Malaysia

Fromme Schwiegermutterträume

27. Juli 2010 15:36
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    Foto: apa/aplai seng sin

    Casting-Show auf malaysisch: Junge Leute für Religion gewinnen und auf den rechten Weg führen - das Konzept scheint angesichts der Einschaltquoten beim jungen Publikum aufzugehen.

Wer ist der beste Imam im Land, fragt ein Fernseh-Hit, der vor allem bei jungen Frauen gut ankommt

Kuala Lumpur - Im muslimischen Malaysia lockt eine neue Fernsehshow seit Wochen Millionen Menschen vor die Bildschirme, vor allem junge Frauen und potenzielle Schwiegermütter. Sie sehen Männern zu, die in der Show als moderne Muslime mit Führungsqualitäten punkten müssen. Jede Woche scheidet einer aus. Der Sieger bekommt einen Studienplatz in Saudi-Arabien, ein Auto, einen Laptop und dürfte bald als Prediger Karriere machen.

"Die Teilnehmer sind jung, sehen gut aus, und die meisten sind nicht verheiratet", sagt Yati, eine junge Frau aus Kuala Lumpur, die noch keine Folge verpasst hat. "Sie kommen als Traummann für jedes gläubige Mädchen infrage." Und sind so auch Schwiegermüttertauglich.

Seelsorger und Ratgeber in weltlichen Dingen

Zehn Bewerber zwischen 18 und 27 sind im Mai bei "Imam Muda" - Junger Imam - angetreten, um ihre Religiosität und ihr Wissen über islamische Riten und Praktiken testen zu lassen. Ein Prediger und ein Student, ein Geschäftsmann und ein Bauer waren dabei - sie sprengten, in schnittigen Anzügen gewandet, das Bild, das viele junge MuslimInnen von Imamen haben: alte, weise Männer mit Rauschebart, die mit erhobenem Zeigefinger altmodische Ansichten vertreten. Die jungen Männer müssen sich zu Umweltthemen und junger Liebe äußern - Dinge, die junge MuslimInnen relevant finden.

In der vorletzten Folge zog der Fernseh-Tross in ein Altersheim. Die Kandidaten mussten den Bewohnern seelischen Beistand leisten, die sich von ihren Familien abgeschoben fühlten. Mit Tränen in den Augen hörten sie manches Schicksal an. Tränen flossen auch, als am Ende wieder ein Kandidat gehen musste. Übrig sind noch Muhammad Asyraf Mohamad Ridzuan (26), der mit seinen zarten Gesichtszügen fast noch als Maturant durchgehen würde, und Hizbur Rahman Omar Zuhdi (27) mit einem Hauch von gepflegtem Kinnbärtchen.

Koransuren und Teen-Schwangerschaften

"Diese Show hat so viele Zuschauer wie kein anderes religiöses Programm je zuvor", sagt Izelan Basar, der Manager des Kabelkanals Astro Oasis, der die Sendereihe ausstrahlt. Er will die jungen Leute mehr für die Religion interessieren und gleichzeitig auf den rechten Pfad führen. Die Imame in spe mussten schon Koransuren rezitieren, einen Schlachthof inspizieren und feststellen, ob die Hühner korrekt nach islamischen Vorschriften geschlachtet wurden. Sie mussten auch schwangere Teenager beraten. "Endlich mal positives Fernsehen", sagt der Kabelkanal-Manager.

Der "Dieter Bohlen" und einzige Richter der "Imam Muda"-Show ist der frühere Vorsteher der nationalen Moschee in der Hauptstadt Kuala Lumpur, Hasan Mahmud. Er entscheidet, wer nach Hause muss.

Moralische Instanzen

Im sozialen Netzwerk "Facebook" im Internet hat die Show mehr als 46.000 AnhängerInnen. "Weiter so, junge Imame", schreibt einer begeistert. "Mit Gottes Segen wird es bald mehr Programme geben, die unseren Glauben stärken und die Moral aufbauen", schrieb ein anderer Fan. Die jungen Männer bekommen davon wenig mit. Sie sind im Stil von "Big Brother" von der Außenwelt abgeschottet - im Internat einer Moschee. Sie haben weder Handys noch Fernsehen noch Web-Zugang.

Strenges Durchgreifen

Malaysia versucht seit Jahren, sich als progressives islamisches Land zu etablieren. Rund 60 Prozent der 28 Millionen Einwohner sind MuslimInnen. Die großen Minderheiten von ChristInnen, BuddhistInnen und Hindus haben allerdings manchmal Probleme mit dem "Label" "islamisches Land". Sie klagen über Diskriminierung, etwa beim Bau von Kirchen oder Tempeln.

Die muslimischen Religionsbehörden machen immer wieder Negativ- Schlagzeilen, zum Beispiel wenn sie bei trauernden ChristInnen oder Hindus auftauchen und behaupten, der Verstorbene sei kurz vor seinem Tod zum Islam übergetreten und müsse nun nach islamischem Ritus begraben werden. Oder aber wenn sie die Prügelstrafe an jungen Frauen vollstrecken, die vor der Ehe Sex hatten.  (APA/dpa)

Pygar
 
28.07.2010 10:44

http://freeminds.blogsport.de/2010/06/1... nd-weinen/

Die Welt der Imame und deren gehorsamen Anhänger ...

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