EU-weite Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen wird verhandelt

09. September 2010 12:08

Derzeit können Homosexuelle nur in fünf Mitgliedstaaten und in zwei Schengen-Mitgliedsländern regelrechte Ehen schließen

Brüssel/Helsinki - Die EU-Kommission bereitet offenbar eine Initiative zur EU-weiten gegenseitigen Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Ehen vor. Laut einem Bericht der finnischen Tageszeitung "Turun Sanomat" (Donnerstag-Ausgabe) verhandelt Justizkommissarin Viviane Reding derzeit auf bilateraler Ebene mit sämtlichen Staaten, die Homosexuellen-Ehen nicht anerkennen, die in einem der fünf EU-Staaten, wo dies möglich ist, geschlossen wurden.

Derzeit können gleichgeschlechtliche PartnerInnen in fünf EU-Mitgliedstaaten und in zwei weiteren Schengen-Mitgliedsländern regelrechte Ehen schließen. Diese sind Belgien, Spanien, die Niederlande, Portugal und Schweden sowie Norwegen und Island.

In Rest-Europa EP oder Verbot

In etlichen anderen EU-Staaten, darunter in Österreich und Finnland, gibt es verschiedene Formen der eingetragenen Partnerschaft, die sich jedoch rechtlich von der Ehe unterscheiden. In einigen EU-Mitgliedsländern gibt es für gleichgeschlechtliche PartnerInnen überhaupt keine legale Eintragungsform. Dazu gehören Italien und die Slowakei. In drei Staaten - Lettland, Litauen und Polen - ist die Ehe verfassungsrechtlich auf Beziehungen zwischen einem Mann und einer Frau beschränkt. (APA)

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idnam
 
09.09.2010 15:03

dieser vorstoß der eu-kommission ist sehr begrüßenswert und längst überfällig!!! alles andere macht doch keinen sinn!
man stelle sich vor, 2 österreicherInnen gelten in wien als verheiratet, aber in tirol beispielsweise als fremde zueinander! genauso ist es im sinne des freien personenverkehrs und der niederlassungsfreiheit innerhalb europas auf eu-ebene wünschens- und erstrebenswert, eine RASCHE lösung zu finden; schließlich sind wir im jahr 2010; einigen postings hier zufolge (ehe = kinder kriegen u. großziehen) gibt es leute, die das gedankengut von h.c.s. vertreten bzw. in der nazi-zeit stecken geblieben sind! jeder kann FREI entscheiden, ob er heiraten u./o. kinder will! diesbzgl. gibt´s keine vorschriften u. gesetze! BASTA!!!

MondXicht
09.09.2010 14:58

Oh! Dann kann ja Guido Westerwelle endlich Angela Merkel heiraten.

pox vobiscum
10.09.2010 09:43

Da habens aber etwas falsch verstanden, die zwei könnten schon jetzt heiraten.Auch wenn ich das besser nicht visualisieren will:)

idnam
 
09.09.2010 15:54

dieser vorstoß der eu-kommission ist mehr als begrüßenswert; man stelle sich vor, man/frau ist in wien verheiratet und in tirol bspweise nicht u. der partner ist plötzlich juristisch ein "fremder"! genauso verhält es sich auch im sinne des freien personenverkehrs bzw. der niederlassungsfreiheit auf eu-ebene! diese initative ist längst überfällig, befinden wir uns doch bereits im jahr 2010! einigen postings hier zufolge (ehe = kinder kriegen und großziehen MÜSSEN) dürften einige user das gedankengut eines h.c.s. vertreten und somit in den 30er-jahren steckengeblieben sein! JEDE/R kann FREI wählen, ob heiraten bzw. kinder oder nicht! diesbzgl. gibt´s keine vorschriften (mehr)! einige scheinen sich da nach einer anderen zeit zu sehnen! SAD!!!

regen bringt segen
09.09.2010 16:23
danke!

sehe das 100%ig genauso.

Hafniumcarbid
09.09.2010 16:05
Sehr gut.

Immer mit Totschlagargumenten kommen. Wenn jemand mal mit anderen Meinungen wie ihr daherkommt, muß er ja ein Nazi sein, was? Sehr weltoffen, und vor allem messerscharf argumentiert, muß ich sagen. Es hat mir aber trotzdem noch niemand ein Argument gebracht hier, was gegen die "eingetragene Partnerschaft" im Vergleich zur Ehe spricht.

obibiber
12.09.2010 09:33

das künstliche schaffen von unterschieden, damit die unterschiedliche behandlung (=benachteiligung von homos gegenüber heteros, also ein schaffen einer institution mit weniger rechten als der ehe) weiter geht vielleicht...
selber denken hilft, es muss nicht immer alles von jemand andrem geliefert werden... oder ihr post war ohnehin nur polemik

annabrecht
09.09.2010 21:20
Das

Familienrecht, in dem alles geregelt ist, was es zwischen Eheleuten an Rechten und Pflichten gibt, spricht im Vergleich dagegen. Von all diesen Rechten und Pflichten sind Menschen, die nur eine eingetragene Partnerschaft miteinander eingehen dürfen, ausgenommen. Das sind unter anderem Erbrecht, Recht auf Witwer-/Witwenpension, Übernahme der Wohnung nach Tod von PartnerIn, Recht auf Adoption eines Kindes, Pflicht PartnerIn zu unterstützen etc.

Aristarch
10.09.2010 10:38
Das was Sie schreiben stimmt großteils nicht.

Informieren Sie sich besser, damit Sie im Forum nicht Fehlinformationen verbreiten.

idnam
 
09.09.2010 15:05

sorry, muss man das als witz verstehen???

König der Löwen
09.09.2010 14:11
gute eu-initiative

allerdings mit wenig aussicht auf erfolg.

man stelle sich vor, ein spanisches homo-ehepaar zieht nach österreich. und wird vom staat als ehe anerkannt. da hagelt es sicher nur so klagen von österreichern, denen gleiches recht nicht gestattet wird. und das wird in jedem anderen land auch so sein, man stelle sich nur mal polen vor... die treten sicher lieber aus der eu aus, als dass sie das akzeptieren!

obibiber
12.09.2010 09:35

...und weil sich da auch widerstand regen wird, tun wir gleich gar nix...
und bleiben im konserven
so verändern sie die welt sicher nicht

palmström
10.09.2010 12:01
ich dachte immer

ö erkennt im ausland geschlossene h-ehen an...

ist nicht marco schreuder verheiratet? NL eben... und hier anerkannt?

Bertel Mann
 
09.09.2010 13:32
Und wieso erscheint der Artikel unter "dieStandard.at" und nicht unter der EU-Berichterstattung des Standard?

ordinaryvan
10.09.2010 15:11

es gibt eine EU-Berichterstattung des Standard?

chakra
09.09.2010 14:42
na weils ...

ein thema ist, das sich als liberal gelten wollende Medien gerne als Mäntelchen umhängen.
Da gehts auch als journalistische Randerscheinung an ...

Hafniumcarbid
09.09.2010 13:13
Naja.

Die Regelung der Ehe (und die Rechte und Pflichten) ist eigentlich unter dem Gesichtspunkt der Kindererziehung eingeführt worden. Es soll auch demjenigen Ehepartner, der nicht erwerbstätig ist, weil mit Erziehungsaufgaben beschäftigt, angemessene Sicherheit und Rechte garantieren (meist der Frau). So gesehen sind Bestrebungen für die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften eigentlich eine Rosinenpickerei (man will die gleichen Rechte, weil das wär eigentlich ganz kommod, aber ohne die Pflichten (=Aufziehen von Kindern)). Klar gibts auch kinderlose "normale" Ehepaare - aber bei gleichgeschlechtlichen ist nun mal eine Fortpflanzung im Allgemeinen nicht geplant.

pox vobiscum
10.09.2010 09:45

Sie haben sich mit der Materie noch nicht wirklich befasst, oder?

dasdieder
 
09.09.2010 18:58
bei gleichgeschlechtlichen ist fortpflanzung nicht geplant?

wer sagt das?
alleinstehenden frauen wird die künstliche befruchtung nicht versagt. einer in einer ep lebenden frau jedoch schon. welchen sinn ergibt das? wenn du dich außerdem genauer über dieskriminierungen in der ep gegenüber der ehe informieren willst, dann lies den artikel "diskriminierung verdanken wir der övp". da wird gut und verständlich zusammengefasst, was sache ist. wieso gleichgeschlechtliche paare keine bzw. nur eingeschränkte "pflichten" bezüglich der kindererziehung haben, liegt eventuell an dem gesetz, das es diesen paaren nicht gerade erleichtert kinder zu haben bzw. groß zu ziehen?

Magneto08
09.09.2010 17:31

seit wann unterschreibt man einen Vertrag wenn man heiratet, wo es steht "ich werde Kinder kriegen"?

Oder sollte man auch ältere Paare die keine Kinder bekommen können oder Paare die keine wollen auch verbieten zu heiraten?

So, nächste Versuch bitte.

Nennt mich Loretta
 
10.09.2010 09:47
Wo kein "Kläger", da kein Richter.

Ein verwährter Kinderwunsch, gilt mWn auch heute noch als Scheidungsgrund. Hab dazu auf die schnelle folgendes gefunden:

"Die Verschuldensgründe sind in einem einheitlichen Tatbestand, nämlich der „schweren Eheverfehlung“ zusammengefasst (ersetzt seit 1999 Ehebruch, Verweigerung der Fortpflanzung und die sonstige schwere Eheverfehlung)."

Quelle: http://www.rechtsfreund.at/scheidung.html

regen bringt segen
09.09.2010 16:24
haben sie sich aus dem mittelalter hergebeamt?

b_tom
09.09.2010 14:32

"Die Regelung der Ehe (und die Rechte und Pflichten) ist eigentlich unter dem Gesichtspunkt der Kindererziehung eingeführt worden."

1. Wo steht das?
2. Wenn dem so wäre, müsste es für kinderlose Ehepaare Konsequenzen geben, da sie unter Vorspiegelung falscher Tatsachen (sie gehen eine Ehe ein obwohl sie keine Kinder wollen/planen) an "Vergünstigungen" durch den Staat kommen.

König der Löwen
09.09.2010 14:08
ehe nur zur kinderproduktion

ja genau! ehen sind nur zu fortpflanzungszwecken gedacht! deshalb bin ich auch dafür, dass hetero-ehen spätestens 2 jahre nach eheschließung einen kinderproduktionsnachweis in form eines kindes erbringen, da sonst die ehe annulliert wird und sämtliche bisher genossenen steuervorteile der republik österreich zurückerstattet werden müssen!

ach ja, und vor jeder eheschließung muss natürlich ebenfalls ein fruchtbarkeitsnachweis erbracht werden!

Timagoras
 
09.09.2010 13:56
" aber ohne die Pflichten (=Aufziehen von Kindern))"

wer sagt das?

zuerst die adoption verbieten, und dann kritisieren, dass homosexuelle keine kinder erziehen (was viele - nebenbei bemerkt - ohnehin schon längst tun)?

ist das nicht etwas schizophren?

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