Frankreich

Senat stimmt für Frauen­quote in Aufsichtsräten

28. Oktober 2010, 12:51

Laut Gesetzesvorschlag sollen in Aufsichtsräten von Unternehmen 40 Prozent Frauen vertreten sein - Auch Sanktionen sind vorgesehen

Paris- Frauen sollen in Frankreich in den Aufsichtsräten großer Unternehmen künftig durch eine Quote stärker vertreten sein. Der Senat stimmte am Mittwochabend in erster Lesung für einen Gesetzesvorschlag, demzufolge bis 1. Jänner 2016 in den Aufsichtsräten von großen öffentlichen und privaten Unternehmen 40 Prozent Frauen vertreten sein sollen. In einer ersten Phase in den nächsten drei Jahren soll eine Quote von 20 Prozent erreicht werden.

In Aufsichtsräten, in denen bisher überhaupt keine Frauen sind, soll sechs Monate nach Verkündung des Gesetzes mindestens eine weibliche Vertreterin benannt werden. Die Nationalversammlung hatte einer Frauenquote bereits im Jänner zugestimmt.

Für den Gesetzestext stimmte die konservative Mehrheit im Senat, die SozialistInnen enthielten sich. Dabei wurde die ursprüngliche Gesetzesvorlage dahingehend geändert, dass sie nun für 650 börsennotierte Unternehmen gelten soll sowie für Firmen ab 500 Beschäftigten, die einen Umsatz von mindestens 50 Mio. Euro erwirtschaften. Eine von einer sozialistischen Senatorin vorgelegte Neuregelung sollte Firmen ab 500 MitarbeiterInnen unabhängig von der Umsatzhöhe umfassen.

Der Gesetzestext sieht Sanktionen vor

Der Gesetzestext sieht auch Sanktionen vor, falls der vorgeschriebene Frauenanteil nicht erreicht wird. Dann sollen Sitzungsgelder für die Aufsichtsräte zeitweise gestrichen und Beschlüsse für Nominierungen für nichtig erklärt werden. Abgelehnt wurde hingegen der sozialistische Vorschlag, die Zahl von Aufsichtsratsmandaten pro Person zu begrenzen, um Posten für Frauen frei zu machen.

Im Jahr 2009 gab es nur 10,5 Prozent Frauen in den Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen, bei den 500 größten Firmen lag der Anteil nur bei acht Prozent. Im Vorgriff auf eine gesetzliche Regelung war der Frauenanteil in den größten börsennotierten Unternehmen 2010 bereits deutlich angestiegen. Die Zahl in Frankreich liegt aber dennoch weit unter Ländern wie Norwegen, wo - dank einer gesetzlichen Vorschrift - ein Frauenanteil von 44 Prozent erreicht wird. (APA)

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