US-Amerikanerinnen überholen Altersgenossen beim Geldverdienen, vor allem durch Bildung - Junge kinderfreie Frauen verdienen um acht bis 20 Prozent mehr
Washington - Junge Frauen mit guter Ausbildung haben in den USA ihre männlichen Altersgenossen beim Geldverdienen überholt. Im Durchschnitt aller Altersgruppen verdienten Frauen mit Vollzeitbeschäftigung in den USA zwar nach wie vor nur 80 Prozent dessen, was Männer verdienen, heißt es in einer am Donnerstag vorgelegten Studie der New Yorker Marktforschungsfirma Reach Advisors. Bei der Teilgruppe der jungen kinderlosen Frauen unter 30 Jahren habe sich die Lage zumindest in den großen Städten aber umgedreht: Sie verdienten im Schnitt acht Prozent mehr als ihre männlichen Altersgenossen, in manchen Städten der USA sogar bis zu 20 Prozent mehr.
Die StudienautorInnen führten die Entwicklung vor allem darauf zurück, dass sich Frauen einen Vorsprung bei der Bildung erarbeitet hätten. Drei Viertel eines Schülerinnenjahrgangs mit dem entsprechenden Schulabschluss wechsle auf die Universität; bei männlichen Schülern seien es nur zwei Drittel. Inzwischen würden 58 Prozent der Master- oder Doktortitel in den USA an Frauen vergeben. Mit steigendem Bildungsgrad ließen sich Frauen mehr Zeit beim Heiraten und Kinderkriegen und investierten ihre Energie eher in die Karriere.
Vorsprung als Wirtschaftsfaktor Kaufkraft
Die gestiegene Kaufkraft junger Frauen lasse ihre wirtschaftliche Bedeutung steigen. Der Anteil von Single-Frauen an allen Erstkäufen von Immobilien in den USA sei von den frühen 90er Jahren bis 2009 um die Hälfte gestiegen und betrage nun 24 Prozent, heißt es in der Studie. Auch auf dem Markt für Sportartikel trügen sie inzwischen deutlich mehr zum Wachstum bei als die Männer, ebenso in der gesundheitsorientierten Qualitätsgastronomie. (APA)