Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) wünscht sich ausdrücklich die Kandidatur von Frauen bei den Wahlen, die gestaffelt nach Bundesland von November bis April 2011 stattfinden. Präsident Anas Schakfeh betonte am Donnerstag in einer Pressekonferenz, dass das neue Wahlsystem auf große Pluralität setze. Dies spiegle sich bereits in der Zusammensetzung des Wahlkomitees der IGGiÖ wider, deren Vorsitzender der Wiener SPÖ-Gemeinderat Omar Al-Rawi ist.
Präsidentin nicht ausgeschlossen
Die Sprecherin der IGGiÖ, Carla-Amina Baghajati, sieht im neuen Wahlsystem einen großen Schritt für die MuslimInnen in Österreich. Vor allem Vereine seien auch derzeit "sehr oft männlich dominiert", nun seien auch Frauen aufgerufen, sich in die sogenannten Gemeindeversammlungen in den Bundesländern wählen zu lassen. Es sei ebenso nicht ausgeschlossen, dass eine Frau Präsidentin der Glaubensgemeinschaft wird. Deutschkenntnisse seien zwar nicht Pflicht für Kandidaten, so Schakfeh, allerdings ausdrücklich erwünscht.
Voraussetzung, um die Vertretung der MuslimInnen mitzubestimmen, ist eine Registrierung bei der Glaubensgemeinschaft. Wer im Mitgliedsregister enthalten ist und das 14. Lebensjahr vollendet hat, darf wählen, vorausgesetzt er oder sie hat seit mehr als einem Jahr den Hauptwohnsitz im entsprechenden Sprengel. Außerdem muss ein jährlicher Mitgliedsbeitrag von bis zu 40 Euro an die IGGiÖ entrichtet werden. Für Schakfeh ist eine solche Zahlung durchaus mit dem Islam konform, immerhin müsse sich die Glaubensgemeinschaft selbst erhalten. Nach wie vor rechnet Schakfeh mit einer hohen Wahlbeteiligung, aktuelle Mitgliederzahlen der IGGiÖ konnte er nicht nennen.
Prozedere
Direkt wählen können die MuslimInnen lediglich die neun Gemeindeversammlungen der Bundesländer. Pro 50 Wahlberechtigten wird ein Delegierter dorthin entsandt. Diese wählen wiederum einen elfköpfigen Ausschuss, woraus vier Mitglieder - also insgesamt 36 - in den österreichweiten 61-köpfigen Schurarat entsandt werden. Die noch fehlenden Mitglieder in diesem Gremium werden mit Mitgliedern aufgefüllt, welche die Gemeindeversammlungen direkt entsenden. Wie viele, ist von der Größe des Bundeslandes und der dortigen Religionsgemeinde abhängig. Der Schurarat wählt wiederum den Obersten Rat, bestehend aus 15 Mitgliedern. Der Präsident ist eines davon und wird auch vom Schurarat gewählt.
Kritik der liberalen MuslimInnen
Kritik an den Wahlen und an der IGGiÖ kam unterdessen von der Initiative Liberale Muslime Österreich (ILMÖ). Es handle sich bei den Wahlen um eine "Alibi-Handlung", da diese "nicht repräsentativ für die Mehrheit der rund 600.000 MuslimInnen in Österreich und daher nicht demokratisch sind". Die ILMÖ distanzierte sich vom "Missbrauch des Islam und der Muslime für politische Zwecke": "Jedwede aktive Beteiligung eines österreichischen Politikers ist rechts- und verfassungswidrig und hat im Islam und bei den Muslimen nichts zu suchen", hieß es in einer Aussendung am Donnerstag. (APA)
UN soll Warnung ignoriert haben - Klausur in Alpbach befasst sich unter anderem mit Schutz vor sexueller Gewalt
"Es wäre schlecht, am ersten Schultag mit zehn Schulpsychologen vor Ort zu sein": Lieber nur Beratung im Anlassfall
Sohn zur Steinigung verurteilter Iranerin: Weltweiter Druck auf Teheran muss steigen
Generalsekretär Ban Ki Moon will internationale Maßnahmen besser koordinieren
Strafbarkeit erst in den 1990ern abgeschafft: "Wenn einer verantwortlich ist, dann bin ich es"
Frauenministerin will Fortführung der Anstoßfinanzierung über 2010 hinaus, um Ausbau zu garantieren
Bußgeld schon bei Kontaktanbahnung und generelles Verbot von Straßenprostitution gefordert - SPÖ plant Gesetzesnovellierung im Herbst
Vater verhängte Eheverbot - In Saudi-Arabien haben alle Mädchen und Frauen einen "männlichen Vormund"
Noch nie haben sich so viele Frauen um einen Sitz im Parlament beworben, obwohl die Kandidatinnen mit Drohungen und Vorurteilen zu kämpfen haben
Die Buwog stellt dem Verein zwei kostenlose Wohnungen zur Verfügung - Betroffene sollen rasch wieder selbstständig werden
"Ich bin ich" ist der schonungslose Bericht einer Feministin, die sich nach jahrzehntelanger psychischer und physischer Tortur von ihrem "Eigentümer" trennt und einen neuen Anfang wagt
Der Ministerrat hat am Dienstag den entsprechenden Antrag von Annemarie Aufreiter abgelehnt
Demo für Iranerin - Auch Frauenrechtlerin Anna Pak war bei der Kundgebung für die Mutter, die 2006 wegen Ehebruchs verurteilt wurde
Gabriele Heinisch-Hosek fordert weniger Überstunden - 72 Prozent der Überstunden werden von Männern geleistet
Rechtsextremisten stellten ihren Werbespot für die Parlamentswahl am 19. September vor
Parlamentswahl-Kandidat Rojas sammelt Geld für seinen Wahlkampf mit Lotterie und sieht keinen Unterschied zu Verlosungen von Elektrogeräten
Die britische Frauengruppe "Catholic Women's Ordination" will den Ausschluss vom Priesteramt nicht länger hinnehmen
USA räumen Defizite bei Menschenrechten ein - Chancen für Frauen und BürgerInnen hispanischer Herkunft verbessern sich aber
Neues Humanressourcenpaket des Infrastrukturministeriums soll Forschungsprojekte nach Gender-Kriterien bewerten und vergeben
Hamid Karzai will sich für die Sicherung von politischen, sozialen und wirtschaftlichen Gewinne für Frauen einsetzen
Mehr als 150 chirurgische Instrumente wurden in Auschwitz entdeckt - Sie dürften von SS-Gynäkologen Claudberg benutzt worden sein
Die Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi eröffnete das Forum Alpbach und richtete mehrere Appelle an die Öffentlichkeit, Kritik an Europa inklusive
Die Textänderung der Bundeshymne ist bei geänderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen rechtlich zulässig - Grüne und SPÖ sind erfreut
Nach dem Vorschlag eines Mini-Rockverbots droht die Frauenministerin mit Protesten - Gouverneur Sergio Gahona rudert zurück
Männer dürfen in Spanien für Gewalt in der Ehe härter bestraft werden als Frauen - "Frauen in schwächerer Position"
Nach Polygamie-Diskussion und Burka-Debatte nun Ermittlungen wegen Vergewaltigung
Der VSStÖ protestierte mit einer Aktion gegen sexistische Werbung und forderte eine gesetzliche Regelung und Sanktionen
Der Geheimdienst Nationale Agentur für Geographische Aufklärung wird erstmals von einer Frau geleitet
Frauenministerin trifft auf Frauenversteher: Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) und Beauty-Doktor Artur Worseg fachsimpeln über das Los schöner Frauen
Die medizinische Versorgung kommt einem "Lotteriespiel" gleich - Frauen würden gesetzlich garantierte Leistungen verweigert, kritisiert die NGO
Das Bundesheer rüstet sich für Soldatinnen mit Babybauch - Ein neuer Erlass regelt die Bekleidung für schwangere Bundesheerangehörige - Eine eigene Umstandsmoden-Linie in Tarnfarbe wird es nicht geben
Ärzte ohne Grenzen verweisen auf "alarmierende Muster" - Konfliktparteien werden aufgefordert, ZivilistInnen zu schützen
Neue Regelung soll Situation von Frauen auf dem Arbeitsmarkt und als Unternehmerinnen stärken
Brigitte Ruprecht resümiert ihr erstes Jahr als ÖGB-Frauenvorsitzende und will "den Finger immer wieder in die Wunde drücken"
Online-Unterschriftenaktion gegen Strafe in Iran
Neuer Ratgeber enthält Tipps für Betroffene und politische Forderungen
Mit "Damenwahl" sollen SteirerInnen für den politischen Handlungsspielraum für Gleichstellungspolitik sensibilisiert werden
Gabriele Michalitsch, feministische Wirtschafts- und Politikwissenschaftlerin, über die Macht der Finanzinvestoren, das "neoliberale Geschlechterregime" und Gender-Budgeting
In ihrem neuen Buch "Zum Mann gehätschelt. Zum Mann gedrillt" ist Pinar Selek den Konstruktionen männlicher Identität auf der Spur - Im Fokus ihrer Erörterung steht der Wehrdienst in der Türkei
In Deutschland rufen Grün-Politiker in dem Manifest "Nicht länger Machos sein müssen" zur Befreiung von Rollenzuschreibungen auf
Die deutsche Netzcommunity traf sich zum vierten Mal in Berlin. Feministische Äußerungen blieben Randnotizen mit lautem Hintergrundrauschen
Eine neue Ausstellung in Dachau zeichnet die Geschichte von sieben Jüdinnen nach, die im Lager ein Kind zur Welt brachten und überlebten
Die Feministin Erika Wisselinck hat die Frauenbewegung und -politik in Deutschland entscheidend mitgestaltet - Jetzt ist ihre Biografie erschienen, die sich als ein Dokument von 50 Jahren frauenbewegter Geschichte erweist
Frau sein heißt hierzulande vor allem schlecht bezahlt sein – Platz 26 hält Österreich im EU-Vergleich. Die Frauenministerin findet das zum "Schämen"
Das Binnen I bekommt Konkurrenz: Der _ stellt Unsichtbarkeit und sprachliche Repräsentation jenseits von "er und "sie" zur Debatte
Eine Auswahl an rezensierten Büchern aus dem politischen Bereich
Einen solchen Missbrauch lehne ich auch ab.
Ansonsten freue ich mich, dass der Islam in Österreich einen menschlichen und demokratischen Weg geht. Anderswo fehlt das noch.
http://www.hopeland.at
Der Wahlmodus an sich klingt zwar etwas eigentümlich, doch möchte ich mal davon absehen das weiters zu kommentieren. Ob und wie viele Frauen sich dazu melden werden, wird man sehen. Vermutlich wird es eher eine Minderheit sein.
Aber mal ganz allgemein gesagt muss man den Muslimen ja zubilligen, dass sie eine vorbildliche Einstellung zu Familie, Erziehung und Moral haben. Hier haben die einheimischen Christen ja in den letzten Jahrzehnten einen massiven Abschwung erlebt. Beispielsweise ein Repräsentant wie der Dom-Toni, der durch seine ausschweifende Dekadenz mehr als unangenehm aufgefallen ist.
Im Glauben bedeutet Partner_innenschaft ... Kind ist wichtiger, als die Partnerin.
Der moderne Mann sagt ... Partnerin ist wichtiger als das Kind
Schau einfach nur hin:
Die Frau, die bei der Geburt seines Sohnes stibt, ist eine Heldin, weil sie ihr Leben für sein Kind geopfert hat.
Motto der gläubigen Abtreibungsgegner: Die Frau muss ihr weiteres Leben, für sein behindertes Kind opfern!
Wenn du dir das überlegst, dann verstehst du, welchen Sinn Zwangsheirat und die Vätermauscheleien bzgl. Verheiratung hatten.
Die "vorbildliche Einstellung" ist "Sohn" vor "Liebe" zur Partnerin.
Am Besten wäre, ihr würdet aus eurem Kopf aussteigen und danach in euren Kopf neu einsteigen.
Was unter Windoof funktioniert sollte auch bei euch ... ich glaube ich schreibe gerade Hühnerdereck, weil ich euch fast überschätzt hätte :)
Die Kommentare von User und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.