KnitHerStory

Kunstwerke zur Frauendemo entfernt

22. März 2011, 12:25
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    foto: michaela obermair

    Frauenkunst einfach weggeworfen?

"Frauenkunst und -arbeit entwertet und zerstört": Strick-Werke offenbar eine Woche vor Ende der Kunstaktion entsorgt

Wien - Die Mehrheit der Werke der Kunstaktion KnitHerStory sind laut beteiligten Künstlerinnen entfernt worden. Verantwortlich dafür soll die MA 48 für Abfallwirtschaft und Straßenreinigung der Stadt Wien sein, heißt es in einer Aussendung der Künstlerinnen. Es gäbe ZeugInnen für die Demontage.

Die Pressesprecherin am zuständigen Magistrat dementierte gegenüber dieStandard.at die Vorwürfe: Man hätte geprüft, ob eine Genehmigung vorliege, und dementsprechend die Werke unbehelligt gelassen. Für die Entfernung der Kunst müsse jemand anderes verantwortlich sein.

Kunst- endet in "Säuberungs"-Aktion

Die Kunstaktion war als Begleitung zur großen Frauendemo am Samstag installiert und bis 26. März genehmigt worden. Bereits am Samstagabend und Sonntagvormittag wurde das "Aufräumen" beobachtet - laut ZeugInnen sollen es sehrwohl Arbeiter der Müllabfuhr gewesen sein. Eine Mitstrickerin konnte einige der Werke aus dem Händen der Müllmänner sicherstellen, heißt es von Seiten der Künstlerinnen.

Die "Säuberungsaktion" wird von den Gestalterinnen "nicht nur als Angriff auf Frauenkunst" bezeichnet, sondern als "Beispiel, wie mit Frauenarbeit und den Werken von Frauen umgegangen wird: unterbewertet, entwertet und zerstört."

Eine der Künstlerinnen, Elisabeth Klatzer, fordert in einem Protestbrief an Bürgermeister Häupl die "sofortige und lückenlose Aufklärung und im Falle der tatsächlichen Zerstörung die volle Entschädigung." Sie hoffe, dass die wertvolle Strick-Kunst von Frauen unbeschadet vorhanden sei. Wenn nicht, stehe die Entsorgung als Symbol dafür, "wie in dieser Stadt mit der Leistung von Frauen" verfahren werde. (red)

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Posting 1 bis 25 von 72
1 2
cardamom
01
26.3.2011, 23:10
wie auch immer...

... was sagen die offiziell verantwortlichen dazu, dass trotz genehmigung die kunstwerke entfernt wurden... das würd mich nach all diesen meldungen hier mittlerweile am meisten interessieren...

BRigittenauerin1
00
27.3.2011, 07:17
stellungnahme frauenberger

A)
http://zwanzigtausendfrauen.at/2011/03/s... therstory/

wobei:

1. die behauptete erfolgte mitfinanzierung von knitherstory unwahr ist (die initiatorinnen haben durch weiterleitung dieser stellungnahme erfahren (!), dass angeblich nachträglich doch noch eine finanzielle unterstützung erfolgen soll),

2. die hoffnung auf aufklärung eh lieb ist.
tuma halt brav hoffen, wartma mal ab, irgendwer wird schon irgendwann irgendwas machen und wenn ned, wird gras drüber wachsen...
HILFE!
bissl mehr kraft, bissl mehr selbstbewusstsein, bissl mehr forderung statt hoffnung!
frau kann sich aktiv einsetzen!

B) sie schicken die rechnung für die (eigentlich wertlose) genehmigung

BRigittenauerin1
00
27.3.2011, 09:41
apropos einsetzen:

protestmails an vorname.nachname@wien.gv.at
z.b.: sandra.frauenberger@wien.gv.at

text z.b.: http://knitherstory.com/danach/
http://zwanzigtausendfrauen.at/2011/03/o... therstory/

Eva-Mia
11
24.3.2011, 23:28
... Fortsetzung

Da empfinde ich Fernsehen, Plakatwände und ähnliches als viel bedenklicher und inhaltsleerer.

Ich fände es schön, wenn jede/r ein bisschen Respekt, Toleranz und Wertschätzung aufbringen könnte und das Projekt Sichtbarstricken als Initiative von interessierten Menschen anerkennen würde - statt (so wie einzelne das hier machen) es abzuwerten, anzugreifen oder negativ zu bewerten. Vielleicht bin ich eine Träumerin - doch das fände ich wirklich schön und erstrebenswert!

Eva-Mia
11
24.3.2011, 23:26
Wo bleiben Respekt, Toleranz und Wertschätzung?

Beim Lesen der Postings spürte ich Betroffenheit und Traurigkeit. Am 19.03. gab es eine groß angekündigte Demo und damit verbunden ein Projekt, nämlich das Sichtbarstricken, an dem sich viele Menschen beteiligt haben. Diese Menschen (egal ob Frauen oder Männer) haben sich viel überlegt, Zeit investiert und wollten eine positive Botschaft vermitteln. Ich denke, dass das Anerkennung verdient. Die Strickereien sind bunt und vielfältig und ich sehe keinen Grund, warum sie jemanden stören könnten - vielen Menschen bereiten (bzw. bereiteten) sie sogar Freude! Und einzelne Arbeiten als "anstößig" abzutun, finde ich schade - ich denke, dass Eltern ihren Kindern (natürlich altersentsprechend) vermitteln können, worum es geht, wenn sie das wollen. Da e

Nennt mich Loretta
 
12
25.3.2011, 09:18
Der Straßenreinigung ist es ziehmlich sicher recht egal, ob solche Objekte nett anzusehen sind und welches Geschelcht der Produzent des Objekts hat.

Natürlich wärs eine KURZWEILIGE Verschönerng, bis die Fetzn komplett verdreckt und zerrissen herunterhänge. Der (typische) Hinweis im Artikel, wie hier mit WEIBLICHER Kunst umgegangen wird, ist zwar wenig verwunderlich, allerdings einfach nur künstliche Empörung über eine Nichtigkeit.

Der unglaubliche Bert
20
24.3.2011, 12:03
Gibt es schon einen neuen Stand?

Angeblich hat ein ABC-Abwehrtrupp die Kunstwerke entfernt.

BRigittenauerin1
02
24.3.2011, 15:22
falschmeldung

es handelte sich nicht um den ABC-abwehrtrupp, sondern um den D-trupp, der DEmontierte, DEmolierte, DErangierte, DEvastierte...

YarnBomb
01
24.3.2011, 10:30
Definition von Kunst

Da ich bei der Aktion selbst mitgemacht habe, hier ein paar Anregungen:
generell: die ständige Infragestellung ob das jetzt hier Kunst ist oder nicht (oder das Wort Kunst unter Anführungszeichen zu setzen) ist hinfällig, da ein Kunstwerk immer ein Kunstwerk ist, sofern es von der/dem Künstler_in als ein solches benannt wird. Ob es gefällt oder nicht, ist eine andere Sache.
KnitHerStory ist/war zwar Kunst im öffentlichen Raum, jedoch mit dem Zusatz, dass es mit der Stadt abgesprochen war, genauer mit der MA 48. (Warum die Strickteile abgehängt worden sind, wird sich zeigen.) Aber das wurde ja jetzt schon öfter erwähnt!
Die Aktion jetzt als "Dreckfänger" zu bezeichnen ist echt nur herablassend und unfair den Strickerinnen gegenüber.

Xeat
30
24.3.2011, 17:11

Vielen Dank für die Definition der Kunst an sich. Demnach ist das programmieren einer Website, das grün Anmalen einer Erbsensuppendose oder auch das Verschönern einer Bananenschale Kunst, sofern derjenige, der sie gemacht hat, das Werk als solches dazu erklärt.

Ich denke eher, dass Kunst im Auge des Betrachters liegt. Und auch, dass auch der Kunstbegriff als solches bestimmten Regelungen unterliegen sollte, ich denke da unter anderem an eine Plakataktion des MuMok, auf dem ein erschossener Mann inklusive Blutspur an der Wand dargestellt war, direkt nach Winnenden.

Wären Sie als Mitwirkende so freundlich, mir zu erklären, wozu diese Strickarbeiten an den Bäumen befestigt wurden?

MagmaNeben
01
26.3.2011, 14:40
Unbildung ist auch eine B...

nein, diese durchgängig gepostete Unbildung ist wirklich zutiefst peinlich! *fremdschäm*

stand_art1
02
23.3.2011, 19:01
pfff

ich versteh das nicht. wie kann etwas entfernt werden, dass der grauslichen betonwüste einen so netten touch gibt?!? die strickereien waren echt schön!

BRigittenauerin1
12
23.3.2011, 18:42
was isn da los?!

klarstellung:
1. die strickerinnen haben sämtliche genehmigungen eingeholt und alles richtig gemacht.
2. noch am selben abend wurden viele teile "abgehängt" und wären entsorgt worden, wenn nicht eingegriffen worden wäre. obwohl die bewilligung, "den öffentlichen Grund und den darüber befindlichen Luftraum in Wien 1., entlang der Ringstraße, im Bereich zwischen Parkring 12. bis Dr.-Karl-Lueger-Ring in Höhe Felberstraße (in Fahrtrichtung) durch Ummantelung von 100 Bäumen und Lichtmaste (...) in einem Bereich von 1,00 m bis 2,00 m Höhe mit textilen (Wolle) Objekten, im Rahmen eine Projektes zum 100-Jährigen Jubiläum des Frauentags benützen zu dürfen", noch bis 26.März 2011, 16:00 gilt.
3. es gab einige protestmails, u.a. an die verwaltung und v

BRigittenauerin1
10
23.3.2011, 18:46
3. es gab einige protestmails, u.a. an die verwaltung und v...

...erantwortliche stellen.
4. bis dato hat sich niemand entschuldigt und/oder entschädgiung angeboten.

Nennt mich Loretta
 
00
24.3.2011, 10:29
Was für eine Entschädigung stellen Sie sich vor?

Der unglaubliche Bert
00
24.3.2011, 18:57
Na den Stundensatz fürs heckeln.

Xeat
63
23.3.2011, 16:23
Als Vater einer Tochter...

... muss ich eher sagen, dass ich eine Darstellung der Geschlechtsorgane bedenklich finde. Dabei ist mir auch egal, ob es männliche oder weibliche sind, im Endeffekt wird sowas an sich auch von den Jugendschutzgesetzen untersagt, ich denke nur an die Hirterwerbung.
Kunst muss vielleicht wirklich ein wenig provozieren, aber ein wenig Rücksicht sollte sie durchaus nehmen.

Mynnia
21
23.3.2011, 20:06
Die Organe sind nicht die Botschaft ;)

Sorry, aber zwischen Sexismus, also der schiefen/herabwürdigenden unzulässig verallgemeinernden Darstellung bzw. auf sexuelle Funktionen reduzierte Darstellung eines Geschlechts und dem Vorhandensein und Zeigen von GeschlechtsTEILEN gibts einen Unterschied.

Pornographie ist eher (gerne mal sexistische) Darstellung des GeschlechtsVERKEHRS, wenns da nur die unerregten Genitalien und/oder der reine mechanische Vorgang gezeigt würden, würds denkbar wenige Menschen interessieren.

Hingegen wird Ihre Tochter oft noch mit ihren und fremden Genitalien konfrontiert werden, daher sollten Sie sich, auch wenns sich komisch anfühlt, definitiv mit ihr da auseinandersetzen. Früher oder später müssen Sie das, sie wird mit 3, 4 Jahren einiges fragen.

Xeat
11
23.3.2011, 21:47

Man möge mir verzeihen, aber ich habe den Begriff Pornographie nicht verwendet. Tatsächlich denke ich aber, dass eine gestrickte Darstellung dieser anatomischen Teile, um einen Baum gewickelt, sicherlich nicht der richtige Anschauuungsunterricht ist, um ihr derartiges beizubringen. Grade das Fehlen der Gliedmaßen und des Kopfes ist doch eine Konzentration nur auf die geschlechtlichen Unterschiede, ist das nicht grade das, was NICHT sein sollte?

herti
00
23.3.2011, 19:48
huch!

snap>shot
13
23.3.2011, 17:39
als Tochter mit einem Vater

... muss ich sagen, dass es mich tatsächlich stört, dass ich mir tagaustagein auf Werbeplakaten retouschierte bis zur Künstlichkeit idealisierte Körperteile anschauen soll und keine Rücksicht darauf genommen wird, dass die Hirterwerbung völlig legal war, und nur durch massive Proteste erreicht wurde, dass die Plakate mit den Frauenobjekten durch ein genauso sexistisches Sujet mit Männerobjekten ergänzt wurde - sogar mein Vater hat Rücksicht auf meine Empörung genommen und ist auf eine andere Biermarke umgestiegen ...

Xeat
10
23.3.2011, 21:45

Sie werden es nicht glauben, aber als Mann nervt mich so manche Palmers-Werbung auch. Wobei bei der Hirterwerbung meines Wissens nicht die Proteste und einige laute Gedanken der Frauenstadträtin zu der entgegengesetzten Aktion geführt haben, sondern die von Anfang an geplant war - die jungen Damen von der ersten Phase waren mit in der "Auswahljury".

knurrhoernchen
10
23.3.2011, 16:32
Pornojäger?

Xeat
11
23.3.2011, 17:05
Ich oder wer?

Mir sind Pornos schnuppe. Aber ich denke, sie haben im öffentlichen Leben nichts zu suchen, wo man nicht mehr die Auswahl hat, ob man sie anschauen will oder nicht. Wer sich dafür interessiert, , sollte das auch privat abhandeln.
Relativ ist dabei, was man als bereits anstößig betrachtet und was nicht.

Die Intelligente
213
23.3.2011, 11:48
Also bei aller Liebe

Es ist nicht OK, das Zeug zu entfernen, wenn eine Genehmigung dafür bestand.

Aber es ist noch viel weniger OK, so zu tun, als wäre das Entfernen ein Anschlag auf Frauen!
Wären die "Kunstwerke" von Männern aufgehängt worden, wären sie genau so entfernt worden.

Ich will als Frau nicht dauernd als armes Opfer hingestellt werden, besonders nicht von anderen Frauen! Es gibt keine Weltverschwörung gegen uns!
Denkt doch bitte ein bisschen nach, bevor ihr hier euer Gift verspritzt!

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