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Das hohe Infektionsrisiko von Frauen hängt generell eng mit ihrer ökonomischen Diskriminierung, fehlendem Zugang zu sexuellen und reproduktiven Rechten und dem hohen Ausmaß an Gewalt gegen Frauen zusammen.
Der Anteil an Frauen unter den Menschen mit einer HIV-Infektion ist seit Jahren kontinuierlich gestiegen und liegt heute weltweit bei fünfzig Prozent. Diese Tatsache erfordert eine spezifische Aufmerksamkeit für die vielfältige Betroffenheit von Frauen, konstatiert das Frauennetzwerk WIDE anlässlich der Weltaidskonferenz, die vom 18. bis 23. Juli in Wien stattfinden wird. Im Kampf gegen HIV/AIDS müssten vor allem gezielte Maßnahmen zur Verwirklichung der sexuellen und reproduktiven Rechte von Frauen umgesetzt werden.
WIDE präsentierte dazu ein Positionspapier "HIV/AIDS und Frauen - Herausforderungen für die Entwicklungspolitik", in dem die österreichische Bundesregierung aufgefordert wird, den Sparstift nicht bei der ohnehin auf 0,3 Prozent des BNE gesunkenen Entwicklungszusammenarbeit anzusetzen, sondern "endlich seinen internationalen Verpflichtungen nachzukommen und die bi- und multilaterale Kooperation bis zur Erreichung von 0,7 Prozent um zumindest 50 Millionen Euro jährlich aufzustocken". Dafür liegen Finanzierungsvorschläge vor, wie die Einhebung einer Flugticketsteuer, einer Finanztransaktionssteuer oder die Einführung bzw. Erhöhung vermögensbezogener Steuern, betonte WIDE.
Feminisierung von HIV/AIDS
Die meisten HIV-positiven Menschen leben im südlichen Afrika, auch der Frauenanteil ist hier mit sechzig Prozent am höchsten. Das hohe Infektionsrisiko von Frauen hängt generell eng mit ihrer ökonomischen Diskriminierung, fehlendem Zugang zu sexuellen und reproduktiven Rechten und dem hohen Ausmaß an Gewalt gegen Frauen zusammen.
"In den besonders betroffenen Ländern muss der Zugang von Frauen zu Bildung und zum Arbeitsmarkt verbessert werden. Frauen brauchen einen besseren Zugang zum Gesundheitssystem, dazu zählen auch mobile, niederschwellige Dienste in ländlichen Regionen", so Lisa Sterzinger von World Vision. Zudem lastet die Pflege von AIDS-Kranken und die Versorgung von AIDS-Waisen überwiegend auf den Schultern von Frauen. "Regierungen sind aufgefordert, Systeme der Abgeltung für diese unbezahlten Pflegeleistungen zu finden", betonte Sterzinger.
Herausforderungen für die Entwicklungspolitik
Der Zugang zu medizinischer Behandlung, welche HIV/AIDS von einer tödlichen zu einer chronischen Krankheit macht, ist trotz Fortschritten für etwa zwei Drittel aller Betroffenen in den ärmeren Ländern noch immer nicht gegeben. Angekündigte Sparmaßnahmen bei der Entwicklungszusammenarbeit werden sich negativ auf die Millenniumsentwicklungsziele auswirken, welche auch die Reduzierung der Müttersterblichkeit und Bekämpfung von HIV/AIDS vorsehen.
Sexuelle und reproduktive Gesundheit
In der Entwicklungszusammenarbeit könne an erfolgreiche Programme angeknüpft werden, die zur Stärkung der politischen, ökonomischen sowie sexuellen und reproduktiven Rechte von Frauen beitragen, betonte WIDE weiters. Zugleich müssten Maßnahmen zum Aufbau von Sozialversicherungssystemen und verbessertem Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen unterstützt werden.
WIDE forderte auch eine stärkere Verschränkung von HIV/AIDS-Programmen mit Einrichtungen der sexuellen und reproduktiven Gesundheit, um etwa die Mutter-Kinder-Übertragung durch Aufklärung und medizinische Behandlung zu verhindern. Weiters bedürfe es verstärkter frauenspezifischer Forschung und Partizipation von Frauen, damit HIV/AIDS-Präventions- und Behandlungsprogramme auf die besonderen Bedürfnisse von Frauen abgestimmt und von diesen auch angenommen werden können, wie z.B. von Sexarbeiterinnen.
Sexarbeiterinnen in Österreich
"Stigmatisierung, restriktive Gesetze, Diskriminierung und sozialer Ausschluss verursachen eine unsichere und prekäre Situation, die die rechtliche und sozioökonomische Lage von (migrantischen) SexarbeiterInnen beeinträchtigt und ihren Zugang zu Einrichtungen der Gesundheitsversorgung, zu HIV-Prävention und Behandlung einschränkt", kritisierte Faika El-Nagashi von der Migrantinnenselbstorganisation LEFÖ.
Rechte hier und jetzt
In Österreich ist AIDS auch 2010 ein Tabuthema, über das nur "hinter vorgehaltener Hand" gesprochen wird, meinte Wiltrut Stefanek vom Selbsthilfeverein PULSHIV. "Ein sichtbares Leben mit HIV ist auch heute nicht möglich. Diskriminierung und Stigmatisierung finden nach wie vor im Alltag statt. Menschen reagieren überängstlich, manchmal sogar hysterisch, weil sie einfach zu wenig wissen oder falsch informiert sind", so Stefanek. "Aus Angst, sozial ausgestoßen und gesellschaftlich stigmatisiert zu werden, verheimlichen viele von uns nach wie vor ihre Infektion bzw. Erkrankung, oft sogar vor ihren nächsten Angehörigen."
Um das breite Spektrum an Menschenrechtsverletzungen und den Abbau von Stigmatisierung und Diskriminierung HIV-positiver Menschen und ihrer Angehörigen wird es auf der diesjährigen Weltaidskonferenz stark gehen, wie an ihrem Motto erkennbar ist: "Rights here - right now!" (red)
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Leider werden wir auf www.diestandard nur sehr mainstream-mäßig über HIV/Aids informiert. Wer sich auch mit Fakten jenseits der Aids-Propaganda auseinandersetzen möchte: das aktuelle Profil bringt einen sehr guten Artikel über den Aids-Mythos und einen Hinweis auf die interessante Tagung "Aids - zwischen Wissen und Dogma" am 16./17.Juli in Wien!
http://www.science-and-aids.org
http://www.profil.at/articles/... ansteckung
Zweifellos geht's den Pharmafirmen beim Kampf gegen Aids hauptsächlich ums große Ab-cashen. Auch das Hinterfragen von Dogmen ist löblich.
In Sambia ist jedenfalls seit 1990 die Lebenserwartung von 60 Jahren auf 37 Jahre gefallen. Und - bei aller Höflichkeit - ich glaube nicht, dass "Mangelernährung, Drogenkonsum oder so genannte Poppers" (eine Lustdroge) Auslöser einer Immunschwäche-Krankheit und damit der Aids-Seuche in Afrika sind, wie ein gewisser Professor Duesberg im profil erklärt.
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