Niederländische Studie

Vorbilder killen Vorurteile

22. März 2011, 16:56
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    foto: apa/epa/stephen shaver

    Klischeehafte Rollenbilder zeigen laut Studie erhebliche Wirkung, denn sie führen oft dazu, dass Frauen für Vorstandspositionen erst gar nicht in Erwägung gezogen werden.

Wo Chefinnen fehlen, fehlt auch positive Zuschreibung: Angestellte mit weiblichen Vorgesetzten haben weniger Vorbehalte gegen Frauen in Führungspositionen

Sind die gängigen Klischees über typisch weibliche Wesenszüge verantwortlich für die niedrige Frauenrate in Vorstandskreisen? Mit dieser Frage befassten sich Janka Stoker und ihre KollegInnen von der University of Groningen in den Niederlanden. In ihrer Studie, die jetzt online im Springer-Journal Journal of Business and Psychology erscheint, untersuchten sie, welche stereotypen Vorstellungen mit dem Bild des "typischen Managers" verbunden sind. Das Ergebnis: Je mehr Frauen den Weg in ManagerInnenpositionen finden, desto effektiver lassen sich rollenspezifische Vorurteile überwinden.

Eigenschaften, die von Frauen erwartet werden

Nach wie vor ist der Prototyp eines "guten" Managers männlichen Geschlechts und verkörpert dementsprechend maskuline Eigenschaften, ist souverän, ergebnisorientiert und risikofreudig. Von Frauen hingegen erwartet man Eigenschaften wie Wärme, Bescheidenheit und Sensibilität, alles Wesenszüge, die nicht mit Führungsqualitäten in Verbindung gebracht werden. Solche Standardvorstellungen zeigen ganz erhebliche Wirkung, denn sie führen oft dazu, dass Frauen für Vorstandspositionen erst gar nicht in Erwägung gezogen werden.

Wo Chefinnen fehlen, fehlt auch positive Zuschreibung

Die WissenschaftlerInnen legten über 3.000 Angestellten aus verschiedenen Unternehmen einen elektronischen Fragebogen vor. Dabei kam heraus, dass sowohl die männlichen als auch die weiblichen Probanden maskuline Führungsqualitäten als attraktiver empfanden. Allerdings fanden männliche Angestellte und die, deren Chef ein Mann ist, feminine Eigenschaften weniger geeignet für einen Managerposten als die weiblichen Angestellten bzw. diejenigen, die bereits einen weiblichen Vorgesetzen hatten. Für Angestellte mit einem weiblichen Boss war es auch nicht so wichtig, einen Mann als Chef zu haben.

Frauen haben weniger gegen weibliche Chefs

Je mehr Frauen es in der Chefetage gab, umso seltener vermissten männliche Angestellte einen männlichen Chef. Auf die Einstellung der Mitarbeiterinnen hatte dies jedoch keinen besonderen Einfluss. Generell zeigten die Teilnehmerinnen der Umfrage eine deutlich geringere Vorliebe für einen männlichen Chef. Dies gilt auch für männliche Angestellte, die eine weibliche Chefin hatten oder wenn generell die Anzahl der Frauen im Management hoch war.

Bewusstsein für Vorbilder schaffen

"Die Zahl der Frauen in Unternehmen zu erhöhen, ist nicht die einzige Möglichkeit, das Image weiblicher Manager zu verbessern. Wichtig ist es, ein Bewusstsein für Vorbilder zu schaffen, die die Vorurteile widerlegen", schreiben die AutorInnen. "Sind sich Unternehmen und Führungskräfte der Tatsache bewusst, dass solche Klischeevorstellungen existieren, können sie auch Abhilfe schaffen." (red)


Link

Journal of Business and Psychology - Factors relating to managerial stereotypes: the role of gender of the employee and the manager and management gender ratio.

Amy4
00
24.3.2011, 13:10
weibliche vorbilder schaffen chancengleichheit f. frauen

natürlich funktioniert die `vorbildfunkion`und deshalb ist die frauenquote wichtig / siehe schweden / in dem schwed. unternehmen sind fast 50 % d. führungspositionen von frauen besetzt. diese stossen im laufe ihrer karriere auch nicht a.d. `gläserne decke`. bewirken tun diese frauen, dass sie sich mehr engagieren für vereinbarkeit v. beruf und familie, teilzeitfähige arbeitsplätze , lohngleichheit - auch in führungspos. - relevant für eine gelebte chancengleichheit . ebenso wichtig d. kennzahl ist , wie viele männer teilzeit arbeiten, elternzeit wählen. die gleichstellung d. geschlechter (auch b.d. löhnen) ist in schweden am höchsten entwickelt.
weibl. vorbilder haben dazu beigetragen, brauchen wir im teils rückständigen europa.

Mac Smith
00
25.3.2011, 10:58
Frau/Mann wird durch eigene Leistung zum Vorbild, nicht durch Almosen.

Erisian Liberation Front
11
23.3.2011, 16:02
Lieb

Die Forderung nach Quotenfrauen um Vorurteile abzubauen.
Das kann nicht funktionieren.
Aber es finanziert sinnlose Studien...

elisabeth harrer
03
23.3.2011, 09:50
Pauschalvorurteile bringen auch hier nicht weiter

Daher hängt eine positive Zuschreibung davon ab wie kompetent eine Chefin/ein Chef ist - wer zB mehrere inkompetente Chefinnen erleben durfte, wird zu Managerinnen wenig positive Assoziationen haben. Wobei die Begriffe "Manager" und "Management" für die meisten Werktätigen generell einen sehr negativen Beigeschmack haben.

honsikversteher
22
23.3.2011, 09:15
"Vorbild"

ist hier der falsch gewählte Begriff.

Präsenz alleine schon beseitigt Vorurteile.

Genau deshalb ist es wichtig dass es homosexuellenparaden gibt. Dass es Frauen in allen Bereichen gibt.
Dass es farbige in allen Bereichen gibt.

Präsenz alleine reicht vollständig um die Menschen daran zu gewöhnen. Und damit ist bereits alles durch.

Mynnia
00
23.3.2011, 20:41

Stimmt im Guten wie im Schlechten. Wenn etwas auf einmal einfach da ist und präsent ist, gewöhnt man sich dran. Bei nicht-sprunghaften Sachen kriegt man die Gewöhnung nicht mal mit.

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