Mehr Bewegung und keine Hormonmittel

18. Jänner 2011, 14:28

Faktoren wie späte Menopause oder Brustkrebs in der Familie wirken sich laut deutscher Studie ebenso stark wie beeinflussbare Faktoren auf Erkrankungsrisiko aus

Heidelberg - Mehr als 30 Prozent aller Brustkrebsfälle nach den Wechseljahren lassen sich nach einer Studie durch mehr Bewegung und den Verzicht auf Hormonersatztherapien vermeiden. 19,4 Prozent dieser Erkrankungen sind den Berechnungen zufolge auf Hormonpräparate zurückzuführen, 12,8 Prozent auf Bewegungsmangel, wie das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) am Dienstag mitteilte. Alkoholkonsum und Übergewicht beeinflussten das Brustkrebsrisiko nur gering.

Zu den Risikofaktoren zählen auch eine frühe erste Regelblutung, späte Wechseljahre sowie Brustkrebs in der Familie. Diese nicht zu beeinflussenden Faktoren bedingten zusammen 37,2 Prozent aller Brustkrebsfälle nach den Wechseljahren. "Das heißt, dass zwei Faktoren, die jede Frau selbst in der Hand hat, für vergleichbar viele Fälle von Brustkrebs nach den Wechseljahren verantwortlich sind wie die nicht-beeinflussbaren Faktoren", sagt Karen Steindorf vom DKFZ.

Die ForscherInnen raten Frauen zu mehr Bewegung und einem Verzicht auf Hormonersatztherapie, wo sie nicht unbedingt nötig ist. Hormonmittel werden immer noch eingesetzt, um Wechseljahresbeschwerden zu lindern.

Für die Studie untersuchten ExpertInnen des DKFZ und der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf knapp 10.000 Frauen. Darunter waren mehr als 3.000 Teilnehmerinnen, die nach dem Eintritt der Wechseljahre an Brustkrebs erkrankt waren. Die Ergebnisse sind im Fachjournal "Cancer Epidemiology" veröffentlicht. Für viele Brustkrebsfälle kann man keine eindeutigen Risikofaktoren ausmachen. (APA)

In Beratungen fragen Frauen häufig, wie sie sich vor Brustkrebs schützen können. Wichtig an dieser Studie finde ich, dass sie zwischen beeinflussbaren Faktoren wir Hormoneinnahmen im Wechsel u. körperlicher Aktivität sowie unbeeinflussbaren wie Zeitpunkt der ersten Menstruation oder Brustkrebs in der Familie unterscheidet. Die beeinflussbaren Faktoren machen mehr als 30% aus, das ist eine ganze Menge. Es geht also noch mehr darum, Frauen umfassend, verständlich u. unabhängig zu informieren, welche unerwünschten Wirkungen eine Hormonbehandlung im Wechsel haben kann. Denn einseitig erwünschte Wirkungen zu betonen entspricht nicht qualitätsvoller Gesundheitsinformation u. notwendiger ärztlicher Aufklärung. Sylvia Groth-Frauengesundheitszentrum

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