ExpertInnen-Vorstoß

"Pille danach" soll in jede Hausapotheke

2. März 2011, 12:52
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    Im Fall des Verhütungs-Notfalls: Die "Pille danach" soll sich genauso selbstverständlich in den heimischen Hausapotheken finden wie ein Pflaster, geht es nach ExpertInnen.

Ziel: Zahl der Verhütungspannen dezimieren - Für Jugendliche und sozial Schwache soll Notfallverhütung gratis abgegeben werden

Wien - ExpertInnen drängen auf einen breiten Einsatz der "Pille danach": "Notfallkontrazeption ist das Äquivalent in der Sexualität zum Verbandskasten im Auto", betonte der Gynäkologe Christian Fiala bei einer Pressekonferenz in Wien. "Zumindest an Jugendliche und sozial Schwache" solle das Arzneimittel, das seit Dezember 2009 rezeptfrei in Apotheken erhältlich ist, sogar gratis abgegeben werden, was "in vielen westeuropäischen Staaten bereits der Fall" sei.

150 ungeplante Schwangerschaften kommen auf 1000 Frauen

"Eine Verhütungspanne kann jeder und jedem passieren", betonte die klinische Psychologin Petra Schweiger aus Salzburg. Ihren Angaben zufolge werden von 1.000 Frauen bzw. Paaren, die ein Jahr lang mit Kondomen verhüten, 150 der Frauen ungeplant schwanger. Bei der Pille sind es 80 ungewollte Schwangerschaften, beim "Aufpassen" sogar 270, mit Hormonspirale nur zwei.

Laut dem Generations and Gender Survey 2008/09 (GGS) verhüten 73 Prozent der Paare in Österreich, aber nur etwa die Hälfte mit einer sehr wirksamen Methode. Sieben Prozent der restlichen Paare haben einen Kinderwunsch, neun Prozent gehen davon aus, dass sie selbst bzw. die/der PartnerIn unfruchtbar sind. Elf Prozent wünschen sich kein Baby, die Frauen sind aber vermutlich fruchtbar und verhüten nicht. Sie gelten mit jenen 27 Prozent der Frauen, die nur mittelmäßig wirksame Verhütungsmethoden anwenden, als Risikogruppe für ungewollte Schwangerschaften.

Unwissenheit über eigene Fruchtbarkeit

Gründe für Verhütungspannen sind laut Schweiger "erschreckend hohes fehlendes Wissen über die eigene Fruchtbarkeit", nicht nur bei Jugendlichen. Dazu kommen seelische Konflikte oder ein ambivalenter, uneingestandener Kinderwunsch sowie unsichere Verhütungsmittel, die Anwendungsfehler begünstigen. Jeder fünfte Mann verwende beispielsweise ein zu großes Kondom. "Mittel, die in der Situation angewendet werden, wie das Kondom und andere Barrieremethoden, haben außerdem ein großes Problem: die Nicht-Anwendung", sagte Bettina Weidinger vom Österreichischen Institut für Sexualpädagogik in Wien: In der "Hitze des Gefechts" werde darauf vergessen.

"Pille danach" keine Abtreibungspille

Die "Pille danach" ist eine Tablette, die 1,5mg des Gelbkörperhormons Levonorgestrel enthält. Es sei weder eine gesundheitliche, noch eine moralische Gefährdung, sie in der Hausapotheke griffbereit zu haben, lautet der Appell der drei Fachleute. Die "Notfallpille" kostet 11,90 Euro und verhindert eine Befruchtung, indem sie den Eisprung unterbindet. Voraussetzung ist eine möglichst frühe Einnahme: innerhalb von 72 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr.

87 Prozent der ÖsterreicherInnen finden laut einer Umfrage, dass die "Pille danach" einen hohen Zugewinn an Selbstbestimmung für Frauen bringe, berichtete Schweiger. Allerdings glaubten 75 Prozent der Befragten fälschlicherweise, es handle sich um eine Abtreibungspille: Wenn eine Schwangerschaft bereits eingetreten ist, wird diese durch die "Notfallpille" aber nicht beendet - der wesentliche Unterschied zum medikamentösen Abbruch mit "Mifegyne".

Kein Missbrauch zu befürchten

Laut WHO könne die "Pille danach" von allen Frauen ohne Einschränkung eingenommen werden. Missbrauch sei nicht zu befürchten, meinte Weidinger: "Wer schneidet sich schon in den Finger, nur um das Pflaster endlich verwenden zu können?" (APA)

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die rote baronin
01
Ansich eine gute Idee.

Was mich aber interessieren würde: welches Ablaufdatum hat die Pille danach? Wenn man sie in der Hausapotheke hat, muss man sie ja immer wieder durch eine neue ersetzen - ohne dass man sie verwendet hat. Und wem nützt dies dann am meisten?

Chrischarn
11
"Pille danach" soll in jede Hausapotheke...

... empfiehlt Ihre Pharma-Industrie ;-))

Pygar
 
12

Alle jungen Mädchen sollten in der Schule entsprechend aufgeklärt werden und jedes Mädchen sollte gleich eine dieser Pillenpackungen für die Hausapotheke mit nach Hause bekommen. Das ist das mindeste, was der Staat tun müsste.

Freigeistin1
00

Warum soll man bitte jedem Mädchen vorsorglich so eine Pille mitgeben? Wäre es nicht besser eine verantwortungsvolle Sexualität zu leben?
Das wäre ja fast so wie wenn man vorsorglich ein Kondom mitnimmt, sobald man ausser Haus geht. Wozu denn bitte?

baroli
11

Wer nimmt das nicht mit?
Leben Sie immer noch in der Steinzeit?

Freigeistin1
00

Wozu bitte soll ich Kondome mitnehmen wenn ich aus dem Haus gehe? Glauben Sie dass man einen mögl. Vergewaltiger darum bitten kann eines anzulegen?
Sonst kann ich mir nämlich nicht vorstellen wozu ich eines brauchen sollte.
Ich geh sicher nicht ausser Haus und such mir eine mögliche Affäre. Wenn das Mittelalter ist - gerne.
Ich entnehme daraus dass zB ihr Mann Kondome mitnimmt oder auch Sie - denn, wer weiss auf wen man trifft? Oder wie darf man das verstehen? Aber ich glaub Sie meinen das gar nicht ernst ;-)))

baroli
10

Ich wäre froh gewesen, wäre das in meiner Jugend Standard gewesen.
Heute mach ich das natürlich nicht mehr, ich bin ja nicht auf der Suche, wäre ich es aber, würde ichs natürlich tun.

Pygar
 
10

Wichtiger wäre natürlich entsprechende Bildung und Ausbildung. Dennoch kann es nicht schaden ein paar Kondome und Pillen auch zu verteilen.

Some Clarity
00

Unglaublich, hätte nie gedacht, dass ich Ihnen einmal zustimmen würde...

Nightstallion
01
"Bei der Pille sind es 80 ungewollte Schwangerschaften"

Die Zahl inkludiert ziemlich sicher Fehler bei der Einnahme, sonst kann ich mir die Zahl ehrlich nicht erklären.

Nevim
00

Das ist richtig. Bei richtiger Verwendung läge die Zahl bei ca. 3.

Man muss auch dazu sagen, dass es ziemlich einfach ist, die Pille falsch einzunehmen. Nicht alle Ärzte weisen zum Beispiel, wenn sie Antibiotika verschreiben, darauf hin, dass sie die Wirkung der Pille verhindern.

Freigeistin1
00

Die Packungsbeilage zu lesen sollte von Menschen, die angeblich alt genug sind Sexualität zu leben, vorausgesetzt werden, oder?

metalwoman
00

Das glaube ich auch. Bei der Hormonspirale ist die Zahl so gering, weil man dabei nichts falsch machen oder vergessen kann.

gnadevorrecht
92
Wenn also bei der Verwendung von Kondomen von 1000 Frauen 150 schwanger werden...

... dann hatte Papst Benedikt XVI. also Recht, als er sagte, dass das Kondom keine ultima ratio in der Verhinderung von AIDS darstellt.

WAS wurde er von den Medien geprügelt für diese Aussage - auch im Standard. Und nun gibt ihm der, oder besser gesagt dieStandard Recht.

Treue ist der Beste Schutz gegen AIDS. Und Punkt.

Johannes Benn
12
.

die katholische kirche ist die einzige institution die weltweit ernstgenommen wird und sich traut auf den einzig gangbaren weg zur eindämmung von aids hinzuweisen

rien de rien1
21

"die katholische kirche ist die einzige institution die weltweit ernstgenommen wird und sich traut auf den einzig gangbaren weg zur eindämmung von aids hinzuweisen"

weltweit ernstgenommen? haha :D

19k
10
ebenfalls haha

bin fast erstickt vor Lachen bei dieser .... ernstzunehmenden ...... Aussage

19k
11
von den Medien geprügelt

Der kann für seine teilweise kriminellen Aussagen nicht genug geprügelt werden, selbst im Fall, daß er, was ja fast ausgeschlossen ist, einmal doch recht haben sollte.

Susanne_B
11

ihre Treue hilft Ihnen exakt Nüsse, wenn Ihr PArtner nicht treu ist.

Freigeistin1
00

?? Häh. Natürlich gilt die Treue für beide Partner. Ja no na net.

no G. D. M.
00
Wie man aber weiß, steckt sich deutlich eher die Frau bei einem Mann an.

Daher ist es wesentlich wahrscheinlicher, dass die Frau AIDS in die Beziehung einschleppt.

Freigeistin1
00

Ganz einfach - HIV Test verlangen. Und dann natürlich einen verantwortungsvollen Umgang mit Sexualität - da gehört Treue natürlich dazu.

noirc80
24
logisches denken ist der beste schutz vor dummheit .

frauen wollen so gut wie möglich kontrollieren können, wann sie schwanger werden, deshalb benutzen sie verhütungsmittel. leider bieten die keinen 100% schutz, aber immerhin müssen frauen nicht mehr alle 2 jahre werfen oder auf sex verzichten, wenn sie ihr lebensziel nicht darin sehen, eine fußballmannschaft zu gründen.

natürlich besteht auch bei der verwendung von kondomen ein restrisiko, sich mit z.b. hiv zu infizieren, es ist aber deutlich geringer als wenn sie ungeschützen geschlechtsverkehr haben.

der beste schutz ist immer noch aufklärung und die kann man z.b. dadurch forcieren, dass man am besten nicht hinhört, wenn der papst zu plappern beginnt, schließlich weiß dieser mann ja gar nicht wovon er spricht:)

wider Indifferenz
13
ganz soo ohne ist diese pille nicht..

viele frauen haben 4 oder 5 monate danach noch immer einen unregelmässigen zyklus, was doch nach einer eher heftigen störung des hormonhaushalts ausschaut.

das ding ist gefährlich und es kann nicht gut sein, wenn man das mehr als 1 mal im leben nimmt.

die forcierung der "notfallverhütung", aus der gesundheitliche folgen für die frauen aus der dikussion (zumindest hier) ausgeklammert sind,
zeugt davon, das die "informationskampagne" ein wenig aus dem ruder läuft.

ich glaube so wie es zur zeit geregelt ist, ist es gut. im NOTFALL kriegt man sie an jeder apotheke
(inkl. gratis-predigt), zu jeder tages und nachtzeit, für wenig geld.
nicht auszudenken, wenn wer auf die idee kommt "eh immer welche zu hause zu haben"..

rien de rien1
10

tja, dann hat frau halt mal einen unregelmäßigen zyklus und einen leicht gestörten sexualhormonhaushalt. und? es entsteht daraus keine krankheit oder ähnliches...

etwaige probleme (unwohlsein etc) hat man ohnehin nur tage danach...

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