"Wir sind dankbar, dass Gott der Kirche solche Frauen geschenkt hat" - Aufruf an Europarat zur Erhaltung konservativer Werte
Rom - Der Papst hat am Mittwoch bei der Generalaudienz im Vatikan die heilige Hildegard von Bingen gewürdigt. Die deutsche Ordensfrau aus dem 12. Jahrhundert habe sowohl als Vorsteherin ihrer Klostergemeinschaft, als auch als Bußpredigerin und Beraterin von geistlichen und weltlichen Größen eine wichtige Rolle in der Kirche gespielt. "Wir sind dankbar, dass Gott der Kirche solche Frauen geschenkt hat. Und wir vertrauen darauf, dass er auch in unserer Zeit solche Frauen der Kirche wieder neu schenkt", sagte Benedikt XVI. bei seiner Ansprache vor tausenden Pilgern in der Audienzhalle des Vatikans.
"Eine große Frau"
"Hildegard hat aus ihrer Sicht der Schöpfung von Gott her auch die Gaben der Schöpfung zu deuten gewusst. In der Schöpfung sah sie eine Apotheke Gottes; sie hat sie zur Medizin entwickelt, die heute neues Interesse findet. Sie hat aber auch Musik geschaffen, die heute wieder rekonstruiert wird. Sie war poetisch. Vor allen Dingen war sie eine große Frau, die sowohl zu den einfachen Menschen von Gott zu sprechen vermochte als auch gegen die Mächtigen furchtlos war - sie verkündete das Wesentliche und rief sie auf den richtigen Weg", erklärte der Papst.
Der Heilige Vater rief außerdem den Europarat auf, die Prinzipien bezüglich des Lebens und der auf der Ehe basierenden Familie zu verteidigen. Der Europarat solle mit "Weisheit und Mut" handeln, sagte der Papst bei einem Treffen mit einer Delegation von Mitgliedern der parlamentarischen Versammlung des Europarats. Wichtig sei auch der Einsatz für die religiöse Freiheit und für die Bildung. (APA)