Sexistische Werbung

"Sensibilisierung" aber keine Verurteilung

30. Juli 2010, 15:55

Werberat reagiert auf "Hirter"-Werbung: Sujet "als inadäquat zu betrachten" - Sujetwechsel gefordert

Wien - Die von den Wiener SPÖ-Frauen beanstandete Werbekampagne "Hirter Fasstypen" hat auch den Werberat beschäftigt. Dieser hat am Freitag zu dem Sujet der Brauerei, auf dem nackte Frauenhaut zu sehen ist, zu künftiger Sensibilisierung aufgefordert. Verurteilt wurde die freizügige Kampagne jedoch nicht.

Zwar bemängelt der Werberat, "dass sich das Werbemittel bewusst spärlich bekleideter, ihre Nacktheit lediglich mittels ihrer Arme bedeckender, Frauen bedient, ohne dass ein unmittelbarer oder mittelbarer Zusammenhang zwischen der beworbenen Ware und den Körpern der Protagonistinnen erkennbar wäre", was in Formen der kommerziellen Kommunikation "als inadäquat zu betrachten" sei. Unter anderem weil die Kampagne als nicht jugendgefährdend eingestuft wurde, hat der Werberat keine Verurteilung ausgesprochen, rät aber "dringend zu einem Sujetwechsel respektive das Sujet für weitere werbliche Aktivitäten nicht mehr einzusetzen".

SPÖ-Frauen machen weiter mobil

Die SPÖ-Frauen und die Wiener Frauenstadträtin Sandra Frauenberger wollen sich verstärkt dem Thema sexistischer Werbung annehmen, wie sie am Mittwoch ankündigten. Unter anderem gibt es Musterbriefe zum Download. Erster Adressat war die Brauerei Hirter wegen der "Hirter Fasstypen". Hierbei bedecken drei Frauen ihren nackten Oberkörper nur spärlich mit der einen Hand, während sie in der anderen ein Bier halten. Sandra Frauenberger nimmt die Entscheidung des Werberates zum Anlass, ihre Forderung nach einem gesetzlichen Verbot sexistischer Werbung zu erneuern. "Ein Gesetz", so die Frauenstadträtin, "brächte mehr Klarheit als es die Selbstkontrolle der Werbewirtschaft vermag". (APA/red)

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12 Postings
KTHXBYE
30.07.2010 18:44

Hauptsache der Standard hat als Artikelbild beim Achselschweißthema eine Tittenqueen im Bikini.

Mahnende Stimme
30.07.2010 22:06

Und was wäre eine angemessenes Foto für die Verwendung eines Deos? Eine Giraffe, ein Elefant, ein Wohnhaus?

KTHXBYE
31.07.2010 00:21

Ein fetter 60-Jähriger mit Achselhaaren bis zum Ellenbogen hätte als Illustration doch auch gereicht, oder?

Nicht, daß ich nicht das vorhandene Bild bevorzugen würde, mir geht nur die Scheinheiligkeit in diesem Femoluzzerblatt auf den Nerv.

Toeris 
30.07.2010 16:00

Und wie oft wird das Thema von der Redaktion hier noch ausgemolken?

Böser
30.07.2010 19:10

auf derstandard hat man wenigstens schon das falsche "sensibilisierung" auf "sensibilität" ausgebessert - die zitronentanten haben das noch nicht geschnallt

domanz
30.07.2010 17:07

Bis endlich praktische statt theoretische Gleichberechtigung stattfindet und diese Augenauswischereien nicht mehr notwendig scheinen.

Toeris 
30.07.2010 18:07

Ist nachvollziehbar.
Nur, dann würde ich auch dafür plädieren eben auch die "Männer" per IP-Adresse hier zu sperren, die sich bei solchen Themen im Kreis stehen und drauf pinkeln.
Das tut aber hier niemand. Somit ist die Aktion ziemlich zahnlos und nervt.

Stolz, Frau zu sein
31.07.2010 00:59
Sie haben wohl Probleme mit anderen Meinungen, hm?

Sie können unmöglich die Geschlechterzugehörigkeit der Poster wissen - Sie wollen nicht "Männer" sperren, sondern Meinungen; sehr sauber. :-)))

Wir Frauen - wir starken Frauen - haben solchen Protektionismus nicht nötig. Lieb von Ihnen, aber: Nein, danke!

obibiber
01.08.2010 23:04

geschlechter"zugehörigkeiten", wie sie das nennen, lassen sich bisweilen schon noch ganz gut ablesen, leider, rollenverhalten bzw. geglaubtes rollenverhalten.
sie tun sich zb nur "frau" in den nick, das heißt aber nicht, dass sie durch ihre äußerung als solche identifizierbar wären, im gegenteil.

domanz
31.07.2010 17:44

Eben, ich denke dass man starke Frauen genausowenig um ihr Geschlecht bemitleiden muss, wie Behinderte, die mit ihrer gesellschaftlich verursachten Benachteiligung (und natürlich mit ihrer Krankheit) gut zurecht kommen.

Was ich aber nicht versteh, sind diese Pseudoannäherungen an Gleichberechtigung, wie Gendering und Anschwärzen von sexistischer Werbung, was ich nicht als feministische Aktionen sehe sondern einmfach als Zeichen zeil- und sinnloser Frsutration + Unsicherheit, zwar verständlich, aber nun ja, sinnlos.

Toeris 
30.07.2010 18:54

Oder anders gesagt, weil es so tierisch nervt:
Wer Macht hat, muss sie auch ausüben.
Tut er/sie es nicht, wird er verarscht, und das passiert hier pausenlos immer wieder von den Gleichen. Und das sind die gleichen Typen, nur 20 Jahre älter, die solche Werbung initiieren.

leonidis
30.07.2010 18:22
abhilfe

beiträge am dienstag veröffentlichen, dann muss frau nicht mit böser kritik leben

oder auf der seite am besten gleich aus jedem tag dienstag machen...

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