Frauenanteil in der Politik

Platz 29 für Österreich

7. März 2011, 13:11
  • Artikelbild
    vergrößern 500x397
    grafik: apa

    Es geht in kleinen Schritten voran: Weltweit sitzt nur in einem Staat keine Frau im Parlament, nämlich in Qatar.

  • Artikelbild
    foto: apa/robert jäger

    Österreich liegt mit 27,9 Prozent Frauenanteil im Parlament im internationalen Vergleich auf Rang 29.

In Europas Norden gibt es die meisten, in arabischen Ländern die wenigsten Volksvertreterinnen - Medieninteresse bei Politikerinnen geringer

Wien - Nur 43 Staaten weltweit erreichen den UNO-Zielsatz von 30 Prozent Frauenanteil in den Parlamenten. Im vergangenen Jahr haben weitere zehn Länder diese Quote umgesetzt, die 40-Prozent-Grenze überschreiten jedoch nur elf dieser Länder. Dies geht aus einer Studie zum weltweiten Frauenanteil in der Politik hervor, welche die Interparlamentarischen Union (IPU) anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März veröffentlicht hat.

Kleine Steigerung

Laut der Studie waren im vergangenen Jahr weltweit gesehen 19,1 Prozent der VolksvertreterInnen Frauen. Dies ist zwar eine kleine, jedoch signifikante Steigerung gegenüber den Jahren 2000 (13,7 Prozent) und 2005 (16,3 Prozent). Nur die Hälfte der 67 Wahlen, welche im vergangene Jahr in 48 verschiedenen Ländern durchgeführt wurden, brachte einen Anstieg von Frauen in den Parlamenten mit sich.

Wandel im arabischen Ländern

Im weltweiten Vergleich zeigt sich, dass die arabischen Staaten - trotz Einführung von Frauenquoten in manchen Ländern - immer noch das Schlusslicht bilden. Doch obwohl der Durchschnitt an weiblichen Politikern gering ist, ist auch hier ein positiver Wandel erkennbar. Jordanien, welches ein strenges Quotensystem aufweist, kann aktuell mit 13 Parlamentarierinnen aufwarten. Auch im Irak stieg die Zahl der weiblichen Volksvertreter, allerdings konnten nur wenige Parteien die 25 Prozent Frauenquote erreichen. Einzig in Qatar ist keine Frau im Parlament vertreten.

Südamerika mit Spitzen-Frauen

In Nord- und Südamerika zeigt sich nur ein leichter Anstieg. Drei weitere Frauen wurden im vergangenen Jahr aber immerhin an die Spitze eines Staates bzw. einer Regierung gewählt: Präsidentin Dilma Rousseff Brasilien, Präsidentin Laura Chinchilla in Costa Ria und Premierministerin Kamla Persad Bissessar in Trinidad and Tobago. Costa Rica konnte den hohen Frauenprozentsatz im Parlament von 38,6 Prozent halten.

Nordeuropa trumpft auf

Die Spitzenreiterinnen beim Frauenanteil in den Parlamenten bilden - wie schon in den vergangenen Jahren - die nordeuropäischen Länder. Schweden beeindruckt mit einem Frauenanteil von 45 Prozent. In Belgien liegt der Anteil bei 39,3 Prozent, in den Niederlanden bei 40,7 Prozent. Der Durchschnitt im restlichen Europa (außer Nordeuropa) liegt bei 20 Prozent.

Österreich auf Platz 29

In den meisten Staaten konnten keine bemerkenswerten Veränderungen verzeichnet werden. Eine Ausnahme bildet die Tschechische Republik, welche einen Steigerung von 6,5 Prozent verzeichnen konnte. Der Nachbarstaat Slowakei wurde im vergangenen Jahr die erste Ministerpräsidentin gewählt.

In Österreich liegt der Frauenanteil im Nationalrat bei 27,9 Prozent. Österreich liegt somit laut IPU auf Platz 29 des weltweiten Rankings.

Weniger Politikerinnen in Asien

In Asien hingegen nimmt der Anteil von Frauen in politischen Ämter ab. Der Durchschnitt liegt bei 18 Prozent. Bei den Wahlen in Afghanistan konnte nur ein minimaler Anstieg verzeichnet werden (0,4 Prozent).

Der Durchschnitt der Pazifik-Staaten, fiel im vergangene Jahr von 15,3 auf 11,7 Prozent. Der relativ hohe Anteil von Politikerinnen in Australien täuscht darüber hinweg, dass in den fünft Staaten in denen 2010 Wahlen stattfanden (Australien, Nauru, die Salomonen, Tuvalu und Tonga), einzig in Australien Frauen ins Parlament gewählt wurden.

Desinteressierte Medien

In der Studie des IPU wird auch die unterschiedliche Medienberichterstattung angesprochen, welche den Geschlechtern zukommt. Die Aufmerksamkeit, welche Politikerinnen zugesprochen wird, ist wesentlich geringer wie jene ihrer männlichen Kollegen. (APA)


Link

Übersicht zu bisherigen und aktuell amtierenden Regierungs- und Staatschefinnen weltweit

Kommentar posten
20 Postings
hurchzua
02
Es ist ein Märchen, dass Frauen in der Politik benachteiligt wären.

Jeder Insider weiß, dass alle Parteien verzweifelt Frauen für Spitzenpositionen suchen, aber kaum Geignete finden. Nur so konnten Damen, wie Forstinger, Sickl, Moser, Bures uva. in hohe Staatsämter gelangen.

Warum dennoch der Frauenanteil so gering ist, ist leicht erklärt. Es streben eben wesentlich weniger Frauen als Männer politische Karrieren an.

Die wenigen die es doch tun haben am Benachteiligungsmärchen ein persönliches Interesse. Mit der Lebensrealität der breiten Masse der Frauen, die in manchen Feldern der Privatwirtschaft es wirklich schwerer haben, hat das aber rein gar nichts zu tun.

Hans Müller1
 
10
Wäre es nicht relevanter sich darüber Gedanken zu machen

warum es so wenige Frauen auf der TU gibt? Warum sich so wenige Frauen für Technik und so viele für Seitenblicke etc. interessieren?
Hätten nicht Frauen die z.Bsp. wissenschaftliche Erfolge erreichen bessere und wirksamere Vorbilder als Quotenfrauen in Staatsbetrieben?

Round'n'round it goes
01

ad. wissenschaftliche Erfolge. Die neue Rektorin der TU wird ja auch schon wieder mit Dreck beworfen. Angeblich habe sie den Posten ja nur wegen der Quote bekommen. Also: Wenn eine Frau einen begehrten Posten nicht bekommt, dann weil sie zu schlecht dafür ist. Wenn sie ihn doch bekommt, dann obwohl sie zu schlecht dafür ist und nur weil es eine Quote gibt (was ja de facto nicht einmal stimmt).

Hans Müller1
 
00
Wir können tagelang diskutieren wer wem anscheinend was vorwirft oder unterstellt,

ich glaube jedenfalls nicht dass die Tatsache dass gerade mal 20% der Studenten an der TU weiblich sind mit diesen Dingen zu tun hat

El Chó
31

Österreich liegt also weit hinter den Ländern im machistischen Lateinamerika.

Danke FPÖ, Danke ÖVP, teilweise auch Danke SPÖ.
Eigentlich sind auch hier wieder alle außer den Grünen ein Grund zum Fremdschämen...

Cafe Corretto
40
Die wahre Frauenpartei ist die FPÖ

Viele linke Politiker wie z.B. vdB sind in der Freimaurer ei tätig. Dort haben genau zwei Arten von Menschen nichts verloren: nämlich Frauen und sozial Schwache.

El Chó
00

Ach ja, und noch was, weil sie von den Freimaurern reden, von denen sie skurrilerweise ach so viele bei den Linken verorten:
Wie schätzen Sie den Einsatz für Frauenrechte bei den rechtsradikalen Burschenschaften ein, bei denen die halbe FPÖ sich bei Frauen- und Judenwitzen 3 Bier genemigt...?!?

El Chó
00
Scherz, oder?

Wie genau kommen Sie auf die idee, dass die Partei mit dem niedrigsten Frauenanteil überhaupt, eine "Frauenpartei" wäre? Weil sie Barbara Rosenkranz dafür anbeten, dass sie dem Vaterland viele germanische Söhne gebährt, um gegen die Überfremdung anzukämpfen?!?
Schon mal ein Wort über Frauenrechte bei denen gehört oder gelesen? Die FPÖ hat ja überhaupt nur ein Thema, nämlich Angst vor allem zu schüren was fremd ist. Dass sie da natürlich auch gegen Kopftücher wettern, und das dann als "Einsatz für Frauenrechte" verkaufen wollen, ist aber wohl nichts, was nicht selbst einfältige Gemüter durchschauen sollten.

Hinguckerl
12

Der europäische rechtsruck bedeutet leider auch nichts gutes für frauen.

Dr. Lari and Mr. Fari
 
00
Als Charmeur der alten Schule (Vorsicht, Ironie!) sag ich

Unsere Damen sind zu intelligent und haben zu viel Selbstachtung, um in DIESEM Theater DERART minderer Qualität, das die ö. Politik (schon länger) bietet, mitmachen zu WOLLEN.

F.O.S.i. ("unnötig"=>Begründung!)
64

ich lasse heimlich die korken knallen wenns in schweden wieder unter 40% sind. irgendwann ist jedes theater zu ende.

The Chaos Path
11

wie armselig ist denn das? hast du auch ein argument?

F.O.S.i. ("unnötig"=>Begründung!)
00

mein argument ist folgendes: die 45% können nur mit unheimlichen anstrengungen erreicht werden. kein land kann sich das auf dauer leisten. man muss die frauen ja geradezu dazu zwingen. ich habe nichts gegen eine quote (25%-30% fände ich angebracht, damit würde es parlamente in frankreich und GB schon hart treffen), aber eine, die nicht das ziel hat, einmal 50% und mehr zu erreichen. damit man mich nicht falsch versteht: von mir aus solls 100% frauen in der politik geben, aber ich sehe einfach das potential viel viel stärker bei den männern.

DemToniSeineMama
12
In Klammer steht ja eh wofür FOSI steht...

also Fosi's Kommentare sind durchgehend unnötig - und das ist gleichzeitig die Begründung für die peinlichen Postings...
Find ich gut, Selbstkritik könnte ein Weg zur Besserung sein :)

F.O.S.i. ("unnötig"=>Begründung!)
00

sie haben auch einen roten strich, ich will halt immer wissen wofür ich den (die) bekomme. ;)

Roky Erickson
04
Frau zu sein ist zu wenig

Siehe Bandion und Fekter ...

Hans Müller1
 
00
Stimmt. Man muss mindestens auch noch links und politisch korrekt sein

pottery
00

Mann sein aber auch, siehe Pröll(s) und Feymann

Heiner Bussy
33

es kann nicht jeder Erster sein...

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.