Ein Großaufgebot an PolizistInnen schützte Parade-TeilnehmerInnen vor GegendemonstrantInnen
Jerusalem - Mit einem Großaufgebot an Sicherheitskräften hat die israelische Polizei die rund 2.000 Schwulen, Lesben und Bisexuellen auf der diesjährigen Schwulenparade in Jerusalem geschützt. Die Parade begann am Donnerstag mit einer Schweigeminute für zwei Jugendliche, die von einem bisher unbekannten Täter am 1. August 2009 in einem von Schwulen und Lesben besuchten Zentrum in Tel Aviv getötet worden waren.
Die Parade ist in Jerusalem besonders umstritten. Ein Großteil der Bevölkerung besteht aus streng gläubigen Juden und muslimischen AraberInnen. Jerusalems stellvertretender Bürgermeister Itzhak Pindrus, von der ultra-orthodoxen Partei Vereinigtes Tora-Judentum, hatte beispielsweise die Polizei um eine Genehmigung für eine Gegendemonstration mit Eseln gebeten, um gegen die "tierische Parade" zu protestieren.
Homosexualität: "Freiwillige Krankheit"
Nach Polizeiangaben wurden drei Gegendemonstrationen genehmigt. Eine wurde von dem rechtsextremen Aktivisten Baruch Marsel angeführt. Marsel bezeichnete in einem Gespräch mit dem Internetportal ynetnews.com Homosexualität als "freiwillige Krankheit", die die ganze westliche Welt ruinieren werde. "Menschen werden damit nicht geboren", sagte er. Mit dem Großaufgebot an PolizistInnen und Sicherheitskräften sollten Unruhen verhindert und die TeilnehmerInnen der Schwulenparade geschützt werden, sagte Polizeisprecher Mickey Rosenfeld. (APA)