Prost, Herr Rainer

4. August 2010, 12:57
  • Für Christian Rainer sind die Hirter-Mädels perfekt verkörperte Emanzipation.
    foto: derstandard.at

    Für Christian Rainer sind die Hirter-Mädels perfekt verkörperte Emanzipation.

Profilierungsversuche gegen einen vermeintlichen Mainstream, dem sexistische Werbung stinkt: "profil"-Chef macht aus Sexismus ein Frauenrecht

Wenn Christian Rainer, Herausgeber und Chefredakteur des Polit-Magazins "profil", vorfährt in seinem Cabrio, selbigem schwungvoll entsteigt und sich in der Lederhos'n passend zum Thema des TV-Termins präsentiert, bei dem sich alles um sexistische Werbung dreht: Dann dürfen wir ruhig mit Attributen wie "schnittig" und "markig" um uns werfen. Und "sexistisch" streichen und gegen "sexy" tauschen.

Eine lupenreine Vorstellung einer Selbstinszenierung als Bonvivant hat Rainer für einen Beitrag in der gestrigen Ausgabe des ORF-TV-"Report" gegeben. Schnittig! Markig! Sexy! Süffisant! waren seine Anmerkungen zum Thema selbst: Bei einem guten Schluck eines gepflegten Bieres - Hirter, was sonst - an der Budel eines Bierlokals reüssiert er mit Aussagen zum Frauenrecht auf Nacktheit. Auch und gerade in der Öffentlichkeit: Perfekt verkörperte Emanzipation quasi.

Nur FeministInnen verstehen das nicht. FeministInnen sind so begriffsstutzig und stur, dass sie auch nicht erkennen, dass sich die Hirter-Werbung eigentlich an Frauen, die gerne Bier trinken, richtet. Sagen die Verantwortlichen bei Hirter, darunter eine Frau: Die drei Models mit den schönen Haaren sind Identifikationsflächen, die den steigenden Konsumentinnenzahlen bestens gereichen. Wer bitte, auch ihr FeministInnen seid angesprochen!, genießt ihr Biertschi denn nicht am liebsten kokett und frei von Textilien im Beisein gut colorierter Freundinnen und lächelt dabei in die Ferne. Frauen sind eben Freigeister, und am besten können wir das ausdrücken, indem wir uns ausziehen.

Ein/e Schelm/in, wer denkt, Rainer wisse es nicht besser, wenn er Sex(iness) mit Sexismus gleichsetzt. Aber im befreiten Bierwunderland kritische Töne spucken und dazu abnicken, was die uncoolsten Leute überhaupt - ihr FeministInnen seid angesprochen! - sagen, das passt nicht.

Dass es noch weniger cool ist, um milde Provokation bemüht, Anti-Thesen gegen einen vermeintlichen Mainstream in die Welt zu posaunen, erkennen wieder nur die verbohrten FeministInnen. Aber die meinen ja auch, dass Sexismus Mainstream ist, und nicht die Kritik daran. Ein paar von ihnen vergeben weiterhin hartnäckig Zitronen. Die schmecken auch zu so manchem Bier! Prost, Herr Rainer. (bto/dieStandard.at, 4.8.2010)


Link

ORF TVthek: Report-Beitrag "Sexy Reklame"

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 216
1 2 3 4 5
nett geschrieben

Frauen sind eben Freigeister, und am besten können wir das ausdrücken, indem wir uns ausziehen.

:D

die hirter bierwerbung ist einfach faaad, so siehts aus!

und weil sie so fad ist und sich niemand wirklich über die drei dumm dreinblickenden tussis aufgeregt hat, hat man halt einen hype erfunden, damit der reichlich unsympathische geschäftsführer von hirter auch mal sein gesicht in die kamera halten kann und damit auch gleich bewiesen hat, dass in kärnten intelligenz nicht unbedingt zu den gefragten eigenschaften eines geschäftsführers gehört! und der herr rainer hat die gelegenheit genutzt, zu provozieren, was ihm gelungen ist! im übrigen ist auch seine argumentation sehr dümmlich, denn so haben die alt68er vor jahrzehnten schon argumentiert, wenn sie sich an nackten frauen begeilen wollten....urfaaad das alles zsamm!

Passt scho Christian!

Ich wüsste kaum eine bessere Auszeichnung und eine Bestätigung dafür das man sicher etwas richtig gemacht hat als eine dieStandard-Zitrone.

ist doch klar - wer sich so stilvoll aus dem ferrari pult,

mit der kurzen, nicht aufg'streckt'n ledernen :

http://www.bilderhoster.at/eadcq1281... 76957.html

will auch nackte tatsachen sehen !

Sind Sie sich da wirklich sicher?!

Blabla, bla, blablabla, ... bla

na, da redet ja grad der richtige.

"Profilierungsversuche gegen einen vermeintlichen Mainstream, dem sexistische Werbung stinkt"

tja, sollte da Fr. Tombor schon erkannt haben, daß es nicht die Meinung des "Mainstreams" ist, immer und überall Sexismen konstruieren zu müssen? bzw daß der "Mainstream" keinen Sexismus in der Werbung erkennt

oder doch nur ein Satz den die Autorin selbst nicht durchschaut hat....

immer wieder witzig

wie schlecht manche leute reagieren, wenn ihnen wer die tittenbildchen beim autofahren streitig machen will...

also die meisten hier verteilten zitronen für werbeplakate

tadelten nicht tittenbildchen sondern meist sogar nur werbesprüche - und da meist sachen ganz ohne irgenwelche nackten tatsachen.

Die Werbung würde ja viel besser ankommen

wenn man 3 Männer mit Waschbärbauch sehen würde.

Die Frage wäre dann jedoch nur, wer wäre die Zielgruppe dieser Werbung?

Ich!

Ich find so knuddelige Männer süß.

peta

jep. die haben einen zitronenbaum für ihr gesamtes oevre verdient.

anders rum

wie wäre dieser Kommentar anders rum, also wenn Rainer abwertend über Äußerlichkeiten der Frau Birgit Tombor schreiben würde?

Was wäre dann das schwungvoll Entsteigen in Lederhose als Selbstinszenierung des biertrinkenden markig schnittigen Bonvivants wohl formuliert? Jedenfalls wäre es zitronenreifster Sexismus - nach Meinung der Zitronenredaktion.

http://www.grazerfrauenrat.at/cms/index... tandard-at

anders dumm

tja, wenn bto zur selbstinszenierung ein halbfertiges dirndlkleid tragend mit einem hIRRrtenbier verkünden würde, dass so eine werbung ja nur durch die nackte haut erkennbar macht, dass die hirten auf der alm ihr bier kalt trinken müssen, um in den genuss einer ganslhaut zu kommen - und vor allem, wenn erkennbar ist, dass sie das ganze ernst meint und nicht als performance inszeniert - ja dann ...
gibts dafür Zitrusradler.
aber ich schätze dieStd.Redakteurinnen nicht so beduselt - und selbst beduselt wären sie nicht so dumm wie ein herr, der angeblich profil hat.

wie wahr

nur wer kennt schon Frau Birgit Tombor???

also am geilsten ist doch

daß Rainer jetzt schon wegen seiner - nicht der hegemonialen Männlichkeit entsprechenden - Äußerlichkeit abgewertet wird...

schon interessant, wie schnell so ein Rollenklischee wieder "ok" ist, solange man sein Nichtzutreffen als Beleidigung inszenieren kann

aber ein Armutszeugnis für die Frau, die solche Äußerungen nötig hat

die bumst wahrsch. mit Berlusconi...

noch geiler ist doch,

das sie grade was erfunden haben, was für den heterogenen internetmob partiell urcool klingt, aber trotzdem halt nur erfunden ist - nämlich das Rainer in dem Artikel irgendwo optisch abgewertet würde. An welcher Stelle bitteschön?

richtig. Eigentlich wäre dieser beleidigende Ton arg sexistisch, wenn der Autor ein Mann und das Opfer eine Frau wäre.

joa, aber auch NUR dann

es ist ja auch nur dann Sexismus, wenn man FRAU zum Sexualobjekt degradiert

Männer die als Familienernährer erzogen und bewertet werden oder die pauschale Gewaltzuschreibung (Gewalt üben beide Geschlechter in gleichem Ausmass aus, die Formen sind lediglich unterschiedlich, siehe "Zechtour: Gattin sticht zu" oder diverse postnatale Kindsmorde durch die Mutter) sind ebenso sexistisch und unzutreffend und daher EINZUSTELLEN

alleine die Behauptung Männer würden Frauen per se unterdrücken oder objektifizieren wollen ist in höchstem Masse sexistisch

von den "üblichen" Sexismen diverser Feministinnen wollen wir ja garnicht reden, da sollte man in Zukunft überhaupt nurmehr klagen

bis ihnen der Hut brennt...

Ein/e Schelm/in, wer denkt, FeministInnen wisse es nicht besser, wenn sie Sex(iness) mit Sexismus gleichsetzen.

wer diesen satz bei einer deutsch-matura schreiben würde, der müsste (bei gerechter benotung) alleine deswegen durchfallen....

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 216
1 2 3 4 5

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.