Med-Uni Graz

Schleierverbot bei Prüfungen bekräftigt

29. September 2010 18:27
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    Foto: apa/anp/evert-jan daniels

    Umstritten, abgelehnt - aber in Österreich nur vereinzelt zu sehen: Muslimin mit Schleier.

Gesichtsschleier muss nun auch vor universitären Prüfungen gelüftet werden - doch nur theoretisch, weil es bis auf einen Fall in Graz keine weiteren gibt

Wie vor Gericht muss ein Gesichtsschleier auch vor universitären Prüfungen gelüftet werden. Das bekräftigt man an den heimischen Unis nach einem Vorfall in Graz - doch nur theoretisch, weil es keine weiteren Fälle gibt.

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Wien/Graz/Innsbruck - Mit Gesichtsschleier studieren stößt in Österreich an rechtliche Grenzen. Konkret an die universitäre Prüfungsordnung, die vorsieht, dass sich Studierende vor einer Prüfung per Ausweis identifizieren müssen. "Es ist aus meiner Sicht absolut nachvollziehbar, dass bei Prüfungen eine Vollverschleierung nicht möglich ist", sagte am Mittwoch Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (ÖVP).

Auf diese Rechtslage beruft man sich auch an den Medizinischen Universitäten (Med-Unis) Wien und Innsbruck. Dort beschäftigt man sich jedoch erst nach einem Bericht in der Kleinen Zeitung über den Konflikt um eine gesichtsverschleierte Medizinstudentin in Graz mit der Materie. Denn in der Praxis existieren bisher keine Erfahrungen, ebenso wenig wie an der Wiener Zentral-Uni: "Ich habe bei uns noch von keiner burkatragenden Studentin gehört", erläutert dort Studienpräses Brigitte Kopp.
An der Med-Uni Graz, wo sich eine muslimische Medizinstudentin in diesem Frühjahr weigerte, den Schleier abzulegen, wurde nun ein Rundbrief auf den Weg geschickt. Darin wird - neben Prüfungssituationen, worunter auch "Übungen und Seminare mit immanentem Prüfungscharakter" fallen - auch die "Lehre im klinischen Bereich mit Patientenkontakten" für schleierfrei erklärt. Für Nina Hoppe, Sprecherin der Med-Uni Wien, ist das nachvollziehbar, da "am Patientenbett auch mimisch interagiert werden muss". Doch, wie gesagt: "Wir waren mit einer solchen Situation bisher nie konfrontiert."

Das wundert die im Bundeskanzleramt angesiedelte Gleichbehandlungsanwältin Birgit Gutschlhofer keineswegs. In der Gleichbehandlungsanwaltschaft, die sich mit Beschwerden Betroffener wegen - unter anderem - religiöser Diskriminierung beschäftigt, ist bisher kein einziger Burkafall anhängig. Im Gegenteil dazu gebe es jedoch "viele Fälle kopftuchtragender Musliminnen, die sich bei mir beschweren, weil sie im Arbeitsleben benachteiligt wurden."

"Unter Musliminnen in Österreich ist Vollverschleierung anscheinend die rare Ausnahme", vermutet Gutschlhofer. Die Klage einer Schleierträgerin, so sagt sie, hätte"eine knifflige Abwägung zwischen Frauenrechten und dem Recht auf freie Religionsausübung" zur Folge. Die Sache würde wohl vor einem europäischen Gericht enden.

Mona S. zeigt ihr Gesicht

Im bisherigen österreichischen Burka-Paradefall wird diese Klärung indes nicht stattfinden. Mona S., die sich im Wiener Islamistenprozess weigerte, ihr Gesicht zu zeigen, und daher von der Verhandlung ausgeschlossen wurde, will ihre Causa nun doch nicht vor den Europäischen Menschenrechtgerichtshof bringen. "Sie hat sich entschlossen, den Schleier abzulegen, und will mit der Sache nichts mehr zu tun haben", sagt Anwalt Lennart Binder. (Irene Brickner/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30.9.2010)

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Gusti Rentner
 
09.10.2010 17:35
Ich bin GEGEN DAS "HANGERL".

Ich bevorzuge es, mein Gegenüber zu s e h e n.

Einige islamische Emanzen aber verteidigen es als antisexistisches Signal. Wenn s' glauben...

Aber dann sollen sie auch beim Gerichtsverfahren um den Unterhalt dazu stezhen und nicht im nachhinein behaupten, der Göttergatte hätte sie zu der Maskerade gezwungen, bitt'schön aber auch.

Ganz pragmatisch: Wenn sich eine e.g. gerade hat "die Nase richten lassen" und ihre "Dritten" im Zahnlabor reparieren lässt oder bei Smog-Alarm in der Stadt mag das Ding ja sogar eine nützliche Funktion haben.
Wenn mein Mann aber mich je zu so etwas zwingen wollte, würde er mein Kung-Fu kennen lernen... und den/die ScheidungsrichterIn ! :-)

Gusti Rentner
 
09.10.2010 17:18
AM PATIENTENBETT wäre alternativ zum Niqab sehr wohl eine OP-Maske möglich und diente u.U. sogar der Hygiene...

...Bei Prüfungen jedoch bliebe als Alternative nur die Abnahme der FINGERABDRÜCKE...

Peter Pichler
 
04.10.2010 16:00
Ich denk in solchen Fällen muss man gar nicht diskutieren...

... es ist logisch, dass man, nicht in jeder Situation so herumlaufen kann.

Im wesentlichen in allen Berufen, in denen man mit Nicht-Muslimen professionell komunizieren muss (Ärztin, Vertrieb, Empfang, Schauspielerin,...)

Sobald es faktisch stört, ist es klar, dass das nicht geht. Das gilt sicher für PatientInnen-Kontakt im allgemeinen, bei Prüfungen, erkennungsdienstlichen Maßnahmen,... Auch bei Aussagen vor Gericht, halte ich es für legitim, dass man als RichterIn und Geschworene das Gesicht einer Zeugin bzw. einer Angeklagten sehen möchte...

Im Berufsleben steht es einer ArbeitgeberIn prinzipiell zu Kleidungsvorgaben zu definieren (z.B. in einem Geschäft für islamische Mode kann ein Kopftuch auch vorgeschrieben sein,...).

fuchstritt
03.10.2010 10:57

in europa zu leben.wasch mimr den pelz aber mach mich nicht naß spielts aber nicht, das muß man einwanderern deutlich zu verstehen geben.es gibt eine so große bandbereite wie sonst kaum wo auf der welt sein leben zu gestalten, aber auch hier gibts grenzen.eine grenze ist die verschleierungsgeschichte.hier gilt entweder ohne burka zur prüfung oder eben keine prüfung ablegen können.punktum.

fuchstritt
03.10.2010 10:55

die schleier/kopftuchträgerinnen wurden von frühester kindheit einer gehirnwäschen unterzogen, deshalb ist mit freiwilligkeit beim ablegen der fetzen nicht viel staat zu machen. eine der gurndsätze modernen er rechtsstaaten ist es aber daß vor dem gesetz alles gleich sind, unwissenheit nicht vor strafe schützt u die bürger eben gewissen regelungen unterworfen sind,da ist nix mit freiwilligkeit sondern des is hoit so. andererseits hat man aufgrund demokratischer strukturen die möglichkeit änderungen herbeizuführen.dies idden sind die basis für ein freidliches zusammenleben in wohlstand u freiheit,gleichheit,solidarität.in islamischen gottesstaaten läuft der hase anders,das leben dort ist bisweilen so scheußlich da es viele menschen vorziehen

metalwoman
30.09.2010 23:02
Nur ein Fall in ganz Österreich...

Das liegt wohl daran, dass jene muslimischen Frauen, die studieren (dürfen? können?) eher aus liberaleren Familienverhältnissen stammen. "Liberal" weist auch in den meisten Fällen auf Wohlstand und eine höhere Bildung der Eltern hin. Bei gebildeten Menschen ist der Einfluss der Religion und ihrer Vertreter natürlich geringer.

Khun Khuat
30.09.2010 16:02
is bereits zu spät teil 1

erst wenn all die "toleranten" hier am eigenen leib die intoleranz eines "tiefgläubigen islamismus" erleben, werden sie vielleicht "erleuchtet"
aber dann ist es entgültig zu spät.
in paraguay lief dies etwas anders.
als ich 95 aus ciudad del este abreiste, gab es so gut wie keinen (erkennbaren)Muslimisten dort.
innerhalb weniger jahre wurde es ein "idealer" Fluchtort für gesuchte Extremisten, auf grund der idealen Bedingungen, der extrem hohen kriminalität, der beinahen rechtlosigkeit, des riesigen Schmugels aller art, werden von dort Extremisten weltweit mit falschen papieren/waffen usw. versorgt.
es dauerte nicht lange, bis verschleierte Musliminnen auftauchten und bald wurde auch eine forderung eines moscheebaues im Grenzort laut.

Kra Wuzikabuzi
30.09.2010 15:48
man trägt ganzkörperschleier

um sich sexuell unattraktiv zu machen und um sich vor sexuellen übergriffen zu schützen.

sagt viel über dortige kulturen und die dortigen männer aus.
wenn man es hierzulande auch braucht, dann scheinen sich die männer hierzulande verändert zu haben (bzw neue männer scheinen ins land gekommen zu sein) und wenn emanzen diese verschleierung verteidigen, heisst das, dass sie ihre geschlechtsgenossinnen auf verängstigte hascherl zurückstufen und schlagartig alles wegwerfen für das sie seit den 60igern gekämpft haben....

Minou Larson
04.10.2010 20:59

Volle Zustimmung.
MfG

BK W. Shoyssel
30.09.2010 12:08
husch, husch

in Kirche, Tempel, Moschee, Pagode mit euch.
Dort könnt ihr tragen oder ablegen, was ihr wollt.
Und lasst uns bitte im öffentlichen Leben in Ruhe mit euren Zwangsvorstellungen.

Linkslinke Atheistenhippiegruftiehobbitpunkemanze
30.09.2010 12:49

sollen dann Nonnen und Priester in der Öffentlichkeit auch nicht mehr als solche erkannt werden?

anders and
 
30.09.2010 14:34
Priester im Habit?

Wann habe ich zuletzt in Wien einen gesehen? Wohl so um 1971!

Linkslinke Atheistenhippiegruftiehobbitpunkemanze
30.09.2010 23:22

reicht ja schon der Kragen. und das seh ich schon ab und an.

Nennt mich Loretta
 
02.10.2010 22:41
Und den vergleichen Sie allen Ernstes mit einer Ganzkörperverschleierung?

Timagoras
 
30.09.2010 13:51

also ich würde mich dagegen wehren, wenn eine nonne im nonnenhabit einen chirurgischen eingriff an mir durchführen
oder bei einem gerichtsverfahren als richterin über mich urteilen würde.
Sie können das ja gerne anders sehen, aber ich will nicht, dass religiöse hardlinerInnen über mein leben oder mein schicksal entscheiden.

Gusti Rentner
 
09.10.2010 17:24
Wie schön! Für Sie muss also eine Richterin den Talar ablegen und das Barett absetzen, ehe sie Sie verurteilen darf?

Na, hoffentlich stellen Sie nichts an, denn die Richtervereinigung würde eine Zwangsentkleidung ihrer Mitglieder (p.t., männlich und weiblich) für standeswidrig erachten!

:-)))

Robert Waloch
30.09.2010 13:21
Ordensleute

erkenne ich zumindest immer noch an ihren Gesicht, für das sie sich auch nicht verhüllend schämen müssen....

Linkslinke Atheistenhippiegruftiehobbitpunkemanze
30.09.2010 14:27

aber dem Vorposter gings um sämtliche einer Religion zugewiesenen Kleidungsstücke.

Und das ist lächerlich. Man wird doch noch anziehen, was man mag, wenn man die Straße entlanggeht.

hitchy
30.09.2010 23:19
ja das ist leider das problem...

dass, nicht nur hier, viele leute nicht vernünftig diskutieren können und äpfel und birnen vermischen. im artikel geht es um das abnehmen des schleiers bei prüfungen (voll ok meiner meinung nach) und die meisten diskutieren über ein generelles kopftuchverbot (was sicher nicht ok ist).

super cat
30.09.2010 14:32

Welche Bekleidung eine Ärztin privat trägt ist hier nicht das Thema!

Heavyweather
30.09.2010 17:20

Rennt die dann auch im Vollschleier im Krankenhaus herum?
Lächerlich.
Aber Hauptsache es kostet viel Geld weil sich 100 Leute mit dem absurden Fall beschäftigen müssen.

Der Unkurze
30.09.2010 17:55

ehrlichgesagt ja, genau das wird gefordert. es klingt absurd, es klingt erschreckend (beides trifft auch zu) aber genau in diese richtung geht es

Linkslinke Atheistenhippiegruftiehobbitpunkemanze
30.09.2010 23:23

Wer fordert das?

Der Unkurze
01.10.2010 12:37

in england gibt es in er richtung schon ausnahmeregelungen für muslima, die sonst gegen die hygienebestimmungen verstoßen würden.

werde nen link später nachreichen (weiß nicht ob der sonst durchkommt)

super cat
30.09.2010 19:10

Und genau das nervt, sollte eigentlich kein Thema und kein Grund für Sonderregelungen sein.
Niemand zwingt sie hier zu studieren. Wer an einer österreichischen Uni inskribiert, hat die Gesetze des Landes sowie die Studienordnung anzuerkennen.
Dazu gehört die in der Medizin übliche Bekleidung bei der Arbeit, ein Schleier kommt nicht in Frage, (bedeckte Haare sind durchaus möglich).
Dazu gehört Männer werden von Frauen behandelt und umgekehrt genauso.
Dazu gehört gelebte Gleichberechtigung und die gemischte Lebensform, keine getrennten Frauen- und Männerwelten.
Eine Frau, die das mit ihren religiösen Ansichten nicht vereinen kann, soll irgendwo anders studieren, wenn sie das dort überhaupt darf.

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