Islamische Glaubensgemeinschaft

Kandidatinnen ausdrücklich erwünscht

01. Juli 2010, 14:54

Österreichs MuslimInnen wählen im November neue Vertretung

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) wünscht sich ausdrücklich die Kandidatur von Frauen bei den Wahlen, die gestaffelt nach Bundesland von November bis April 2011 stattfinden. Präsident Anas Schakfeh betonte am Donnerstag in einer Pressekonferenz, dass das neue Wahlsystem auf große Pluralität setze. Dies spiegle sich bereits in der Zusammensetzung des Wahlkomitees der IGGiÖ wider, deren Vorsitzender der Wiener SPÖ-Gemeinderat Omar Al-Rawi ist.

Präsidentin nicht ausgeschlossen

Die Sprecherin der IGGiÖ, Carla-Amina Baghajati, sieht im neuen Wahlsystem einen großen Schritt für die MuslimInnen in Österreich. Vor allem Vereine seien auch derzeit "sehr oft männlich dominiert", nun seien auch Frauen aufgerufen, sich in die sogenannten Gemeindeversammlungen in den Bundesländern wählen zu lassen. Es sei ebenso nicht ausgeschlossen, dass eine Frau Präsidentin der Glaubensgemeinschaft wird. Deutschkenntnisse seien zwar nicht Pflicht für Kandidaten, so Schakfeh, allerdings ausdrücklich erwünscht.

Voraussetzung, um die Vertretung der MuslimInnen mitzubestimmen, ist eine Registrierung bei der Glaubensgemeinschaft. Wer im Mitgliedsregister enthalten ist und das 14. Lebensjahr vollendet hat, darf wählen, vorausgesetzt er oder sie hat seit mehr als einem Jahr den Hauptwohnsitz im entsprechenden Sprengel. Außerdem muss ein jährlicher Mitgliedsbeitrag von bis zu 40 Euro an die IGGiÖ entrichtet werden. Für Schakfeh ist eine solche Zahlung durchaus mit dem Islam konform, immerhin müsse sich die Glaubensgemeinschaft selbst erhalten. Nach wie vor rechnet Schakfeh mit einer hohen Wahlbeteiligung, aktuelle Mitgliederzahlen der IGGiÖ konnte er nicht nennen.

Prozedere

Direkt wählen können die MuslimInnen lediglich die neun Gemeindeversammlungen der Bundesländer. Pro 50 Wahlberechtigten wird ein Delegierter dorthin entsandt. Diese wählen wiederum einen elfköpfigen Ausschuss, woraus vier Mitglieder - also insgesamt 36 - in den österreichweiten 61-köpfigen Schurarat entsandt werden. Die noch fehlenden Mitglieder in diesem Gremium werden mit Mitgliedern aufgefüllt, welche die Gemeindeversammlungen direkt entsenden. Wie viele, ist von der Größe des Bundeslandes und der dortigen Religionsgemeinde abhängig. Der Schurarat wählt wiederum den Obersten Rat, bestehend aus 15 Mitgliedern. Der Präsident ist eines davon und wird auch vom Schurarat gewählt.

Kritik der liberalen MuslimInnen

Kritik an den Wahlen und an der IGGiÖ kam unterdessen von der Initiative Liberale Muslime Österreich (ILMÖ). Es handle sich bei den Wahlen um eine "Alibi-Handlung", da diese "nicht repräsentativ für die Mehrheit der rund 600.000 MuslimInnen in Österreich und daher nicht demokratisch sind". Die ILMÖ distanzierte sich vom "Missbrauch des Islam und der Muslime für politische Zwecke": "Jedwede aktive Beteiligung eines österreichischen Politikers ist rechts- und verfassungswidrig und hat im Islam und bei den Muslimen nichts zu suchen", hieß es in einer Aussendung am Donnerstag. (APA)

weitersagen:
drucken
hema1  
01.07.2010 18:08
"Missbrauch des Islam und der Muslime für politische Zwecke"

Einen solchen Missbrauch lehne ich auch ab.
Ansonsten freue ich mich, dass der Islam in Österreich einen menschlichen und demokratischen Weg geht. Anderswo fehlt das noch.
http://www.hopeland.at

manfredo 66
01.07.2010 16:38

Der Wahlmodus an sich klingt zwar etwas eigentümlich, doch möchte ich mal davon absehen das weiters zu kommentieren. Ob und wie viele Frauen sich dazu melden werden, wird man sehen. Vermutlich wird es eher eine Minderheit sein.
Aber mal ganz allgemein gesagt muss man den Muslimen ja zubilligen, dass sie eine vorbildliche Einstellung zu Familie, Erziehung und Moral haben. Hier haben die einheimischen Christen ja in den letzten Jahrzehnten einen massiven Abschwung erlebt. Beispielsweise ein Repräsentant wie der Dom-Toni, der durch seine ausschweifende Dekadenz mehr als unangenehm aufgefallen ist.

Tethys
05.07.2010 09:07

"Aber mal ganz allgemein gesagt muss man den Muslimen ja zubilligen, dass sie eine vorbildliche Einstellung zu Familie, Erziehung und Moral haben."

Können Sie dieses "Vorbild" näher ausführen?

knurrhoernchen
05.07.2010 11:39
Es ist doch ganz einfach

Im Glauben bedeutet Partner_innenschaft ... Kind ist wichtiger, als die Partnerin.
Der moderne Mann sagt ... Partnerin ist wichtiger als das Kind
Schau einfach nur hin:
Die Frau, die bei der Geburt seines Sohnes stibt, ist eine Heldin, weil sie ihr Leben für sein Kind geopfert hat.
Motto der gläubigen Abtreibungsgegner: Die Frau muss ihr weiteres Leben, für sein behindertes Kind opfern!
Wenn du dir das überlegst, dann verstehst du, welchen Sinn Zwangsheirat und die Vätermauscheleien bzgl. Verheiratung hatten.
Die "vorbildliche Einstellung" ist "Sohn" vor "Liebe" zur Partnerin.

schlechtwetterhahn
02.07.2010 18:46
Glauberer sind einfach nur defekt

Am Besten wäre, ihr würdet aus eurem Kopf aussteigen und danach in euren Kopf neu einsteigen.
Was unter Windoof funktioniert sollte auch bei euch ... ich glaube ich schreibe gerade Hühnerdereck, weil ich euch fast überschätzt hätte :)

Die Kommentare von User und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.