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Wien - Bundespräsident Fischer hat sich bemüht klarzustellen, dass er mitnichten für eine Frauen-Wehrpflicht eintrete. "Ich bin nicht dafür", sagte er im Ö1-"Mittagsjournal". Er habe sich lediglich auf eine "Grundsatzdebatte eingelassen", ob mit fortschreitender Gleichstellung von Mann und Frau "auch über Leistungen im Bereich der Landesverteidigung und der Sozialdienste" nachgedacht werden könnte.
Gedankenspiele
Fischer verwies in einem Interview mit den "Vorarlberger Nachrichten" darauf, dass in der Vergangenheit geschaffene Ungleichbehandlungen zwischen Männern und Frauen derzeit abgebaut würden - etwa durch die Angleichung des Pensionsantrittsalters bis 2035. Daher wäre es aus seiner Sicht "logisch", auch einen Ansatz zur Gleichbehandlung bei Landesverteidigung und Sozialdiensten zu finden. "Wobei es unsinnig wäre, zu sagen, Frauen werden am nächsten oder übernächsten 1. Jänner zum Präsenzdienst eingezogen. Das müsste längerfristig erfolgen", betonte Fischer. Die Abschaffung der Wehrpflicht lehnte der Bundespräsident weiterhin ab.
Breite Front der Ablehnung
Bei der ÖVP und den Oppositionsparteien stieß die Idee so oder so auf wenig Gegenliebe. ÖVP-Frauensprecherin Dorothea Schittenhelm sieht den verpflichtenden Dienst an der Waffe für Frauen als "überhaupt kein Thema in Europa" und daher auch nicht hierzulande an. "Wir sollten uns auf die Fragen konzentrieren, die wir in absehbarer Zeit zu lösen haben", sagte sie dem ORF-Radio.
Für die FPÖ verwies deren Vize Norbert Hofer auf die Betreuungsleistungen von Frauen, weswegen eine Verpflichtung zum Wehrdienst nicht gerecht wäre. Er erneuerte aber die alte Forderung nach einer - freiwilligen - Musterung für Frauen im Sinne der Gesundheitsvorsorge.
Die Grüne Jugend- und Zivildienstsprecherin Tanja Windbüchler-Souschill wiederholte wiederum die Forderung ihrer Partei nach einer Abschaffung der Wehrpflicht.
BZÖ-Frauensprecherin Martina Schenk bekräftigte ebenfalls das Eintreten ihrer Partei für ein Aussetzen der allgemeinen Wehrpflicht sowie für ein Berufsheer mit einer Freiwilligenmiliz.
Für SPÖ derzeit kein Thema
Auch für Verteidigungsminister Darabos ist die Frauen-Wehrpflicht "aktuell kein Thema". Man komme mit den männlichen Wehrpflichtigen vollends aus und habe nicht vor, etwas daran zu ändern, so. Wenn Frauen irgendwann den Männern voll gleichgestellt seien, etwa bei den Löhnen, könne man über eine Wehrpflicht für Frauen nachdenken, allerdings langfristig.
Frauenministerin Heinisch-Hosek sprach sich nicht dezidiert gegen einen verpflichtenden Wehrdienst aus. Allerdings sei dies für sie "kein Thema, so lange Frauen in wesentlichen Lebensbereichen immer noch benachteiligt sind." (APA)
WISSEN: Wenige Staaten ziehen Frauen ein
Die Wehrpflicht für Frauen ist ein im internationalen Vergleich einigermaßen exotisches Konzept, das nur von einer Handvoll Länder eingesetzt wird. Als einzige westliche Demokratie zieht Israel Frauen ein. Weitere Länder laut CIA-Statistik sind etwa Kuba, Cote d'Ivoire, Eritrea oder der Tschad.
In Israel, das sich seit seiner Gründung im Jahr 1948 in Kriegszustand befindet, müssen Jüdinnen und Drusinnen 21 Monate Dienst tun. Männer sind zu drei Jahren verpflichtet. Immer häufiger machen die jungen Frauen indes religiöse Gründe geltend, um dieser Verpflichtung zu entgehen - so häufig, dass die Armee 2009 dazu überging, Detektive auszuschicken, die die angeblich Strenggläubigen bei weltlichen Vergnügungen wie Rauchen, Trinken oder Schmusen ertappen sollen.
Kuba setzt auf einen zweijährigen Wehrdienst für beide Geschlechter, in Eritrea werden Männer und Frauen für 16 Monate eingezogen. Für den Sudan (ein bis zwei Jahre) und für den Tschad (ein Jahr für Frauen) wird ebenso verpflichtender Dienst an der Waffe ausgewiesen wie für Cote d'Ivoire. In Mosambik müssen sich Frauen ebenso wie Männer für den Militärdienst registrieren lassen. (APA)
derStandard.at/SMS: Nachrichten in Echtzeit auf Ihr Handy! Frauen zum Heer wäre zwar fair aber unsinnig.
Langfristig führt ohnehin kein Weg an einem Berufsheer vorbei. Die EU macht Vorgaben und die können wir nur mit Profis erfüllen, was wir uns nur leisten können wenn die Wehrpflicht abgeschafft wird.
Für den auch davon betroffenen Zivildienst sollte meiner Meinung nach eine eigene Lösung gefunden werden. In Österreich gibt es definitiv Defizite in der Pflegeversorgung von alten und behinderten Menschen.
Unser Pensionssystem funktioniert ja auch so, dass die aktuell arbeitende Generation die alten versorgt und ist deshalb fair weil die meisten ja auch irgendwann einmal alt werden.
Das Pflegeproblem könnte man mit einem verpflichtenden Sozialjahr (M & W) ähnlich lösen.
Aber Wehrpflicht für alle ist keine Lösung - da es nichts bringt, ausser Kosten. Z.B.: müssten die Kasernen massiv umgebaut werden. Oder: man quartiert Frauen in eigene Kasernen ein (stehen ja einige leer). Und wo wären wir dann? Irgendwo in den 50ern.
Besser: Berufsheer und einige Monate Sozaildienstpflicht für alle (Katastrophenschutz, Arbeit in sozialen Einrichtungen, usw.) - da gibt es wohl unendlich viele Möglichkeiten, wo viele auch von Zuhause aus tätig werden können.
und laufender Gleichstellung der Geschlechter auch Frauen im Wehr- und Sozialdienst in die Pflicht zu nehmen.
Der einzige Grund, weshalb die pauschale Wehrpflicht nur für Männer keine eminente Gleichheitswidrigkeit darstellt, ist, dass sie selbst in Verfassungsrang verankert ist.
Absurd, was da immer wieder an Rechtfertigungstheorien (Doppelbelastung, Kinderkriegen, strukturelle Diskriminierung), selbst von Juristinnen geäußert, hochkommt. Ein sachlicher Rechtfertigungsgrund für Ungleichbehandlung muss eben einen inneren Zusammenhang mit der konkreten Ungleichbehandlung aufweisen und kann nicht von irgendwo bemüht werden.
Solche Gedanken darf man auch als BP äußern und sollte dann nicht Angst vor der eigenen Courage bekommen.
Jetzt hat sich Fischer eh schon quasi von sich selbst distanziert. Nun versteckt er sich wieder ein paar Wochen im Klo (wie seine SPÖ-Parteikollegen früher sein Abtauchen bei Problemen nannten) und wartet bis Gras über die Sache gewachsen ist. Und dann wird er seiner Linie "Nur nichts sagen was nicht nichtssagend ist" wieder treu sein.
1)das frauen für die gleich arbeit auch gleiches geld bekommen.
2)kinderbetreuung und angehörigenbetreuung auch dementsprechend gewürdigt wird
und und und
wenn das mal durchgesetzt ist, dann kann man über eine verpflichtung zum heer nachdenken
Ich denke, da haben Sie etwas missverstanden.
Es geht um die (finanzielle) Würdigung von Menschen, die Angehörige zu Hause pflegen. Das kann von schwerstbehinderten Kindern, chronisch kranken Angehörigen bis zur Altenbetreuung gehen. Ein geregeltes Arbeitsleben ist für solche Menschen kaum möglich.
Diese Menschen sind in unserer Gesellschaft nahezu unsichtbar, ihre Arbeit gilt nicht als solche, da sie nicht entlohnt wird. Aber es ist geleistete Arbeit - und als solche muss sie gewürdigt werden.
Finanzielle Würdigung gibts durch Pflegegeld.
http://tinyurl.com/35vfe86
Also so wenig ist das doch nicht.
Nur ist das Pflegegeld nicht als Würdigung der Tätigkeit gedacht: "Das Pflegegeld stellt eine zweckgebundene Leistung zur teilweisen Abdeckung der pflegebedingten Mehraufwendungen und daher keine Einkommenserhöhung dar. Da die tatsächlichen Kosten für die Pflege das gebührende Pflegegeld in den meisten Fällen übersteigen, kann das Pflegegeld nur als pauschalierter Beitrag zu den Kosten der erforderlichen Pflege verstanden werden."
http://www.help.gv.at/Content.N... 60511.html
Aufwandsentschädigung für die Pflege.
Pflegestufe 7 mehr als 180 Stunden pro Monat = 1655,8. Das Verdienen viele Menschen nichtmal.
Die meisten Pflegebedürftigen haben auch selbst ein Einkommen, dass zur Deckung der Kosten herangezogen werden kann. Viele weitere anfallende Kosten sind steuerlich absetzbar.
Von unbezahlter Arbeit kann da keine Rede mehr sein.
Ich finde, dass Kinder- und Altenbetreuung auch ein Dienst an der Gesellschaft sind. Besonders Altenbetreuung, die oft von Angehörigen übernommen wird.
Wenn man also will, dass alle Heer oder Zivildienst machen, muss man im Gegenzug auch diese Tätigkeiten entlohnen.
http://derstandard.at/127733869... en-zurueck
Die Fahne im Wind...wenns nicht so traurig wär, ich müsst fast...aber was ;-))))
Wo sehen sie da den großen Unterschied in den Inhalten der Artikel?
Man muss schon böswillig was falsch verstehen wollen, wenn man hier jemanden eine Meinungsänderung unterstellen möchte.
Fischer hat lt. Bericht gesagt, dass er sich längerfristig auch eine Wehrpflicht für Frauen vorstellen kann. Und das sagt er nach wie vor! Wo ist also die Meinungsänderung die sie so zum Lachen bringt?
(Wenn ich seine Aussage als "Ich bin für eine sofortige Einführung der Wehrpflicht für Frauen" verstehen möchte, bin ich entweder blöd oder verstehe es absichtlich falsch)
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