Buchtipp

"Irgendwas war anders"

Isabella Lechner, 12. August 2010, 07:00
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    foto: buchcover so zarte lippen, so weiche haut/schwarzkopf & schwarzkopf verlag

    Andrea Burri, Prisca Hintermann: "So zarte Lippen, so weiche Haut - Frauen erzählen von ihrem ersten erotischen Erlebnis mit einer Frau". Schwarzkopf & Schwarzkopf 2010, 208 Seiten, EUR 9,90, ISBN: 978-3896029638

Von der inneren Befreiung bis zur herben Enttäuschung: Zwölf Frauen beschreiben ihr "erstes Mal" mit einer Frau

"Ich war im siebten Himmel, die ganze Nacht, den ganzen darauf folgenden Tag. Ich wollte nur noch eins: endlos mit ihr verschmelzen."

"Ich fühlte mich, als hätte sie mir etwas weggenommen, eine Erfahrung, die ich so gerne auf positivere Art und Weise gemacht hätte."

"Ich spürte eine sinnliche Gier, die ich mit Männern so nie wahrgenommen hatte. Irgendwas war anders."

"Ich wollte sie! Was ich jedoch bekam, war harter Sex."

"Mein erstes Mal mit einer Frau hat mein ganzes Leben verändert. Es war ein Schritt in eine neue Zukunft. In eine ganz andere Welt."

Wie sich ihr erstes erotisches Erlebnis mit einer Frau anfühlte, welche Gedanken sie dabei begleiteten, wie sich das Vorher und Nachher gestaltete, beschreiben zwölf Frauen unterschiedlicher Generationen und sexueller Neigungen in "So zarte Lippen, so weiche Haut". Vom einmaligen Ereignis bis zur großen Liebe, aber auch bitteren Enttäuschung reicht die Palette ihrer Erfahrungen, die sie in zwölf autobiografischen Berichten schildern. Da ist Yolanda, die nach Jahren glücklicher Ehe mit einem Mann in ihrer besten Freundin die ideale Lebenspartnerin findet. Diana, die sich zum ersten Mal traut, ihre homoerotischen BDSM-Fantasien auszuleben. Carla findet als Teenager mit ihrer Basketball -Trainerin den "siebten Himmel", für Rebecca ist Sex mit Frauen seither "fixer Bestandteil meines Lebens".

Interviewt wurden die Frauen von Co-Autorin Prisca Hintermann, Sexualforscherin Andrea Burri fasste die Aussagen dann für das Buch zusammen. Alle zwölf gehören zum erweiterten Freundes- und Bekanntenkreis der Autorinnen. "Uns ist aufgefallen, dass es etliche Bücher zum 'heterosexuellen' ersten Mal gibt, aber keines, das die Homoerotik thematisiert", beschreibt Burri im Gespräch mit dem Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf ihre Motivation, die Geschichten der Frauen zu sammeln. "Dabei war es uns ein besonderes Anliegen, mit 'So zarte Lippen, so weiche Haut' nicht nur zu unterhalten, sondern auch ein Thema aufzugreifen, das in der heutigen Zeit - obwohl weit verbreitet und stark präsent - leider noch immer tabuisiert ist: die gleichgeschlechtliche Liebe."

Authentisch bleiben

Besonderen Wert hätten sie darauf gelegt, "die Frauen so authentisch wie möglich zu zeigen und weder enttäuschende Erlebnisse zu beschönigen, noch das Hadern und die Skepsis der Beteiligten zu verdecken", so die Autorinnen. "Einige Frauen lassen sich auf ein sexuelles Abenteuer mit einer anderen Frau ein, weil die Situation es gerade hergibt und sie einfach neugierig sind - und belassen es dann bei diesem einen Erlebnis", schildert Burri Erfahrungen aus den Interviews. "Andere wiederum verlieben sich unerwartet in die Frau, in diesen Fällen zieht das homosexuelle Erlebnis natürlich weitreichende Konsequenzen nach sich."

Manche Frauen berichten im Porträt auch allgemein über ihre sexuelle Neigung, ihre damit verbundenen Bedürfnisse, Zweifel und Sehnsüchte, über ihre Erfahrungen in Kindheit und Jugend, andere beschränken sich auf die Erlebnisse rund um das "erste Mal". Dabei verraten sie durchaus auch erotische Details: "Die Frauen hatten sehr unterschiedliche Gründe, ihre persönliche Geschichte zu erzählen", sagt Andrea Burri. "Die einen haben gern über ihr erstes sexuelles Erlebnis mit einer anderen Frau berichtet, anderen ist es eher schwer gefallen. Es ist wohl auch abhängig davon, ob das Erlebnis ein positives Ende genommen oder die Frauen eher negativ geprägt hat."

Dass Sex zwischen zwei Frauen von Haus aus zärtlicher und/oder einfühlsamer sei, habe sich in den Berichten der Frauen nicht unbedingt bestätigt, sagt Sexualforscherin Burri: "Die Geschichten in unserem Buch zeigen, dass Sex zwischen zwei Frauen wunderschön sein kann, dass es aber eben auch Situationen gibt - genau wie bei heterosexuellem Geschlechtsverkehr -, in denen die Partner nicht harmonieren."

Berührungsängste nehmen

Mit den Porträts wollen die Autorinnen interessierte Frauen auch zum Nachahmen inspirieren und ermutigen, das Buch richte sich an eine breite LeserInnenschaft, sagt Burri. „Sicher ist es besonders für Frauen, die sexuell offen sind oder sich schon immer ganz spezifisch mit der Thematik auseinandergesetzt haben, besonders spannend. Für einige bietet es vielleicht sogar eine Identifikationsplattform. Anderen wiederum nimmt es hoffentlich die Berührungsängste und die Vorurteile". (isa/dieStandard.at, 12.8.2010)

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22 Postings
DarktowerX
00
27.8.2010, 12:56

Wenn ich eine Frau wär, wär ich sicher lesbisch :o) wie kann man sich nur für Männer interessieren! Wieso wollen nicht alle Frauen glatte, weiche Haut und alles andere, was an Frauen so angenehm ist? :o)

fuchstritt
00

weil wir das eh selber an uns haben :-) da brauchts halt eine art gegenpol,ist so...

Amy4
01
14.8.2010, 23:23
schwesterseele

ja, es war/ist anders voller erotik, zärtlichkeit, vertrautheit zur frau ,sehr sinnlich, spannend, ohne dass berührungen z.sex. marathon oder phall. hochleistungssport verkümmern. die geschichte d. sexualwissenschaft wurde hauptsächl. v. männern geschrieben und diese erwähnten lesben nur nebenbei. hauptsächl. interessierten sie sich f.d. männl. sexualität. untersuchungen über lesb. liebe wurde eher in anekdoten abgehandelt. und im übrigen mein(t)en männer, was für sie i.d. sexualität gelte, könnte für frauen einfach übernommen werden.
das ist falsch! für viele männer nicht vorstellbar, dass frauen miteinander und ohne männl. beteiligung befriedigung finden , da frau die `schwesterseele` nur i.d. beziehung zur frau/schwester findet.

ExilTiroler
00
13.8.2010, 00:42
Meine Güte . . .

Es geht grundsätzlich darum, dass Menschen auf Grund ihrer Neugier( und die Neugier ist meiner Meinung nach, eine der besten Eigenschaften des Menschen) etwas ausprobiert haben um eine Erfahrung reicher zu sein und dadurch sich selbst ein bisschen klarer zu werden, wie sie ihr Leben leben besser, glücklicher leben können oder könnten.
Mein Kommentar ist jetz nicht nur auf den Artikel beschränkt, sondern eher auf die allgemeine Situation von Menschen welche sich in einer Phase ihres Lebens befinden, wo sie sich klar(oder klarer) über ihre eigenen Gefühle werden wollen... Und so mancher unqualifizierte Kommentar ist wirklich unnötig...in solchen Situationen geht es meist nicht nur um die reine Mechanik des Vorganges, sonder um Gefühle.
mfg

leonidis
00
12.8.2010, 23:53

wo bleibt die Ansichtssache?

RunIntoFlowers
03
12.8.2010, 22:51
"Irgendwas war anders"

..hmmm... was denn blos???

populäre Front
 
05
12.8.2010, 20:53
Ich glaub, ich wart bis der Film rauskommt ;-))))

Fritz Meyer
12
12.8.2010, 15:51
Noch besser wären allerdings mehr Bücher...

die generell von schönem und harmonischem Sex und der Liebe zwischen zwei Menschen berichten.

Finanzhai2010
115
12.8.2010, 15:19
Carla findet als Teenager mit ihrer Basketballtrainerin den 7 Himmel

Klingt so harmlos, ist aber eigentlich ein Zeichen dafür wie extrem (noch) zwischen Männer und Frauen unterschieden wird. Man stelle sich folgenden Text vor "Karli findet als Teenager mit seinem Fussballtrainer den 7 Himmel" oder der "Der Ministrant Peter findet mit seinem Pfarrer den 7. Himmel"....

Jo eh...
31
12.8.2010, 20:16

Mit Verlaub, das ist Blödsinn. Ich habe selbst in meinem Bekanntenkreis ein Basketballtrainer-Basketballspielerin-Paar und ein Mathe-Lehrer-Mathe-Schülerin-Paar, beide aus dem Gymnasium. Da wird überhaupt nicht extrem unterschieden, nur in Ihrer Phantasie.

Dimple
00
16.8.2010, 19:30
Wenn sich das ganze

bei einer Partnerin im Teenager-Alter abgespielt hat und die andere Partnerin war erwachsen, dann halte ich es zumindest für nahe dem Ausnutzen einer Abhängigkeit - wie auch bei Priester-Ministrant oder LehrerIn-SchülerIn bzw. umgekehrt.

lg
Dimple

Simskoarl
 
01
13.8.2010, 00:34

Und hoffentlich bewegen sich alle Beziehungen im Rahmen des Gesetzes.

Heavyweather
01
22.8.2010, 01:34

Das wäre fad.
Wer wissen will wie es in unseren Schulen zu geht bestellt sich Verbotene Liebe (Erotische Beziehungen zwischen SchülerInnen & LehrerInnen), Döcker Verlag, Wien, 1998 Julius Mende.

War ein lustiger Knabe der Mende...alles Kollegen aus der Schule.

jumpingjack flash
13
12.8.2010, 18:37

carla findet als teenager mit ihrem mathelehrer in den 7. himmel - ich find alles gleich harmlos/bedenklich entweder es gibt gleichberechtigung oder nicht.

jumpingjack flash
01
12.8.2010, 12:05
"So zarte Lippen, so weiche Haut"

kann ich nur bestätigen, sicher eine erfahrung vieler heteromänner.

Wunderbare Welt
 
10
12.8.2010, 11:28
so eine frage

gedeiht nur auf sehr phantasielosem boden.....

fuchstritt
73
12.8.2010, 10:42

die einzige frage die in wahrheit alle interessiert ist doch wohl: wie machen sie es denn jetzt wirklich?

jumpingjack flash
12
12.8.2010, 12:06

das kommt dann eh im fortsetzzungsband.

Stolz, Frau zu sein
10
12.8.2010, 17:56
Bin schon ganz aufgeregt!!!

Wir sicher uhrarg!!!

merz1
 
19
12.8.2010, 12:05

ja ja manchen fehlt die vorstellungskraft wenn kein zipferl im spiel ist ; )

ARO5
12
12.8.2010, 21:18

Liegt vermutlich daran, dass die meisten das Glück haben, nicht nur mit einem "Zipferl" ausgestattet zu sein ;-)

jumpingjack flash
21
13.8.2010, 00:47
etwas grosses

ich kann daher den penisneid durchaus verstehen!

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