Helfen statt Kämpfen

10. Juli 2010, 14:19

Sollte die Wehrpflicht fallen, fordern die ÖsterreicherInnen einen verpflichtenden Zivildienst - auch für Frauen

Wien - Das Nachrichtenmagazin "profil" berichtet in der kommenden Ausgabe, dass 83 Prozent der ÖsterreicherInnen die Einführung eines Sozialdienstes, bei einer Abschaffung der Wehrpflicht, befürworten. 64 Prozent der Befragten würden auch Frauen dazu verpflichten. Nur 29 Prozent geben an, dass auch Männer weiterhin zum Zivildienst einberufen werden sollen, sieben Prozent wollten sich dabei nicht festlegen. (red)

Kommentar posten
14 Postings
Diese Umfrag ist an Dummheit nicht zu überbiewten

Es sollte an sich in allen Redaktionen bekannt sein, dass die Menschenrechtskonvention, deren Ratifizierung auch die FPÖ begeistert zugestimmt hat, Zwangsdienste verbietet. Die einzige Ausnahme ist ein Zwangs-Wehrdienst.
Aus diesem Grund ist der Zivildienst ja ein Wehr-Ersatzdienst.
Ein Zwangs-Sozialdienst für FRauen wäre nur in Form eines Wehr-Ersatzdienstes möglich, was eine wirklch allgemeine und nicht auch Männer beschränkte Wehrpflicht voraussetzt. Aber geneu diese wollen ja die Zwangs-Wehrdienstbeharer nicht haben.
Die Debatte um die Wehrpflicht für Frauen ist kein Faschingsscherz, wie Hr. Spndelegger behauptet, sondern ein solcher ist sein diesbezügliche Aussage, die vor Unkenntnis strotzt.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt.
Auf den ersten Blick klingt das ja super.
Aber man muss einen Schritt weiterdenken.
Schon jetzt gibt das Problem, dass Zivildiener oft Tätigkeiten verrichten, die sie mit ihrer Kurzanlernung eigentlich nicht dürften.
Außerdem, was tut man mit Leuten, die nicht unbedingt für soziale Tätigkeiten geboren sind?
Soll man hilflose Patienten in deren Hände geben?
Ist das die Qualität, die wir wollen?
Warum nicht ein Schulfach schaffen, in dem man etwas über Erste Hilfe, Krankenpflege usw. lernt?
So wie es in England ein Schulfach Haustierhaltung gibt.

dieselbe umfrage sollte man für langzeitarbeitslose machen

und schauen, ob da die gleichen prozentzahlen zusammenkommen.

einen bürgerdienst wie er gerade in deutschland eingeführt wurde.

Erschütternd!

83 Prozent der Österreicher fordern Zwangsarbeit!
Wie ist das zu erklären? Ein Erfolg der Propaganda bezüglich zusammenbrechendes Gesundheitssystem?
Neid auf junge Menschen, die vielleicht nicht Staatssklaven auf Zeit sein müssen?
Männer, die sich wünschen, dass auch die Frauen ran müssen?
Muss wohl von allem etwas und noch mehr sein.

Und erst die Schulpflicht! Ist das nicht eigentlich Kinderzwangsarbeit?

Oder was ist mit der Arbeit, die ich alleine für Steuern, Sozialabgaben (sowahl Arbeitnehmer-, als auch Arbeitgeberanteil) leisten muss. Eigentlich werd ich ja auch irgendwie dazu gezwungen "Daumen mal Pi" jedes Jahr ein halbes Jahr zwangsweise ausschließlich für den Staat zu arbeiten.

Wer oder was ist eigenlich dieser Staat für den momentan nur junge Männer den Grundwehrdienst absolvieren müssen, nachdem sie jahrelang von genau diesem Staat umfangreiche Leistungen bezogen haben (Bildung, Sozialleistungen,...)?

Die Mädchen haben keine Bildung u.a. bezahlt bekommen?

Was habe Sie gegen gleiche gesetzliche Pflichten?

Nichts

Aber ich halte auch nichts davon, nach einer Abschaffung der Wehrpflicht eine allgemeine Zwangsarbeit einzurichten.
Eine solche mag zwar gerechter sein als eine Zwangsarbeit nur für gesunde Männer ohne Beziehungen.
Noch besser ist aber gar keine Zwangsarbeit.

Da zahlen ja wieder Männer drauf

Das Budget fürs Berufsheer müsste mindestens verdoppelt werden und die Sozialdienste müssten volle Länge aus dem Steuertopf bedient werden in den die Männer mindestens drei Viertel einbezahlen.

Was würden Frauen machen? Weiter keine Kinder bekommen und noch lauter nach Gleichberechtigung jammern?

Also dann sollte man diesen Schritt in Richtung gerechter doch machen.

In weiterer Folge kann man sich dann immer noch überlegen, wie ein Ersatz für den Ziwildienst finanzierbar sein wird, aber bis dahin sollten wir doch nicht auf diese gerechtere Lösung verzichten.

Bitte was ist an dem geschlechtsspezifischen Zwangsdienst gerecht?

Analogie:

Die Frage war aber nicht "Wehrpflicht nur für Männer ODER Sozialdienst für alle" sondern "Soll nach dem Wegfall der Wehrpflicht ein allgemeiner verpflichtender Sozialdienst eingeführt werden?"
Eine Analogie wäre z.B.: Bisher mußten rothaarige Österreicher für 1 Jahr in Haft. Dieses Gesetz soll abgeschafft werden. Die Österreicher fordern daraufhin ein Gesetz, nach dem alle Österreicher ein Jahr in Haft verbringen müssen.
Das wäre natürlich gerechter als die vorherige Variante. Aber trotzdem nicht erstrebenswert.

Wieder mal ein paar methodische Fragen, die in so kurzen Artikeln leider immer unter den Tisch fallen:

- Geschlechterverteilung in der Stichprobe? wenn 64% Männer waren, dann wird mir klar, woher die 64% kommen, die auch die Frauen beim Sozialdienst sehen wollen.
- Wie lautete die Frage genau? Es ist ein Unterschied ob ich die Frage stelle als: "Sind Sie dafür ..." oder "Sind Sie dagegen ..."

Hä?

Wehrpflicht auch für Frauen, wer nicht will kann ja Zivildienst leisten. Mit der Abschaffung der Wehrpflicht fällt auch der Zivildienst.

Ein verpflichtender Sozialdienst wäre gegen die EMRK. Oiso, loslos die Damen.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.