Women-on-Board-Index der Initiative Frauen in die Aufsichtsräte zeigt, dass deutschen Konzernen hunderte Frauen fehlen
Berlin - Am Montag diskutieren auf Einladung von FidAR, der Initiative Frauen in die Aufsichtsräte, über 350 hochrangige VertreterInnen aus
Wirtschaft, Wissenschaft, Medien und Politik über Wege, den Frauenanteil in den deutschen Unternehmen effektiv zu steigern,
und über die Ergebnisse des Spitzentreffens der deutschen Bundesregierung
mit Vorständen der DAX 30-Unternehmen von letzter Woche (mehr dazu hier).
"Zehn Jahre freiwillige Selbstverpflichtung waren eher zehn Jahre
freiwillige Selbstverteidigung mit hohem Beharrungsvermögen", erklärte
Monika Schulz-Strelow, Präsidentin von FidAR, bei der Eröffnung des
Forums. Dass die EU-Kommission eine Frauenquote für Aufsichtsräte
mittels einer Richtlinie durchsetzen will, begrüßte sie ausdrücklich.
"Denn wir brauchen eine verbindliche gesetzliche Regelung, damit sich
die Unternehmen wirklich bewegen."
Kleine Minderheit
Bis dato habe sich viel zu wenig getan: Hunderte Frauen fehlen den DAX-Unternehmen, besagt der aktuelle Women-on-Board-Index von FidAR - in Aufsichtsräten und Vorständen je nach Ansatz zwischen 391 (bei 25 Prozent Quote) und
737 (bei 40 Prozent Quote) zusätzliche Frauen. 74 der 160
DAX-Unternehmen haben aktuell weder im Aufsichtsrat noch im Vorstand
eine Frau.
In den Aufsichtsräten liegt der Frauenanteil bei zehn Prozent, in den Vorständen bei nur drei Prozent. Allerdings stellt die ArbeitnehmerInnenseite deutlich mehr Frauen in den Aufsichtsräten. Auf der AnteilseignerInnenseite liegt der Frauenanteil ebenfalls bei nur drei Prozent. Lediglich die Daimler AG und die MVV Energie AG konnten sich seit Januar im Ranking durch die Berufung von Frauen deutlich verbessern.
Frist läuft ab
"Mehr Frauen heißt bessere Unternehmensführung und höhere Renditechancen. Dies ist keine Frage des Zeitgeists, sondern eine ökonomische Notwendigkeit", betonte Schulz-Strelow, die weiter meinte, dass die DAX 30 "eine große Chance" verpasst hätten, indem sie die Vorschläge des Bundesfamilienministeriums in Teilen ablehnen. "Die Frist bis März 2012 läuft. Spätestens dann wird die Europäische Kommission handeln." (red)
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Women-on-Board-Index
FidAR - Frauen in die Aufsichtsräte e.V. ist eine überparteiliche und überregionale Initiative für die paritätische Besetzung aller Führungspositionen in der deutschen Wirtschaft.