50 Prozent Frauenquote

"Die Emanze geht aufs Ganze"

Birgit Tombor, 13. März 2011, 17:05
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    foto: spö bundesfrauen/johannes zinner

    "Wir tun selbst was. Etwas, das von der Basis kommt, unverkrampft, direkt und lustvoll ist." Und zwar für ein Anliegen, das es wert ist, sich reinzuhängen, meint "Quotenschoten"-Mitorganisatorin Susanne Riegler: Die Frauenquote, ohne Wenn und Aber und auch nicht so viertelherzig, wie sie jetzt geplant ist.

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    foto: quotenschoten/quotenkleber

    "Der Opi wird von Franz gepflegt, Franziska heut' zur Sitzung geht": "Quotenkleber" mit dieser und noch mehr Ansagen gibt es auf der Webseite der Aktivistinnen zum Download und selbst ausdrucken.

"Guerilla Girls" auf Österreichisch: Die "Quotenschoten" wollen mehr als freiwillige Selbstverpflichtung zu höherem Frauenanteil in Unternehmen - Mitinitiatorin Susanne Riegler im Gespräch

Am Dienstag wird die Frauenquote voraussichtlich im Ministerrat behandelt. So spannend wird das nicht werden, meint Journalistin und Quoten-Aktivistin Susanne Riegler, weil man sowieso "grob" wisse, "was rauskommt": Bis 2013 wird eine Steigerung des Frauenanteils in Aufsichtsräten von 25 Prozent angepeilt, aber nur in staatsnahen Betrieben und ohne gesetzliche Verpflichtung. Bis 2014 sollen es dann noch mehr Frauen werden - ob jetzt 30 oder 40 Prozent, darüber herrscht zwischen den Koalitionspartnern noch keine Einigkeit.

Unverkrampft und hochpolitisch

Für Riegler ist weder die eine noch die andere Zielvorgabe genug: "Es gibt kein stichhaltiges Argument, warum nicht gleich eine 50-Prozent-Frauenquote eingeführt wird", meint sie im Gespräch mit dieStandard.at.
Riegler ist eine, die sich als "Quotenschote" bezeichnet. Schließlich hat sie ein gleichnamiges Projekt mit auf die Beine gestellt - und es hat laufen gelernt. "Das ist zur Selbstläuferin geworden. Für eine politische Sache finde ich das super." Worum es den "Quotenschoten" im Klartext geht? "Frauenquoten in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst sind Pflicht, solange intransparente Männercliquen Männerdomänen besetzen, unqualifizierte Manager im Nadelstreif abkassieren und der Allgemeinheit die Kosten hinterlassen, solange globale Weltwirtschaft Ausbeutung und schnelle Gewinne für wenige bedeutet, und solange nachhaltige, regionale Wirtschaft ein Orchideenthema ist."

Entstanden ist die Idee 2009 im Rahmen des feministischen Grundstudiums. "Dort leite ich das Medienmodul, in dem wir uns zur Aufgabe gemacht haben, eine Aktion zu entwerfen, die einen politischen Inhalt kommuniziert - etwas, das den PolitikerInnen selbst abhanden gekommen ist", erklärt Riegler. Just zu dieser Zeit hat Frauenministerin Heinisch-Hosek einen allerersten Vorstoß in Richtung 40-Prozent-Frauenquote gemacht, "und Wirtschaftsminister Mitterlehner hat ihr - von den Medien genauso mitkommuniziert - eine 'Abfuhr' erteilt", erinnert sich Riegler. "Daran haben wir uns arg gestoßen: Wie kann er die Ministerin derart abkanzeln?" Das neue Zugeständnis Mitterlehners für eine bescheidene Frauenquote ist nicht zuletzt vor diesem Hintergrund für Riegler Augenauswischerei: "Aus tiefstem Herzen heraus: Ich ärgere mich wahnsinnig", sagt sie zu dem Bekenntnis für die kleine Quote. "Heinisch-Hosek hat damals nicht einmal Schützenhilfe von Faymann und Co. bekommen. Sie stand allein da mit einer Forderung, hinter der eigentlich viele, viele Frauen stehen. Da haben wir uns gedacht: Wir tun selbst was. Etwas, das von der Basis kommt, unverkrampft, direkt und lustvoll ist."

Schneeballsystem mit Multiplikatorinnen

Also haben sich die Feministinnen bei ein paar Glaserln Rotwein zusammengesetzt. "Wir wollten so etwas machen wie die Guerilla Girls (lacht): Die haben einen Bananensticker überall dort aufgeklebt, wo im Kultur- und Kunstbereich keine Frauen vorkamen. Zuerst haben wir eine Chilli-Schote im Aug' gehabt als Motiv, aber da ist uns diese öffentlich-rechtliche Belästigung namens Dominik Heinzl mit seiner 'Chilli'-Schote dazwischen gekommen, und so ist es dann die Erbsenschote geworden." Konsequent haben die Frauen das politische mit dem Privat-Vergnügen verbunden und gesagt: "So, wir drucken jetzt ein paar tausend Pickerl. Auf eigene Kosten. Und die sind uns förmlich aus der Hand gerissen worden!", freut sich Riegler.

Die Folge des Erfolgs: Die Aktivistinnen haben eine Homepage erstellt, auf der sie die Pickerl-Druckvorlagen als Open Source zum Download bereitstellen. "Theoretisch kann sich's jede/r runterladen und ausdrucken. Es sind mittlerweile zigtausende Pickerl unterwegs." Das sei nicht zuletzt den SPÖ-Frauen zu schulden, die sich via Webseite großzügig mit Quotenklebern versorgt haben. Autonom sei man aber geblieben, betont Riegler: "Alle Frauen, die die Pickerl aufkleben oder verteilen sind 'Quotenschoten'. Die Organisatorinnengruppe hat nur den Anstoß gegeben."

"Wollen sich nicht in die Karten schauen lassen"

Zusätzlich präsentieren die "Quotenschoten" auf ihrer Webseite etliche "Quotenbotinnen", "die auch prominenter sind" und im Gegensatz zu anderen in der Öffentlichkeit präsenten Frauen und Männern voll hinter der Quotenforderung stehen. Warum sich so viele gegen selbige stellen, sieht Riegler in einer Angst vor Machtverlust begründet: "Wenn tatsächlich 50 Prozent Frauen in den Aufsichtsräten sitzen würden, hieße das nicht nur Postenbesetzung neu, sondern dass frühere Außenstehende Einblick in diese Strukturen erhalten. Und die können dann sogar mitbestimmen, über Geld- und Kapitalflüsse! Das will das Patriarchat, wollen die Konzerne nicht. Darum auch diese versteifte Idee, die Quote nur in den halbstaatlichen Betrieben zu installieren. Wo man sich nicht in die Karten schauen lassen will, sind die Großkonzerne, wo viel Geld dahinter steckt." Für das geltende System scheine die Quote etwas Gefährliches zu sein, meint Riegler: "Und darum passiert das Ganze in so kleinen Schritten."

Nicht gerade erst von den Bäumen heruntergeklettert

Das Argument, dass sich nicht genug qualifizierte Frauen für die Top-Posten finden würden, weist Riegler bestimmt zurück: "Mittlerweile gibt es mehr weibliche als männliche HochschulabgängerInnen, der qualifizierte Nachwuchs ist da. Ich finde es präpotent und zynisch, dass Mitterlehner und Geschlechtsgenossen so tun, als wären Frauen gerade erst von den Bäumen heruntergeklettert, als wären sie nicht imstande, solche Posten auszufüllen. Das ist eigentlich ein Skandal."

Als Frechheit bezeichnet Riegler auch die Idee, speziell Frauen fürs "Führen" zu schulen. Wirtschaftskammer, Industriellenvereinigung und Wirtschaftsministerium bieten im Rahmen des Projekts "Zukunft.Frauen" eigens Kurse für Frauen an, damit diese überhaupt einmal fähig werden, Aufsichtsratsposten auszufüllen. "Da gibt es Rhetoriktraining und Führungskräfteschulungen - ich frage mich, welcher Mann muss einen Rhetorikkurs besuchen, bevor er in einen Aufsichtsrat kommt?"

Hier sieht sie alte, eingeübte Ausschlussmuster greifen: "Männer haben ihre Spielregeln, die sie so gestaltet haben, dass Frauen nicht so leicht mitmachen können." Die Frauen würden als "Spielverderberinnen" gefürchtet: "Das ist unangenehm, das will man nicht." Auch die EU nicht, meint Riegler, sei die doch Schutzherrin dieser Konzerne und Spielregeln: "Da tut sich auch eine Viviane Reding schwer, wenn sie auch beherzt an die Sache geht. Aber würde sie aufs Ganze gehen und tatsächlich die Macht der Männer brechen wollen, wäre sie nicht dort, wo sie gerade ist".

Kein nachrangiges "Eliten"-Thema

Insofern zählt Riegler auch zwei weitere Argumente von QuotengegnerInnen unter die Kategorie Ab- und Ausgrenzung. "Die Quote wird oft abgetan als ein nachrangiges Thema. Es gäbe ja immer größere, wichtigere Probleme, Bürgerkriege, Umweltkatastrophen, um die man sich kümmern muss - aber dass genau das die Folgen und Auswüchse dieser zementierten Systeme sind, wird unter den Teppich gekehrt." Die Quote rüttle sehrwohl an den Grundfesten dieser Machtverhältnisse, glaubt Riegler fest.

Nicht gelten lässt sie zudem das ebenfalls gern gegen die Quote ins Feld geführte Kontra, dass sie eine elitäre Forderung sei und "den Frauen da unten" nichts bringe. "Das ist eine antifeministische Schutzbehauptung. Man spaltet die Frauen damit: 'Passt's auf, die Elitenfrauen schieben sich Posten zu!'" Dabei ändere sich durch die Quote auch für die Mehrheiten etwas, ist Riegler überzeugt: "Sitzen die bislang Ausgeschlossenen 'oben', dann könnte sich zum Beispiel ändern, dass die Pflegeberufe und andere schlecht bezahlte Arbeiten nicht mehr länger fast ausschließlich von Frauen erledigt werden - weil wir die Männer irgendwo unterbringen müssen, die nicht automatisch nach 'oben' gespült werden, und die kommen dann auch mehr in diesen Berufsfeldern an."

"Die Emanze geht aufs Ganze"

Dass sich diese Einsichten herumsprechen und aus mehr Menschen "Quotenschoten" machen, könnte auch durch die große Frauendemonstration am 19. März passieren: "Da gehen wir mit einem Transparent: 'Die Emanze geht aufs Ganze. 50 Prozent und nicht weniger.' Wir wollen unsere Präsenz zeigen, so wie andere Frauengruppen auch, und damit diese Forderung, vor der das Patriarchat sehrwohl Angst hat, weiter auf die Straße tragen."

Ohne den Druck der Straße geht es nach Ansicht Rieglers auch gar nicht: "Ich befürchte, dass die Quote in der institutionellen Politik die nächsten zwei Jahre abgefrühstückt ist. Was ich aber nicht glaube: Dass die Frauen locker lassen. Da hoffe ich auf die Aufbruchsstimmung der letzten Wochen, in denen immer mehr Frauen aufgewacht und immer mehr bereit sind, sich Sachen erkämpfen zu wollen, nicht zuletzt wir", kündigt Riegler an: "Wir werden überhaupt keine Ruhe geben, ganz im Gegenteil." Denn die Quote als schlichte, klar verständliche Forderung habe das Zeug, Großes zu bewirken: "Weil es um mehr geht als nur Postenvergabe. Weil sie dem Patriarchat ans Mark geht." (bto/dieStandard.at, 14.3.2011)

Kommentar posten
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PaterWilli
00
19.3.2011, 14:45
OK - machen wir 50:50 für ALLE JOBS

Männer und Frauen sind etwa gleich in der Gesellschaft vertreten (Frauen etwas stärker). Zum einfachen Rechnen, also zu gleichen Teilen.

Die guten Jobs zur Hälfte für beide Geschlechter, die mittleren auch - und auch die miesen, dreckigen, gefährlichen, schweren und ungesunden. Das sind doch die gleichen Berufe, die unseren Mädchen am "Mädchentag" vom Frauenministerium gezeigt werden.

Meiner Tochter haben die "traditionellen Männer--Berufe" (für die sich die Mädchen doch bitte interessieren sollten) nicht gefallen. Warum wurde eigentlich Frau Heinisch-Hosek nicht Kfz-Schmiedin, Dachdeckerin, Bauspenglerin, Mistkübelausleererin ....... sondern Handarbeitslehrerin und Spielzeugverkäuferin ?

Markus H.
 
00
16.3.2011, 22:23

"Es gibt kein stichhaltiges Argument, warum nicht gleich eine 50-Prozent-Frauenquote eingeführt wird"

Natuerlich gibt es stichaltige Argumente gegen eine 50% Quotenregelung!

diese wuerde praktisch bedeuten, dass in denbetroffenen Bereichen immer 50% oder mehr Frauen sein sollten. Damit wird letzlich nicht Gleichberechtigung gefordert sondern die gesetzliche Vorschreibung einer Frauenuebermacht. Denn wenn nichts gegen 50% Quotenregelung sprechen wuerde, dann auch nichts gegen 60, 70 80 oder 90% gesetzliche Quotenregelung.

Wenn Gleichberechtigung das Ziel eine Quotenregelung ist, dann muss dafuer eine Mindestquote unabhaengig vom Geschlecht vorgeschrieben werden. Daher mind 40% Frauen und mind. 40% Maenner. Bei 50% geht das nimmer!

knurrhoernchen
00
17.3.2011, 07:53
Mann steht für: "Jung, dynamisch, Power"

Frau steht für: "Sozial, einfühlsam"
Welche Eigenschaften werden für ältere ArbeitnehmerInnen besser sein?
Du kennst den Begriff "alternsgerechte Arbeitswelt"?
Guckst du http://www.sdi-research.at/lexikon/a... amide.html

Markus H.
 
00
17.3.2011, 08:35

Und was hat die Alterspyramide nun konkret mit der Quotenregelung zu tun?

Und noch konkreter mit der angestrebten Prozentzahl eines Geschlechts mittels Quotenregelung?

knurrhoernchen
00
17.3.2011, 16:07
Wir werden älter

Das Geld ist männlich verteilt. D.h. dass hauptsächlich in männliche Interessen investiert wird.
Alten Männern wird's einmal besser gehen, wenn das Geld zu gleichen Teilen weiblich und männlich verteilt wird.
Weiblich steht z. B. auch für Barrierefreiheit. Im Alter wirst du Barrierefreiheit genießen lernen. Da wird jede Stufe zur Qual und es ist nicht recht erbauend Hilfe in Anspruch nehmen zu müssen, nur weil wir heute so klasse Haberer sind und noch wie Gazellen durch den Raum hoppeln.
Das mit dem Prozentsatz hat damit zu tun, dass Forderungen auch durchgesetzt werden können.

Pessimist-Realist
 
00
16.3.2011, 13:43

1. Seit wann hat Qualifikation was mit dem Geschlecht zu tun? -.-
2. Das was Frauen bislang erreicht haben, haben sie OHNE so ne Quote geleistet. Wenn sowas jetzt eingeführt wird, wird es fortan nur mehr heißen: "Die? Ach, das ist doch bloß die Quotenfrau..."

knurrhoernchen
00
16.3.2011, 16:35
Was ist daran schlecht,

wenn eine Frau einen Job bekommt, für den sie mindestens gleich qualifiziert ist, wie der beste Bewerber? (Quote) Im Umkehrschluss sagst du, dass ein schlechter qualifizierter Mann den Job bekommen müsste, nur weil er ein Mann ist.

Pessimist-Realist
 
10
16.3.2011, 22:43
Hast du den falschen Post erwischt, oder meinst du echt mich?

Das Geschlecht ist mir persönlich sowas von egal!
Die Person mit den besten Qualifikationen dafür soll ihn bekommen! (sehr utopisch ja - aber das ist meine naive Meinung im Bezug auf diese Thematik)
Also hör bitte auf mit solchen Unterstellungen - die noch nicht einmal einen Bezug zum Post haben auf den du geantwortet hast.

knurrhoernchen
01
17.3.2011, 07:55
Gähn!

"Die? Ach, das ist doch bloß die Quotenfrau..." ist demnach nicht von dir :)

Pessimist-Realist
 
20
17.3.2011, 20:32

Da kann wohl jemand aus gespielter und aufgeblasener Empörung nicht mehr ganz mitkommen. ;-)
Falsch zitieren und aus dem Zusammenhang reißen kannst du - mitdenken (wie deine Reaktion gezeigt hat) und verstehen ... eher nicht. Gute Besserung und danke für den beleidigten roten Strich - zumindest hast nicht in der Art reagiert wie: "Aber geschrieben hast du es. ;-) " Das wäre nämlich ECHT der Brüller gewesen.
Schlaf gut, gähnen tust du ja schon (un ddu kannst es sogar! :-D ). ;-)

Pessimist-Realist
 
20
17.3.2011, 12:25

Les dir nochmal den Post durch, und reiß es nicht aus dem Zusammenhang. ;-)
"2. Das was Frauen bislang erreicht haben, haben sie OHNE so ne Quote geleistet. Wenn sowas jetzt eingeführt wird, wird es fortan nur mehr heißen: "Die? Ach, das ist doch bloß die Quotenfrau...""
DIe Leistungen der Frauen sind beahctlich - aber durch solche Quoten werden sie geschmählert, da es fortan heißen kann, dass sie es sich nicht durch Leistung verdient hat dort zu sein wo sie ist, sondern dank einer Quote.
Also, erst denken, dann (empört) wen anderen anposten, ist doch ncith so schwer, oder? :-)

Ludwig Pullirsch
 
00
16.3.2011, 13:22
Quotenfrauen

Ich bin absolut der Meinung, dass die reine Qotenfrau nicht die beste Lösung ist.
Die beste Qualifizierung sollte ausschlaggebend sein und bei gleicher Qualifizierung sollte aber einer Frau der Vorzug gegeben werden, bis die Quote erfüllt ist.

knurrhoernchen
00
16.3.2011, 16:38
Eine Quotenfrau muss eh mindestens gleich qualifiziert sein,

wie der beste Mann.
Wäre das nicht so, dann würde eh eine Diskriminierung vorliegen. Niemand kann gezwungen werden, eine schlechter qualifizierte Arbeitskraft einzustellen.

PaterWilli
00
19.3.2011, 14:54
wie bitte?

Nun mal langsam. Jetzt begeben sie sich auf's Glatteis, verehrtes knurrhoernchen.

Mindestens gleich heißt gleich, vermutlich aber besser. Wenn es so eine Frau gibt, dann sitzt sie schon auf diesem Platz, der ihr auch gebührt.

Quoten sind für minderqualifizierte Leute gedacht >> siehe Aufsichtsräte.

Pessimist-Realist
 
10
17.3.2011, 21:18

"Eine Quotenfrau muss eh mindestens gleich qualifiziert sein, wie der beste Mann.
Wäre das nicht so, dann würde eh eine Diskriminierung vorliegen. Niemand kann gezwungen werden, eine schlechter qualifizierte Arbeitskraft einzustellen."

Entweder ist da ein Scherz, oder du hast echt keine Ahnung - aber zu allem eine Meinung. Schon peinlich in dieser Kombi ...
Alleine die ersten beiden Sätze zeigen deine Unwissenheit - denn das wäre das System das (angeblich) bis jetzt praktiziert wurde. Man würde die Frau (die KEINE Quotenfrau ist) nur dann einstellen wenn sie besser ist als alle anderen.
Lediglich der letzte Satz hat einen gewissen Wahrheitsanspruch - immerhin etwas.

greenIT
00
16.3.2011, 18:42
und genau das ist leider falsch

bei den nun beschlossenen quoten geht es darum dass in den aufsichträten die entsprechende 35% sein müssen und nicht dass bis zur erreichung dieser quote die besserqualifizierte frau angestellt werden muss. das heisst die bewerberlage ist völlig irrelevant, beurteilt wird nur quote erreich ja oder nein. im oft hervorgehobenen beispiel von norwegen geht das soweit dass einige unternehmen vor der zwangsauflösung standen. wieviel qualifizierte frauen durch eine solche ihren job verloren hätten ist mir leider nicht bekannt.

knurrhoernchen
00
17.3.2011, 07:56
Jaja, schimpf nur

Es ist offensichtlich, dass du keine Ahnung hast :)

greenIT
10
17.3.2011, 22:16

ich kann in meinem posting trotz nochmaligem durchlesen keine beschimpfung erkennen. desweitern wäre ich natürlich dankbar wenn du meine ahnungslosigkeit bekämpfst und mich auf einen irrtum aufmerksam machst falls du einen entdeckt hast ;-)

knurrhoernchen
00
18.3.2011, 09:09
Eine *Be*schimpfung finde ich auch nicht

Es ging eher in die Richtung "schimpfen wie ein Rohrspatz"
http://de.wikipedia.org/wiki/Rohrammer

Grund meines Postings "und genau das ist leider falsch"
Nicht, dass der Satz dramatisch wäre aber er ist eine der Standardfloskeln, die die belehrenden Weisen verwenden und die mir sofort sagen "Ui, jetzt würd's mühsam werden!"

greenIT
00
18.3.2011, 20:14
interessante seite

"Manche Männchen sind nicht monogam, sondern betreuen mehrere Nester, in denen jeweils ein Weibchen auf seiner Brut sitzt."

sorry aber ich konnts mir nicht verkneifen
;-)

greenIT
01
14.3.2011, 23:12

ich möchte mich an dieser stelle als mann für alle von mir verursachten bürgerkriege und umweltkatastrophen entschuldigen.

datenPunk
01
14.3.2011, 22:40
in meiner kmu

bewerben sich bei einer ausschreibung im bereich softwareentwicklung so 5-10 männer. soll ich jetzt die eine frau nehmen nur weil sie eine frau ist (wenn sich denn tatsächlich eine bewerben würde)?

das ganze scheint mir nicht ganz zu ende gedacht zu sein. es impliziert nämlich folgendes:

1. für alle jobs finden sich frauen
2. wenn sich eine frau bewirbt, ist sie automatisch qualifizierter als die männlichen bewerber und somit die beste wahl.

ich meine das keinesfalls polemisch. ich würde echt gern programmiererinnen einstellen - ich will, dass mir hier jemand erklärt, wie das im konkreten fall meiner firma mit den quoten gehen soll.

knurrhoernchen
00
16.3.2011, 16:47
Schreib den Job richtig aus

und schau wer sich meldet.
Du brauchst eh nur sachlich begründen zu können, weshalb du dich für ihn oder sie entschieden hast.
Im Zweifel fragst du halt per Mail unter
http://www.gleichbehandlungsanwaltschaft.at/site/6454... fault.aspx
nach. Die sind freundlich, kompetent und es kostet auch nichts.

datenPunk
00
16.3.2011, 17:08

ich schreibe die jobs korrekt aus.
es melden sich keine frauen. punkt.

in jeder technik uni freuen sich alle über jede frau ... gibt aber kaum welche. wo kommen dann die mitarbeiter her. solange hier nicht eine gleichverteilung vorliegt kanns auch keine 50% quote geben - ausser man nimmt eben an, dass die frauen per se besser sind als männner und darauf wollte ich hinaus.

knurrhoernchen
00
17.3.2011, 08:13
Wo liegt das Problem?

Wenn sich keine -trotz korrekter Jobausschreibung- meldet, dann brauchst du auch keine anzustellen.
Wenn sich schlechter qualifizierte Frauen melden, dann musst du sie auch nicht einstellen.
Es ist nicht deine Schuld, wenn du keine findest, sondern die Schuld unseres Bildungssystems.
Btw. ist's bei Programmiererinnen sowieso schwierig. Es fangen zwar mittlerweile viele Frauen mit dem Informatikstudium an aber in den höheren Semestern, sind sie -nach meiner Beobachtung- kaum noch vertreten.
"dass die frauen per se besser sind":
Nicht besser, sondern anders. Das liegt an der unterschiedlichen Sozialisation. Für ältere ArbeitnehmerInnen sind die Eigenheiten, die Frauen nachgesagt werden, besser.

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