe Ebene bei der geschlechtsspezifisch differenzierten Machtverteilung gibt, v.a. was die Gehaltsschere und die horizontale und vertikale Segregation am Arbeitsmarkt betrifft, halte ich es für notwendig und legitim, "Frauenpolitik" im Sinne der Parteilichkeit für Frauen zu betreiben. Hierbei geht es auch nicht um die Interessen weniger Frauen, sondern um strukturelle Änderungen, die möglichst vielen Frauen zugute kommen sollen.

Martin Schwarzbauer
 
00

Also eine Forderung wie "Der nächste Direktor der Kunsthalle muss eine Frau sein" ist schon ziemlich jenseitig. Heinisch-Hosek hat letztens ein drauf gelegt, als sie ankündigte, dass bei den Rektorenbesetzungen "einige Männer ihre Sessel räumen müssen" - ohne Begründung, aber dafür unter Gejohle im Publikum.

Die geforderten Frauenquoten in Nationalrat und Vorständen sowie Professuren - obwohl der Anteil der Posteninhaberinnen dem der Bewerberinnen bereits entspricht oder ihn übersteigt.

Strukturelle Änderungen hin zu mehr Gerechtigkeit: gerne. Warum das immer unter dem äußerst fragwürdigen Titel "Geschlechtergerechtigkeit" (eher Geschlechterkampf) laufen muss, sehe ich aber nicht ein. Betrachtet das Individuum, nicht sein Geschlecht!

miranda7
10
"Betrachtet das Individuum, nicht sein Geschlecht!"

Meine Rede. Das kann ich sofort unterschreiben.
Und genau darin liegt das Problem der mangelnden Gerechtigkeit und Gleichstellung. Hätte man bis dato das Individuum betrachtet und nicht das Geschlecht, wäre es nicht zu einer solch eklatant schiefen Ebene v.a. in der vertikalen, hierarchischen Ebene (Verteilung von Führungsjobs, Universtitätshierarchien, Aufsichtsräte und Vorstände, Personalpolitik in politischen Parteistrukturen, ... sprich: Machtverteilung) gekommen. Und da dies immer noch der Fall ist und sich nur wenig geändert hat, v.a. in Österreich (im Vergleich zu anderen EU-Ländern), halte ich Frauenförderung für notwendig und fair.

Cassius
00
30.6.2010, 20:10
Das stimmt so nicht ganz

viele Jungs ziehen viele Berufe in Betracht, die Mädchen gar nicht erst in Erwägung ziehen? Wer ist besser dran, die Xste Frau mit einem Abschluß in sprachen oder ein Klempner?

zwergleviathan
13
30.6.2010, 16:19
Männerquote bei Volksschullehrern

find ich gut

und ebenso wie Frauen steht es den Männern frei sich nicht für diese Quoten-Jobs zu bewerben

insofern also relativ sinnlos;

vielleicht überlegt man auch schon eine Zwangsverpflichtung, wundern würde mich das absolut nicht

und dann sind da noch die Zweifel daran, ob Frauen ihre "Rechte" auf die Kinder wirklich "abtreten" wollen, indem sie diese Domäne teilen... angesichts der Debatte um gemeinesame Obsorge und der dabei angeführten Biologismen zweifle ich stark daran...

interessant ist übrigens auch, daß dieser sehr auf männliche Menschen bezogene Artikel auf "diestandard" veröffentlicht wird....

inwiefern ist das eigentlich ein "Frauenproblem"? sie sind ohnehin die Nutzniesserinnen der Situation...

ernst-rosmer
 
67
30.6.2010, 10:34
nichts neues

es ist seit jahrtausenden dasselbe: das wohnzimmer gehört den frauen. jungs lernen schnell, dass, was immer an anpassung von ihnen in weiblicher umgebung gefordert wird, weder die erzieherinnen noch sie selbst je zufrieden stellen kann. sie sind die "anderen", noch ehe sie begriffe dafür haben. deshalb müssen sie beweisbar besser sein als die mädchen (man vgl. die formulierungen noch in quotenregelungen!), um im wohnzimmer bleiben zu dürfen, oder sie landen früher oder später im außerhalb. die helden-phantasien der burschen sind ihrer struktur nach überlebensphantasien, der traum davon, es trotzdem zu schaffen. fast alle kulturleistungen (und manche verbrechen) verdanken sich diesem "trotzdem", zu dem frau die männer seit jeher verurteilt.

G e o r g
73
30.6.2010, 13:12

Ist das deine private misogyne Gesellschaftstheorie? Oder hast du die nur wo gelesen?
Sowas stammt üblicherweise aus der Feder eines verbitterten alten Mannes.
An allem sind die Frauen schuld, die die armen Männer subtil unterjochen. Männer sind trotzdem (hier wohl besser: deswegen) die Träger der Kultur. Und dann wachen wir auf und sind plötzlich im 21. Jhd.

Thomas Felder
13

is ja umgekehrt genauso-

is eine frau zu blöd für einen job - patriarchat schuld
Studium nicht geschafft - partriarchat schuld
wetter schlecht - partriarchat schuld...

G e o r g
01

Komm doch auch du ins 21. Jhd.! Solcher frauenfeindliche Bockmist ist echt nicht schick.

Gallo Way
16
30.6.2010, 13:43

Ach was. Männer brauchen auf jeden Fall auch männliche Bezugspersonen. Im Grunde sagt er nur aus dass sich Männer als Männer an der Erziehung beteiligen sollten weil ansonsten aus den Buben nicht wirklich Männer werden können. Wo ist da die Verbitterung? Die seh ich eher bei Ihnen. Ich hatte dank meinem Vater auch lange ein schlechtes Männerbild, vielleicht sollten sie sich da mal mit sich selber auseinandersetzten.

G e o r g
32
30.6.2010, 16:16

Liest du eigentlich, bevor du postest? Weder schreibt ernst-rosmer nur, dass sich Männer "als Männer" (?) an der Beziehung beteiligen sollen, damit sie "richtige Männer" (?) werden, noch argumentiere ich gegen männliche Bezugspersonen.
Merke: "Richtige Männer" gibt es nicht (genausowenig wie "richtige Frauen"). Denn diese Vorstellung ist ein (immer wieder anders definiertes) Ideal, das wegen gesellschaftlichem Druck alle zu erreichen versuchen. Es kann aber nie erreicht werden, und erzeugt dadurch Gefühle von Unzulänglichkeit, Unsicherheit usw., mit verschiedensten Folgen.

Gallo Way
11

Stimmt, ich mag es auch nicht wenn mir Leute sagen wie ich zu sein hab. Deswegen bin ich nicht unsicher. Ich weiß wo ich steh und ich handle so wie es mir gefällt, kenne die Konsequenzen und akzeptiere diese.

Ich kann aber auch gegen die Schwerkraft sein trotzdem Fall ich runter. Das sind zwischenmenschliche Gesetzmäßigkeiten die sich auch gegen Widerstand net so leicht ändern lassen und woher wissen Sie das die Alternative besser wäre. Wennst fic+#§ willst, musst dich in der Regel so darstellen das das Ziel deiner Wahl dich als attraktiv wahrnimmt. Der Großteil der Frauen steht halt auf maskuline Männer, auf Dominanz bzw. hohen sozialen Status (Beliebtheit). Das erzeugt auch Druck aber außer schwul werden bleibt net viel.

G e o r g
00

Ah, Ausweichen ist jetzt also angesagt: Du gehst zwar nicht auf Argumente ein, behauptest aber mal einfach, kulturabhängige Klischees seien "zwischenmenschliche Gesetzmäßigkeiten".

zwergleviathan
01
du sollst wiederum jenen Rollenklischees entsprechen

weil du andernfalls "überbleibst".

und während auf der einen seite diese Rollenklischees als Rechtfertigung für Benachteiligungen herhalten müssen (Gewalt ist "männlich" weil diese im Klischee "gefordert" wird vom "Beschützer") werden sie gleichzeitig als Messlatte angelegt um deinen "Wert" zu definieren...

und ALL DAS obwohl diese Klischees ja "böse" sind und dringend wegmüssen

die Frage ist, wie bereitwillig die "Klischeelosen" Männlichkeitsmodelle angenommen werden

und da siehts eigentlich verdammt traurig aus, denn auf die "soften Kinderhutschenden Hausmänner" noch nicht allzuviele junge Frauen stehen...

naja mal gucken obs in den nexten 100 Jahren besser wird; in 30 Jahren isses sicher noch lange nix mit gleichem Ansehen...

Gallo Way
00

Die klischeelosen Männlichkeitsmodelle werden selten angenommen. Es gibt diverse Männlichkeitstypen die für Frauen interessant sein können. Die wenigsten haben mit einem netten Kerl zu tun. Und mit nett mein ich unter anderem zurückhaltend und respektvoll. :-)

Tethys
44
30.6.2010, 12:35
es ist seit jahrtausenden dasselbe: das wohnzimmer gehört den frauen.

Damit deuten Sie an, dass Erziehung seit "Jahrtausenden" in den Händen der Frauen lag, also auch das Rollenbild durch sie weitergegeben wurde.

Das ist falsch.

Kleinkinder wurden von Frauen betreut, sobald sie laufen und sprechen konnten, griff der Mann in die Erziehung ein. Detail am Rande: Erziehung fand in vielen Teilen der Bevölkerung zu einem hohen Maß außerhalb der Familie statt. Eine "weibliche" Umgebung gab es nicht.

Und der letzte Satz Ihres Postings ist eine beleidigte Schuldzuweisung und trotzige Heroisierung des Männlichen. Unnötig.

zwergleviathan
21
30.6.2010, 18:37
Teil 2

daß sie bei der Weitergabe diese Rollenklischees sowohl gefestigt haben, als auch daß diese Klischees in anderer Form von Müttern an ihre heute meist < 25jährigen Kinder weitergegeben wurden; hierbei werden immer noch gerne die gängigen Klischees vom "Beschützer" und "Versorger" weitergegeben; gleichzeitig werden offensichtlich und kommentarlos negative Werte wie Gewaltbereitschaft oder Lernschwäche genutzt um die "Problemkinder" als solche abtun zu können

Beispiel 2)Pauschalierung ihrerseits:

"Glauben Sie, es ist leicht für Frauen, herauszufinden, was von einem erwartet wird? "

"Glauben Sie, es ist leicht für Frauen, den richtigen Partner zu finden?"

mag ihnen schwergefallen sein, ist trotzdem pauschalisiert...

Ein_Mann
15
30.6.2010, 11:33
interessanter ansatz

finde ich aber zu kurz gegriffen, weil es wie eine schuldzuweisung klingt. wie erklaeren sie zb strukturen wie in radikal-patriarchalischen familien, wo der junge seine mutter aus dem wohnzimmer schicken kann, wenn es ihn freut - selbst bereits gesehen. da kriegt man als mann echte aggressionen gegen die kleine kretzn, sie sich so daneben benimmt.

ich sehe besonders die sache mit den kulturleistungen anders: frauen waehlen. wir sind eben auch nur tiere und so wie pfaue ihr federkleid zeigen, unzaehlige maennliche voegel singen, aufwendige balztaenze vollfuehren, usw. so malen wir bilder, schreiben romane und musik, sind "cool", "lustig" auch wenn uns zum weinen ist etc.

ist das fair? nein - aber es ist einfacher, wenn man es weiss.

ernst-rosmer
 
11
30.6.2010, 22:31
zwei antworten

zu ihrem absatz eins: kann ich nicht beurteilen. was ich etwas kenne, sind nach außen hin sehr patriarchale kulturen etwa im mittleren osten oder im kaukasus, in denen männliches protzgehabe freilich an der schwelle der weiblichen räume zerbricht, die zugleich die verwaltungszentrale von haus und hof sind. irgendwelche äußeren fassadenräume (das sind nicht die wirklichen WOHNzimmer) werden den männern gern überlassen, damit sie sich dort inszenieren können.

abs. 2: abstrahieren sie mal ein bisschen, dann gibt es keinen substanziellen unterschied zwischen ihrer und meiner äußerung.

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