Fast jede dritte Lehrerin arbeitet in einem Teilzeitmodell - "Ausgebrannt" sind vor allem ältere LehrerInnen
Wien - Ein Viertel der österreichischen LehrerInnen hat keinen Vollzeitposten. Und es werden - zumindest an den Pflichtschulen - immer mehr, wie die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der ÖVP durch Unterrichtsministerin Schmied zeigt. LehrerInnen würden freiwillig Stunden reduzieren, weil vor allem viele ältere KollegInnen "ausgebrannt sind und nicht mehr können", erklärt Lehrergewerkschafter Walter Riegler.
Männer- und Frauenanteil steigt
Waren im Schuljahr 2006/07 noch 24,3 Prozent der 63.618 LehrerInnen an Volks-, Haupt, Sonder-, Berufs- oder Polytechnischer Schule teilzeitbeschäftigt, waren es 2008/09 bereits 26,2 Prozent der 64.989 PädagogInnen. Dabei ist nicht nur der Anteil der Frauen in Teilzeit (Lehrverpflichtung von weniger als 100 Prozent) von 27,5 auf rund 29,1 Prozent gestiegen, auch bei den Männern gab es einen Zuwachs (von 13,0 auf rund 15,2 Prozent).
Für die LehrerInnen an AHS und Berufsbildenden Mittleren und Höheren Schulen (BMHS) gibt es wegen einer Umstellung der Statistik keine Vergleichsdaten über die vergangenen Jahre. Im Schuljahr 2008/09 haben hier 24,6 Prozent (AHS) bzw. 24,5 Prozent (BMHS) der PädagogInnen nicht Vollzeit gearbeitet. Das heißt, dass sie nach einer (vom Unterrichtsministerium abweichenden, Anm.) Definition der Statistik Austria eine Lehrverpflichtung von weniger als 90 Prozent hatten.
"Frauen nutzen Zeit für Kinderbetreuung"
Dass fast jede dritte Lehrerin nur Teilzeit arbeitet, führen sowohl Riegler als auch das Unterrichtsministerium darauf zurück, dass Frauen die Zeit für die Kinderbetreuung nutzen. Bei ihren männlichen Kollegen hat der für Riegler "unerwartet hohe" Anteil u.a. damit zu tun, dass von der Statistik auch Religionslehrer erfasst werden - dieses Fach würde teils auch von Geistlichen unterrichtet, die dafür nur stundenweise an die Schule kämen. (APA)