Norwegen

Kopftuchverbot für Polizistinnen rechtswidrig

20. August 2010 14:13

Streit um religiöse Kopfbedeckungen provozierte im Vorjahr PopulistInnen-Sager über "schleichende Islamisierung"

Oslo - Das geltende Kopftuchverbot für Polizistinnen in Norwegen verstößt sowohl gegen das Gleichheits- als auch gegen das Anti-Diskriminierungsgesetz. Zu diesem Schluss kam am Freitag die staatliche Gleichstellungsbehörde in Oslo. Damit geht der Streit um das Tragen religiöser Kopfbedeckungen für Uniformträgerinnen in Norwegen in die nächste Runde.

Die norwegische Gleichstellungs-Ombudsfrau Sunniva Arstavik zeigte sich über den Schiedsspruch der 2006 ins Leben gerufenen Behörde erfreut. Sie forderte das Justizministerium erneut auf, das Verbot nun aufzuheben.

"Schleichende Islamisierung" Norwegens

Der Streit war im vergangenen Jahr im Vorfeld der Parlamentswahlen eskaliert. Zuerst hatte der damalige Justizminister Knut Storberget den Gebrauch von Kopftüchern für Polizistinnen für zulässig erklärt. Nach heftigen Reaktionen der populistischen Fortschrittspartei sah sich die rot-grüne Regierung jedoch zu einem Rückzieher genötigt.

Im Zuge der Debatte äußerte Fortschrittspartei-Chefin Siv Jensen ihren Spruch von der "schleichenden Islamisierung" Norwegens, von dem sie sich später distanzierte. Der rot-grünen Koalition unter Sozialdemokraten-Chef Jens Stoltenberg gelang indes im vergangenen September die Wiederwahl. (APA)

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Kra Wuzikabuzi
23.08.2010 08:45
auf unserem kulturellen grab wird stehen...

wir waren politisch korrekt, aber blöd.

the boy who would live forever
23.08.2010 08:28
hat eigentlich noch jemand außer mir

bei "populistische fortschrittspartei" sofort an die fortschrittarier bei den simpsons gedacht?

BK W. Shoyssel
23.08.2010 08:11
einheitliche Adjustierung = Uniform

Warum regen sich Leute über die Uniform auf, wenn sie sich einen Beruf mit Uniform ausgesucht haben?

So einen Dachdecker oder Rauchfangkehrer wird sich der Chef sicher wünschen, der ein halbes Jahr nach der Einstellung plötzlich erklärt, dass sein Glaube es ihm verbietet, höher als 3 Meter aufzusteigen, da er die oben wohnenden Götter Wotan und Baldur nicht beleidigen will.

Marie Sandoz
21.08.2010 19:31
Man kann Gesetze

auch ändern.

Ava Tar
22.08.2010 02:03
Jaja, kann man.

1935 war ein interessanter Jahrgang. Nürnberger Osthang.

van.der.stiege
21.08.2010 16:26
schon komisch....

... wie dies von der gleichstellungsombudsfrau auch noch schöngeredet werden kann wenn dadurch ja eigentlich eine ungleichstellung manifestiert wird!

ich darf doch wohl annehmen, dass frauen als auch männer, homo- und heterosexuelle, christen, zeugen jehowas und alle ohne religiösen bekenntnis sowie behinderte polizeibeamte eine einheitliche uniform haben. das ist gleichstellung!

aber einer gruppe sonderrechte zu gewähren hat nix damit zu tun !!!

Benu
21.08.2010 12:31
U N I F O R M = A L L E G L E I C H

Als Uniform (umgangssprachlich Kluft) bezeichnet man gleichartige Kleidung, um optisch einheitlich (lateinisch-französisch: uniform) in der Öffentlichkeit aufzutreten. Wiki

Da kann ja jeder kommen.

miss chicken
21.08.2010 15:45
denkst du da an Krawatten?

miss chicken
21.08.2010 11:32
Samstag, Tag der Zensur, der Denkverbote, der feien Meinung, solange sie westlicher Mainstream ist!

der Rabe
21.08.2010 09:45
Da könnte man ja fast vertrauen in Demokratie und Rechtsstaat gewinnen.

Während im restlichen Europa antislamistische und antisemitische Ressentiments die Rechtssprechung durchfluten,
behauptet sich in Skandinavien das Recht als Hüterin von Menschenrechten.

Nennt mich Loretta
 
21.08.2010 23:03
Deshalb wurde in Österreich auch vor kurzem ein türkischstämmiger Gewalttäter auf Grund seines kulturellen Hintergrunds mit einer milderen Strafe bedacht.

Ich bezweifle, dass Sie mit ihrem Posting Rassismus gegen Österreicher im Sinn hatten.

Wenn Sie schon so einen populistischen Blödsinn posten, solltens das auch zumindest irgendwie begründen.

http://derstandard.at/126370600... hem-Erlass

mans zelmerlöw
21.08.2010 13:12

ja besonders juden und homosexuelle habens schön in städten wie malmö!

ken_park
21.08.2010 01:15
polizistInnen sollten keine religiösen symbole tragen

genausowenig wie parteiabzeichen oder sonstiges. gehört in den privatbereich!

Markus_L
23.08.2010 07:23

die frage ist ja, ob ein kopftuch ein religioeses symbol ist oder nicht. diese frage wird von muslimen - je nachdem was besser ankommt - unterschiedliche beantwortet.

hamstertier
21.08.2010 17:15
an ken

find ich auch.

Alter Knacker
21.08.2010 12:29

in der Arbeit sollte man arbeiten und sonst gar nichts, weil alle anderen müssen auch schuften und kriegen nichts geschenkt. Und man sollte mit der Arbeit so eingedeckt sein, daß man für gar nichts anderes mehr die Zeit und die Kraft hat. Weil so fit sind die Meisten gar nicht, daß sie alles so locker machen können.

Pygar
 
20.08.2010 22:07

Und das im scheinbar fortschrittlichen Norwegen!

"Die norwegische Gleichstellungs-Ombudsfrau Sunniva Arstavik ..." sollte sich schämen, wegen ihrer Freude zum Nachteil von Frauen. Perfide ist, dass eine Gleichstellungs-Ombudsfrau explizit gegen die Gleichstellung arbeitet, bei der Stigmatisierung und der religiösen Unterdrückung von Muslimas mithilft.

Terence Lennox
21.08.2010 02:05
mich wundert..

..dass so viele leute nicht verstehen, wie skandinavien funktioniert. norwegen ist nicht fortschrittlich..

Pygar
 
22.08.2010 01:29

Sorry, ich war mit den Gedanken bei der Gleichberechtigung und da ist es dem übrigen Europa zumindest ein wenig voraus.

Cerberus303
20.08.2010 17:38
Ich finde...

... es gibt genau einen Grund der für das Verbot sprechen würde - nämlich wenn das Gesicht verdeckt wird...
In Österreich gilt ja allgemein das Vermummungsverbot und das hat ja auch an Sinn. Mitarbeiter der Exekutive sollten sich allerdings noch weniger vermummen dürfen.

Wenn das ein religiöses Zeichen in Form eines Kopftuches ist - warum sollte man das verbieten? die erzkonsis hängen sich ja auch ihre goldenen Kreuze um den Hals...

Nennt mich Loretta
 
21.08.2010 09:16
Nur kann ein erzkonservativer Polizist eben nicht einfach ein dickes Goldketterl mit Kreuz sichtbar, über dier Uniform tragen.

Chien de Pique
20.08.2010 23:52

EinE (uniformierte) PolizistIn im Dienst kann eben nicht die Kopfbedeckung seiner/ihrer Wahl tragen.
Selbt wenn man ein amtliches Uniform-Kopftuch schneidert, die anderen PolizistInnen bekommen gerade nicht das lustige Mützlein ihrer Wahl nach offiziellem Design gestellt, ChristInnen auch kein Umhängekreuz in Ultramarin oder Flaschgrün.
Die VertreterInnen der Obrigkeit haben weltanschaulich neutral zu sein und die UntertanInnen nicht mit ihren Privatüberzeugungen zu belästigen. Mit Recht verschwinden die letzten Kreuze aus den Klassenzimmern und Gerichten Europas, nun erobert sich leider ein neues Symbol der Reklerikalisierung offenbar unaufhaltsam seinen Platz, weltliche und geistliche Herrschaftsformen fallen wieder vermehrt zusammen.

Cielito Lindo
21.08.2010 18:16
Und im Namen der Toleranz

applaudieren die von Blindheit Geschlagenen auch noch dazu.

miss chicken
21.08.2010 15:48
diese Argumente kommen mir bekannt vor

Das gleiche haben meine Eltern vor 30 Jahren zu hören gekriegt, als sie die frage stellten, warum Frauen nicht bei den ÖBB, bei der Polzei und beim Heer arbeiten dürften.

Nennt mich Loretta
 
21.08.2010 23:07
Echt? Vor 30 Jahren galt das Geschlecht einer Person als religiöse Ideologie? Oag! ;-)

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