Von Botanik und Baum-Genetik

15. März 2011, 16:45
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    foto: privat

    Marcela van Loo ist Hertha-Firnberg-Stipendiatin.

Die Biologin und Hertha-Firnberg-Stipendiatin Marcela van Loo erforscht DNA und Diversität von Pappeln

Die Liebe zu Bäumen wurde Marcela van Loo (37) praktisch in die Wiege gelegt: Ihr Vater war Forstwissenschafter, und die Natur, in die es an den Wochenenden immer ging, hat die im slowakischen Zvolen geborene Hertha-Firnberg-Stipendiatin schon als kleines Mädchen fasziniert.

Eine gute Lehrerin in der Grundschule und diverse Biologie-Olympiaden im Gymnasium verstärkten das Interesse noch, sodass nach der Matura nur noch vier mögliche Studien infrage kamen: Biologie, Biologie-Lehramt, Medizin oder Veterinärmedizin. Und weil sie sich nicht gleich entscheiden konnte, man in der Slowakei aber eine Aufnahmsprüfung für jede Studienrichtung machen muss, absolvierte sie erst einmal alle vier.

Gewählt hat sie dann aber doch die Biologie, die sie die ersten beiden Jahre an der Universität in Bratislava studierte. Danach wechselte sie nach Wien, wo sie ihre im Gymnasium erworbenen Deutschkenntnisse an der Uni Wien perfektionierte. Ihr Studienschwerpunkt lag auf Botanik mit Wahlfach Genetik. "Bäume schreien mich nicht an und machen auch kein trauriges Gesicht, wenn ich sie untersuche und dabei etwas verletze", erklärt sie.

Im Lauf des Studiums kam sie bei einem Praktikum auch mit dem Forschungszentrum Seibersdorf in Kontakt, wo sie schließlich sowohl ihre Diplomarbeit als auch ihre Dissertation schrieb, beide zum Thema Eichen. An der Bushaltestelle Richtung Seibersdorf stellten sich übrigens auch privat die Weichen: Dort lernte sie ihren Mann, einen Niederländer, kennen, mit dem sie mittlerweile zwei Kinder hat.

Doch zuerst einmal zog es van Loo ins Ausland: Mit einem Schrödinger-Stipendium ging sie nach England, genauer gesagt an das Jodrell Laboratory der Royal Botanic Gardens in Kew, und begann dort ihre Forschungen zur genetischen Ausstattung von Pappeln, die sie nun im Rahmen eines Hertha-Firnberg-Stipendiums des Wissenschaftsfonds FWF in den Donauauen weiterführt. Da in dieser Zeit ihre erste Tochter geboren wurde, wurden aus den geplanten zwei Jahren vier, doch schließlich entschied sich das Paar zur Rückkehr nach Österreich. "Wir haben alles aufgelistet, was für Österreich und was für England sprach", erinnert sich van Loo, "und Österreich hatte mehr Pluspunkte."

Sie war 2008 die einzige Antragstellerin der Wiener Universität für Bodenkultur, die mit einem von insgesamt zwölf Hertha-Firnberg-Stipendium ausgezeichnet wurde, und seit November 2009 arbeitet sie am Institut für Waldbau der Boku. Sie war dort auch tatkräftig am Aufbau eines genetischen DNA-Labors beteiligt, das für die Untersuchungen zu Hybridisierung und genetischer Diversität der Bäume essenziell ist. Van Loo hofft, dass sie auch nach dem Ablauf des Stipendiums am Institut bleiben kann: "Die Leute, auch von anderen Instituten, sind sehr offen für Zusammenarbeit - obwohl ich nicht von der Boku komme."

Eines ist sicher: Was Marcela van Loo macht, macht sie gründlich, sei es in der Arbeit, sei es in der Familie. "Ich bin glücklich in der Arbeit", sagt sie, "aber wenn ich diejenige bin, die die Kinder um vier oder fünf Uhr abholen muss, bin ich bis zum Schlafengehen voll für sie da." Ihre große Leidenschaft neben Beruf und Familie gilt aber nach wie vor den Pflanzen: "Ich liebe das Gärtnern." Susanne Strnadl/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16.3.2011)

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