Derzeit können Homosexuelle nur in fünf Mitgliedstaaten und in zwei Schengen-Mitgliedsländern regelrechte Ehen schließen
Brüssel/Helsinki - Die EU-Kommission bereitet offenbar eine Initiative zur EU-weiten gegenseitigen Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Ehen vor. Laut einem Bericht der finnischen Tageszeitung "Turun Sanomat" (Donnerstag-Ausgabe) verhandelt Justizkommissarin Viviane Reding derzeit auf bilateraler Ebene mit sämtlichen Staaten, die Homosexuellen-Ehen nicht anerkennen, die in einem der fünf EU-Staaten, wo dies möglich ist, geschlossen wurden.
Derzeit können gleichgeschlechtliche PartnerInnen in fünf EU-Mitgliedstaaten und in zwei weiteren Schengen-Mitgliedsländern regelrechte Ehen schließen. Diese sind Belgien, Spanien, die Niederlande, Portugal und Schweden sowie Norwegen und Island.
In Rest-Europa EP oder Verbot
In etlichen anderen EU-Staaten, darunter in Österreich und Finnland, gibt es verschiedene Formen der eingetragenen Partnerschaft, die sich jedoch rechtlich von der Ehe unterscheiden. In einigen EU-Mitgliedsländern gibt es für gleichgeschlechtliche PartnerInnen überhaupt keine legale Eintragungsform. Dazu gehören Italien und die Slowakei. In drei Staaten - Lettland, Litauen und Polen - ist die Ehe verfassungsrechtlich auf Beziehungen zwischen einem Mann und einer Frau beschränkt. (APA)