Frauenlauf unterstützt geplante Einrichtung - Neue Broschüre des Frauenreferates "Gleiches Recht für beide" informiert über Ehe und Lebensgemeinschaft
Das Kärntner Referat für Frauen und Gleichbehandlung hat am Mittwoch eine neue Broschüre vorgelegt. Das Druckwerk könne zwar keine
professionelle Rechtsberatung ersetzen, aber das Wichtigste an
Erstinformationen: "'Gleiches Recht für beide' enthält wichtige Information
rund um die Ehe und Lebensgemeinschaften für die guten und auch für die
weniger guten Zeiten", stellte Frauenlandesrätin Beate Prettner klar.
Nach wie vor gehöre es zum Lebensziel junger Menschen, eine Beziehung
einzugehen und eine Familie zu gründen. Die Erfahrungen hätten
allerdings gezeigt, dass viele Menschen nicht genügend über die
rechtlichen Hintergründe informiert sind, erklärte Frauenbeauftragte Helga Grafschafter. "Ein
guter Wissensstand kann Auseinandersetzungen und Trennungen zwar nicht
verhindern, wohl aber Nachteile mindern, die man aus einer Trennung
erfahren kann", so Prettner.
Relevantes Wissen, das viele brauchen könnten
"Die Erfahrungen haben uns gelehrt, dass es meist die gleichen Fragen
sind, die Männer und Frauen beschäftigen, wenn sie den Bund der Ehe
schließen. So ist es nicht egal ob man verheiratet ist, in einer
eingetragenen PartnerInnenschaft lebt oder nicht. Die rechtlichen
Konsequenzen treten dann auf wenn etwas passiert, beispielsweise wenn
jemand im Krankenhaus liegt oder wenn es zu einer Scheidung kommt",
erklärte Christa Zettinig von der Frauenberatungsstelle Villach. Auch
die Aufteilung von den erwirtschafteten Gütern während der Ehezeiten sei
nach einer Trennung nicht zu unterschätzen. Denn wenn eine Ehe
geschieden wird, so sind eheliche Gebrauchsvermögen und eheliche
Ersparnisse grundsätzlich unter beiden Ehepartnern aufzuteilen. Hier
sind auch Schulden, die mit den ehelichen Ersparnissen in einem inneren
Zusammenhang stehen berücksichtig.
"Ob es eine einvernehmliche oder eine Scheidung wegen Verschuldens
ist, ist nicht unbedeutend. Wenn eine Frau zum Beispiel weniger
Sozialversicherungszeiten aufweist als der Mann, da sie länger zuhause
bei den Kindern geblieben ist, so wäre von einer einvernehmlichen
Ehescheidung zur Wahrung der Pensionszeiten unter Umständen abzuraten",
machte Stadträtin Hilde Schaumberger aufmerksam.
"Iron Girl"-Spende
Außerdem wurde Prettner am Mittwoch Geld in die Hand gedrückt für die geplante Frauenberatungsstelle in Hermagor. Die beiden Veranstalterinnen des ersten "Iron Girl"-Laufs, Angela Pribernig und Sara Preis, überreichten den Reinerlös von 2.500 Euro. Nächstes Jahr soll Hermagor als letzte Bezirksstadt mit einer Frauenberatungsstelle ausgestattet werden und so eine regional umfassende Beratung für Frauen vor Ort garantieren. (red)