Bildungsministerin Schavan spricht sich für mehr Zuwanderung aus - Muslimische Lehrerinnen untersagt sie im Unterricht das Kopftuch zu tragen
München/Wien - Die deutsche Bildungsministerin Annette Schavan von der CDU sieht große Fortschritte bei der Integration von AusländerInnen in Deutschland. "Zum ersten Mal, seitdem die GastarbeiterInnen in den 1960er- und 1970er- Jahren zu uns gekommen sind, bildet sich hierzulande eine türkische Elite heraus. Das hätte vor zehn Jahren niemand für möglich gehalten", sagte Schavan im Interview des Münchner Nachrichtenmagazins "Focus". Sie plädiert zudem für mehr MigrantInnen als LehrerInnen und in anderen Berufen, eine Quote lehnt sie aber ab.
Ein "besonderes Verhältnis" hat Schavan zur Kopftuch-Diskussion. Als Kultusministerin in Baden-Württemberg hatte sie einer muslimischen Lehrerin untersagt, im Unterricht das Kopftuch zu tragen. "Ich bin immer noch der Auffassung, dass eine Lehrerin kein Kopftuch tragen darf. Denn das wird als Zeichen der kulturellen Abgrenzung und religiösen Abschottung verstanden, vor allem wenn man Kinder und Jugendliche unterrichtet. Das geht nicht als Vertreterin der staatlichen Hoheit." Bei einer Mitarbeiterin im Ministerium hätte sie damit aber weniger Probleme. (APA)