US-Studie

Vorsprung durch Bildung

03. September 2010 18:32

US-Amerikanerinnen überholen Altersgenossen beim Geldverdienen, vor allem durch Bildung - Junge kinderfreie Frauen verdienen um acht bis 20 Prozent mehr

Washington - Junge Frauen mit guter Ausbildung haben in den USA ihre männlichen Altersgenossen beim Geldverdienen überholt. Im Durchschnitt aller Altersgruppen verdienten Frauen mit Vollzeitbeschäftigung in den USA zwar nach wie vor nur 80 Prozent dessen, was Männer verdienen, heißt es in einer am Donnerstag vorgelegten Studie der New Yorker Marktforschungsfirma Reach Advisors. Bei der Teilgruppe der jungen kinderlosen Frauen unter 30 Jahren habe sich die Lage zumindest in den großen Städten aber umgedreht: Sie verdienten im Schnitt acht Prozent mehr als ihre männlichen Altersgenossen, in manchen Städten der USA sogar bis zu 20 Prozent mehr.

Die StudienautorInnen führten die Entwicklung vor allem darauf zurück, dass sich Frauen einen Vorsprung bei der Bildung erarbeitet hätten. Drei Viertel eines Schülerinnenjahrgangs mit dem entsprechenden Schulabschluss wechsle auf die Universität; bei männlichen Schülern seien es nur zwei Drittel. Inzwischen würden 58 Prozent der Master- oder Doktortitel in den USA an Frauen vergeben. Mit steigendem Bildungsgrad ließen sich Frauen mehr Zeit beim Heiraten und Kinderkriegen und investierten ihre Energie eher in die Karriere.

Vorsprung als Wirtschaftsfaktor Kaufkraft

Die gestiegene Kaufkraft junger Frauen lasse ihre wirtschaftliche Bedeutung steigen. Der Anteil von Single-Frauen an allen Erstkäufen von Immobilien in den USA sei von den frühen 90er Jahren bis 2009 um die Hälfte gestiegen und betrage nun 24 Prozent, heißt es in der Studie. Auch auf dem Markt für Sportartikel trügen sie inzwischen deutlich mehr zum Wachstum bei als die Männer, ebenso in der gesundheitsorientierten Qualitätsgastronomie. (APA)

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kiloangstroem
06.09.2010 11:24
"kinderfrei"?

was ist denn das für ein unschönes wort?!

MichaelKS
05.09.2010 14:01
Graz

Ist immer so leicht sich über andere lustig zu machen. Dieses Bild stammt aus Graz (Nähe Joanneum):
http://www.mkschubert.de/austria/99.jpg

Alfred Busenschauer
06.09.2010 08:37

Es geht hier aber um die USA.

obibiber
05.09.2010 11:59

"US-Amerikanerinnen überholen Altersgenossen beim Geldverdienen, vor allem durch Bildung - Junge kinderfreie Frauen verdienen um acht bis 20 Prozent mehr"

ordentlich verzerrte darstellung. "junge kinderfreie frau" im midwest, im biblebelt usw. hat pech, wenn sie nicht aus der oberschicht kommt, und von da kommen die meisten nicht...

also unterüberschrift: auf 10% der frauen trifft das folgende zu wär ok, aber so ne darstellung in der unterüberschrift, die meint, das träfe universell zu, ist schlichtweg krone-reiss-journalismus. was soll das?

Mr. Karnickel
10.09.2010 17:35
Sie haben vollkommen Recht

Das amerikanische Bildungssystem ist noch um einiges sozial-selektiver als unseres. Habe ein Auslandssemester an einer Uni im Biblebelt gemacht und meine KollegInnen am College waren allesamt aus gutbürgerlichem Hause. Schließlich muss man es sich schon leisten können für ein Semester 15.000 USD an Studiengebühren hinzublättern (und das für ein 0815 College, das im US-Ranking irgendwo um Platz 100 angesiedelt ist - gibt also noch weit teuere Colleges)

Alfred Busenschauer
06.09.2010 08:38
was das soll?!

Qualitätsjournalismus in AUT eben.

tom2312
05.09.2010 10:43
Benachteiligung

Wenn Frauen mehr verdienen, ist das klarerweise eine Benachteiligung, die durch Maßnahmen ausgeglichen werden muss.

Das Argument, dass die Frauen einen Bildungsvorsprung haben, kann nicht ernst gemeint sein, denn die Benachteiligung besteht ja darin, dass Männer diesen Vorsprung nicht haben, weil sie durch die Gesellschaft daran gehindert wurden und nicht so viel Förderung bekommen haben.

Weil alle Menschen sind ganz, gaaanz gleich ...

froilein froilein
05.09.2010 11:42
Keine Sorge- es wird ein kurzfristige Phänomen bleiben

Mich wundert, dass dieser Artikel so ganz ohne dem Begriff "affirmative Action" auskommt.
Darum geht es hier nämlich.
In der Vergangenheit gab es große Bemühungen, in die Bildung "unterpriviligierter Schichten" zu investieren- ohne ein Geschlecht zu bevorzugen. Nach einigen Jahren kam man drauf, dass vor allem Mädchen davon profitiert haben. Sie haben diese Chancen einfach häufiger genutzt.
Unter Bush wurden die Bugets mehr oder weniger gestrichen, bzw gab es auch massiv Stimmung gegen die affirmative Action.
Obwohl der Erfolg so durchschlagend war.

Zocker aus Leidenschaft
05.09.2010 00:45
Diskriminierung!

Dieses Wort ist mir im Artikel abgegangen.

Es gibt halt nur eine einseitige Diskriminierung.

Bei Frauen heißt mehr Gehalt auch wirklich mehr Bildung, aber wehe es ist umgekehrt....

Rosa Stahl
04.09.2010 21:00

das Gegenteil von "kinderfrei" ist im dieSTandard wohl "kindergefangen"

Horstl 99
05.09.2010 00:45

Auch deswegen wird es scheitern.

Freigeistin1
04.09.2010 20:10

KinderFREI? Was ist das denn für eine Wortkreation.
Kinderfeindlicher gehts wohl kaum :-(

hypophyse
05.09.2010 21:32
Germanoanglizismus

Ob kostenfrei oder kinderfrei ist einerlei: ziemlich hirnfei.

Round'n'round it goes
05.09.2010 09:35

Ich befürchte mal das ist eine schlechte Übersetzung von "childfree"

Sandra Smith
06.09.2010 09:10
Kinderfrei

Die Unterscheidung zwischen "childfree" und "childless" verbreitet sich im englischen Sprachraum seit etwa 10 Jahren und ist mMn eine wichtige Unterscheidung die auch ins Deutsche übernommen werden kann. "Kinderlos" hat einen sehr starken leidenden Unterton, als ob dieser Zustand objektiv schlecht wäre.

b_tom
06.09.2010 14:23

"kinderlos" ist für mich aber weit weniger negativ besetzt, als "nicht kinderfrei".
Bei "kinderfrei" wird Kind als "die Freiheit nehmend" hingestellt (ähnlich wie eine Krankheit oder Behinderung)

Da ist mir kinderlos weit lieber (bin selbst kinderlos)

AlBundyFan
 
08.09.2010 10:11
na und

kinder sind "die freiheit wegnehmend" für viele menschen - finde dich damit ab.

Sandra Smith
08.09.2010 09:30
Negativ Besetzt

Die negative Besetzung für Sie ist vermutlich weil der Ausdruck im Deutschen noch nicht verbreitet ist. Im Englischen ist es eher:
"childless" = ungewollt ohne Kinder, oder *noch* ohne Kinder;
"childfree" = gewollt ohne Kinder.

Während "childfree" natürlich ein ideologischer Angriffspunkt sein kann finde ich die Unterscheidung wichtig, eben weil man dadaurch weiß mit was für Leuten man es zu tun hat.

b_tom
08.09.2010 14:10

Die Unterscheidung ist aber kaum notwendig.

Es wird wohl wenige geben, die sich dann als kinderlos bezeichnen würden - wäre ja quasi als würde man zugeben, man könne eines seiner Lebensziele nicht erreichen; als wäre man nicht "selbstbestimmt".

also werden die meisten kinderlosen wohl "kinderfrei" sein, bis man halt seine Meinung geändert hat und sich eventuell dann doch ein Kind anschafft.

Aber auch überzeugte "kinderfreie" sind nicht davor gefeit ihre Meinung mal zu ändern.

Sehe also keinen Sinn in der Unterscheidung.

Karl Krammer
04.09.2010 18:00
würden mehr Männer Uniabschlüsse haben,

dann würde eine Benachteiligung von Frauen konstatiert werden. Männer "erarbeiten" sich auch nicht einen Vorsprung bei der Bezahlung, sondern Frauen werden diskriminiert - aber natürlich nicht, wenn es die Frauen sind, die mehr verdienen, dann ist das natürlich gerechter Lohn für bessere Leistung.
Zum Kotzen, diese Selbstgefälligkeit.

Name d. Red. bekannt
06.09.2010 02:56

.

Sven Dirks
04.09.2010 21:15
Das ist die Kehrseite des Feminismus

Wie alles in der Welt hat auch der Feminismus seine Kehrseiten.

Die holzschnittartige Wahrnehmung der Welt (Mann=böse, Frau=gut) gehört dazu.

Interessanterweise habe ich mit einer langjährigen Mitarbeiterin eines Frauenhauses mal über diese feministische Weltsicht gesprochen und sie hat mich einfach ausgelacht. Sie meinte, dass in vielen Fällen eigentlich der Mann beschützt gehört :-)

A.B. Artig
 
04.09.2010 23:22

GAAANZ sicher.

Round'n'round it goes
04.09.2010 20:17

Mal ehrlich, aktuell ist es so (nicht nur bei uns sondern auch in den USA, wie du im Artikel lesen kannst): Mehr Frauen haben höhere Bildungsabschlüsse und verdienen trotzdem deutlich weniger als Männer.

AlBundyFan
 
08.09.2010 15:45
dann hast DU den artikel nicht gelesen

junge frauen verdienen 20% mehr als junge männder.

über alle alterstufen (also 40-60 jährige oder sogar noch älter miteingerechnet)verdienen männer mehr.

dieser unterschied stammt aus diskriminierung in den 70er und 80ern der vorigen jahrhunderts.

mit jedem jehr in dem junge nachkommen und alte in pension gehen wird der unterschied zugunsten der frauen größer wenn sich nichts ändert.

dh. im jahr 2040 haben wir dann 20% höheres einkommen von frauen gegenüber männern über alle altersstufen wenn die tendenz bleibt.

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