Rom

Päpstliche Akademie: Geouteter Theologe ausgeschlossen

28. Juli 2010, 08:48

"Wandel" des David Berger und seine "Auffassungen" wurden mit "tiefem Schmerz" aufgenommen - und er aus Lehrtätigkeiten entlassen

Berlin/Frankfurt - Weil er sich als homosexuell geoutet hat, soll der deutsche katholische Theologe David Berger aus der Päpstlichen Akademie des heiligen Thomas von Aquin in Rom ausgeschlossen worden sein. Das berichtet die "Frankfurter Rundschau" (Mittwochausgabe). Bergers Einstellungen zu "einigen Punkten der kirchlichen Lehre" ließen eine weitere Lehrtätigkeit nicht mehr zu, heiße es im Entlassungsschreiben.

"Sektenhafte Zunahme homophober Tendenzen"

"Mit tiefem Schmerz" und Entsetzen hätten die Dozenten Bergers Wandel und seine "Auffassungen" vernommen, schreibt dem Blatt zufolge Akademiepräsident Lluis Clavell, der dem Führungskader des Opus Dei angehöre.

Berger hatte sich Ende April in der FR geoutet. Er warf der katholischen Kirche eine "heuchlerische, bigotte" Haltung zur Homosexualität vor und beklagte die "sektenhafte Zunahme homophober Tendenzen im Katholizismus".

Ausschluss allein wegen Outings

Seine Ämter als Herausgeber und Chefredakteur der Zeitschrift "Theologisches" legte der 42-Jährige nieder. Auf Anfrage der FR kritisierte der habilitierte Theologe, die dem Vatikan angegliederte Thomas-Akademie stütze sich für seinen Ausschluss lediglich auf die von ihm vertretenen Positionen und auf das öffentliche Bekenntnis zu einer homosexuellen Veranlagung.

Für eine moralische und rechtliche Bewertung sei es nach kirchlicher Lehre dagegen einzig entscheidend, ob ein Homosexueller seine Veranlagung auslebe. Nach einer etwaigen homosexuellen Praxis hätten sich weder Clavell noch ein anderer Offizieller der Thomas-Akademie bei ihm erkundigt, sagte Berger dem Blatt. (APA/dpa)

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Hugo Stolz
28.07.2010 19:34
Wenn das Katholische so vielen Katholiken eh nicht so recht passt...

... warum wechseln sie dann nicht die Religion? Der homosexuelle Theologe z.B. könnte sich der griechischen Götterwelt anschließen. Die sind ebenso wahr wie der Gott Jakobs und in der griechischen Gesellschaft war Homosexualität akzeptiert. Wer sich's leisten konnte, hielt sich sogar einen Lustknaben.

Das darf man zwar als katholischer Geistlicher auch alles, aber an die große Glocke hängen darf man's halt nicht.

in china ist ein sack monsanto reis umgefallen
29.07.2010 00:07

Wie siehts da mit Symbolen aus?

Ständig einen halbnackten Jesus vor Augen zu haben, kann nicht gut sein.

Alter Knacker 
28.07.2010 21:44

Klar, jeder will ja, daß sich alle anderen nach ihm (ihr) richten sollen und es wäre auch ganz einfach, wenn sich z.B. die ganze Welt nach mir richten würde.

david_joshua
28.07.2010 19:13
und jedesmal wieder:

schwule themen gehören nicht auf die plattform 'DIEstandard.at'.

armerschwarzerkater
04.08.2010 16:30

...wäre Ihnen "dasstandard.at" lieber?

Christoph Karl Steininger 
29.07.2010 02:20
Samma froh,

dasses überhaupt wo steht!

Neuer Nick neues Glück
28.07.2010 14:25

Ja und?
Das Alte Testament ist absolut eindeutig, was Homosexualität angeht.
Ich kann auch nicht in einen Tennisverein gehen und mich beschweren, dass niemand dort Fußball spielt.
Wer als Schwuler blöd genug ist, sich der menschenverachtenden katholischen Kirche anzuschließen, hat es einfach nicht besser verdient.

Jaco Rules!!!
28.07.2010 19:46
ja und?

ich dachte katholiken halten sich mehr ans neue testament, jesus hat immerhin einigen punkten widersprochen.
und menschen die sich nucht an den zölibat halten? werden die auch rausgeschmissen?

Neuer Nick neues Glück
28.07.2010 20:09

Wenn selbst ich als Atheist mehr Ahnung von der Bibel habe...
Der Zölibat existiert in der Bibel nicht. So einfach ist das. Und für Katholiken ist das AT deutlich mehr von Belang als für Protestanten.

Tethys
28.07.2010 15:22

Es wurden Schriften ausgewählt und Schriften weggelassen. Ist nicht so, dass das AT ein vollständiges Abbild aller Schriften ist. Die Zeit, aus der die Schriften standen, ist schon etwas älter, dazu kamen religiöse Schriften von Kirchenmännern, die ebenfalls Spiegel der Zeit waren. So steht im AT und auch im NT nirgends, dass Priester zöibatär leben müssen, das kam erst später hinzu. Die Einstellung der Gesellschaft gegenüber Homosexualität hat sich erst in den letzten Jahren massiv verändert, warum an jahrtausendealten Vorgaben festhalten, die nach heutigen Maßstäben (rationalen Maßstäben!) menschenverachtend sind?

Warum soll ein homosexueller anders behandelt werden als ein Hetero?

Chien de Pique 
28.07.2010 17:41
Mit der Veränderung der Gesellschaft kann man agumentieren, mit dem Weglassen von Schriften (hier) sicher kaum. Zumal, selbst wenn es andere,

weggelassene Schriften gäbe, die sich zwangsläufig nicht mit dem modernen Verständnis von Homosexualität befassen könnten, wie es sich erst seit dem 19. Jh. allmählich entwickelt hat.
Nur, wenn man den angeblichen heiligen Schriften und dem angeblichen Willen Gottes in einem Punkt nicht mehr traut, warum soll man ihnen in anderen Punkten weiter trauen und folgen und nicht einfach prinzipiell machen, was man will, ebenfalls im Vertrauen, dass das GOETT_In schon Recht sein wird, sonst kann er/sie/yo sich ja zu Wort melden?
Es ist jedenfalls ziemlich seltsam, "gemütliche", einfache Gebote zu Banalitäten wie Kulinarik brav und bieder zu befolgen, die handfesteren, mit eindeutigem Strafgesetzcharakter aber bequem zu ignorieren.

halvar van flake 
28.07.2010 18:59
neee.

homosexualität war in vielen kulturen völlig ok. diese ach so moderne aufgeklärtheit ist nur ein erneutes abstreifen der barbarei. suhrkamp - 'homosexualität und gesellschaft'.

Chien de Pique 
28.07.2010 22:54

Sex mit Knaben oder auch Männern war in vielen Kulturen okay, tw. fast schon Norm. Es wäre aber niemand auf die Idee gekommen, dass dies eine "Orientierung" begründet, gar eine von Geburt an mitgegebene und unveränderliche. Davon rede ich, von der modernen Idee der "Orientierung" und dem grundsätzlichen Sortieren der Menschen danach. Es war etwas (selten ausschlließlich, sondern vielmehr eher komplementär) Praktiziertes, ein Handeln, dem wir das moderne Etikett nachträglich überstülpen, etwas Ähnliches, wie es heute in der arabischen Welt noch besteht.

Christoph Karl Steininger 
29.07.2010 02:27
Die Orientierung sagt ja auch nicht,

daß man nie mit einer/m gegengeschlechtlichen Partner/in funktionionieren könnte. Es gibt ja auch genug Heterosexuelle die im Gefängnis oder beim Militär sich homosexuell betätigen.
Die Orientierung sagt nur was über die vorwiegende Objektselektion aus. Jeder Mensch ist zur homosexuellen Objektselektion fähig, nur bewerkstelligen dies Heterosexuelle meist im Unterbewußtsein.
Also, die Orientierung hats schon immer gegeben, nur die Freiheit fehlte. Wo die gegeben war haben sich Leute schon immer fast ausschließlich in der einen oder anderen Weise betätigt.
Nur weil wir von der Orientierung erst seit etwa 100 Jahren wissen heißt nicht daß es sie nicht etwa vorher schon gegeben hat!

halvar van flake 
29.07.2010 01:01
naja. mmh.

also diese orientierung gabs durchaus. und der umgang war zu meiner überraschung teilweise sehr liberal. ganz versteh ich ihr post nicht. was meinen Sie mit der arabischen welt? wenn es andere - schon lange zurückliegende - kulturen geschafft haben einen sehr menschlichen umgang mit dem thema zu finden - sollte es uns aufgeklärten gesellschaften auch möglich sein. aber vielleicht reden wir aneinander vorbei.

deestandard.kp
29.07.2010 02:15

Du vermischst Kultur mit Religion.
Mir ist es völlig schnurz, wer mit wem was macht solange alle Beteiligten damit einverstanden sind.
Und ich bin nicht religiös.
Aber ich kann nicht überzeugter Katholik sein, die Bibel somit als überliefertes Wort Gottes sehen und dann aber 12 Seiten rausstreichen und sagen, das war eh nicht so gemeint.

halvar van flake 
29.07.2010 13:15
sorry - die katholische sichtweise der bibel ist ein andere.

sonst wär ja vieles im vatikan gar nicht möglich, weil davon nix oder sogar das gegenteil in der bibel steht. grad die katholische kirche sieht sich nicht als buchreligion sondern räumt frei erfundenen inhalten - der sog. tradition - ein ebenso hohe stellung ein.

konski
28.07.2010 23:58
die idee der immerwährenden orientierung

ist aber realität, das können sie mir glauben.
dennoch könnte ich ein kind mit einer frau zeugen und würde es vielleicht tun, wenn die gesellschaft nicht so deppad wäre.

opti 
28.07.2010 12:50
ich habs wohl immer noch nicht verstanden

es gibt amtliche würdenträger der katholischen kirche die homosexualität als eine heilbare krankheit einstufen

pädophilie wird sowohl von den katholen als auch von medizinern als krankheit eingestuft

die homo-priester werden entlassen und die pädo-prister werden vertuscht

oder werden nur die entlassen, die sich outen, und die heimlichen "sünder" aller art werden vertuscht

und ob etwas zwischen zwei erwachsenen menschen im gegenseitigen einverständnis geschieht oder ob unmündige kinder zu etwas gezwungen oder "verleitet" werden, spielt für die kirchliche "bewertung" keine rolle. einzig wichtig sind tausende jahre alte, angeblich "göttliche", 17 mal falsch interpretierte und 10 mal falsch übersetzte spielregeln.

das ist religion?

Chien de Pique 
28.07.2010 17:42

Ja, alles, was an die Öffentlichkeit dringt, wird entlassen, beseitigt, alles, was im Verborgenen passiert, wird (oder hoffentlich: wurde) vertuscht und weggeleugnet. Das finde ich an sich schon konsequent.

Neuer Nick neues Glück
28.07.2010 14:26

In der Bibel steht nirgends, dass Kinder vögeln böse wäre. Das regeln glücklicherweise unsere guten alten irdischen Gesetze.
Dass Homosexualität hingegen eine Todsünde ist erwähnt die Bibel mehrfach. Das sehen, ebenfalls glücklicherweise, unsere irdischen Gesetze anders.

Tethys
28.07.2010 15:22
Dass Homosexualität hingegen eine Todsünde ist erwähnt die Bibel mehrfach.

Sie wissen, aus welcher Zeit diese Schriften stammen?

Chien de Pique 
28.07.2010 17:44

Ja, wie (chronologisch abgestuft) die gesamte Bibel. Warum sollte ich der, wenn sie hier schon falsch liegt, in anderen Punkten mehr Vertrauen schenken als der Odyssee oder dem Gilgamesch-Epos?

Christoph Karl Steininger 
29.07.2010 02:30
Es gibt gottlob niemanden (mehr),

der versucht ein Moralsystem mit der Odyssee oder anderen alten Epen zu begründen.
Das wär ja grad so alsob man versuchte ein ethisches System auf Grund der Aussage des Herrn der Ringe zu errichten!

Neuer Nick neues Glück
28.07.2010 18:00

Ganz genau.
Entweder der gesamte biblische Wertekanon ist gültig - oder aber nichts davon besitzt bindende Gültigkeit.
Diese ganzen Pseudochristen, die sich ihre eigene Bibel je nach Bedarf zusammenschnitzen, gehen mir noch mehr auf die Nerven als die Hardliner.

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