Musikerin setzt sich als "UNAIDS-Botschafterin des guten Willens" besonders für betroffene Mädchen und Frauen ein
Wien - Wenn ab dem 18. Juli in der Wiener Messe die Welt-Aidskonferenz den Fokus der Weltöffentlichkeit auf sich zieht, ist für den 20. Juli eine ebenfalls prominent besetzte Demonstration angesetzt, die das Thema HIV und Menschenrechte in den Fokus rückt: Der internationale Menschenrechtsmarsch soll Tausende TeilnehmerInnen versammeln, an deren Spitze sich Sängerin Annie Lennox finden wird.
Die 55-jährige Schottin tritt seit Jahren mit ihrer SING-Kampagne gegen die Krankheit auf und wurde unlängst zur "UNAIDS-Botschafterin des guten Willens" ernannt. Lennox soll besonders auf die erschreckende Situation von HIV-infizierten Frauen und Mädchen aufmerksam machen.
Keine Überlebenschance bei chronischer Armut
"Die westliche Welt glaubt, dass Frauen, Mütter und ihre Kinder Zugang
zu fundamentaler und lebenserhaltender Gesundheitsversorgung und zur
Ernährung haben sollten. Fakt ist aber, dass eine Person, die in
chronischer Armut lebt, nicht überleben kann, wenn sie keinen Zugang
hat", konstatierte Lennox im Vorfeld der AIDS 2010. "Frauen
haben oft wenig bis gar keine Rechte, was sexuelle und reproduktive
Gesundheit betrifft. Ich glaube, dass wir hier eine starke
Veränderung von Einstellungen und Praktiken dringend benötigen. Ein
Teil der Lösung unserer Probleme liegt hier."
Thema immer auf der Tagesordnung
Lennox' persönliche Motivation, sich gegen HIV/AIDS zu engagieren, wurzelt in ihrem ersten Besuch in Südafrika 2003: "Ich erkannte, wie die HIV/Aids-Pandemie grausam das Leben einer ganzen Generation der 'Regenbogen-Nation' auslöschte. Mütter und Väter - mit Millionen von Waisenkindern als Folge. Diese Situation hatte auch auf mich als Mutter großen Einfluss. Ich beschloss, dieses Thema auf der Tagesordnung zu halten und mich für die Frauen einzusetzen."
Schlusspunkt Konzert
Sammelpunkt für den "Human Rights March" ist ab 18.30 Uhr der
Schottentor. Um 19.45 Uhr soll sich der Zug dann in Richtung
Heldenplatz in Bewegung setzen. An den halbstündigen Marsch entlang des
Rings schließen sich kurze Reden. Dabei sollen nicht nur VertreterInnen
internationaler Institutionen, der Stadt und der Bundesregierung zu
Wort kommen, sondern auch Menschen, die mit HIV leben oder indirekt
davon betroffen sind. Als Abschluss wird Lennox, vor ihrer Solokarriere
der weibliche Part des Popduos Eurythmics, am Heldenplatz ein Konzert
geben. Das Ende der Veranstaltung ist mit 22.30 Uhr festgesetzt.
Menschenrechte stärken
Organisiert wird die Veranstaltung von einem globalen
Zusammenschluss verschiedener Organisationen. Dazu gehören neben
Lennox' eigener SING-Campaign auch die Aids-Hilfe-Wien, die
Homosexuelle Initiative (Hosi) oder die International AIDS Society, die
auch für die Welt-Aidskonferenz verantwortlich zeichnet. Den Rahmen
bildet die Kampagne "Menschenrechte und HIV/Aids: Heute mehr denn je",
bei der die Aufmerksamkeit auf die Bedeutung der Menschenrechte bei der
Bekämpfung von HIV gelegt werden soll. Den Mittelpunkt bilden die
Menschenrechte von homosexuellen und transgender Personen, von
SexarbeiterInnen und DrogenkonsumentInnen, GefängnisinsassInnen oder jenen, die
Sterbebegleitung brauchen. (APA)