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25 Jahre und bald zwei Doktortitel: Ranja Reda.
Designerkleidung und High Heels, ein gewinnendes Lächeln auf den Lippen, einen Chihuahua im Arm: Ranja Reda ist das diametrale Gegenteil vom dem, was man sich landläufig unter einer Wissenschafterin vorstellt. Ihr Lebenslauf allerdings berstet fast vor Titel und Erfolgen: Studium der theoretischen Kernphysik (mit Auszeichnung in weniger als der Mindeststudienzeit abgeschlossen), Doktor in Finanzmathematik (mit Auszeichnung), der zweite Doktor in Wirtschaftswissenschaften kurz vor Abschluss, daneben Beratungsfunktionen in der Banken- und Immobilienbranche, Forschungsaufenthalte in New York, London, Paris, Tokio - all das mit gerade 25 Jahren.
Wie kommt man zu einer so rekordverdächtigen Karriere? "Es hat mich geprägt, dass ich in meiner Kindheit sehr oft gereist bin. Dadurch wird man a) neugieriger und b) lernt man, dass alles verschiedene Gesichtspunkte hat", zählt Reda auf. Mit ihrer Familie - der Vater Physiker, die Mutter Musikerin - lebte sie abwechselnd im Weinviertel und in Miami Beach. Mit 15 begann sie, "nerdige" Bücher über Physik zu lesen, erzählt sie: "Ich habe zwar nichts verstanden, aber ich fand die Formeln so schön."
Ihr Held war Michio Kaku, in den USA ein überaus populärer Physiker. "Ich wollte ihn heiraten", lacht Reda. Als 21-jährige Physikstudentin beschloss sie, ein Flugticket nach New York zu kaufen, um Kaku persönlich kennenzulernen. Ein Jahr besuchte sie seine Vorlesungen, wohnte in einer Besenkammer in Soho, ging auf der Wallstreet ins Fitnessstudio. Angesteckt von Manhattans Finanzeuphorie und von Emanuel Dermans Buch "My Life as a Quant. Reflections on Physics and Finance" beschloss sie, sich alles über die Welt der Finanzwirtschaft anzueignen.
Mittlerweile lebt Ranja Reda im ersten Bezirk in Wien und entwickelt als Post-Doc am TU-Institut für Wirtschaftsmathematik neue Methoden zur Berechnung von Risikokennzahlen - angesichts der Finanzkrise ein Thema, um das sich Banken geradezu reißen. "Risikoabschätzungen sind sehr heikel. Ich versuche, durch die Verbindung von Hardcore-Mathematik und wirtschaftlichen Beobachtungen neue Aspekte zu finden, um die Risiken möglichst genau zu messen", schildert Reda. Eine Ursache für die Krise sieht sie darin, dass Mathematiker und Ökonomen zu wenig miteinander kommunizierten.
"Ich spreche beide Sprachen", sagt Reda. "Und ich hole mir das Beste aus den Denkweisen beider Welten - der analytischen und tiefgehenden Mathematik und der Wirtschaft, die die größeren Zusammenhänge sucht." Auch das Wissen aus der Physik nützt Reda weiterhin. "Alles fließt ineinander. Ein Kernphysiker tut im Grunde auch nichts anderes, als Rätsel auf analytische Weise zu lösen." Ihr persönliches Sudoku sei jetzt eben die quasikonvexe Funktionsanalysis, als ein Schlüssel für bessere Risikomodelle.
Redas nächste Mission: in ihrem neuen Job, den sie demnächst bei einer Unternehmensberatung antritt, für mehr Wissenschaftlichkeit im Finanzsektor zu sorgen. Eine von wenigen Frauen auf ihrem Gebiet zu sein, habe sie bisher kaum gestört, meint Reda, die im Vorjahr vom Verkehrsministerium zur Femtech-Expertin gewählt wurde. Trotz allen Ehrgeizes: Zeit für Partys, Segeln und Golfen muss sein, sagt sie. Und: "Ein Nerd bin ich noch immer." (Karin Krichmayr/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.10.2010)
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... gleichaltrigen burschen in mathe mindestens ebenbürtig sind, können wohl die meisten mathelehrer/innen aus ihrer berufserfahrung bestätigen, das ist nix aufregend neues. schön wäre wenn die begabten damen dann auch massenhaft ein mathematisch/naturwissenschaftliches/technisches studium anschliessen würden, dann wäre der zugang zu hochbezahlten jobs gegeben ;-)
... muss der artiekl in der "frauenspalte" erscheinen? noch dazu mit einer schwachsinnigen bemerkung über das äussere der jungen dame (wenn das ein mann geschrieben hätte gäbs eine zitrone sicher)?
und warum auf diestandard und nicht in der wissenschaftsspalte?
liebe diestandard-redaktion, so zementiert ihr die erwartungshaltung dass eine frau in den klassischen hardcore-naturwissenschaften eine exotenerscheinung ist, gleich noch mehr ein.
"das diametrale Gegenteil vom dem, was man sich landläufig unter einer Wissenschafterin vorstellt"
ja genau frau österreicher verwechselt hier wie immer emanzipazion mit grotesk schlechtem geschmack. aufpassen meine damen nicht nur sex in the city gucken sondern auch anziehen!
D.
aber
"das diametrale Gegenteil vom dem, was man sich landläufig unter einer Wissenschafterin vorstellt"
outet die tief verwurzelten Sexismen (ich nenn es jetzt mal "hegemoniale Weiblichkeit") die von FRAUEN gepflegt werden wenn es um andere Frauen geht...
ob Chihuahua am Arm oder Designer-Klamotten spielt eigentlich nur für jene oberflächlichen KofferInnen eine Rolle, die wir in Ermangelung eines angemessenen Intellekts ohnehin nicht zur Diskussion bitten würden...
wenn sie also liebe Fr. Krichmayr dieses Vorurteil haben passen sie ja ganz gut in die Riege der Sexistinnen auf diestandard.at...
sehr interessant, Frau Krichmayr, was ist den diametral zu einem Chihuahua im Arm? Vielleicht ein Hund der selber läuft?
Oder zu High Heels und Designer Outfit?
Schuhe mit denen frau auch morgen noch kraftvoll am Op Tisch stehen kann?
Haben sie schon jemals einen männlichen Wissenschafter nach derartigen Kriterien beschrieben?
Plattheiten dieser Art liest man sonst nur in kleinern Formaten
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