Schleierverbot in Bosnien

Nikab-Trägerin "bedrohte" Abgeordnete

29. Juli 2010, 10:01
  • Artikelbild: "Unser Nikab, unsere Entscheidung, unser Recht" steht auf den Schildern der Demonstrantinnen, die sich am Montag in Sarajevo gegen das geplante Verschleierungsgesetz versammelt haben. - Foto: REUTERS/Danilo Krstanovic

    "Unser Nikab, unsere Entscheidung, unser Recht" steht auf den Schildern der Demonstrantinnen, die sich am Montag in Sarajevo gegen das geplante Verschleierungsgesetz versammelt haben.

Parlament verschob Debatte und Abstimmung zum Gesetzesentwurf wegen Anwesenheit einer verschleierten Zuhörerin

Sarajevo - Das bosnische Parlament hat am Mittwoch die Abstimmung über das Schleierverbot in der Öffentlichkeit auf 1. September verschoben, nachdem eine Frau im Nikab als Zuhörerin bei der Debatte erschienen ist.

Die Frau gab sich als Nadja Dizdarevic zu erkennen, die Menschenrechtlerin, die im Vorfeld der Abstimmung die Frauenproteste gegen das geplante Verbot organisiert hat. Sie ist mit einem algerisch-bosnischen Staatsbürger verheiratet, der bis 2008 in Guantanamo gefangen gehalten wurde. Das Verbot der Gesichtsverschleierung würde ein Verbot der Teilnahme am öffentlichen Leben bedeuten, meinte Dizdarevic im Rahmen der Protestaktion im Vorfeld lokalen Medien gegenüber.

Die serbischen Abgeordneten fühlten sich durch die Gegenwart der Frau "bedroht", da sie ihrer Ansicht nach ihre "Identität verstecke". Deshalb wurde die Debatte verschoben.

"Ich bin überrascht, enttäuscht und verletzt, dass meine Anwesenheit ein Problem dargestellt hat", sagte Dizdarevic, die nach der Verschiebung der Schleier-Debatte aufgefordert wurde, das Parlament zu verlassen.

Bis zu sieben Tage Haft

Laut dem Gesetzesentwurf soll in Bosnien-Herzegowina Bekleidung untersagt werden, welche die "Identifikation von Personen" an öffentlichen Orten unmöglich macht. Für Verstöße gegen das Gesetz sind Geldstrafen in Höhe von 50 Euro bzw. ein bis sieben Tage Haft vorgesehen.

Der Gesetzesentwurf ist offenbar gegen jene muslimische Frauen gerichtet, die sich seit dem Bosnien-Krieg in den 90er-Jahren zur Gesichtsverschleierung entschlossen haben. Das ehemalige Jugoslawien hatte sie im Jahr 1950 gesetzlich untersagt.

Im parlamentarischen Menschenrechtsausschuss hat der Gesetzesentwurf auf Antrag der Partei des bosnisch-serbischen Premiers Milorad Dodik nicht die notwendige Unterstützung erhalten.

Nur eine Handvoll Musliminnen in Bosnien tragen Burka oder Nikab. (Reuters/red)

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Etchno
02.08.2010 13:36

Dem Wahabismus sei Dank!
"Nur eine Handvoll Musliminnen in Bosnien tragen Burka oder Nikab." Nett, und alle sinds beinander auf diesem Foto.

kroate 061
30.07.2010 12:00
ist eben boschniakische kultur

finde es ok wenn bosniakische frauen dazu stehen.

szer
11.08.2010 11:58
Es ist nicht die Kultur der bosnische Moslime

komplett verschleiert zu sein.

Cielito Lindo
31.07.2010 19:59
Ist es nicht

Außerdem steht bei Sure 24 wörtlich:
Sie sollen sich ihr chumur über ihre Taschen schlagen.

Der Koran-Interpret At-Tabari übersetzt chumur, den im Arabischen nicht verständlichen Begriff, mit Kopftuch. Ohne Angabe von Gründen setzt er hinzu, dass dieses Tuch die Haare, den Hals und die Ohrgehänge zu bedecken habe.

Ch. Luxenberg ( Die Syro-Aramäische Lesart des Koran) weist aber nach, dass dieses chumur das aramäische Band/Gürtel ist.
Der ganze Satz lautet demnach:
Sie sollen sich ihre Gürtel um die Lenden binden.

Ex-Muslima
30.07.2010 18:44

Die "bosniakische Kultur" wird von "einer Handvoll" Frauen vorgegeben?

Wenn ich nun mit einer Handvoll anderer Unterhosen am Kopf trage, gebe ich nun die neue österreichische Kultur vor und das muss von allen akzeptiert werden?

frank franki
31.07.2010 10:29

sie geben nicht die österreichische kultur vor, aber sollen wir deswegen unterhosen auf dem kopf verbieten?

  |  
30.07.2010 07:53

...Das Verbot der Gesichtsverschleierung würde ein Verbot der Teilnahme am öffentlichen Leben bedeuten, ...
spätestens beim abholen del arbeitslose nehmen sie ihn ab -wetten?

anders and 
30.07.2010 08:45
Arbeitslosengeld?

Da müssten sie ja vorher gearbeitet haben!

  |  
30.07.2010 09:17

na dann halt sozialhilfe oder wohnungsbeihilfe , arztbesuch - irgendwas wird ihnen schon einfallen...

Ava Tar
29.07.2010 23:18
Ich nehme an, die serbischen Abgeordneten

die sich durch Anwesenheit einer Frau mit Schleier "bedroht" fühlen, werden entsprechend dem Amtsarzt vorgeladen und geben dort als allererstes einmal den Führerschein ab. Wer sich bei jedem gesichtsvermummten bedroht fühlt und nicht mehr beraten kann, ist ein Unsicherheitsfaktir auf allen Straßen mit behelmten Mopperl- und Motorradfahrern

Weitere Psychiatrierung je nachdem, ob die bosmische Krankenkasse das zahlt, würd ich vorschlagen. Als Abgeordnete jedoch eher untragbar.

khaleb
30.07.2010 22:18
die Vollverschleierten sind ja sehr beliebt vor allem am

Bankschalter

Beau-ris
30.07.2010 19:56
In den westlichen Staaten

fühlt sich die Polizei oft von Vermummten bedroht.

Zürcher
30.07.2010 14:17

Man weiss ja nie, wer dahinter steckt. Und Bosnien ist ein beliebtes Urlaubsziel von Terroristen, daher muss man schon aufpassen.

Der Unkurze
30.07.2010 13:07

immer wieder die selben absurden vergleiche, immer wieder die absichtliche gleichsetzung von persönlicher schutzausrüstung und alltagskleidung, immer wieder die gleichsetzung von berufs und alltagskleidung..
mehr als polemisiern können die befürworter der burka offensichtlich nicht.. vl liegts daran das diese tradition in jedweder sichtweise negaitv ist..

frank franki
29.07.2010 23:23

seh ich auch so. absurdes theater...

subspace99 
29.07.2010 19:22
Immerhin freut es die Schwulenbewegung...

dass die rechten nun wollen, dass Identität sichtbar zu sein hat.

schachhhhh
29.07.2010 16:41

ausgerechnet bosnien (wo muslime heimisch sind) will ein burka-verbot beschließen. mich störts nicht. es wäre ein zeichen.

Cielito Lindo
30.07.2010 00:47
Ja, es wäre ein Zeichen, dass

der Wahabismus auf dem Vormarsch ist. Außerdem ist eine solche Verschleierung bei den bosn. Mosleminen völlig untypisch.

in china ist ein sack monsanto reis umgefallen
29.07.2010 20:45

hätten bosnische muslime etwas mit der burka zu tun, hätte man es bei der flüchtlingswelle gemerkt.

oder würden saudi-arabische flüchtlinge bei der flucht ebenso plötzlich auf ihre burka verzichten und allah erzürnen?

Gilgamesh
29.07.2010 16:17

In einem zivilisiertem Staat gilt ein Vermummungsverbot.
In einer religiösen Diktatur verwendet man die Vermummung um Frauen zu unterdrücken....

Der Geist der Ahnung 
30.07.2010 11:25

Wenn überhaput, dann gilt auch in Staaten, die sich für zivilisiert halten, ein Vermummungsverbot nur für Teilnehmer an Demonstrationen. Und ob eine derartige Regelung wirklich so zivilisiert ist, darüber kann man auch unterschiedlicher Meinung sein.

Joseph EU  
30.07.2010 09:59
Bingo..........

so ist es !!!!!!!!!!!

anders and 
30.07.2010 08:41

Österreich ist kein zivilisiertes Land?

frank franki
29.07.2010 20:03

es gibt kein vermummungsverbot in einer zivilisierten welt. was sie meinen ist der überwachungsstaat...

Beau-ris
30.07.2010 19:58
Es

gibt auch nirgends eine zivilisierte Welt.

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