Am Wochenende gaben sich die ersten homosexuellen Paare das Ja-Wort - Die erste Zeremonie wurde live im Fernsehen übertragen
Buenos Aires - Als erstes Paar nach der gesetzlichen Einführung der Homosexuellen-Ehe in Argentinien haben sich zwei Schwule im Nordwesten des Landes das Eheversprechen gegeben. Die Hochzeit des 54-jährigen Architekten Jose Navarro und des 65-jährigen Pensionisten Miguel Angel Calefato in Frias in der Provinz Santiago del Estero wurde am Freitag live im Fernsehen übertragen. "Für uns ist das fast nur eine Formalität: Wir sind seit 27 Jahren zusammen," sagte Navarro vor JournalistInnen. Die vom argentinischen Parlament beschlossene Einführung der Homosexuellen-Ehe sei aber insgesamt "ein großer Fortschritt".
Viele gleichgeschlechtliche Paare hatten sich bemüht, als erste nach der offiziellen Einführung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zu heiraten. Navarro zeigte sich "überrascht von diesem Wettrennen". Sein Hochzeitstermin sei "von Anfang an so geplant" gewesen, sagte er. Kurz nach Navarro und Calefato heirateten in der Hauptstadt Buenos Aires der 61-jährige Künstleragent Alejandro Vanelli und der 60-jährige Schauspieler Ernesto Rodríguez Larrese. Sie gaben sich in dem Standesamt das Ja-Wort, das ihnen vor drei Jahren die Eheschließung verweigert hatte.Nach der gesetzlichen Einführung der Homo-Ehe in Argentinien haben nun auch die ersten beiden Frauen geheiratet. Die 39-jährige Claudia Báez und ihre ein Jahr ältere Partnerin Cristina Medina gaben sich am Samstag in der südargentinischen Stadt Río Gallegos das Ja-Wort. Medina dankte nach der Zeremonie den Abgeordneten, mit deren Stimmen ein entsprechendes Gesetz zur Homo-Ehe verabschiedet worden war.
Samstag: Erste lesbische Hochzeit
Die 39-jährige Claudia Báez und ihre ein Jahr ältere Partnerin Cristina Medina gaben sich am Samstag in der südargentinischen Stadt Río Gallegos das Ja-Wort. Medina dankte nach der Zeremonie den Abgeordneten, mit deren Stimmen ein entsprechendes Gesetz zur Homosexuellen-Ehe verabschiedet worden war.
Argentinien hatte Mitte Juli als erstes Land Lateinamerikas die Homo-Ehe
eingeführt und damit gleichgeschlechtlichen Paaren dieselben Rechte
eingeräumt wie heterosexuellen Paaren. Als erstes homosexuelles Paar
hatten sich am Freitag zwei Schwule im Nordwesten des Landes das
Eheversprechen gegeben. Weitere schwule Paare folgten, Báez und Medina
waren jedoch die ersten Lesben, die unter dem neuen Gesetz heirateten.
Die beiden Frauen sind seit sechs Jahren ein Paar.
Einführung mit starken Protesten
Argentinien hatte Mitte Juli als erstes Land Lateinamerikas die Homosexuellen-Ehe eingeführt und damit gleichgeschlechtlichen Paaren dieselben Rechte eingeräumt wie heterosexuellen Paaren. Dies betrifft etwa die Sozialversicherung, die Adoption von Kindern und die Elternkarenz. Das Gesetz ist allerdings sehr umstritten. Rund 90 Prozent der ArgentinierInnen sind katholisch. Der Abstimmung waren daher heftige Proteste vor allem seitens der Kirche vorausgegangen. Weltweit ist Argentinien das zehnte Land, dass die Homosexuellen-Ehe einführte.
Bereits in den Monaten vor der Verabschiedung des Gesetzes hatten mehrere schwule und lesbische Paare die Ehe geschlossen. Nach den Hochzeiten begann jedoch ein langes juristisches Tauziehen um die Rechtmäßigkeit dieser Ehen. Viele RichterInnen versuchten, sie zu annullieren, da das Bürgerliche Gesetzbuch in Argentinien die Homo-Ehe nicht vorsah. Der entsprechende Passus wurde nun geändert. (APA)