Kongo

Mehr als 240 Frauen nach Massenvergewaltigung behandelt

03. September 2010 10:12

Ausmaß der Rebellenübergriffe im Sommer schlimmer als gedacht - Vergewaltiger vermuteten Gold zwischen Frauenbeinen

Walikale - Die Massenvergewaltigungen während eines tagelangen mutmaßlichen Rebellenangriffs im Osten der Demokratischen Republik Kongo haben offenbar ein erschreckenderes Ausmaß als bisher bekannt. Inzwischen seien in der Provinz Nord-Kivu 242 vergewaltigte Frauen medizinisch behandelt worden, sagte der Arzt Cris Baguma von der US-Medizinerorganisation IMC am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Nach Angaben eines Behördenvertreters wurden innerhalb von vier Tagen zwischen Ende Juli und Anfang August fast 390 Frauen Opfer von Vergewaltigungen. Anschließend hätten sich die ruandischen Hutu-Rebellen und einheimische Milizen zurückgezogen.

Vergewaltiger vermuteten Gold zwischen Frauenbeinen

Auch die Hilfsorganisation IMC machte die Rebellen der Demokratischen Kräfte für die Befreiung Ruandas (FDLR) und örtliche Milizen für die Vergewaltigungen verantwortlich. Den Angaben zufolge ereigneten sich die meisten Übergriffe in Luvungi, einer Ortschaft mit rund 2.200 EinwohnerInnen, und in den umliegenden Dörfern. Die Angreifer hätten vermutet, dass die Frauen Gold zwischen ihren Beinen versteckten, da es in der Gegend mehrere Steinbrüche gebe, sagte Baguma.

Opfer im Alter von 16 bis 75 Jahren

Auch vor schwangeren Frauen und jungen Müttern hätten die Angreifer nicht haltgemacht. Einige Frauen seien vor den Augen ihrer Männer vergewaltigt worden, ergänzte der aus dem zentralafrikanischen Land stammende Arzt. Die Vergewaltigungsopfer waren demnach zwischen 16 und 75 Jahren alt. Es sei möglich, dass die Zahl der Betroffenen weiter steige. Einige hätten sich vermutlich nicht medizinisch versorgen lassen. Zudem seien noch nicht alle Gesundheitszentren der Region zu weiteren Fällen befragt worden.

Das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) hatte Ende August von mindestens 179 Vergewaltigungen in Nord-Kivu gesprochen. Der UNO-Sicherheitsrat forderte den Kongo daraufhin auf, die Gräueltaten zu stoppen. Die FDLR wies in einer Erklärung jede Verantwortung zurück. (APA)

Barbara C. R.
03.09.2010 18:15
Fragen

Ich ersuche die Redaktion hier bitte feministischer zu berichten.Das Kürzel APA deutet auf einen Presseagentur-Bericht.Warum wird in ihm mehrmals ein Propaganda"argument" (Gold zu finden!) der Vergewaltiger quasi unkritisch wiedergegeben?Warum kommen keine kongolesischen Frauengruppen, Frauen zu Wort?Wo bleibt die kritische Analyse zu Massenvergewaltigung als Kampf- und Kriegsmittel?Außerdem hoffe ich,dass auch derstandard.at und die Printausgabe regelmäßig zu Entwicklungen und Kampfhandlungen im Kongo berichten.Was sich dort unter anderem an kriegerischen Auseinandersetzungen bisher abgespielt hat,wurde zu oft übersehen.In diesem Sinne danke für die erschütternde Information!Danke,Posterin Frau von Kiki,für den Hinweis auf drc.vday.org.

Träume sind Schäume..
03.09.2010 16:19
Übel, aber was soll's

Würde der Westen ein Armee schicken um den Treiben ein Ende zu setzen, käme es in hiesigen "progressiven" Kreisen zu "Neokolonismus" Gekreis'che.

Die UNO hätte weder die Kompetenz, noch den Willen dazu.
Ihre Truppen rekrutieren sich meist aus den Nachbarstaaten, die Soldaten interessieren die Scharmützel nicht.
Ebensowenig wie die Nachbarländer.

Armer Konge...

Sperber
03.09.2010 14:05
Man kann gar nicht so viel fressen wie man kotzen möcht!

Und dann noch die "Ausrede" mit dem Gold.

Cassius
03.09.2010 14:01
In Europa sahs ganz

ähnlich aus, wenn die Armeen durch die Lande zogen. Das letzte mal ist noch gar nicht so lange her.

Gefühlsecht
03.09.2010 13:46
Seelischer Mord

Zitat: "Der UNO-Sicherheitsrat forderte den Kongo daraufhin auf, die Gräueltaten zu stoppen."
Wie bitte, die UNO sagt zu diesen furchtbaren Vorkommnissen nicht mehr???
(Nehme mal an, dass die UNO-Reaktion im Artikel verkürzt wiedergegeben wurde!?)
Sehr scharf verurteilen und die Täter bis zum Letzten verfolgen und vor Gericht stellen - das wäre die angemessene Reaktion auf diese Geschehnisse!
(... aber Afrika "tickt" leider anders .....)

R.M. S.
10.09.2010 14:32

Ich hätte da eine schnellerer und nachhaltigere Lösung, aber die haben nichts mit Reden oder Therapie zu tuun, und währen für die hiesige Zeitung warscheinlich nicht genug 'progresiv'.

Frau von Kiki
03.09.2010 13:39
unterstützen!

http://drc.vday.org/

Harry Y.
 
03.09.2010 11:48

Gelesen.

munition23
 
03.09.2010 12:48
schön

das ihnen nicht mehr dazu einfällt

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