Sexismus in der Werbung "wird schlimmer"

30. Juli 2010, 18:46

Frauenbeauftragte warnt vor Ästhetisierung von Gewalt, Werberat verurteilt Hirter-Bier-Plakat nicht

Graz/Wien - Schönheit, Mutterschaft beziehungsweise Fürsorge und Natürlichkeit: Das sind Komponenten, auf die Frauen nicht nur vor hundert Jahren reduziert wurden, sondern auch oft in der Werbung von heute. Die unabhängige Frauenbeauftragte der Stadt Graz und Obfrau des Grazer Frauenrates, Maggie Jansenberger, kann ein Lied davon singen.

Dass man Frauen damit auch auf die gesellschaftlichen Rollen des Gebärens und des passiven Gefallens (nämlich den Männern) festlegt und andere Betätigungsfelder, vor allem intellektuell, negiert, ist für viele Menschen noch immer nicht als Problem erkennbar. Firmen, die darauf hingewiesen werden, dass ihre Spots oder Plakate Frauen diskriminieren, reagieren meist "überrascht, betroffen und enttäuscht", so Jansenberger zum Standard. Und sie fühlen sich missverstanden: "Wir wollten damit nie das weibliche Geschlecht diskriminieren, im Gegenteil, das Frauenbild, das Bipa beschreibt, geht stets von einer selbstbewussten Frau aus, die den Begriff der Schönheit individuell für sich definiert", reagierte etwa die Kosmetikkette Bipa.

Bipa musste erst vor wenigen Wochen einen TV-Spot nach einer Entscheidung des Österreichischen Werberats (ÖWR) zurückziehen. Der Spot hatte eine Frau in einer Art Foltersituation gezeigt, Blut floss, die Szene löste sich dann aber auf: Der vermeintliche Folterstuhl war ein Stylistenstuhl, das Blut rote Haarfarbe.

Viele Firmen argumentieren laut Jansenberger, die auch die Watchgroup Sexismus leitet, aber auch damit, dass immerhin auch weibliche Mitarbeiterinnen an der Entwicklung einer Kampagne beteiligt waren. "Das ist aber für sich eine biologistische Sichtweise", so die Frauenbeauftragte. Eine Frau sei eben nicht automatisch Sexismus-Expertin.

Kein Verbot für Hirter-Plakat

Allgemein werde es "schlimmer statt besser", glaubt Jansenberger, "zum Beispiel was die Ästhetisierung von Gewalt an oder die bildliche Zerstückelung von Frauenkörpern betrifft". Ein Beispiel, wo etwa der Kopf einer Frau gleich ganz weggelassen wurde, war vor eineinhalb Jahren die Werbung von Puntigamer Bier, die ein pralles Dekolleté und drei Bierkrüge mit des Satz "Darf's ein bisserl mehr sein?" zeigte.

Das Plakat der Brauerei Hirter, das die Debatte neu aufflammen ließ, wird vom Werberat übrigens nicht gestoppt. "Aber es gibt die Aufforderung von uns zu mehr Sensibilität", erklärt Michael Straberger, ÖWR-Präsident, dem Standard am Freitag. So erwarte man, dass weitere Teile der Kampagne zurückgehalten werden. Straberger, selbst Werber, findet das Plakat "zwar wirklich schlecht gemacht und für Frauen und Männer beleidigend, was auch viele männliche Werberäte so sahen, aber nicht für gefährlich". (Colette M. Schmidt, DER STANDARD, Printausgabe 31.7./01.8.2010

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Warum gibt es eigentlich in Oesterreich so viel grottenschlechte

Werbung?
Die scheint ja wirklich von/fuer Alpendodel gemacht zu werden.

Hier im UK gibt es witzige und vor allem intelligente Werbung.

Vielleicht koennte man in den heimischen Agenturen auch mal was intelligentes kreieren. Das wuerde sich von dem Einheitsschmarrn abheben. Ist man in den Agenturen so unterbelichtet, geht man auf Nummer sicher, oder haelt man die Konsumenten fuer so unterbelichtet.

Ich finde es falsch...

... auf sexuellen Stimuli basierende Werbung mit Sexismus gleichzusetzen ...

... aus der Sicht von zu überwindenden Rollenbildern ist eine zwischen Kindern herumputzende Frau wesentlich problematischer, als eine biertrinkende Oben-Ohne Lady...

... was da geredet wird... Gleichsetzung von "Bier" und "Frau"... das ist so als würde ich mich über die in der Meister Proper-Werbung praktizierte Gleichsetzung von Mann und Putzmittel aufregen...

Sexismus sind i.B. Frauen benachteiligende Handlungen, Regelungen und Haltungen... da gibt es einen breiten Konsenz, dass das abzulehnen ist...

Eine Verbot von anzüglichen Darstellungen und Pornografie leht der Großteil der Bevölkerung aber ab...

Die härteste Werbung momentan ist trotzdem die von McDonald, ähm glaub ich halt. Wo die zwei Zanuftis golfen, hörbar einen Unfall verursachen und.... essen gehen.
Ich bin kein Jurist, aber mir fallen dazu so Dinge ein wie "unterlassene Hilfeleistung" oder "Fahrerflucht", wie auch immer. Richtige Männer halt.
Ist das rechtlich o.k., lieber Werbebeirat?

natürlich ist es ok...ist ja bloß eine werbung,und die hat eben keinerlei bildungsauftrag und ist auch nicht dazu da moralisceh werte zu vermitteln...

Ich hab gestern einen Film gesehen,...

...da ist tatsächlich jemand erschossen worden. Wo kann ich Anzeige erstatten?

So manch einer kann halt wirklich nicht erfassen,

worum es in dem Artikel eigentlich geht...

Wobei wir wieder beim eigentlichen Problem waeren...

Das sind aber schon unterschiedliche Dinge: in einem Film habe ich eine Handlung, die erklärt, warum etwas so ist, wie es ist.
Hier wird uns unterschwellig kundgetan, dass es cool ist, frühstücken zu gehen, wenn die Sonne scheint und vielleicht jemand verblutet.

Das Einzige was hier jemandem etwas unterschwellig...

...kundtut ist Ihr mit Überheblichkeit gepaartes Sendungsbewusstsein, welches Sie offenbar zu glauben veranlasst, dass Sie die Botschaften hinter irgendetwas zu erkennen vermögen, während alle anderen zu blöd sind um zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden.

Also für so manche wärs echt besser

die würden garnicht fernsehen oder bestenfalls das Wetter. Alles andere verkraften sie offensichlich nicht.

Wir-haben-ein-Menschenrecht-darauf-nackte-Frauen-anzusehen.

Da scheinen Sie zu vergessen, dass Menschenrechte auch Frauenrechte inkludiert

Wo sind sie denn die geilen Maenner auf den Plakatflaechen?? Muessen wir uns wirklich nur mit dem ungustioesen, ungepflegten, ungebildeten Bierbauchwapplern im Strassenbild abgeben????

Dann sollte sich der Werberat aber auch dafür einsetzen

dass mehr CocaCola-Männer in die Werbung kommen und nicht dafür, dass keine feschen Mädels zu sehen sind. ;-)

Ja, aber bitte nur hübsche! Warum sind es meistens genau die schiarchen die halb nackert durch die Gegend laufen müssen oder im Schwimmbad oben ohne oder mit Fettbauch im Bikini sitzen?
Aber zum Glück kann ja jeder wegschauen. Lustig sind nur die bösen Blicke mancher Frauen - fett mit Wampe sitztens dort und mampfen ihre Pommes und schauen böse auf die schlanken Frauen die einen Apfel essen :-)
Der Neid ist schon ein Hund :-)

Mir ist aber auch noch nie eine hübsche Emanzin untergekommen.

Mit so einer Meinung werden Sie auch nie eine emanzipierte Frau kennen lernen, Hr. Freigeistin1.

Macht dir auch keiner streitig, dein "Männerrecht".

Niemand hat was gegen schöne Frauen- und Männerkörper. Es geht um das Bild, das die Werbung transportiert:
Männer sind bewunderte Macher, Frauen werden konsumiert. Wieviel Stoff dabei im Spiel ist, ist oft signifikant, aber eigentlich zweitrangig.

Die Realität tut schon weh, gell?

Wow, das nenn' ich eine lange Leitung. Und dann ein Hassposting ohne Inhalt. Hat Ihre Frau heute nicht gekocht?

Ich habe keine Frau sondern einen Mann, da ich selbst eine Frau bin.
Wo sehen Sie ein "Hasspost"?
Wer zwingt Sie mein follower zu sein?

Da fällt mir auf, dass Ihnen "Ch.Gh.", ein paar Postings weiter oben, nach so langer Zeit geantwortet hat. Und Sie haben mich, aus meiner Sicht völlig unzusammenhängend und sinnentleert, angeflegelt. Vergleichen Sie die Uhrzeiten. Darum nannte ich Ihr Posting ein "Hassposting".
Und: ich bin ganz sicher nicht ihr follower, welch' grauenhafte Vorstellung!

Warum werden Frauen "konsumiert"? Es liegt wohl in der Natur der Sache dass Frau "hübsch & sexy" ist während Männer andere Aufgaben und Reize auf Frauen ausüben.
Welcher Mann will schon so ein "Mannsweib" welches genauso wie ein Mann sein möchte?
Weiblichkeit und Mutterschaft gilt heute scheinbar schon als "böse" oder "sexistisch". Lächerlich.

Gaehhn...! Noch so ein Neanderthaler

Da koennen Sie sich noch so sehr einen weiblichen Nick geben. Und Freigeist? Hat das nicht was mit Denken zu tun?

Aber wie kommen Sie darauf

dass Frauen konsumiert werden und Männer nicht? Wieso kommen Sie darauf, dass Männer bewundert werden und Frauen nicht?

Der "Herbert, trink das" ist ein bewunderter Macher?

Männer sind alles in der Werbung: Vollidioten, Lustobjekte, fürsorgliche und Rabenväter, Machos und Mamaburlis....

Wenn ich Bier trinke, konsumiere ich auch - und stille das Grundbedürfnis Dust. Wenn ich esse, stille ich das Grundbedürfnis Hunger. Wenn ich eine Frau oder weibliche Formen (wie viel Stoff auch immer dazwischen ist) betrachte, stille ich meinen Hunger nach Ästhetik. Diese Seh(n)sucht ist nicht schmutzig, wie uns früher die Kirche und jetzt die SexismuspredigerInnen weismachen wollen. Sie ist elementar und ein Menschenrecht. Welche Biermarke sie in Händen hält, ist total nebensächlich. "Sex sells" funktioniert in so fern gar nicht.

Für Nitrat im Trinkwasser, Feinstaub in der Luft und für Formaldehyd in Möbeln gibt's Grenzwerte.

Wir Werbefachmänner unterliegen keinen Grenzwerten und kontaminieren das Umfeld in viel umfassenderen Maße.

Na als Werbefachmann wird es ja keine Problem sein

mit gutem Beispiel voran zu gehen. FSK
Mit hochintellektuellen Plakaten oder Spots können Sie die Konkurenz dann einfach vom Markt fegen.

Doch, es gibt auch für Werbung Grenzwerte und den Einfluss von Werbung muss man auch nicht derartig überzeichnen.

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