Selbst sind die Frauen

23. Dezember 2010, 07:00
  • Das Team des Frauenzentrums organisiert...
    foto: leeza

    Das Team des Frauenzentrums organisiert...

  • ...Alphabetisierungskurse für Frauen...
    foto: leeza

    ...Alphabetisierungskurse für Frauen...

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  • ...und die Betreuung für Kinder.
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    ...und die Betreuung für Kinder.

Im osttürkischen Ort Dêrsim stärkt ein Projekt nicht nur von Zwangsprostitution oder Gewalt betroffene Frauen, sondern auch staatliche und zivilgesellschaftliche Organe

Die Frauen, die in der Osttürkei in Tunceli (auf kurdisch Zazaki: Dêrsim) leben, sind zum Teil Einheimische, vor allem aber Binnenflüchtlinge, deren Dörfer während des Krieges der 1990er Jahre durch das türkische Militär zerstört und in Brand gesetzt wurden. Andere wiederum mussten ihre Dörfer verlassen, weil sie dem Netz an Staudämmen, mit dem die Region überzogen wird, im Wege standen.

Zu diesen Frauen zählen auch Sexarbeiterinnen, die offiziell als "Kellnerinnen" in Cafehäusern arbeiten. Zum Großteil handelt es sich um Zwangsprostituierte, die von ihren Zuhältern ausgebeutet oder als Opfer von Menschenhandel aus anderen Städten und auch zum Teil aus dem Ausland nach Dêrsim verschleppt werden.

Stärkung staatlicher und zivilgesellschaftlicher Organe

Erstmalig soll es durch die Initiative der Gemeinde ein kleines Frauenzentrum samt einem mobilen Betreuerinnenteam geben, das psychosoziale und rechtliche Beratung, Begleitung und Betreuung für die benachteiligten Frauen und Mädchen, anbietet. Die Mitarbeiterinnen der Fraueneinrichtung werden Unterstützung bei der Lösung der Probleme bieten, die durch Binnenmigration und durch mannigfaltige Gewaltsituationen entstanden sind. Das gesamte Projekt zielt auf die Stärkung der Zusammenarbeit staatlicher und zivilgesellschaftlicher Organe bei der Sicherung von Frauenrechten und dem Schutz von Frauen vor Gewalt und Marginalisierung.

Besucherinnen und Nutznießerinnen des von der Bürgermeisterin der kurdischen Stadt Dêrsim, Edibe Şahin - sie ist eine der wenigen Bürgermeisterinnen der Türkei - in Kooperation mit LeEZA neu gegründeten Frauenzentrums sind die Bewohnerinnen der Stadt sowie der Dörfer rund um die Stadt. Es sind dies in erster Linie Frauen und Mädchen, die sowohl von individueller als auch von struktureller Gewalt betroffen sind. Hauptsächlich aber handelt es sich um häusliche Gewalt, Zwangsverheiratung, sexualisierte Gewalt, politische Gewalt durch das türkische Militär, Zwangsprostitution und Armut.

Verwahrloste Region

Dêrsim liegt in einer ethnisch und religiös gemischten Region, sowohl zazasprachige KurdInnen, ArmenierInnen als auch TürkInnen (letztere sind vor allem Militärangehörige, Beamte und LehrerInnen) sind hier vorzufinden. Die Region ist durch eine Reihe von Aufständen, Massakern gegen die Zivilbevölkerung und dem Krieg der türkischen Armee gegen die PKK und andere Guerillagruppen gezeichnet. Arbeitslosigkeit und wirtschaftlicher Niedergang prägen das Gebiet. Dêrsim nahm sehr viele Binnenflüchtlinge, die von Zwangsumsiedlung betroffen sind, auf. Die türkische Regierung hat bislang wenig unternommen, die durch den Krieg entstandenen Probleme zu  lösen. Die Region ist verwahrlost und durch die Folgen des Krieges geprägt, breite Teile der Bevölkerung sind traumatisiert. Am prekärsten ist die wirtschaftliche, soziale und psychosoziale Situation von Frauen und Kindern. Das patriarchale Geschlechtersystem und frauendiskriminierende Traditionen tragen das ihre dazu bei, berichten die am Projekt beteiligten Frauen von LeEZA in einer Aussendung.

Vielfache Unterstützung

Das Projekt will nicht nur Anlaufstelle für Frauen und Kinder sein, die psychosoziale, rechtliche oder sonstige Unterstützung brauchen. Unterschwellig sollen die Frauen bei der Erlangung von Selbstbewusstseins unterstützt werden, und sie in ihrem alltäglichen Kampf um Gleichberechtigung unterstützen. Angeboten wird Beratung, Betreuung und Begleitung, Psychotherapie, Einzelgespräche, Gruppengespräche, Erfahrungsaustausch, gegenseitige Unterstützung, Workshops, Veranstaltungen zu frauenspezifische Themen, Seminare zu verschiedenen Themen, wie etwa Frauen- und Kinderrechte, Menschenrechte, Gesundheit und Gewalt, Gruppenausflüge, Aufklärung und gemeindebezogene Arbeit. Aufsuchend soll die Arbeit auch in "Kaffeehäusern" sein, wo Kellnerinnen als Prostituierte ausgebeutet werden. (eks, red, dieStandard.at 23.12.2010)

Link

LeEZA - Liga für emanzipatorische Entwicklungszusammenarbeit

Die Lingusten sind sich längst einig, nur "die Standard"

leugnet das zazaische Volk ihrer eingenständigkeit als Volkgruppe.

Das zazaisch ist kein kurdisch, auch keine kurdischer Dialekt.

Hier erfährt Mann und Frau mehr und vor allem nicht politisch verfärbt: http://de.wikipedia.org/wiki/Zaza-Sprache

Bravo

Tolles Projekt!

eine wohltat einmal türkinnen ohne kopftuch zu sehen

Sie tragen kein Kopftuch, weil

die Dersimer (Dersim ist auch KEIN kurdischer oder zazaischer Name, es ist Osmanisch = ein Mix aus persisch/arabisch/türkisch - die offizielle osmanische Bezeichnung dieser Provinz) sind grösstenteils Bektaschi-Aleviten. Also Angehörige eines sehr liberalen Islams. Ihnen ist auch erlaubt Alkohol zu trinken.

Ich spende grundsätzlich nur für Projekte, bei denen das Geld im Inland bleibt.

Naja, es bleibt ja auf dem Planeten, der Erde. Das ist ja irgendwie Inland.

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