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Sabrina Filzmoser ist in Österreich konkurrenzlos. Das gibt ihr vor Großevents eine Ruhe, von der Japanerinnen nur träumen können. Dafür fehlen ihr gute Trainingspartnerinnen.
Standard: Was ist das Besondere am Jigoro-Kano-Cup?
Sabrina Filzmoser: Kano war der Begründer des Judosports. Das Turnier, sozusagen das Judo-Wimbledon, wird seit 1978 zu seinen Ehren abgehalten, wobei Damenbewerbe erst seit wenigen Jahren integriert sind. In jeder Gewichtsklasse sind vier JapanerInnen startberechtigt, das macht das Gewinnen dort sehr, sehr schwierig. Ein Sieg zählt ungeheuer viel, das haben nur ganz wenige EuropäerInnen geschafft.
Standard: Ludwig Paischer ist seit 2006 einer der ganz wenigen. Gilt er in Japan deshalb mehr?
Filzmoser: Unbedingt. Du kannst in der Weltrangliste unter den ersten drei sein, und in Japan kennt dich vielleicht niemand. Aber wenn sie gesehen haben, dass du in Tokio gewinnst, dann kennen dich die JapanerInnen. Dann stehst du in ihren Geschichtsbüchern.
Standard: Wie schaffen es die JapanerInnen, ihre Judo-Tradition hochzuhalten und die Erfolge nicht abreißen zu lassen?
Filzmoser: Judo ist schon als Schulsport fix verankert. Ab der Highschool, bei den 14- und 15-Jährigen, wird schon sehr professionell trainiert, vier Stunden am Tag. Die Universitäten suchen sich dann mit einem richtigen Scouting-System die Judoka aus, die sie für ihre Uni-Teams verpflichten wollen. Für gute KämpferInnen gibt es natürlich Stipendien.
Standard: Das erinnert sehr ans US-amerikanische System vor allem in den großen Teamsportarten, aber auch im Schwimmen oder in der Leichtathletik.
Filzmoser: Alles läuft sehr, sehr systematisch ab. Aber Judo in Japan geht für viele noch weit über die Universität hinaus. Ein/e durchschnittliche/r Judoka hat ja keine Perspektive auf Olympia oder eine WM. Aber sie/er kann mit den Besten trainieren, und sie/er hat gute Chancen, nach der Uni in einem Firmenteam unterzukommen und in der Firmenmeisterschaft weiterzukämpfen. Wenn sie/er das geschafft hat, ist sie/er auf ewig abgesichert.
Standard: Sie/Er kann doch aber nicht ewig kämpfen?
Filzmoser: Im Normalfall ist sie/er mit 22 Jahren mit der Uni fertig. Dann kämpft sie/er noch vier, fünf Jahre im Firmenteam, dann gibt ihr/ihm die Firma einen anderen Job. Als TrainerIn oder im Marketing. Das sind Riesenfirmen wie Subaru, die finden immer Stellen, die sie besetzen können.
Standard: Früher war es für europäische Judoka sehr schwierig, in Japan eine Trainingsgelegenheit zu bekommen. Inwiefern hat sich das verändert?
Filzmoser: Als EuropäerIn musstest du früher ein herausragender Judoka sein, damit du an einer japanischen Uni trainieren durftest. An der berühmten Tokai-Universität war vor fast dreißig Jahren Peter Seisenbacher einer der Ersten, die sie mittrainieren ließen. Auf ihn, den zweimaligen Olympiasieger, sind sie noch heute richtig stolz dort, sie haben ihn mit einem Bild verewigt. Vor allem in den letzten Jahren aber hat sich Japan wirklich geöffnet.
Standard: Woran merkt man das?
Filzmoser: Vor zehn, zwölf Jahren war man als ausländische/r Judoka an einer japanischen Uni ziemlich einsam. Jetzt, in den Wochen vor dem Kano-Cup, sind etliche Universitäten mit zwanzig, dreißig AusländerInnen belegt.
Standard: Wie erklärt sich der japanische Sinneswandel?
Filzmoser: Die JapanerInnen wollen natürlich auch selbst profitieren. Sie haben gemerkt, dass sie Defizite haben, wenn es um Kraft und Kondition geht. Da schauen sie sich viel von den EuropäerInnen ab. Und sie schicken selbst ihre jungen TrainerInnen ins Ausland, damit die dort die Trainingsmethoden studieren.
Standard: Im Hinblick auf London 2012 gibt es ein olympisches Qualifikationsranking. Wieso wird es von Sabrina Filzmoser angeführt und nicht von einer Japanerin?
Filzmoser: So toll für EuropäerInnen, weil sie TrainingspartnerInnen ohne Ende kriegen können, in Japan die Bedingungen sind, so groß ist für die JapanerInnen die interne Konkurrenz. Da gibt es in jeder Kategorie ein halbes Dutzend Weltklasse-Judoka, die pushen sich gegenseitig. Die stärkste in meiner Klasse ist Kaori Matsumoto, auch sie als Weltmeisterin kann sich ihre Wettkämpfe nicht aussuchen.
Standard: Matsumoto bestreitet also weniger Turniere als Sie?
Filzmoser: Japans Verband schickt die Judoka abwechselnd zu den großen Turnieren, ich als Österreicherin habe keine olympische Mitbewerberin und kann überall hinfahren. Matsumoto hat bei zwei Starts zweimal gewonnen. Ich habe zwei Siege, einen zweiten und zwei dritte Plätze stehen.
Standard: Nach dem Kano-Cup bleiben Sie noch einige Wochen in Tokio. Wie viele Trainingslager in Japan haben Sie schon absolviert?
Filzmoser: Ungefähr 25. Da komm ich insgesamt wohl auf gute eineinhalb Jahre in Japan.
Standard: Verzweifelt man nicht, wenn man den Stellenwert des Judosports in Japan mit jenem in Österreich vergleicht?
Filzmoser: Du fängst nicht mit Judo an wegen der Aussicht auf Geld. Und du hörst nicht mit Judo auf, weil dir die Wertschätzung von irgendjemandem fehlt. Du machst Judo, weil du IdealistIn bist.
(Fritz Neumann, DER STANDARD Printausgabe 11./12.12.2010)
SABRINA FILZMOSER (30) aus Wels fing als Achtjährige mit Judo an. Zweimal WM-Bronze. Einmal EM-Gold, einmal Silber, viermal Bronze. Klasse bis 57 Kilo.
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..wird eines der nächsten Opfer der Vergenderung sein.
Was nicht einfach wird:
Die JudokaIn?
Die Judotreibenen (analog zu "den Studierenden")?
Die JudokämpferInnen?
dieStandard, übernehmen Sie!
Ein weiteres maßgebliches Problem für Frauen weltweit will gelöst werden.
es handle sich um wörtliche Zitate, dann liegt eine Fälschung vor.
Wenn die Leute auf diestandard es nicht ertragen, daß andere Leute "politisch unkorrekt" sprechen, und dementsprechend ganze Interviews fälschen, dann sagt das nicht etwas nur über das dahinterstehende journalistische Ethos aus, sondern über die auf diestandard herrschende Geisteshaltung überhaupt.
In Volkschulen, Mittelschulen, Hochschulen gibt es oft Jodoverein, etwas wie Saengerverein in Deutschland. Die Schueler oder Studenten koennenen sich Judo freiwilling dadurch trainieren lassen. In der Universitaeten gibt es aber nicht oft Jodoverein. Denn wenn man schon gross gewachsen ist, verletztet man sich leicht bei dem Trainieren.
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