LeserInnenstimmen

Nachgereicht und beigefügt

24. März 2011, 19:28

Reaktionen zu Hollsteins Gastommentar, denen zumindest eines gemeinsam ist: Sie stammen nicht aus dem Büro für Gleichstellungsfragen und Frauenförderung

Egal, auf welcher Seite man in dieser Debatte steht - Respekt für den Standpunkt der anderen Seite sollte man immer aufbringen können. Die Meinungsfreiheit ist eines der wertvollsten Güter in einer demokratischen Gesellschaft und sollte nicht durch "Das darfst du jetzt aber nicht sagen"-Rufe negiert werden. Daher ist die Veröffentlichung von Kommentaren wie etwa "Die ungestellte Männerfrage" von Walter Hollstein als Beitrag zum öffentlichen Diskurs zu sehen und nicht als gewollte Provokation,Die ersten Reaktionen auf diesen Kommentar, die teilweise unter die Gürtellinie gingen, zeigen nur, wie emotional dieses Thema behandelt wird. Gerade deswegen sollte man als Verfechter/in des einen oder anderen Standpunktes in der Lage sein, über diese Emotionen hinwegzusehen und lieber mit guten Argumenten zurück zu schlagen. Daher: Weiter so!

Martin Hammerl per Internet

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Hiermit möchte ich meinen Protest - als Psychologe und pro-feministischer Mann - gegen Hollsteis Beitrag äußern. Die Veröffentlichung dieser Polemik ist politisch höchst bedenklich, der Standard macht sich damit zur Platform eine neu erstarkenden antifeministischen Politik.

Mag. Manfred Mercnik, Klinischer Gesundheitspsychologe, per Internet

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Noch mehr als Hollsteins Text am Frauentag irritiert mich aber, dass den darauf folgenden Entgegnungen nur eine von einem Mann beistand. Solange der Feminisumus von Frauen vertreten werden muss, sind wir von der "Vermenschlichung beider Geschlechter" (Gloria Steinem) noch weit entfernt.

Feministische Grüße, Hermann Steier, 1220 Wien

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Wie bezeichnend sie doch sind, die zahlreichen Gegenschläge wider den publizistischen Machismus: apriorische Ignoranz gegenüber jeglicher Argumentation, die das eigene Weltbild auch nur im Geringsten infrage stellen könnte, und gerade durch diesen Gestus der sofortigen Zurückweisung eine Bestätigung für Hollsteins kritische Einwürfe. Vielen Dank an den Standard, dass er es wagt, sich auch einmal gegen den monolinearen Diskurs zu stellen.

Michael Windisch, 1190 Wien

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Männer in ihren traditionellen Rollen leiden auch unter ihnen, keine Frage. Mir selbst ist als Vater ungefragt und ungeplant (also frauentypisch) das Gegenteil geblieben: Während meine Frau berufliche Selbstverwirklichung findet, ziehe ich als ehemaliger Sonderschullehrer mein behindertes Kind und seine Schwester groß, wechsle immer die gleichen Windeln, bekoche immer die gleiche Familie, fast ad infinitum. Wenn mich meine Kinder nicht mehr zu Hause brauchen, hat meine Frau einen gut abgesicherten sozialen und finanziellen Status, während ich vor einigen Jahren mit prekären Beschäftigungsverhältnissen oder Arbeitslosigkeit mit anschließender Mindestrente stehe.

Zufälligerweise erlebe ich also als Mann die Position der Frauen selbst. Die Behauptung, dass die Gesellschaft Frauen gegenüber Männern bevorzugt, ist für mich lächerlich.

Georg Faber per Internet

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Als Psychotherapeutin und Obfrau eines Frauenhauses kann ich Hollsteins Thesen voll inhaltlich zustimmen und denke, dass auch wir Frauen, die wir den Entwicklungsweg schon gegange sind, der den Männern jetzt bevorsteht, sehr wohlwolend begleiten sollten. Die Zukunft liegt in der Kooperation, davon bin ich überzeugt.

Helene Krejcar, 3353 Seitenstetten

Bemerkung: Die dramatischen Ereignisse in Japan und Libyen haben in den vergangenen Tagen auch die Themenhierarchie auf diesen Seiten bestimmt und uns u. a. dazu veranlasst, eine Debatte "abzuwürgen", noch ehe sie richtig begonnen hatte - sehr zum Unmut jener, die sich dazu noch zu Wort gemeldet haben. Wir holen das Verabsäumte, dem Gebot der Fairness folgend, hiermit nach und bitten um Verständnis für die Verzögerung. (red/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25.3.2011)

Gernot Schandl
02
25.3.2011, 08:46
Nicht Geschlechsspezifisch

Die Schilderung von Georg Faber zeigt doch, dass es nicht um eine Benachteiligung von Frauen geht, sondern um die mangelnde Absicherung in einem arbeitsteiligen Partnerschaftsentwurf.
Das Streben nach Gleichstellung führt nur dazu, dass die bestehende Ungerechtigkeit anders auf die Geschlechter verteilt wird, statt sie endlich zu beheben.

greenIT
04
24.3.2011, 21:05

Also um das Kommentar von Herrn Windisch zu verstehen bin ich wohl zu blöd.

Der unglaubliche Bert
00
24.3.2011, 19:49
Perückenböcke.

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