Das Kreuz mit der Burka

19. Juli 2010, 18:10

Dass nun auch Syrien ein Teilverbot für Gesichtsschleier in der Öffentlichkeit erwägt, fügt sich nur vordergründig ins Bild der europäischen Debatte und ihrer jüngsten durchaus fragwürdigen politischen Konsequenzen

Einmal so gefragt: Wenn Jesus Burka tragen würde, dürfte er dann noch am Kreuz in Klassen- und Amtszimmern hängen? Die Debatte um Ganzkörperverschleierung flammt heuer an ganz verschiedenen Orten auf. Begonnen hat sie mit mittlerweile beschlossenen belgischen und französischen Gesetzesinitiativen zum Verbot von Burka und Nikab im öffentlichen Raum, gefolgt von ähnlichen Vorstößen in Spanien und Großbritannien. Die Meldung, dass Syrien nun Gesichtsschleier an Universitäten verbiete, passt und passt doch nicht ins Bild, denn man muss wohl zwischen den Argumenten, die im arabischen Raum gelten, und denen der Europäischen Debatte unterscheiden.

In Europa nämlich steht die Diskussion ums Burka-Verbot notwendig immer auch im Zeichen einer Konkurrenz der islamischen zur christlichen Kultur, es wird da gern mit zweierlei Maß gemessen. Durchweg Begeisterungsstürme lösen die Gesetzesinitiativen gegen Ganzkörperverschleierung zwar nicht aus, wohl aber Verständnis. Immerhin ist das viel beschworene "mobile Gefängnis", das in dieser Radikalität vom Koran nicht gefordert ist, weniger Ausdruck einer religiösen Pflicht als vielmehr horribles Instrument patriarchaler Gewalt. Frauen seien darin zu Insekten degradiert, so beschrieb es einmal die Journalistin Carolin Emcke als sie unfreiwillig in eine Burka schlüpfen musste und sofort begann, sich vor sich selbst zu ekeln wie vor einem Ungeziefer. Die Burka wirkt auf westliches Empfinden wie eine kafkaeske Verwandlung.

Wenn man es vergleicht, ist der morbide Charme des Christenkreuzes allerdings auch nicht so harmlos. Was heißt es eigentlich, dass eine Kultur ein Folterinstrument zu ihrem Wahrzeichen erhebt? Aus distanzierter Perspektive muss der exhibitionistische Leidensfetischismus der westlich-christlichen Bildtradition ebenso befremdlich wirken wie die absurden Verhüllungsgebote mancher islamischer Staaten. Wenn man sich nicht so sehr daran gewöhnt hätte, könnte man die in manchen Landstrichen überzählig herumhängenden Kruzifix-Leichname, vor Schmerz entstellt und mit bluttriefend gemalten Wunden, durchaus als Erregung öffentlichen Ärgernisses auffassen.

"Tricky: Folterwerkzeug als Zeichen der Hoffnung"

Das Kreuz, mit oder ohne Jesus, ist ein raffiniertes Symbol, es zeigt den Tod und bedeutet gleichzeitig seine Überwindung. Das Folterwerkzeug soll Zeichen der Hoffnung sein, weil ja der Gekreuzigte auferstanden ist. Das ist tricky, denn fraglich ist, ob Bilder wirklich das Gegenteil von dem ausdrücken können, was sie zeigen. Jedenfalls kippt die feine Tod/Leben-Dialektik bedenklich in Richtung einer Überpräsenz dunkler Leidensmale, und in einer Gesellschaft, die an das Leben nach dem Tod nicht mehr glaubt, wird von all den Kreuzen als Zeichen der Erlösung wohl nur noch ein riesiger Friedhof übrig bleiben.

Es ist verständlich, dass die westliche Kultur für ihre Zeichen mehr Toleranz aufbringt als für die der südöstlichen Nachbarn. Dennoch sollte klar sein, dass ihre Symbole nicht harmloser und weniger grausam sind. Auch mit seiner Empörung über die islamische Misogynie sollte der Westen nicht zu dick auftragen, immerhin toleriert er das Berufsverbot für Frauen in einer seiner Hauptkirchen, und so manches Nonnenhabit ist nicht so weit von der Burka entfernt. Frauenfreundlichkeit kann man zumindest der katholischen Variante der christlichen Kultur wirklich nicht nachsagen.

Religiöse Zeichen haben eine spirituelle, eine kulturelle und eine politische Dimension. In den immer wieder herunterdeklinierten Kruzifix- und Kopftuchdebatten vermischen sich diese Ebenen und werden als Argumente gegeneinander ausgespielt. Oft tauchen auch alte religiöse Ressentiments als angeblich säkulare Argumente wieder auf. Im Streit um die zulässigen Zeichen - nackter Jesus versus vermummte Frau - trifft die explizite Bildtradition des Christentums auf eine islamische des Bilderverbots.

Dass dem Westen das Verhüllen so unheimlich und so unmenschlich erscheint, liegt eben auch an seiner Kultur der Exhibition, die Freiheit mit Enthüllung gleichsetzt, sei es die Enthüllung der Sünden, der Körper oder der Gottesbilder. Der Islam aber, wie auch das Judentum, drückt sich nicht im Bild aus, sondern im Befolgen der Gesetze.

In dem Affekt, das Kreuz nicht radikal aus dem öffentlichen Raum zu verbannen, wohl aber die Burka, wiederholt sich ein alter Kulturkampf um Glaube, Gesetz und das Gebot "du sollst dir kein Bildnis machen" , das die christliche Kultur nie befolgte. Der belgische und französische Bann über die Burka ähnelt einem Verbot des Bilderverbots, der Akt totaler Verhüllung soll nicht als öffentliche Praxis sichtbar werden. Warum eigentlich, was macht daran so viel Angst?

Abwägen statt bevormunden

Gerade in Europa muss man in der Diskussion um die Burka die eigenen kulturellen Befangenheiten und Grausamkeiten mit bedenken. Das heißt nicht, die Ganzkörperverschleierung zu verharmlosen. Sie ist und bleibt auch ein Instrument der Unterdrückung. Soll man sie deshalb staatlicherseits verbieten?

Eine streng laizistische Säuberung der Öffentlichkeit schafft Freiräume, ist aber gleichzeitig eine Verarmung und säkularistische Bevormundung. Vielleicht gilt es eher, eine abwägendere Haltung einzunehmen, wie es zum Beispiel die deutsche Verfassung vormacht. Sie verbindet den Grundsatz der Neutralität des Staates mit dem Schutz der freien Religionsausübung. Das führt zwar zu einer nicht ganz sauberen Trennung von Kirche und Staat, spiegelt aber die Komplexität der Religionsfrage und toleriert eben nicht nur das Kreuz, sondern auch Kopftuch/Burka und gegebenenfalls das Schächten. Das Prinzip der "Neutralität durch Pluralität" setzt auf aufgeklärte Bürger und auf ihre kreative Widerstandsfähigkeit. Mehr muss man für Europa nicht erwarten. (Andrea Roedig, DER STANDARD, Printausgabe 20.7.2010)


Andrea Roedig, geboren in Düsseldorf, promovierte Philosophin, Buchautorin und Journalistin, war bis 2006 leitende Kulturredakteurin der Wochenzeitung "Freitag" in Berlin. Seit 2007 lebt und arbeitet sie in Wien.

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Dark Funeral
05.08.2010 11:23
...Wenn man es vergleicht, ist der morbide Charme des Christenkreuzes allerdings auch nicht so harmlos...

Das sind Äpfel mit Birnen verglichen. Die Burka ist nicht das Symbol des Islams.

...In dem Affekt, das Kreuz nicht radikal aus dem öffentlichen Raum zu verbannen, wohl aber die Burka....

Gleiches Problem: Kreuz = Symbol des Christentums; Burka = frauenverachtende Bekleidungsvorschrift, die sich mit europäischen Werten nur schwer vereinen lässt.

Würde man das Kreuz verbannen, müsste man das ebenso mit dem Davidstern (das soll sich in Europa mal wer trauen) und allen anderen religiösen Symbolen tun.

Die Diskussion um die Burka dreht sich in ihrem Kern um grundlegende Menschenrechte und nicht um religiöse Symbolkraft, auch wenn der Strache und Gesinnungsgenossen das gerne so darstellen.

Mim103
30.07.2010 09:30
"Aus distanzierter Perspektive muss der exhibitionistische Leidensfetischismus der westlich-christlichen Bildtradition ebenso befremdlich wirken wie die absurden Verhüllungsgebote mancher islamischer Staaten. "

Simma wo angeschwommen?
Wie kann die Belästigung durch zugegebenermaßen grausliche Folterinstrumente, wie das Kreuz, das irgendwo hängt und niemand zu Hause dulden MUSS, verglichen werden mit einem grauslichen Folterinstrument, das frau sich tagtäglich überstreifen muss, bevor sie das Haus verläßt?
Hinkender kann ein Vergleich garnicht mehr sein.

E Pie
30.07.2010 05:26
Religion ist meist nur organisierte

Unterdrückung. Demokratie oder was davon in Europa übrig blieb hinterlies auch eine lange blutige Sp wenn ur der Verwüstung. Man kann solchen Ländern die Demokratie nicht verordnen....Nur der feine Unterschied ich kann das Folterinstrument Kreuz auf den Müll werfen, die Frauen dort können das aber nicht .Auch in Österreich schaffen viele Frauen nicht den Schritt weg von ihrer Familie.

Cielito Lindo
26.07.2010 01:40
Pervers, dass sich eine Europäerin

für Burka und ähnliche Verschleierungen stark macht.
Die Autorin hat die Freiheit für oder gegen die Burka zu argumentieren, die Freiheit, sich zu kleiden wie sie möchte usw., denn das Gegenteil musste sie ja nie erfahren.
Ich würde ihr einen Monat in Afghanistan empfehlen, damit sie am eigenen Leib erfahren kann, was es bedeutet in diesem Gefängnis zu leben, das mehr umfasst als nur diese Verschleierung aus Stoff.

the cato eater
24.07.2010 11:23
dieser artikel ist ein einziges depressivum, teil 2

im orthodoxen kulturkreis, z.b. russland hat es keine renaissance gegeben. in diesem land sieht der gesellschaftliche mainstream auch deutlich anders aus als in (west)europa.
und eine ganzkörperverschleierung, für deren verbot ich bin, genauso wie für das abhängen des kreuzes in öffentlichen gebäuden, sollte mit ausschließlich säkularen argumenten geführt werden: wir leben in einer gesellschaft in der es üblich ist das gesicht zu zeigen, es ist das recht alller auch den gesichtsausdruck des gegenübers zu erkennen.

was die autorin sonst noch zum thema christliche symbolik von sich gibt, ist eine ansammlung von no - na statements und tausendfach aufgekochten belanglosen allgemeinpositionen.

the cato eater
24.07.2010 11:17
dieser artikel ist ein einziges depressivum

wenn die autorin hier die bedenklichkeiten christlicher und islamischer symboliken gegeneinander aufwiegt so ist das eine irrelevante erbsenzählerei.

was sie aber völlig unter den tisch fallen lässt ist die tatsache der bedenklichkeit von religion an sich, als ein dogmatisches, autoritäres werkzeug zur mentalen normierung der bürger.
der punkt ist auch nicht dass dabei christliche symbole zugelassen, islamische aber verboten werden.
es wird in diesem zusammenhang immer deutlicher dass die bedeutung der renaissance in europa nicht hoch genug eingeschätzt werden kann, als der kirche, die sich mit zähnen und klauen wehrte, was bekanntlich millionen menschen das leben kostete, in einem zähen kampf stück für stück ihrer macht entrissen wurde.

AlBundyFan 
23.07.2010 13:43
ich habe keine angst vor der burka

denn das ist ein kleidungsstück - angst muß man haben vor männern die ihre frauen dazu zwingen solche gefängnisse ihr leben lang zu tragen.

auch würde ich nicht die frauen kriminalisieren und sie bestrafen sondern die männer (egal ob vater/bruder/ehemann) die ihr frauen dazu zwingen so etwas anzuziehen.

aber wie bei den prostituierten geht man auch hier gegen die opfer und nicht gegen die täter vor....

igor malejewitsch pustekuchen
22.07.2010 00:31
Ein verworrener Kommentar, vollgepackt mit wackeligen Vergleichen und unsinnigen Assoziationen.

Die Dame zwängt ein bisschen viel in ihr Prokrustesbettchen, vom Kreuz als Folterwerkzeug bis hin zum religiösen Bilderverbot (ich dachte, dieses beziehe sich - in jeder Religion - zuallererst auf die Darstellung der Gottheit?).

Aspekte, die sich selbst mit größter Verbiegung nicht ins vorgefertigte Argumentationsmuster einfügen lassen, werden einfach mal kurz angeschnitten und dann schnell wieder beiseite gelegt (z.B. Syrien).

Der einleitende Gedankengang (wenn man das überhaupt so nennen kann) ist schlichtweg albern.

Ein schönes Beispiel dafür, dass nicht unbedingt etwas Tiefsinniges herauskommen muss, wenn sich "promovierte Philosophen" eines Themas annehmen.

plentn 
21.07.2010 21:08

die darstellung der burka bzw des kreuzes kann gern erlaubt sein, die kreuzigung bzw die burka eher nicht.

Nope
21.07.2010 17:10
interessante Frage offen gelassen

die Autorin spricht am Anfang des Artikels eine spannende Frage an, ohne sie zu beantworten:
Was sind jetzt die Argumente der Syrer, die Burka an ihren Unis zu verbieten? Das hätt mich noch interessiert.

an kog 
21.07.2010 18:57

"Der Minister habe erklärt, der Gesichtsschleier entspreche nicht den "akademischen Gepflogenheiten". Außerdem müssten die Studenten vor "radikalen Gebräuchen" geschützt werden."

http://diestandard.at/127733841... ot-an-Unis

Wahrscheinlich passt Syrien nur darum vordergründig ins Bild, weil die Syrer wissen, dass es sich um gefährliche Fundis handelt und bei uns einzig das "Frauen Befreiungs-Argument" gerade noch geduldet und diskutiert wird, weil man bei der Erwähnung der Vermutung es könnte sich da um politisch religiöse Fanatiker handeln, sofort ins rechte Eck abgeschoben wird.

fibiundchillie
22.07.2010 12:23
weil die Syrer wissen

die Syrer haben ja, damals in Hama, die fundis buchstäblich ausradiert, inklusive der halben Stadt Hama.
bleederweise ist der wahnsinn ein starkes unkraut, das wächst, ohne gesät zu werden.
und so sehen wir in Syrien immer mehr komplett verhüllte Frauen (letztes mal in Aleppo war ich ehrlich schockiert...), und das Verhüll.verbot an den unis spricht ja Bände...

Chris_SM 
21.07.2010 17:08
Was für ein trauriger Text

Er zeigt, wie wichtig es ist, dass sich fortschrittlich eingestellte Liberale und Linke endlich vom Einfluss der politisch korrekten GutmenschInnen befreien, zu der auch diese Autorin zu zählen ist.
Diese Gruppe stellt gerade in Migrations- Integrations großes Unheil an. Unheil, von dem in Ö die FPÖ profitiert. Ich möchte in diesem Zusammeng die Deutschländerin (Deutsche türkisches Abstammung) Sayran Attes und ihr Buch "der Multikulti-Irrtum" erwähnen.

Kurz noch zu dem traurigen Text:
Die Burka mit dem Kreuz zu vergleichen, ist ein hirnrissiger Schmarn.
Man zeigt in unserer Kultur einfach das Gesicht her auch weil wir nur so als Subjekte wahrnehmbar sind. Wer damit aus welchen Gründen auch immer ein Problem hat, ist hier falsch.

an kog 
21.07.2010 15:59

Burka vs. Kreuz?

Seltsamer Vergleich. Das eine ist die tägliche Lebensrealität, das andere eine Darstellung.

Das gegenüber stellen würde nur dann Sinn machen, wenn ein Geschlecht das Haus einzig dann verlassen dürfte, wenn es ein 10 Kilo schweres Kreuz mit sich herum tragen müsste.
Ansonsten ist die Gegenüberstellung ein wenig gar Weltfremd und akademisch (im Sinne, dass man kein passendes Äquivalent gefunden hat und trotz dem ein wenig darüber plaudern möchte) und hat mit den Lebenswirklichkeiten recht wenig zu tun.
Weder mit der des Christentums noch mit der des (Verhüllungs)Islams.

fibiundchillie
21.07.2010 12:45
"der morbide Charm des Christentums"

ich würd der Dame wünschen, sich mal den Charm eines Frauenlebens im Burka-Reich live zu geben.
Vielleicht braucht sie ja "learning by doing", um zu verstehen...
im Übrigen schließe ich mich den Ausführungen v. count saurüssel (??) und sepp schilehrer dankend an.

Count Saurüssel
21.07.2010 12:05

Und selbst dann, wenn man im christlichen Pendant zu Davidstern und Halbmond nicht mehr erkennen will als ein vor 2000 Jahren von den Römern gebrauchtes Folterinstrument: Wie könnte dieses an Wänden hängende Symbol jemals genauso grausam sein wie ein mobiles Ganzkörpergefängnis für Frauen?

Es ist unfassbar, was sich ausgerechnet Feministinnen alles einfallen lassen, um solche archaischen Unsitten aus dem islamischen Kulturkreis zu relativieren.

Klar, auch hier in Europa gibt es viele frauenfeindliche Traditionen.

Aber es ist doch vollkommen gaga, deswegen nun auch qualitativ noch viel schlimmere Fremdimporte zu dulden und deren Ausbreitung zu unterstützen, indem man Widerstand dagegen pauschal als religiösen Kulturkampf verunglimpft.

Count Saurüssel
21.07.2010 12:00
"Dass dem Westen das Verhüllen so unheimlich und so unmenschlich erscheint, liegt eben auch an seiner Kultur der Exhibition, die Freiheit mit Enthüllung gleichsetzt, sei es die Enthüllung der Sünden, der Körper oder der Gottesbilder."

Aha. Und weiter unten heißt's dann:

"...und so manches Nonnenhabit ist nicht so weit von der Burka entfernt."

Abgesehen davon, dass man an dieser Stelle natürlich einwenden könnte, dass die Entfernung einer Badehose von FKK auch nicht größer ist und trotzdem als bedeutsam angesehen wird, kommt hier die Verlogenheit der ganzen Argumentation klar zum Vorschein.

Alleine der Vergleich zwischen Kruzifix und Burka, die beide auf eine Stufe gestellt werden, ist ja schon eine Chuzpe.

Das Kreuz verweist auf die vom Christentum proklamierte Überwindung des Todes. Die Burka auf die Sündhaftigkeit und Bedrohung der Sittlichkeit, die vom Anblick der darunter verborgenen Frau ausgeht.

Chris_SM 
22.07.2010 11:00

Es gibt das Rote Kreuz. Dieses christliche Zeichen ist muslimischen Ländern offensichtlich nicht zumutbar, darum gibt es dort das, ja was? Die Rote Burka? Nein, den Roten Halbmond.
Viele Länder des "christlichen Abendlandes" haben ein Kreuz in ihren Flaggen.(Schweiz, England u.s.w.)
Muslimische Staaten hingegen führen oft das Zeichen der islamischen Religion in den Flaggen. Die Burka? Nein, den Halbmond. Nur zwei Beispiele warum die Gleichsetzung Kreuz mit Halbmond so ein Riesenschmarrn ist. Genauso wie der Vergleich von Burkaträgerinnen mit Nonnen, die ihr Gesicht nicht verhüllen. Die Autorin begeht diese Verrenkungen, weil in Ihrem Weltbild,unsere Kultur das Ebenbild der Intoleranz sein muss. Diese Einstellung ist der KARDINALfehler...

Count Saurüssel
21.07.2010 12:30

Und selbst dann, wenn man im christlichen Pendant zu Davidstern und Halbmond nicht mehr erkennen will als ein vor 2000 Jahren von den Römern gebrauchtes Folterinstrument: Wie könnte dieses an Wänden hängende Symbol jemals genauso grausam sein wie ein mobiles Ganzkörpergefängnis für Frauen?

Es ist unfassbar, was sich ausgerechnet Feministinnen alles einfallen lassen, um solche archaischen Unsitten aus dem i*lamischen Kulturkreis zu relativieren.

Klar, auch hier in Europa gibt es viele frauenfeindliche Traditionen.

Aber es ist doch vollkommen gaga, deswegen nun auch qualitativ noch viel schlimmere Fremdimporte zu dulden und deren Ausbreitung zu unterstützen, indem man Widerstand dagegen pauschal als religiösen Kulturkampf verunglimpft.

sepp schilehrer
21.07.2010 10:35

Erstens einmal ist es ja wohl der Gipfel der Perversion, wenn sich Frauen zur Relativierung bzw. Verteidigung der Burka aufschwingen.

Zweitens wird hier wieder mal das Kruzifix auf eine Stufe mit Islamischen Zeichen gestellt: Nochmal - das Kruzifix mit dem Korpus des Gekreuzigten Nazareners ist ein Symbol, das UNSERE UREIGENSTE ABENDLÄNDISCHE Kultur symbolisiert. Für manche (die leider immer weniger werden) ist es auch ein religiöses Symbol, aber für alle "Abendländer" sollte es zumindest ein kuluturelles Zeichen sein.

Burka, Minarett & Co sind dies nicht.

Zur Erinnerung: es begann vor ca. 50 Jahren mit 7000 Türken, die als Gastarbeiter nach Deutschland geholt wurden. Und jetzt denken wir alle mal weitere 50 Jahre nach vorn...

b_tom
21.07.2010 11:08

Ihre Argumentation ist aber nicht haltbar, da schlicht islamophob.
Alles was ihnen zu Burka einfällt ist die Angst vor einer "Islamisierung" Europas.

Die Kultur Europas war auch vor der Christianisierung existent. Und viele Aspekte der vor-christlichen Kultur (Feste, Gebräuche) etc. sind in die christliche übernommen worden.

Ihrem Argument nach hätte ausserdem die Kultur/Gesellschaft in Europa NIEMALS christliche Prägung erfahren können, da die christliche ja ebenfalls importiert ist!

Desweiteren stehe ich zu ethischen, moralischen, humanistischen Werten - nicht zu christlichen (die sind mir zu unsozial, frauenfeindlich, diskriminierend und obrigkeitshörig bzw. undemokratisch)

sepp schilehrer
21.07.2010 11:42

Erstens: Schauen Sie sich die Statistiken in Kindergärten und Volksschulklassen an und dann reden wir weiter, ob es jetzt eine "Islamisierung" Europas gibt oder nicht...Und dabei nicht zu vergessen: Österreich ist hier wirklich noch eine Insel der Seligen. Schauens nach Paris oder Brüssel und auch dann können wir weiter reden.

Nochmal zu Deutschland. 7000 kamen anfangs, im Jahr 2050 wird ein Drittel der Deutschen diesen berühmten "Migrationshintergrund" haben.

Zweitens: wenn wir Europäer in unserem Glauben, in unserer Kultur gefestigt wären, dann wär das auch kein Problem, dann könntens wirs locker mit dem Islam aufnehmen. Unsere sinn- und blutleere Spassgesellschaft aber, die hat keine Chance...

b_tom
21.07.2010 12:22
(2)

Verstehen sie mich bitte nicht falsch.
Ich respektiere bzw. akzeptiere, wenn das Katholische jemandem wichtig ist. Er soll seinen Glauben ausüben können - ungestört.

Das gleiche gilt für mich aber genauso für Moslems, Hindus, Juden, etc.

Solange der Konsens besteht, dass wir eine Gesellschaftsordnung haben, in der grundsätzlich alle Menschen gleich sind (sein sollen). Jeder frei nach seiner Fasson leben kann, sofern er damit keinem anderen schadet. Jeder seinen Beitrag zum Erhalt der Gesellschaft beiträgt (was im Prinzip jeder Steuerzahler tut)

P.S.: zu "Spassgesellschaft": Mir ist eine Spassgesellschaft tausend mal lieber als eine, wo einem jeder Spass vergeht!

b_tom
21.07.2010 12:22
(1)

"wenn wir Europäer in unserem Glauben, in unserer Kultur gefestigt wären, dann wär das auch kein Problem"

Überkonfessionell gesehen, stimme ich ihnen zu. D.h., wenn sie unter "unserem Glauben" die Grundpfeiler unserer Gesellschaft, unsere Verfassung, unsere Werte wie Gleichheit, Menschlichkeit, Humanismus, Aufklärung meinen.

Ich fürchte aber, sie meinen damit Kruzifix, Kirchenglocken und Rosenkranzbeten - und hier stimmt ihre Befürchtung, dass das immer mehr abhanden kommt - doch hat das kaum etwas mit "echten Werten" zu tun - die "blutleere" Gesellschaft ist für mich die katholische Kirche, die rückwärtsgewandt irgendwelche unwichtigen Symbole als "abendländische Kultur" verkaufen möchte.

Otto von Wagner
20.07.2010 00:14

Die Burka und andere Gesichts- und Körperverhüllungen sind sichtbares Zeichen des Besitzanspruches m*slemischer Männer über Frauen.

Diese Verhüllungen rauben den Frauen ihre Persönlichkeit, ihre Identität, die Möglichkeiten zum sozialen Austausch. Und das ist durchaus von m*slemischen Männern so gewollt!

Die Verhüllungen sind mit dem humanistischen Werten einer freien, aufgeklärten und zur Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau strebenden Gesellschaft UNVEREINBAR und deshalb strikt abzulehnen.

Ich glaube, das hat Frau Roedig noch niemand gesagt.

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