Sex Roles

Schön, aggressiv und doch mütterlich

5. April 2011, 10:54
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    foto: reuters/alex bailey/paramount pictures

    Angelina Jolie verkörpert als Lara Croft in den "Tomb Raider"-Filmen Cradle of Life" laut Studie die ideale Frau: Schön und aggressiv.

Studie zeigt hohe Erwartungshaltungen bezüglich weiblichen Rollenverhaltens auf: Kinoheldinnen prägen Vorstellung

Das Idealbild, wie eine Frau im wirklichen Leben sein sollte, wird bei Männern und Frauen oft von Kinoheldinnen geprägt: Ist die die Hauptdarstellerin eines Films beispielsweise attraktiv und aggressiv, so wirkt sich dieses Ideal durchaus auf die Erwartungshaltung aus. Vor allem Frauen legen hier die Messlatte bei anderen Frauen besonders hoch an: Sie erwarten von einer Frau zugleich typisch feminine und maskuline Züge. Schön und aggressiv sollte die ideale Frau sein statt und hübsch und passiv.

Das sind die Ergebnisse einer neuen Untersuchung von Laramie Taylor und Tiffany Setters von der University of California, Davis, die gerade in der Online-Ausgabe der Springer-Fachzeitschrift Sex Roles erschienen ist. Die Arbeit von Taylor und Setters untersucht, inwieweit sich die Darstellung von Filmstars auf die Erwartungen auswirkt, die generell im Hinblick auf das Verhalten an Frauen gestellt werden.

In ihrem Experiment sahen 122 StudentInnen einer großen Universität an der amerikanischen Westküste einen Ausschnitt aus bekannten Hollywood-Filmen - die Hauptdarstellerinnen waren entweder sehr attraktiv oder weniger attraktiv, bzw. traten aggressiv oder weniger aggressiv auf.

Attraktivität als Faktor

Es zeigte sich, dass die StudentInnen die attraktivere Hauptdarstellerin eher als Vorbild empfanden als die weniger attraktive. StudentInnen, die eine aggressiv wirkende, attraktive Schauspielerin sahen, entschieden sich dann auch bei Frauen generell für den eher weiblichen und gleichzeitig maskulinen Frauentypus. Bei StudentInnen, die eine zwar aggressive, aber weniger attraktive Darstellerin sahen, war dies nicht der Fall. Das heißt, dass beide Geschlechter von Frauen gleichermaßen ein feminines und maskulines Rollenverhalten erwarten. Frauen haben aber generell höhere Erwartungen als Männer und wenn Frauen attraktive, aggressive Hauptdarstellerinnen in Filmen erleben, steigen auch ihre Erwartungshaltungen.

Jolie oder Bates?

Angelina Jolie in "Tomb Raider" war die attraktive, aggressive Hauptdarstellerin, Kathy Bates in dem Film "Primary Colors" die weniger attraktive, aber ebenso aggressiv auftretende. Die weniger gewaltbetonten Clips, in denen die Schauspielerinnen eher als passiv und unterwürfig dargestellt wurden, waren aus den Filmen "Changeling" (Jolie) und "Fried Green Tomatoes" (Bates). Die StudentInnen füllten anschließend einen Fragebogen aus, in dem sie sich dazu äußern sollten, welches Rollenverhalten sie von Frauen erwarteten. So wurde z. B. gefragt, welche der in den Clips gezeigten Darstellerinnen sich als Vorbild für Frauen eigneten.

Hohe Erwartungen

Taylor und Setters: "Die Konfrontation mit attraktiven, aggressiven Darstellerinnen steigert die Erwartungshaltung Frauen gegenüber. Das kann sogar zu durchaus paradoxen Erwartungen führen. So sollen Frauen etwa unabhängiger und ehrgeiziger sein, gleichzeitig aber auch mitfühlender und mütterlicher. Solche erhöhten Erwartungen entstehen nicht nur bei Männern, sondern auch bei den Frauen selbst." (red)

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Posting 1 bis 25 von 31
1 2
odd eyed
00
16.4.2012, 00:03
"weiblichen und gleichzeitig maskulinen Frauentypus"

dafür gibts ein wort, dass ich sehr gerne mag:
androgyn

Salonlöwe
20
7.10.2011, 17:25
gute zeiten

für hübsche lesben also.

odd eyed
00
15.4.2012, 23:49

aggressiv = lesbisch??
FAIL!

Richard Ebner
00
Stimmt genau!

Auch ich erwarte mir, dass meine Fraqu tagsüber schwer bewaffnet Gräber plündert (Tomb Raider) und sich dann abends hübsch macht und was gutes kocht.
So sind wir Männer eben.

baroli
10

Sie sind wenigstens ehrlich.;-)

Neuer Nick neues Glück
25

So wie sich auch viele Frauen den einfühlsamen Macho für daheim wünschen, der einerseits ein klares Alphamännchen ist, andererseits aber seiner Frau am Abend die Füße massiert.

-blos so-
24
wir leben in einer schwierigen Zeit für Männer

mein Neffe ist grad 10 und tut mir schon fast leid...

ich finde Gleichberechtigung ja super und ich könnte mir nicht vorstellen, daß es so wird, wie mir meine Eltern berichten, daß es war, aber es wird in der heutigen Zeit auch gegen die eigene Natur gekämpft...

Dinge und Verhaltensweisen, die die Evolution schon vor 50.000 Jahren fix im Hirn verdrahtet hat, werden mit Gewalt umgebogen.
Statt sich der eigenen Stärken zu besinnen saufen, raufen und rasen Mädels mittlerweile genau so wie Burschen...

diese "ich will alles" Mentalität ist tödlich und letztlich auch für die derzeitig immer schneller voranschreitende Umweltzerstörung verantwortlich...

dabei braucht es fast nix um glücklich zu sein...

Jane Lane
 
11

saufen, raufen und rasen sind "männliche Stärken" und Mädchen für die Umweltzerstörung verantwortlich?

Ahja..... na bei dem schlechten Bild, welches Sie von Ihrem eigenen Geschlecht haben (und dem anderen), da ist es gut, dass Ihr Neffe nur Ihr Neffe ist. Und nicht Ihr Sohn.

Tethys
10

"aber es wird in der heutigen Zeit auch gegen die eigene Natur gekämpft...
Dinge und Verhaltensweisen, die die Evolution schon vor 50.000 Jahren fix im Hirn verdrahtet hat, werden mit Gewalt umgebogen. "

Was meinen Sie da konkret?

baroli
42

Er meint sicher, daß Frauen ursprünglich mit Topflappen anstelle von Händen und Wischmobs anstelle von Füßen auf die Welt gekommen sind.
Und die Weiber ghörn gefälligst wieder in die Kuchl und zum Kind und Schluß.

Er hat sich nur nicht getraut, so ehrlich zu schreiben.

Lectrice
00

*looooool*

Neuer Nick neues Glück
11

"Er hat sich nur nicht getraut, so ehrlich zu schreiben."

Ich glaube kaum, dass er gestört genug ist, so was zu denken...

die rote baronin
04
Wie meinen Sie das?

Dass Saufen, Raufen und Rasen von der Evolution den Männern im Hirn verdrahtet wurde? Glauben Sie denn nicht eher, dass vieles (bis alles) was als typisch männlich gilt (ebenso wie typisch weiblich) sozial bedingt ist?
Es mag eine schwierige Zeit für Männer sein. Aber sicher nicht weniger für Frauen. Und ob es früher leichter war, bezweifle ich mal stark. Es gibt eben keine strikte Verhaltensnormen mehr. Von der äußerlichen Erscheinung bis zu Lebensgestaltung: wir haben mehr Möglichkeiten. Und all das gilt für beide Geschlechter - auch für Männer.

Der Unkurze
21

Raufen kann durchaus evolutionär bedingt sein, immerhin erhöht Raufen doch die wehrhaftigkeit und somit die Möglichkeiten die eigene Familie in Notsituationen erfolgreich zu beschützen, andererseits ists natürlich auch eine Frage des "Alpha"spielchens, welches ja auch bei allen Menschenaffen gut zu sehen ist (das Raufen übrigens ebenso)
Saufen kommt wohl daher, dass es immer noch als komplett unmännlich gibt (insbesondere in der Damenwelt) wenn Mann seine Gefühle offenbart, insbesondere wenn ihm starke Ängste platen (Existenzängste zb) das ist auch hier im Forum gut zu beobachten (der jammert ja nur, Mimimi und andere kommentare) und mit saufen kann man sowas zeitweilig unterdrücken.

Ist also wohl eine Mischung aus beidem.

die rote baronin
01
11.4.2011, 13:10
Wer immer es notwendig hat, sein Verhalten mit dem von Primaten zu vergleichen....

Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass - alleine bei der Sprache - Gewalt in gewissen sozialen Gruppen eine größere Rolle spielt, als bei anderen? Und dass es viele Männer gibt, die kein Geheimnis draus machen, vorsichtige Autofahrer zu sein, und nie Gewalt anzuwenden? Gerade solche Männer würde ich als Alpha-männchen bezeichnen: Sie sind denkstark, oft auch körperlich stärker, dominant und haben es nicht notwendig in Konkurrenz mit anderen Männern zu treten - was meist bedeutet, Rollen zu übernehmen, deren Regeln andere aufgestellt haben.

Jane Lane
 
11

Wäre dann raufen nicht auch eine weibliche Eigenschaft, immerhin musste die Frau ja den Nachwuchs beschützen können, wenn der Mann gerade auf Trebe war und sich zB ein Wolf der Familenhöhle näherte.
Oder sie dabei war zu sammeln, fischen oder Fallen zu stellen und einen Säugling mithatte.

Wg. "Gefühle zeigen" - na schauen Sie, das verändert sich ja zum Glück seit ca. 1970 kontinuierlich zum Besseren.
Auch wenn da nicht Alle Ihrer Meinung sind und natürlich noch vieles verbesserungswürdig ist("Mann muss der Haupternährer sein und kann nicht zB in Karenz gehen" - "Ein Sohn braucht eine starke männliche Hand und darf kein ...Weichling... sein" usw.)

Freigeistin1
30

APPLAUS! 100% Zustimmung!

baroli
11

...daß Sie fix verdrahtet sind, wissen wir schon längst...

VoK
20

Und dass SIE das nicht sind auch (da sind einige Kabel und anderes locker)...

Lectrice
13

Sie haben wohl übersehen, dass wir schon lange in eienr Kulturgesellschaft angekommen sind und von der Natur weit entfernt.

Diese "naturmasche" ist wirklich die billigste Ausrede für alle, die bequem sind. Zu bequem zu denken und zu bequem sich auch mit der aktuelleren - zB Gehirnforschung zu beschäftigen. Dass Erlebnisse, Erziehung usw. prägen ist die eine Sache, dass man selbst auch Muster umstrukturieren kann, die andere.

Aber dass Mann/Frau der Natur ausgeliefert wären - ausser im biologischen Sinn, dass der eine zeugen, die andere gebären kann - ist eine Mär.

Es gibt Männer, die mit den klassischen Frauenattributen mehr gemeinsam haben, als mit Männerattributen und umgekehrt.

Der Unkurze
00

klingt als hätten sie Angst davor zuzugeben, das ihr Unterbewusstsein sie vielleicht doch mehr steuert als sie denken, und das ihre Entscheidungen doch nicht so logisch und bewusst getroffen wurden, wie sie dachten..

als würden sich Prägungen, die Jahrtausende (und vl gar deutlich länger) lang das Überleben sichererten, innerhalb weniger Jahrhunderte abschalten lassen.

ist das nicht irgendwie etwas naiv?

die rote baronin
00
11.4.2011, 13:17
Zum Unbewußten:

klar spielt dies eine große Rollo. Ist aber hauptsächlich durch soziale und persönliche Erfahrungen geprägt.
Klar gibt es evolutionäre Prägungen. Die Angst vor Spinnen beispielsweise. Aber auch hier zeigt sich, wie unterschiedlich wir Menschen doch sind. Zudem sind Frauen niemals einfach nur rumgesessen, haben über Kleidung gesprochen, Kinder geboren und ein wenig gekocht, wärend die Männer ganz emotionslos auf der Jagd oder im Kampf waren! Und nochmal zurück zu Tierwelt: hier gibt es massenhaft unterschiedliche soziale Welten, so das diese als diese Billigen Vergleiche mit den Menschen sehr schnell ab absurdum geführt werden können!!!!

Mynnia
01

Prägungen werden nicht vererbt. Lamarck sollte doch inzwischen mal tot sein...

Lectrice
02

Naiv ist das hängen an einer männerdominierten Forschung die längst überholt ist.

Ich kenne keine "Natur" die auf weiblich oder männlich eingerichtet ist - sondern gesellschaftliche Rollenbilder und daneben eine Menge Männer die technisch unbegabt aber sehr krativ sind und auch in solchen Berufen arbeiten und Frauen, die handwerklich oder/und techn. geschickt sind, weder auf rosa Tascherl und Nagerl stehen noch vor lauter Mutterinstinkt vergehen.

Natur und Evolution holen immer die hervor, die sich noch gerne in der bequemen Rolle des Haushaltsvorstandes suhlen wollen. Und dann werden meist noch die entsprechend passenden Tierarten bemüht, obwohl es x andere Beispiel gäbe usw. usf.

Neuer Nick neues Glück
32

Immer wieder schön aber auch die GendererInnen, die den Einfluss von Natur und Evolution komplett leugnen...

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