Frauen und Technik

Madame Curie und das Fräulein vom Amt

Isabella Lechner, 12. September 2010, 17:14
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    foto: apa/formanek

    Kulturvermittlerin Beatrix Hain zeigt in Spezial-Führungen durch das Technische Museum Wien, wie viel Frau hinter der Technik steckt.

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    foto: technisches museum wien/postarchiv

    "Bureau" um 1905: Die ab Ende des 19. Jahrhunderts immer zahlreicher werdenden "Bureaux" gelten als Keimzelle der modernen Wirtschaftsverwaltung. Ab Ende des 19. Jahrhunderts strömten immer mehr Frauen in das zuvor ausschließlich von Männern besetzte Büro, denn die Kontore, und Handelsgeschäfte verzeichneten einen wachsenden Bedarf an angelernten Arbeitskräften. Den Platz an der Schreibmaschine, die um die Jahrhundertwende in die Büros Einzug hielt, nahmen meist Frauen ein.

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    Die österreichisch-schwedische Physikerin Lise Meitner (1878-1968) entdeckte gemeinsam mit Otto Hahn 1938 die Kernspaltung, die grundlegende Entdeckung für die moderne Atomwissenschaft.

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    foto: technisches museum wien/postarchiv

    Wiener Telefonvermittlung um 1910: Der Beruf der Telefonmanipulantin zählte zu den gehobenen und sehr begehrten Beamtenberufen. Eine Chance auf Aufnahme hatten nur Frauen, die ledig oder verwitwet waren.

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    Die Tätigkeit des "Fräuleins vom Amt", die die TelefonteilnehmerInnen an den Klappen miteinander verband, war seit den Anfängen des Telefons eine für Frauen vorgesehene Beschäftigung.

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    Margarete Schütte-Lihotzky (1897-2000) war die erste Frau, die in Österreich ein Architekturstudium abschloss. Sie entwarf die "Frankfurter Küche", den Prototyp der modernen Einbauküche, die Frauen den Arbeitsalltag durch effizientere Raumaufteilung und Handlungsabläufe wesentlich erleichtern sollte.

Wie viel Frau hinter der Technik steckt, will das Technische Museum Wien in Spezialführungen sichtbar machen - dieStandard.at begab sich mit auf Spurensuche durch die Sammlungen

"Folgen Sie mir bitte in die unterste Etage", fordert Beatrix Hain die Gruppe Frauen, die hinter den Kassen im Eingangsbereich auf sie wartet, freundlich auf. Einen rosafarbenen Ordner mit der Aufschrift "Patente Frauen" unterm Arm, führt die umtriebige Museumspädagogin die Gruppe den riesigen Korridor in der Mittelhalle entlang, vorbei an Eisenbahnwaggons, Turbinen, Dampfmaschinen und anderen Geräten aus der Schwerindustrie.

Die Frauen, die hinter den vielen technischen Errungenschaften im Technischen Museum Wien (TMW) stecken, sind auf den ersten Blick kaum zu finden. Keine Hinweistafel, kein Audio-Guide und kein Leitsystem weist auf die Wissenschafterinnen, Erfinderinnen und Technikerinnen hin, deren Leistungen im Museum zu finden sind. Nur durch Zufall begegnen sie aufmerksamen BesucherInnen beim Bestaunen der Ausstellungsobjekte in den einzelnen Sammlungen. Das soll sich, Schritt für Schritt, ändern: "Wie viel Frau tatsächlich hinter der Technik steckt, wollen wir Frauen in den Spezialführungen vermitteln", sagt Beatrix Hain und bleibt, in der untersten Museumsetage angekommen, vor einem großen Glaskasten stehen.

Patente Griechin

In der Vitrine sehen wir eine der wichtigsten Erfindungen für die Astronomie: das Astrolabium, entwickelt um 400 nach Christus von der ersten Mathematikerin der Geschichte: Hypatia von Alexandria. Im Profil blickt uns die Griechin aus dem Ordner der "patenten Frauen" entgegen. Als solche das Patent auf die eigene Erfindung einzureichen, war, wie wir hören, übrigens erst 1809 erstmals im eigenen Namen möglich.

Weg der Sterne

Weiter geht's auf dem Weg der Sterne zu Karoline Herschel, deren Bruder den Planeten Uranus entdeckte. Die Sternenkartenzeichnerin und Entdeckerin von Nebel und Kometen ging als erste Technikerin in die Geschichte ein und wurde als eine der ersten Frauen auf ihrem Gebiet für ihre Leistungen entlohnt und ausgezeichnet.

Gespannt folgen die Frauen der Führungsgruppe den Schilderungen von Beatrix Hain, die sie immer wieder motiviert, Fragen zu stellen und auch selbst die Frauen nach ihren persönlichen Erfahrungen mit Technik fragt, um besser an den Hintergrund der Teilnehmerinnen anknüpfen zu können. "Vor Technik hab ich immer ein bisschen Respekt", gibt eine der jungen Frauen zu. Wie die anderen nimmt sie am Programm "FiT - Frauen in die Technik" teil und will eine handwerklich/technische Ausbildung beginnen.

Keine Männerdomäne

Seit 2009 fanden 30 Frauenführungen mit an die 350 Teilnehmerinnen im TMW statt. Bisher gemeinsam mit dem AMS, für Frauen in Umschulung, nun können die Spezialführungen auch abseits dieser Kooperation von interessierten Gruppen gebucht werden. Die Idee dazu hat Beatrix Hain aus dem Technischen Museum in München nach Wien geholt, zunächst mit der Absicht, das Selbstwertgefühl von Frauen in AMS-Führungen zu stärken, indem sie sehen, wie viel Leistung Frauen in der Technik schon erbracht haben: "Wir wollen Frauen mit der Führung darauf aufmerksam machen, dass technische Berufe keine Männerdomäne sein müssen", sagt sie. "Da die Gruppen klein sind, entsteht zwischen den Frauen und uns Kulturvermittlerinnen auch ein Dialog. Oft bekommen Teilnehmerinnen durch die Führung einen neuen Zugang zum Thema Technik."

Technik entmystifizieren

Bei Marie Curie und der Radioaktivität können wir selbst aktiv werden: Wir testen spielerisch den radioaktiven Zerfall anhand verschiedenster Schauobjekte und hören über die gesundheitlichen Risiken früherer Arbeiterinnen bei der Uhrenherstellung, als die winzigen Leuchtzifferblätter noch händisch mit uranangereicherter Farbe bemalt wurden. Solche Details und Nebenschauplätze bringt Beatrix Hain gerne in die Führungen ein, denn: "Mir geht es bei der Vermittlung von Technik nicht in erster Linie um das 'Wie funktioniert was?', sondern der Mensch und die Auswirkungen auf seine Lebenswelt stehen im Vordergrund." Der Fokus auf Frauen in der Technik, quer durch die Jahrhunderte, sei ein Zugang dazu. "Mit der Spezialführung wollen wir die Technik entmystifizieren und das Bewusstsein schaffen, dass sie Teil des Alltags ist."

Networkerinnen im eigenen Haus

Auch im beruflichen Umfeld der Mitarbeiterinnen des Technischen Museums hat sich seit der Umstrukturierung des Hauses von einem reinen Ausstellungsbetrieb zum Dienstleistungsunternehmen viel getan: Das Museum versucht, ihnen den Alltag zu erleichtern, indem etwa Besprechungen und Betriebszeiten möglichst so angesetzt werden, dass sie mit Kinderbetreuungspflichten zu vereinbaren sind, wenn die Kinder krank sind, dürfen die Mitarbeiterinnen auch von zu Hause arbeiten und die Kinder können im Notfall auch mal mit an den Arbeitsplatz kommen. Frauen sind im TMW mittlerweile quer durch alle Bereiche tätig, von den Werkstätten bis hinauf zu Museumsdirektorin Gabriele Zuna-Kratky: "Der Frauenanteil liegt mittlerweile über 42 Prozent, das Klima ist ausgeglichener und die Kommunikation unter den MitarbeiterInnen hat sich wesentlich verbessert", sagt Hain. "Wir Frauen geben unser Wissen untereinander weiter und sind intern zu Networkerinnen geworden."

Eingebettet in die Geschichte

Einen Raum weiter sind die Errungenschaften von Lise Meitner präsentiert, die gemeinsam mit Otto Hahn die Kernspaltung entdeckte. Welche Hindernisse der genialen Physikerin von Kollegen in den Weg gelegt wurden, weiß Frau Hain spannend zu vermitteln. Eingebettet in die Geschichte der Frauenbewegung geht sie neben den Leistungen der Frauen auch auf deren Herkunft, Ausbildung und Leben ein.

Nach einer halben Stunde ist erst ein kleiner Teil der großen Themenbereiche geschafft, denn neben der Frau als Forscherin gibt es noch die Frau als Nutznießerin der Technik, die Frau im Arbeitsprozess und die Auswirkungen der technischen Entwicklungen auf Lebenswelt und Alltag von Frauen zu entdecken. "In knapp eineinhalb Stunden ist es so gut wie unmöglich, alle Schwerpunkte unterzubringen", klagt die Museumspädagogin auf unserem Weg nach oben. "Ich treffe eine Auswahl und frage die Gruppe, was sie am meisten interessiert."

Die Zeit läuft

Nach den Naturwissenschafterinnen entscheidet sich die Gruppe für Arbeit und Alltag und wir machen uns Richtung Erzberg, dem "Brotlaib der Steiermark" auf, wo wir mehr über die Geschichte der "Klauberinnen" und anderer Arbeiterinnen in der (Schwer-)Industrie erfahren. Den top-ausgestatteten Original-Hofsalonwagen von Kaiserin Sisi als majestätische Nutznießerin moderner Technik nehmen wir im Vorbeigehen auch noch mit. Frauen als Fliegerinnen und die Entwicklerinnen von Fallschirm und Schweißroboter müssen wir aus Zeitmangel leider auslassen. Dafür bestaunen wir die bahnbrechende Erfindung der Einbauküche von Margarete Schütte-Lihotzky im Gemeindebau und wissen nach der Postsammlung mehr über den Arbeitsplatz des berühmten "Fräuleins vom Amt".

Spätestens jetzt schauen sich die Teilnehmerinnen während des Zuhörens suchend nach Sitzgelegenheiten um: Bildung macht die Beine müde. Kulturvermittlerin Hain sieht verständnisvoll lächelnd auf die Uhr und stellt der Gruppe in der Musiksammlung noch rasch Klavierbauerin Nanette Streicher vor. Zum musikalischen Abschluss erkurbelt sie uns ein Ständchen auf dem Orchestrion, dem klassischen Vorläufer von Wurlitzer und Juke Box. Das habe zwar mit Frauen nichts zu tun, zwinkert sie, aber: "Es klingt einfach so schön!" (Isabella Lechner/dieStandard.at, 13.9.2010)

"Wie viel Frau steckt hinter der Technik?"

Anmeldung für die Spezialführungen:
Tel. 01/89998-3001, von 9.00 - 14.00 Uhr oder
E-Mail: maria.zinggl@tmw.at

Preis:
45 Euro für Gruppen bis 15 Personen, jede weitere Person 3 Euro

Link:
Technisches Museum Wien

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jumpingjack flash
02
13.9.2010, 23:19
&pygar

geh bitte - erst heut wieder gesehen - ein bub kniet am boden und wühlt in seinem moped - daneben drei mädchen, rauchend, gelangweilt, keine anstalten ihm zu helfen der zusehend etwas zu lernen - echt schlimm

Pygar
 
10
13.9.2010, 22:46

Was ich auch wirklich vermisse sind die "Fräulein vom Amt". Muss ich ehrlich mal sagen.

Ansonsten sollten sich mal alle vorstellen was der Menschheit abhanden gekommen ist, weil Frauen generell von Wissenschaft und Technik fern gehalten wurden. Es ist zum Gruseln, wenn man darüber nachdenkt, denn Männer haben eigentlich keinen Sinn für Wissenschaft und Technik.

Die relevanten und wichtigen Dinge im Leben kamen und kommen dennoch aus Frauenhand!

Mac Smith
00
16.9.2010, 11:48
"Die relevanten und wichtigen Dinge im Leben kamen und kommen dennoch aus Frauenhand!"

FGM zum Beispiel.

Amy4
00
16.9.2010, 14:11
solche prozeduren sind teil der phallokratie

auszug aus gyn/ökologie "dass solche prozeduren o. auch teile davon v. frauen erdacht sein könnten, ist nur denkbar i.d. phallokratie, denn in wirklichkeit ist es undenkbar." das ganze ritual ist a.d. mann bezogen, sie sind es, die die weibl. kastration verlangen -u.i.d. gesellschaft. ist f. eine frau die voraussetzung zu überleben, dass sie eheliches besitztum ist. die scheinbar aktive rolle d. frau ist in wirklichkeit passiv/instrumental - die weibl. alibi-folterknechte werden v. männern benutzt, um die (männl.) treibende kraft hinter d. genitalverstümmelung zu verschleiern. das sehen wir a.d. frage und wer verstümmelt d. kl. mädchen die genitalien? (auszug a. der mann als sicherheitsrisiko)

Mac Smith
00
16.9.2010, 16:45
"denn in wirklichkeit ist es undenkbar"

Weil nicht sein kann, was nicht sein darf, schon klar.

Aus einer Publikation zu "zitieren", die Wörter wie "Phallokratie" verwendet, wäre selbst mir zu peinlich.

Ich wollte noch vorschlagen, ein paar Abkürzungen weniger und dafür etwas mehr Groß-/Kleinschreibung zu verwenden, aber das könnte Ihre Ergüsse auch nicht mehr retten.

John Bello
00
15.9.2010, 00:26
aha.

eine männerdomäne und wir männer haben keinen "sinn" dafür.

für was haben wir männer ihrer meinung nach überhaupt einen "sinn",fräulein pygar?

Pygar
 
00
15.9.2010, 22:32

Eine gute Frage, auf die ich noch keine Antwort gefunden habe.

John Bello
00
16.9.2010, 18:27

ich aber hiermit auf die frage ob sie der rethorik mächtig sind. leider gottes,nein.

Amy4
00
13.9.2010, 18:45
es gab in Alexandria eine frau m. namen Hypatia, d. in literatur/wissenschaft so erfolgreich war, dass sie alle philosophen ihrer zeit übertraf...(sokr.schol., 7,15)

über Hypatia befindet sich im unteren weblink eine gute zusammenfassung.ihre männl. feinde unterdrückten d. wahrheit. sie ertrugen es nicht, dass eine frau sie übertrumpfte. Hypatia als nichtchristin u. anhängerin des aufklärerisch wirkenden griech. bildungsguts war einigen vertretern des sich in Alexandria ausbreit. christentums ein dorn im auge. dem christentum galt d. antike hellenistische wissenschaft/philosophie als heidnisch, ketzerisch .., zudem provozierte Hypatia als frau durch ihre unabhängige lebensweise. sie hatte sich gegen d. ehe entschieden, gegen die i.d. damaligen zeit unweigerl. abhängigkeit e. mannes.
so fand ihr leben durch fanat. christen e. grausames ende.

http://www.frauen-informatik-geschichte.de/index.php?id=

virginia plain
00
13.9.2010, 21:11

gibts auch als film, heißt agora und ist von Alejandro Amenábar:
http://www.imdb.com/title/tt1186830/

Amy4
00
13.9.2010, 16:01
Lise Meitner lehnte es ab am atombomben-projekt i.d. usa mitzuarbeiten...

Lise Meitner weigerte sich, in den usa an arbeiten teilzunehmen, die den bau einer atombombe möglich machen sollen und blieb in stockholm .
sie lehnte sämtliche angebote am atombomben-projekt der usa in los alamos (deckname: manhattan engeener district, kurz `manhattan project` mitzuarbeiten, wie ihr neffe O.R. Frisch berichtete, mit dem sie zusammen 1939 die erste theoretische interpretation d. kernspaltung veröffentlicht hatte. Frisch hingegen hat sich am manhattan project beteiligt.

rollie63
10
13.9.2010, 15:11

Die österreichisch-schwedische Physikerin Lise Meitner (1878-1968) entdeckte gemeinsam mit Otto Hahn 1938 die Kernspaltung, die grundlegende Entdeckung für die moderne Atomwissenschaft....

meitner die mutter der atombombe, hahn ein williger diener der deutschen rüstung im 3.reich, also bei den bad boys, obwohl seine lagjährige kollegin meitner vor den nazis flüchten musste.
warum werden solche beispiele als glanzleistungen weiblicher techniker herangezogen?
die erfinderin der einbaukasteln ist zwar ganz nett, aber im vergleich zu anderen erfindungen, ist das keine tolle technische errungenschaft.

jumpingjack flash
00
13.9.2010, 17:22

weil wissenschaftlerInnen allenfalls die bedingungen während der forscung interessieren können - und da sind die schranken tlw. tief. bzw. macht es einer nicht so der oder die nächste.
die folgen derart grundlegender erkenntnisse den wissenschaftlerInnen anzulasten ist falsch. wenn dann jenen die sie tatsächlich anwenden, und auch da ist die moralfrage schwierig - bomben sind schlimm, gegen hitler waren sie es auch? - notwehr? nobel hin oder her.

Amy4
01
13.9.2010, 14:06
Lise Meitners arbeit ist gekrönt worden mit dem nobelpreis für Otto Hahn (Renate Feyl)

Lise Meitners arbeit ist gekrönt worden durch den nobelpreis für Otto Hahn (Renate Feyl)
"..nicht die drei K`s, sondern die experimentelle physik wurde zum zentrum ihres lebens. durch die annexion österreichs 1938 wurde die jüdin L. Meisner dt. staatsbürgerin u. musste fliehen... um sich schließlich i. schweden niederzulassen. nur langsam - es fehlen geld u. geräte - kann M. in stockholm mit ihrer arbeit fortfahren. noch im selben jahr berichtet ihr Otto Hahn v. einer entdeckung, die er `zerplatzen`nennt; er kann sich aber den vorgang nicht richtig erklären - das gelingt kurze zeit darauf Lise Meitner u. ihrem neffen O.R. Frisch. es handelt sich um die kernspaltung ..."

http://www.fembio.org/biographi... e-meitner/

rollie63
12
13.9.2010, 12:26
wers glaubt...

..das Astrolabium, entwickelt um 400 nach Christus von der ersten Mathematikerin der Geschichte: Hypatia von Alexandria..
da dieses instrument schon hunderte jahre vorher im gebrauch war, dürfte diese behauptung nicht stimmen, also die von der erfindenden hypatia.

Lise Meitner dokumentierte die versuche der kernspaltung, war an diesen aber nicht beteiligt, soviel mir bekannt ist hat hahn die erste kernspaltung ausgelöst, dez 1938 in berlin, meitner war seit juni auf der flucht vor den nazis.

einzig und allein bleibt die bahnbrechende Erfindung der Einbauküche von Margarete Schütte-Lihotzky im Gemeindebau als erfindung einer "technikerin" über.
nein auch die hilfsarbeiterinnen am telefonamt, welche stöpsel in löcher steckten...

gucky
00
13.9.2010, 13:05
ich glaub's

Es gibt verschiedene Theorien, wer das Astrolabium erfunden hat. Hypathia ist eine der Personen, denen es zugeschreiben wird. Wenn Sie eine Quelle haben, die belegt, dass es bereits vor 400 AC verwendet wurden, können Sie diese Ungewißheit ja beseitigen.

Und Lise Meitner hat ein bißchen mehr getan als nur das Laborbuch zu führen, sie hat die theoretische Interpretation für Hahn's experimentelle Ergebnisse geliefert. Die Kollaboration ging auch nach ihrer Flucht nach Schweden weiter.

Und Schütte-Lihotzky hat geniales Design gemacht, dass durchaus auch mit Technik in Verbindung steht. Ihre Erwähnung in einer "Technikrubrik" ist also durchaus angebracht.

rollie63
01
13.9.2010, 13:24

Die österreichisch-schwedische Physikerin Lise Meitner (1878-1968) entdeckte gemeinsam mit Otto Hahn 1938 die Kernspaltung... diese aussage ist falsch.
und wie du richtig sagst, es ist nur eine vermutung, dass hypathia eine erfinderin war. solche unwahrheiten und vermutungen als beispiel für die rolle der frau in der technik zu verwenden ist für die rolle der frau nicht dienlich.

gucky
00
13.9.2010, 13:46
Das sehe ich anders

Diese Aussage ist nur dann falsch, wenn sie sich nur auf die erste (noch dazu zufällig erzielte) experimentelle Kernspaltung beziehen und die 26-jährige Zusammenarbeit der beiden davor außer Acht lassen. Die Arbeitsgruppe hieß nicht umsonst Hahn-Meitner.

Ich sehe dieses Experiment als Resultat der jahrelangen gemeinsamen Forschungsarbeit, und deshalb sollte mMn nicht nur Otto Hahn als "Entdecker der Kernspaltung" genannt werden, sondern Hahn gemeinsam mit Meitner und Strassmann. Hahn selbst weist in seiner Nobel-Vorlesung z.B. immer wieder auf den Beitrag von Meitner und Strassmann hin. Ich finde, dass der Nobelpreis an die drei gemeinsam gehen hätte sollen.

rollie63
10
13.9.2010, 14:37

ja sie war maßgeblich daran beteiligt! den 300.000 toten der atombomben wird es eh wurscht sein, dass eine frau dazu beigetragen hat, den bau der schlimmsten waffe der menscheit zu ermöglichen.
hut ab vor weiblichen geistesblitzen.

Amy4
00
13.9.2010, 18:37

sie sind nicht richtig informiert @ rollie 63 - Lise Meitner hat niemals an dem bau einer atombombe mitgewirkt, sondern gerade sie hat dieses strikt abgelehnt .
wollen sie einer wissenschaftlerin, die für eine friedliche nutzung der kernenergie eingetreten ist, für das versagen ihrer männl. kollegen verantwortlich machen? wegen Meitners richtiger deutung/berechnung d. bei der kernspaltung freiwerdenden energie 1939 wurde sie i.d. presse als mutter d. atombombe bezeichnet. mit entsetzen betonte sie damals, dass sie a.d. entwicklung d. bombe nicht beteiligt war.
oder wollen sie herrn Nobel, der erfinder des dynamits usw. , dafür verantwortlich machen, daß seine erfindungen auch von menschen zur vernichtung eingesetzt wurden?

philanthrop86
00
13.9.2010, 15:37

Man kann alles schlecht reden. Es ist Ihnen wahrscheinlich unmöglich eine Leistung zu würdigen, stattdessen versuchen sie lieber alles in den Dreck zu ziehen, das ist nämlich immer leichter.
Vielleicht sollten Sie mal ihren Groll unterdrücken und Dinge positiv betrachten, denn von vielen Erfindungen, die in Ihren Augen wahrscheinlich negativ besetzt sind, profitieren Sie sehr wohl!

gucky
00
13.9.2010, 14:45
?

Üblicherweise haut man doch da auf Oppenheimer und/oder Einstein hin. War mir aber so oder so nicht bewußt, dass wir hier eine Diskussion über die Verantwortung von Wissenschaftern an der Verwendung ihrer Entdeckungen führen.

Ach ja: 26 Jahre Arbeit sind kein "Geistesblitz".

rollie63
10
13.9.2010, 15:03

Sie bekannte in hohem Alter, daß sie in ihren jüngeren Jahren über der Begeisterung an der Wissenschaft versäumt habe, über deren Ziele und über die Folgen der technologischen und kriegerischen Anwendung nachzudenken

http://rli.at/Seiten/na... /bombe.htm

rollie63
11
13.9.2010, 14:51

ja sie war die mutter der atombombe, ich gebe dir recht. siehe nobel - segen oder fluch ob seiner erfindung. den todesopfern ist es wurscht, die wissenschaftler rechtfertigen sich mit: so habe ich das aber nicht gewollt. die ich rief die geister...

Nennt mich Loretta
03
13.9.2010, 08:54
"Die Frauen, die hinter den vielen technischen Errungenschaften im Technischen Museum Wien (TMW) stecken

"Die Frauen, die hinter den vielen technischen Errungenschaften im Technischen Museum Wien (TMW) stecken..." Hinter den zuvor genannten Eisenbahnenwaggons, Turbinen, Dampfmaschinen?

Die Hypatia ist ja anscheinend eine ca. handflächengroße Apparatur (nicht wertend gemeint), die in irgendeiner Vitrine in der Masse der "männlichen" Maschinen untergeht. Wen wundert es da, dass das mMn durchaus realistische Bild entsteht, dass Technik eine Männerdomäne war und ist?

1) Das muss ja nicht heißen, dass dies in Zukunft so sein muss.
2)Männerdomäne heißt ja nicht, dass es gar keine Technikerinnen gab und gibt.

Die Schlussfolgerung "Es gibt auch "patente Frauen" also ist Technik keine Männerdomäne" ist einfach nur falsch.

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