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Die Rolle der Königin Luise bei der Rettung Preußens wird gemeinhin unterschätzt. Die FemBio von Luise F. Pusch lässt eine/n ihren Lebensweg umfassend nachvollziehen.
Luise Auguste Wilhelmine Amalie, Herzogin zu Mecklenburg-Strelitz, Königin von Preußen: Die bis heute beliebteste deutsche Königin. Sie war der anmutige und charmante Gegenpol zu ihrem Gatten, dem preußischen König Friedrich Wilhelm III.
Obwohl keine "Herrscherin", prägte sie doch ihre Zeit entscheidend mit. 1776 erblickte sie das Licht der Welt und verbrachte ihre ersten zehn Lebensjahre in Hannover. Ihr Vater, Prinz Karl von Mecklenburg-Strelitz, war von seinem Schwager, dem englischen König Georg III. (auch Kurfürst von Hannover) zum Gouverneur von Hannover ernannt worden.
Mutterpflichten bis in den Tod
Als Luise sechs Jahre alt war, starb ihre Mutter, Friederike von Hessen-Darmstadt. Sie hatte mit nicht einmal 30 Jahren schon zehn Kinder geboren. Der Vater heiratete eine Schwester seiner Frau, die aber schon nach der Geburt ihres ersten Kindes starb. Karl brachte seine überlebenden Kinder bei ihrer Großmutter in Darmstadt unter.
Für die heranwachsende Luise sollten Schönheit und Liebreiz, nicht Bildung, als wichtigste Faktoren zu einer frühen Ehe führen. Doch sie erhielt auch Unterricht in Französisch, Englisch, Geschichte und Deutsch sowie in Zeichnen, Malen und Klavierspiel. Ihre Hauptaufgabe nach der Heirat war das Gebären von - möglichst männlichem - Nachwuchs zur Sicherung der Dynastie.
Viele Prinzessinnen starben damals in jungen Jahren im Kindbett oder an Erschöpfung nach zu vielen Geburten und Fehlgeburten. Von 1793 an, Luise heiratete mit siebzehn Jahren, bis zu ihrem Tod 1810 war sie fast ununterbrochen schwanger. In knapp 17 Ehejahren brachte sie zehn Kinder zur Welt, sieben von ihnen erreichten das Erwachsenenalter. Einige gelangten in höchste Positionen.
Bildungsnachteil aufgeholt
Erst in späteren Jahren ging sie daran, ihre Bildungslücken zu schließen. Sie ließ sich über Geschichte und Philosophie informieren und bat Freundinnen wie Marie von Kleist und Caroline von Berg, sie bei der Auswahl ihrer Lektüre zu unterstützen. Frau von Berg, ihre Hofdame, Mentorin und Vertraute, führte einen literarischen Salon und korrespondierte mit Berühmtheiten wie Goethe, Herder, Jean-Paul und dem Freiherrn von Stein.
Treffen mit Napoleon
Luise war tief gläubig, woraus sie Kraft für sich und die Menschen ihrer Umgebung schöpfte, und sie verfügte über eine Festigkeit und Talente, die Geschichte schreiben sollten. Ihre wahre Bedeutung erkannten zunächst nur wenige, auch wenn sie später eine geradezu kultische Verehrung erfuhr.
Luise traf Kaiser Napoleon - ein allerletzter, verzweifelter Versuch, den siegreichen Feldherrn zu milderen Friedens-Konditionen für Preußen zu bewegen. Oberflächlich betrachtet hatte das berühmte Treffen zu Tilsit im Sommer 1807 keinen Erfolg. Napoleon hatte aber Beratern die Absicht anvertraut, den Preußischen Staat aufzulösen bzw. einen seiner Verwandten auf den Thron eines bedeutungslosen Rest-Preußens zu setzen. Dies wurde offenbar durch Luises Einschreiten verhindert.
Unterstellungen sexueller Pakte
Sie hat den Preußischen Staat gerettet - und nicht der russische Zar, wie bis heute behauptet wird. Weder hatte sie mit Napoleon eine weitergehende Beziehung und hat sich auf diese Weise für Preußen geopfert, noch hatte sie Liebesverhältnisse mit Prinz Louis Ferdinand von Preußen und dem Russischen Zaren Alexander I, wie ihr verschiedentlich unterstellt wurde.
Wenn sie zwei ihrer Kinder nach diesen beiden Männern benannt hatte, so allein aus Bewunderung
und Achtung. Eine schwärmerische Innigkeit damaligen Erlebens und die von tiefer Seelenbewegung erfüllte Sprache ihrer Zeit sollte in unserer heutigen Bewertung Anlass zu Vorsicht in der Interpretation geben.
Bis dass der Tod sie scheidet
Die Königin von Preußen zeichnete tatsächlich eine hingebungsvolle Treue zu ihrem Ehemann aus. Ihre Einstellung zur Familie - in guten wie in schlechten Zeiten - war Vorbild für das entstehende Bürgertum. Ihren Ehemann beriet sie in Fragen von Krieg und Frieden. Sie entschied dabei immer in
Hinwendung zu ihrem Volk, gerade auch zu den einfachen Menschen.
Exil
Die Kriegführung gegen Napoleon war zunächst nicht erfolgreich. Die furchtbare Niederlage Preußens brachte jedoch überraschend in der Folge eine Sammlung aller Kräfte hervor, einen gewaltigen Aufschwung für die späteren Befreiungskriege und die Niederlage Napoleons. Das Königspaar musste allerdings vorher fliehen und blieb bis Ende 1809 im Exil in Ostpreußen.
Letzte Ruhe
Luises letzte Lebenszeit war von Krankheit, Schwermut und Traurigkeit gekennzeichnet - ganz im Gegensatz zu ihrer Jugendzeit, als die Frau Rat Catharina Elisabeth Goethe, die Mutter des Dichters, noch schrieb: "Das Zusammentreffen mit der Prinzessin von Mecklenburg hat mich außerordentlich gefreut ... von einer steifen Hofetikette waren sie da in voller Freyheit - tantzend - sangen und sprangen den gantzen Tag ..."
Den Untergang Napoleons und die glanzvolle "Wiedergeburt" Preußens erlebte Königin Luise nicht mehr. Schloss Charlottenburg mit Schlosspark und Mausoleum ist Luises letzte Ruhestätte, ebenso wie die ihres Gatten Friedrich Wilhelm III., ihres Sohns Kaiser Wilhelm I. und dessen Frau. Auf dem Überwurf des Kissens um ihren Kopf herum befindet sich ein Sternenkranz mit 12 Sternen, Symbol der "Sternenkrone" - Inspiration für die Gestaltung der heutigen Europa-Flagge. (red)
Info
FemBio von Luise F. Pusch. Hinter FemBio steht ein europäisches Netzwerk von SchreiberInnen.
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"Auf dem Überwurf des Kissens um ihren Kopf herum befindet sich ein Sternenkranz mit 12 Sternen, Symbol der "Sternenkrone" - Inspiration für die Gestaltung der heutigen Europa-Flagge."
"Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt." (Offenbarung des Johannes 12,1)
Aus einem Marienlied: "O klare Sonn! Zwölf Sterne dich wohl zieren, den Szepter darfst du führen:"
Wahrscheinlich findet sich dieser Sternenkranz in anderen orientalischen oder griechischen Mythen.
Würde mich aber auch nicht wundern, wenn freimaurerische Symbolik dahinter steckte!
scheint mir wie eine geschichte nach dem motto "wir schreiben uns die geschichte, wie sie uns passt".
meine lieblingsstellen sind die, wo es sich liest, als hätte die autorin persönlichen kontakt zu der frau:
"Sie hat den Preußischen Staat gerettet - und nicht der russische Zar, wie bis heute behauptet wird."
aha, belege?
noch schöner:
"Weder hatte sie mit Napoleon eine weitergehende Beziehung und hat sich auf diese Weise für Preußen geopfert, noch hatte sie Liebesverhältnisse mit Prinz Louis Ferdinand von Preußen und dem Russischen Zaren Alexander I, wie ihr verschiedentlich unterstellt wurde."
woher zum teufel wollen sie das wissen? waren sie dabei? :-)
machen sie sich doch einfach schlau, ich vermute, daß sie bisher noch keine lektüre oder historisches über diese frau gelesen haben. hier eine informative seite mit besonderem augenmerk auf die tatsächliche Luise abseits der gängigen klischees.
"wenn der kaiser napoleon eines hasste, dann waren es frauen, die politisierten, geistreich waren, sich in politik einmischten."
Luise war geistreich, politisierte und mischte sich in die politik ein....
http://www.koenigin-luise.com/index.html
"Auf dem Überwurf des Kissens um ihren Kopf herum befindet sich ein Sternenkranz mit 12 Sternen, Symbol der "Sternenkrone" - Inspiration für die Gestaltung der heutigen Europa-Flagge"Ausgerechnet diese Ahnin einer erzreaktionären und militaristischen Adelsippe soll zur Uhrmutter für die Symbole eines demokratischen Europa herhalten?
Mal unterstellt, es wär tatsächlich dieser frau zu "verdanken" dass Preussen nicht zum bedeutungslosen Kleinstaat degradiert wurde - Mit Belegen für diese Vermutung ist der Text ja, wie schon festgestellt nicht gerade gesättigt-
Sollte man ihr das wirklich positiv anrechnen?
Alternativszenario ohne starkes Preussen:
kein 1866, kein Deutsches Reich kein 1870/71, kein 1914-18...
kam u. in der vorbilder von nöten waren, die etwas tragfähiges transportierten. ihr leben war ab ihrer heirat d. genaue gegenteil e. idylle. ausserdem u. vor allem war sie e. frau mit herz, keinesfalls üblich in adelskreisen, wo es in erster linie um etikette u.d. eigene wohlergehen ging. schließlich hatte sie auch die zukunft ihrer töchter im blick u. wünschte sich f.d. ihrer zeit voraus ebenfalls fortune u. chancen.
nur historisches wissen kann uns helfen, sie nicht als nicht ernst zu nehmende person d. lächerlichkeit preiszugeben. d. zeitgenössische poesie weist sie als hochinspirierten menschen aus. grund genug, um an sie zu erinnern u. ihr auch über landesgrenzen hinaus anerkennung zu zollen. a. FemBio werden starke frauen sichtbar
..berühmte treffen mit Luise v.d. ausradierung preußens abbringen lassen. zar Alexander trat erst a.d. plan, als er mit preußen einen `puffer`zwischen d. franz. einflußbereich u. rußland sehen wollte. Luise wusste sehr wohl, was von ihrer intervention abhing und hat sich dementsprechend engagiert. sie war weder e. mütterchen, das es zu belächeln gilt, sondern d. beraterin ihres mannes - i.e. zeit , da er kraftlos, verunsichert u. unentschieden war. sie war ihrem ehemann nicht ergeben u. auch nicht untergeben, sondern einfach treu, obwohl man ihr das gegenteil unterstellte. sie prägte m. ihren familienwerten erst d. aufkommende bürgertum u. daran war ebenfalls nichts lächerliches, in einer zeit, i.d. es zu gesellschaftl. auflösungstendenzen
Sie war e. außergewöhnl. persönlichkeit, die mit Sissy niemals in gleichem atemzug genannt werden dar, so unterschiedl. sind die beiden frauen in charakter u. bedeutung. Napoleon pflegt vor dem treffen mit Luise e. eindeutig dokumentierte feindseligkeit gegenüber d. königin u. ihrem ehemann. dies war durchaus persönl.nach d. zusammentreffen m.d. preußenkönigin fand dies ein sofortiges ende. auch dies ist dokument. die idee, preußen als staat aufzulösen, wie es N. beratern zur kenntnis kam, war aufgegeben worden,die gehässigen bemerkungen gegenüber d. königspaar eingestellt. deswegen hatte preußen trotzdem unter unterdrückung u. finanz. auszehrung sehr gelitten, denn N. war keineswegs ein anderer mensch geworden. er hatte sich aber durch das
10 Kinder geboren, ihrem Manne stets ergeben gewesen und daneben noch den Staat gerettet. Darf, soll oder muss frau sich an solchen idealischen Gestalten jetzt wieder orientieren und ist das die Gartenlaubisierung derStandard.at? Aber warum muss es im Lande Sisis - von der barocken Vollfrau Maria Theresia ganz zuschweigen - denn ausgerechnet eine Preußenkönigin sein?
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