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Gazelle will künftig und sechs Mal im Jahr erscheinen.
Seit Juli 2006 tummelt sich auf dem Magazinmarkt ein Frauenmagazin mehr. Doch während sich die ohnehin geringfügigen Unterschiede in dem Überangebot an Heften "für Frauen" vor allem bei den Preisen und bei der angepeilten Leserinnenschaft niederschlagen, hat Gazelle keine Schwierigkeiten, Einzigartigkeit vorzuweisen. Gazelle ist nicht nur Deutschlands einziges multikulturelles Frauenmagazin, sondern hat auch einen hehren Anspruch: Das Magazin will als Plattform das interkulturelle Verständnis fördern - und zwar auf Augenhöhe. Dieser wichtige Beitrag zur Medienlandschaft steht derzeit allerdings auf der Kippe. Laut Gazelle braucht es 1000 neue Abonnentinnen um auch in Zukunft erscheinen zu können.
Für "Biodeutsche" und Migrantinnen
Gegründet wurde das Magazin von der 30-jährigen Autorin ("Muslim Girls: Wer wir sind, wie wir leben") und Journalistin Sineb El Masrar, die in einem Fernsehinterview auf dem deutschen Sender WDR wenig überraschend die in den Medien fehlende Repräsentation von einem Leben, wie sie selbst es führt, als Grundidee für Gazelle nannte. Das Essen, der bilinguale Alltag, oder auch religiöse Regeln, die eine oder einen noch immer prägen oder zumindest bis zu einem gewissen Grad sozialisiert haben - all das wäre in Zeitschriften immer in irgendeiner Weise präsent, allerdings nur für Angehörige der sogenannten Mehrheitsgesellschaft. Mit Gazelle wollte Sineb El Masrar ein Heft gestalten, das an die diversen Hintergründe von Menschen mit Migrationsbiographien anknüpft. "Eine Zeitschrift für biodeutsche Frauen und solche mit Migrationshintergrund", so erklärte sie im "Zeit Magazin" Roger Willemsen Gazelles Zielpublikum.
Was in der Gazelle den vermeintlichen Fraueninteresse zugeordnet wird, orientiert sich dennoch an den Blattlinien herkömmlicher Frauenmagazine: Auf Anti-Cellulite-Creme-Test und Mode (Sineb El Masrar: "Auch eine intelligente Frau will die Farben der Saison kennen.") will man somit nicht verzichten. Wie der Online-Auftritt von Gazelle zutage treten lässt, gibt es da aber doch noch mehr, was Frauen interessieren könnte. Unter den Rubriken "Leben", "Genuss", "Cultura" oder - wieder Frauenmagazin-Klassiker - "Karriere" und "Familie & Partnerschaft" werden Themen wie der Berufseinstieg von Türkinnen, Germany´s Next Topmodel Sara Nuru oder die aktuellen Ereignisse in der arabischen Welt verhandelt.
Rare Stimmen
Ein solches Heft sollte nicht nur existieren können, sondern - geht es nach der Gazelle-Redaktion - muss auch öfter erscheinen. Viermal will man künftig erscheinen, oder eben gar nicht mehr. Angesichts der raren Stimmen von Frauen mit Migrationshintergrund, die einer überbordenden Berichterstattung über Kopftuch, Burka oder religiösen FundamentalistInnen gegenüber stehen, wäre das ein arger Verlust. (beaha, dieStandard.at, 13.4.2011)
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uuuuuuuuuund? was macht jetzt 'Karriere' zu einem 'klassischen frauenspezifischen' Thema? Sollte dieser Bereich ausgeklammert sein, dann fände ich ein "Frauenmagazin" erst recht bedauernswert.
Und auch für 'Familie und Partnerschaft' dürfen sich Leserinnen interessieren.
Das Grund-Übel sind vielmehr Zeitschriften wie Neue Post, Lisa, Bunte etc. Ganz übel auch: "Seitenblicke" (allein das Cover mit den Großaufnahmen von öffentlichen Prominenten-Missgeschicken, zu sehen bei so mancher Tankstelle oder Trafik auf großen Werbetafeln...würg)
wird ausreichend bei den kulturzentren und arztpraxen nachgefragt?
bei meinem letzten arztbesuch war der artikel über botoxspritzen bei 20jährigen "stars" in dem magazin, das ganz oben am stoß lag, nicht gerade anspruchsvoll.
bei den vielen anderen modefotos kommt man sich fast vor, als würde man den playboy lesen.
tolle Idee
aber wenn die 1000 Abonnentinnen nicht gefunden werden ist das sehr zu bedauern
schade daß mit banalem Konsum-Journalismus so viele Menschen bewegt werden können, aber für eine solche soziale AUfgabenstellung kaum jemand zu begeistern ist
"schade daß mit banalem Konsum-Journalismus"
Gazelle klingt ein klein wenig auch nach obigem... allerdings nicht nur, also insgesamt wäre es sicher schade, wenn diese Zeitschrift künftig nicht mehr erscheinen würde. Und: Wenn schon Konsum-Journalismus, stereotypes Angebot "von und für" Frauen (wo real meist männliche Verlagschefs männlichen Vorstandsetagen von Kosmetik-, Mode- oä Konzernen die passenden Konsumbedürfnisse kreieren und verstärken) dann sollten sich auch Frauen mit Migrationshintergrund in irgendeiner Weise verstanden und abgebildet sehen.
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